Leider nicht verschont geblieben...

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Löwenmutter
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Leider nicht verschont geblieben...

Beitrag von Löwenmutter » 27:02:2020 22:53

Ihr lieben...
Ich hätte so gerne etwas anderes gepostet aber ich will ehrlich sein. Mein Zwerg ist jetzt 5 Wochen alt und ich bin leider nicht stabil geblieben. Wir hatten eine wunderschöne glückliche und friedliche Hausgeburt und 2 Tage tränenreiches Familienglück und dann wurde mir komisch. Ich bekam Angst, Zittern, konnte nicht essen nicht schlafen... das ganze hielt zwei Tage an, dann würde es besser. Seitdem habe ich eine „ mini - ppd“ ich meine im Vergleich zu dem Alptraum den ich beim dritten Kind hatte. Ich habe wieder ein kleines Morgentief inclusive Appetitlosigkeit, leichte Unruhe bzw. Überforderung, den Tag über fühle ich mich etwas wirr im Kopf mit leicht depressiver Stimmung. Aber nicht durchgehend. Meine Stimmung wird oft besser wenn die Sonne scheint oder wir was schönes machen. Ich Lese sehr gerne Bücher vor oder gehe mit den Kindern schwimmen. Aber immer wieder kommen diese leichten aber fiesen depressiven Gefühle und dann Angst.
Meine Psychiaterin hat mir nach einem langen Gespräch Mirtazapin verschrieben. Bis jetzt habe ich es nicht genommen. Sie meinte auch ich darf abwarten. Könnt ihr mir einen Rat geben? Ich kann mich nicht entscheiden. Es geht mir nicht gut aber es ist bei weitem nicht so schrecklich wie beim letzten Mal. Und mein Baby wird voll gestillt. Er ist so süß und lieb ich will nur das beste für ihn. Aber ich will auch Freude Glück und Ruhe spüren. Ach, ich bin so hin und her gerissen. Es wäre unheimlich lieb wenn mir jemand antwortet.

Ich durfte ja schon die Erfahrung machen mich nach der ppd wieder stark und gesund zu fühlen. Daran versuche ich jetzt immer zu denken.
1. Kind 2013 gesund und glücklich
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3. Kind 2018 PPD ( MuKi- Klinik verhaltenstherapie escitalopram)
4. Kind 2020 Mini-PPD bislang ohne Medikamente aber wieder Psychotherapie

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Marika
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Re: Leider nicht verschont geblieben...

Beitrag von Marika » 28:02:2020 9:04

Hallo meine Liebe,

ich möchte dir gerne antworten, auch wenn ich dir keinen Rat geben kann - denn entscheiden musst du letztendlich selber.

Ich kann deine Gefühle total verstehen, würde sicher den meisten so gehen. Was würde ich tun? Ganz schwer zu sagen, weil es immer anders ist, wenn man drin steckt. Aber ich glaube, ich würde das AD nehmen. Vielleicht noch etwas abwarten, aber ich habe keine große "Leidenskapazität" - habe ich nie gehabt. Als ich damals krank wurde 5 Wochen nach der Geburt, habe ich 2 Wochen abgewartet. Als es nicht besser wurde, habe ich die Medis genommen - allerdings abgestillt. Ich fand es traurig, weil das stillen so gut geklappt hatte, aber ich hatte ein besseres Gefühl so. Das ist aber jetzt nur meine ganz persönliche Entscheidung gewesen und ist KEINE Empfehlung.

Denk vielleicht auch daran, dass bei dir im Moment viele Stresshormone gebildet werden, die ebenfalls in die Muttermilch übergehen. Vielleicht kann dir auch folgende Aussage helfen: Geht es der Mama gut - geht es auch dem Kind gut!

Frage: Du hast Mirtazapin bekommen - nicht mehr das Escitalopram?
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Aias
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Re: Leider nicht verschont geblieben...

Beitrag von Aias » 28:02:2020 9:10

Herzlichen Glückwunsch zum Baby! Es klingt gut, dass die Geburt harmonisch war und die Stillbeziehung läuft!

Was hält Dich davon ab, das AD zu nehmen? Wenn ich Dich richtig lese, hast Du die Idee, dass es Dir 'zu gut' für ein AD geht (also im Vergleich zu Deinen Erfahrungen).
Oder geht Mirtazapin und stillen nicht?

Meine Symptome ähneln etwa Deinen. Das Morgentief ist da, die Angst und Überforderung. Das bessert sich über den Tag. Und ich nehme AD, weil ich drunter leide, auch wenn es (die ppd) bei manchen viel viel schlimmer ist.


Liebe Grüße

Mel
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Re: Leider nicht verschont geblieben...

Beitrag von Mel » 28:02:2020 15:37

Liebe Löwenmutter,
es tut mir wirklich leid, dass es dich wieder erwischt hat. Aber das Positive ist: Es ist nicht so schlimm wie beim letzten Mal!
Ich habe mich auch gefragt: Warum Mirtazapin, wenn Escitalopram beim letzten Mal geholfen hat?
Alles Liebe von mir
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Setralin
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen

Löwenmutter
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Re: Leider nicht verschont geblieben...

