2tes Kind?

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vreni86
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2tes Kind?

Beitrag von vreni86 »

Hallo Ihr Lieben,

Ich habe lange nichts mehr von mir hören lassen.
Mir geht es relativ gut, wieder. Die Zwangsgedanken kommen nur noch manchmal. Bin immer noch manchmal unruhig und nervös. Zur Zeit stellt sich mir die Frage nach einem zweiten Kind. Vor allem auch, weil ich bereits 38 Jahre bin. Meine Tochter ist so ein wundervolles Kind geworden. Sie ist so offen und fröhlich, ein richtiger Sonnenschein. Letztens waren wir beim befreundeten Pärchen. Sie haben gerade ihr zweites Kind bekommen. Ich habe eine Panikattacke bekommen, als ich das Kind gesehen habe. Mir wurde schwindlig und es drehte sich alles. Ich habe mich so in meine Zeit in der schweren Phase zurückversetzt gefühlt. Dann habe ich mir wieder gedacht nie wieder ein Kind . Ich habe meine Tochter dann fest im Arm gehalten und mich an sie gekuschelt. Ich glaube nicht, dass die anderen was davon mitbekommen haben. Ich würde mir aber wünschen, dass meine Tochter Geschwister hat und nicht alleine auf der Welt ist, wenn wir nicht mehr da sind. Ich fühle mich aber immer noch nicht 100-prozentig stabil. Ich möchte nie wieder so eine schlimme Zeit erleben.
Wie war bei euch das Thema zweites Kind?
Außerdem möchte ich bald wieder anfangen anfangen zu arbeiten. Was heißt ich möchte, ich muss wir benötigen das Geld. da graut mir davor. Wie soll ich den Alltag mit Arbeit und Kind schaffen? Wie ist es euch ergangen? Vor allem merke ich seit der Depression bin ich nicht mehr so belastbar. Mir wird schnell alles zu viel. Wie habt ihr es geschafft, geschafft, wieder ins Berufsleben einzusteigen? Ich freue mich auf eure Antworten für alle, die noch mitten in der Depression sind. Es wird besser, auch wenn man in der Zeit nicht daran glaubt. Irgendwann wird es besser. Mich haben sehr die Gefühle geplagt, ob ich meine Tochter auch wirklich liebe. Bei mir ist es nie dieses überschwängliche den ganzen Tag Herzchen in den Augen zu haben. Es sind viel mehr die kleinen Momente, die zählen. Zum Beispiel wenn meine Tochter aus ganzem Herzen lacht, freue ich mich total. Natürlich ist das kein Dauerzustand. Da der Alltag auch sehr anstrengend sein kann.
Also halte die Ohren steif und ich freue mich auf eure Rückmeldungen😘
alibo79
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Re: 2tes Kind?

Beitrag von alibo79 »

