1. Geburtstag

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Celeste
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1. Geburtstag

Beitrag von Celeste » 06:08:2020 19:45

Hallo an euch,

gestern haben wir tatsächlich schon den 1. Geburtstag unserer Tochter gefeiert. Es war ein schöner und gemütlicher Geburtstag. Ich konnte mich sogar darauf freuen und habe mich in der Dekoration des Tisches verloren. Es hat Spaß gemacht.

Abends, als alle Gäste weg waren, haben wir die kleine Maus fertig für‘s Bettchen gemacht. Sie war aber noch so aufgedreht und total überreizt von all den Eindrücken, dass sie nur weinte und obwohl sie sehr müde war, nicht schlafen konnte.

Das ging dann bis ca. 23Uhr. Mit viel singen und kuscheln hat sie dann ihren Schlaf gefunden.

Doch mich hat das total aus der Bahn geworfen.
Als ich sie dann heute Vormittag zum Schlafen legen wollte, kam 1 Angstschub nach dem anderen. So richtig körperlich:

Erst durchfuhr mich eine Hitzewelle durch den ganzen Körper.
Dann fing mein Herz an zu klopfen und mir wurde leicht übel. Dann einfach nur noch starke Angst/Panik.
Der Schub ging ca. 15-20 Sekunden und wiederholte sich ca. 3-4 Mal.

Das macht mich natürlich wieder traurig. Denn durch den 1. Geburtstag der kleinen Maus, wurde mir auch wieder bewusst, wie lange meine PPD schon present ist.
Darauf kamen dann wieder die Gedanken, dass vielleicht die Depression, sprich Hoffnungslosigkeit z.B, besser wird, aber die Angst vielleicht immer bleiben wird.

Diese Angst finde ich am allerschlimmsten.

Ich habe schon wieder Angst, später schlafen zu gehen.

Ich hasse diese Angst. Kennt ihr das?
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

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Nelli
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Re: 1. Geburtstag

Beitrag von Nelli » 06:08:2020 21:57

Liebe Celeste,

das ist typisch: auf einen Fortschritt folgt ein Rückschlag, dem aber ein weiterer Fortschritt folgen wird.
Deine Freude über und am Geburtstag ist ein eindeutiges Signal, dass es bergauf geht!
Deine Panik ist sicher Ausdruck der Verunsicherung durch die Überreiztheit deines Kindes,
außerdem darfst du nicht unterschätzen, wie anstrengend eine noch so kleine Feierlichkeit ist. Sei gnädig zu dir,
deine Psyche ist noch sehr verletzlich, aber sie schafft es immer mehr, sich selbst zu regenerieren.
Bei mir war es übrigens genauso:
ich hatte mich auf den 1. Geburtstag gefreut, aber am Morgen desselben bekam ich Panik und fühlte mich depressiv.
Zum Glück wusste ich, was zu tun war: weitermachen! Alles wie vorgesehen machen, und es wurde ein guter Tag.
Deine Angst wird auch schwinden, sie kann gar nicht "allein", ohne Depression existieren.
Du wirst sehen, dass es mit jedem Monat besser wird.

Nelli

Celeste
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Re: 1. Geburtstag

Beitrag von Celeste » 07:08:2020 11:30

Liebe Nelli,

danke für deine Nachricht.
Meine Hoffnung schwindet mit jedem Tief ein bisschen mehr.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Depression irgendwann vergeht. Aber ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass die Angst vergeht. Diese Angstschübe. Kennt jemand von euch diese intensive Angstschübe? Mit Hitze, Übelkeit, Panik, Herzklopfen?
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Elphi
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Re: 1. Geburtstag

Beitrag von Elphi » 07:08:2020 12:41

Hallo,

ich bin zwar selbst noch "Neuling" was diese Krankheit angeht, aber die Angstschübe kenne ich...mich überkommt das auch immer wieder.
Ich versuche mir dann ganz klar zu sagen, dass diese Situation vorbei gehen wird. Dass es auf keinen Fall für immer so bleibt.

Nach stressigen Momenten oder Tagen kommt das bei mir auch immer hoch. Aber es sind eben nur Phasen, die gehen vorbei. Tief durchatmen und immer wieder sagen " Das geht vorbei!"

Ich wünsche Dir, dass es Dir bald wieder besser geht.

Nelli
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Re: 1. Geburtstag

Beitrag von Nelli » 07:08:2020 22:18

Klar, kenne ich! Alles scheint in der Panik groß und bedrohlich, der Wahrnehmungsfilter fehlt und man ist im Fluchtmodus.
Deshalb habe ich mich auch versucht, regelmäßig zu bewegen, um diese Energie los zu werden und habe Übungen gemacht.
Die Angst zog sich dann zurück, je mehr die Medis wirkten.
Auf jeden Fall sind sie gut therapiebar.
Nelli

Celeste
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Re: 1. Geburtstag

Beitrag von Celeste » 09:08:2020 9:47

Danke für eure Antworten.

Ich versuche mir auch immer wieder zu sagen, dass es vorbeigeht. Aber es ist schwierig. Denn es kommen Gedanken wie: Was ist, wenn das alles andere Gründe hat, die tief vergraben sind und das alles mich so krank macht, dass das nie wieder gut wird? Kennt ihr diese Gedanken?

Dazu muss ich noch erwähnen, dass das das letzte Hoch, das längste Hoch bis jetzt war. Ich kann also eine Besserung sehen und fühlen. Trotzdem lähmt mich diese Angst immer wieder. Wie eine Art Todesangst. Statt fliehen, bin ich ohnmächtig und ich kann gar nicht darauf reagieren.

Das ist das schlimmste Symptom, finde ich.

Damit kann ich überhaupt nicht umgehen ☹️
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