Beitrag von Löwenmutter » 28:02:2020 22:55

Hallo,
Danke für eure Antworten. Ich habe gerade ganz lange nach meinem Beitrag gesucht. Habe ihn ja in einem völlig falschen unterforum gepostet. Das kommt davon wenn man beim stillen schreibt.
Also, warum Mirtazapin? Ich hatte bei meiner letzten ppd das Gefühl, dass das escitalopram nicht gewirkt hat. Es ging mir zwar besser, so richtig gut habe ich mich aber erst nach dem absetzen Gefühl. Das Medikament hat mich so stumpf gemacht. Die schlimmen Gefühle waren zwar besser aber die schönen waren auch weg. Dazu kommt, dass ein sehr unangenehmes Symptom der Depression immer das vorzeitige und sehr nervöse erwachen war. Da könnte die Nebenwirkungen der Müdigkeit vom Mirtazapin helfen. Ich bin auch von Natur aus ein Mensch mir sehr viel, eher zu viel , Antrieb. Ich springe wenn ich gesund bin morgens auf und würde immer gerne 500 Sachen gleichzeitig machen. In der Depression hatte ich zwar deutlich weniger Antrieb, jedoch keine Fähigkeit mich auszuruhen oder zu entspannen.
Jetzt kennt meine Psychiaterin mich besser als damals und sie kennt mich gesund und erkrankt und hat sich für Mirtazapin entschieden. Klingt das für euch schlüssig? Für mich irgendwie schon.
Was mich abhält es zu nehmen ist zum einen das stillen. Es ist zwar stillverträglich aber es geht natürlich trotzdem ein Teil in die Muttermilch. Abstillen ist für mich keine Option. Es wäre so umständlich Fläschchen zu machen und das stillen ist so schön. Muss aber ja wie gesagt auch nicht sein. Und der andere Grund eben, dass die Symptome nur so schwach sind. Ich habe die Hoffnung, dass positive Erlebnisse, gute Gespräche und eben die Zeit es besser werden lassen. Aber es kommen eben auch immer wieder Zweifel. Ach... :?: Ich habe auch Respekt vor der Nebenwirkungen der Müdigkeit. Immerhin muss ich nachts ca 3 mal stillen und wochentags mit 4 Kindern um 7.45 das Haus verlassen. Wenn ich da völlig verklatscht bin könnte es schwierig werden.
Wenn ich es nur wüsste... meine Hebamme war heute da und konnte mir natürlich auch nicht den ultimativen Tipp geben...
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Mel
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Re: Leider nicht verschont geblieben...

Beitrag von Mel » 02:03:2020 8:33

Du könntest es mit einer kleinen Dosis (7,5mg) probieren und schauen, wie es dir damit geht, ob du sehr müde bist. Es ist ja bei jeder anders. Ich persönlich nehme auch 15mg Mirtazapin und habe mich zu Beginn sehr müde gefühlt. Jetzt merke ich davon gar nichts mehr, aber ich nehme ja auch ein SSRI dazu.
Das mit dem Stillen finde ich total schwer zu beurteilen, da ich leider selber nicht stillen konnte. Du findest bestimmt die richtige Lösung für dich.
Alles Liebe
Mel
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Löwenmutter
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Re: Leider nicht verschont geblieben...

Beitrag von Löwenmutter » 02:03:2020 22:24

Danke Mel,
7,5 mg hat noch keine antidepressive Wirkung oder? Kann man es auch für ganz kurz testen und dann ggf. wieder weg lassen? Z.b für 3 Tage um zu sehen wie es einem morgens geht? Vielleicht frage ich das nochmal meine Psychiaterin. Habe nach wie vor das Gefühl es wird in ganz ganz winzigen Schritten besser. Auf jeden Fall nicht schlechter. Ach Geduld ist bei den psychischen Geschichten immer eine schwierige Sache...
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Mel
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Re: Leider nicht verschont geblieben...

Beitrag von Mel » 02:03:2020 22:45

Das mit der Wirkung ist ganz individuell. Aber generell ist Mirtazapin eher ein „schwächeres“ AD. Ich habe bei 7,5mg nichts Stimmungsaufhellendes gemerkt, bei 15 ein bisschen. Eine Zeitlang habe ich 30mg genommen, aber der Riesenunterschied war es auch nicht. Bei mir hat es eher sedierend/ beruhigend und auch angstlösend gewirkt. Zum Schlafen ist es wirklich gut und es hat wenig Nebenwirkungen. Das richtige Eindosieren oder Absetzen besprichst du am besten mit deiner Psychiaterin. Ich drück dir ganz doll dieDaumen.
Mel
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Löwenmutter
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Re: Leider nicht verschont geblieben...

Beitrag von Löwenmutter » 08:03:2020 21:07

Danke Mel,
ich hatte jetzt 4 gute Tage in Folge und habe das Mirtazapin daher immer noch nicht angerührt. Werde euch aber auf dem laufenden halten was ich hoffentlich für Fortschritte mache.
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