Hallo vreni,
Den Einstieg in die Arbeit war nach den depressionen immer als Wiedereingliederung mit langsamer Stunden Steigerung.
Ich habe nach den entbindungen meiner beiden Kinder sehr schnell wieder gearbeitet, sodass es da für mich nicht so eine große Veränderung gab. Aber ich habe damals nicht mehr vollzeit gemacht sondern auch nur stundenweise.
Ich würde mich an deiner Stelle erstmal auf den Einstieg in die Arbeit konzentrieren, dass ist ja etwas was schon ziemlich festgelegt ist, verstehe ich richtig? Gibt es da die Möglichkeit erstmal mit weniger Stunden zu arbeiten? Wie sieht es mit der Betreuung eurer Tochter aus? Viele Frauen genießen es wieder arbeiten zu können und nicht mehr nur zu Hause zu sein. Und oft ist es ja so, dass man sich vorher viel zu viele Gedanken macht über ,, ungelegte Eier,,.
Ich habe es zb bei meinem letzten wiedereinstieg so gemacht, dass ich paar Wochen vorher schon immer mal bei der Arbeit vorbei geschaut habe und bisschen mitgeholfen habe um wieder rein zu kommen.
Auf jeden Fall ist es schon so, dass es manchmal ein Spagat ist zwischen Arbeit, Mutter sein, Verpflichtungen, kranken Kindern usw.
Deswegen lieber erstmal mit weniger Stunden anfangen, sofern das möglich ist.
Dann schreibst du, dass du noch nicht gesund bist, wie äußert sich das? Nimmst du deine Medikamente weiterhin? Ich denke, dass sich mit einem halben Jahr noch mehr Stabilität aufbauen wird, da muss wahrscheinlich noch bisschen Zeit vergehen.
Und so kann ich es gut verstehen deine Zweifel mit dem zweiten Kind. Der Abstand zur schlimmsten Zeit ist noch nicht groß genug. Und die Sicherheit noch nicht vollständig aufgebaut. Wir wollten damals noch ein drittes Kind und haben uns letztlich dagegen entschieden, weil es meine Gesundheit nicht zugelassen hat und als ich mich stark genug gefühlt habe, da fanden wir uns zu alt, bzw wir wollten dann nicht nochmal von vorne anfangen. Es war für mich keine leichte Entscheidung und es hat mich auch lange Zeit traurig gemacht, dass es so war und mein Leben jetzt anders gewesen ist, als wie ich es mir vorgestellt hatte.
An deiner Stelle würde ich aber auf jeden Fall den kinderwunsch verfolgen, denn Geschwister zu haben finde ich für meine Kinder toll. Vielleicht noch nicht gleich, sondern erstmal die Arbeit starten und mal in einem halben Jahr schauen wie es mit der Arbeit aussieht und ob du für dich sagst, dass du noch stabiler geworden bist. Und manchmal ergeben sich manche Dinge von ganz alleine 😉😉
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Nat86
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Re: 2tes Kind?

Beitrag von Nat86 »

Liebe Vreni,

ich bin auch Jahrgang 86 und habe „nur“ ein Kind, bei dem es aber auch bleiben wird. Wir sind in unserem Freundeskreis die einzige, nicht getrennte Familie mit einem Kind. Ansonsten haben alle mindestens zwei Kinder. Daher werden wir recht häufig auf ein weiteres Kind angesprochen.

Mein Mann hat sich grundsätzlich ein weiteres Kind gewünscht. Ich hatte keinen wirklichen weiteren Kinderwunsch und habe mir diesen auch nicht „erlaubt“. Zu einen habe in der Depression die Hölle kennengelernt und in dieser fast 1 Jahr irgendwie überlebt. Ich möchte diesen Zustand nie, nie, nie wieder erleben und daher werde ich das Risiko auch nicht eingehen. Zum anderen habe ich eine Tochter, die ich mir schon immer gewünscht habe. Mein Kind ist für mich unfassbar bezaubernd und toll. Sie war ein einfaches Baby und ist jetzt ein einfaches, kluges, fröhliches und offenes Kind. Ich kann mir nicht vorstellen, bei einem weiteren Kind nochmal so viel Glück zu haben. Wenn ich manche anderen Kinder erlebe, dann weiß ich mein Glück noch mehr zu schätzen.

Ich bin seit einem guten Jahr stabil und seit einem halben Jahr wieder „die Alte“, aber ich arbeite auch noch nicht und habe tatsächlich auch Respekt davor, Kind und eine nennenswerte Stundenanzahl an der Arbeit unter einen Hut zu bekommen.
Weiterhin nehme ich noch immer Medikamente und würde damit auch nicht schwanger werden wollen.

Ich möchte für mein Kind eine gute Mutter sein und ihm eine schöne Kindheit bieten. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich den Bedürfnissen zweier kleiner Kinder gerecht werden könnte. Zudem habe ich gelernt, dass ich auch Freiräume für mich brauche, um zufrieden zu sein. Das ist mit einem Kind leichter zu erreichen. Manchmal erlaube ich mir auch den Gedanken eines 2. Kindes und stelle mir die vielen schönen Momente vor. Dann denke ich aber wieder an die Depression, meine damalige absolute Verzweiflung und den Kampf, den ich führen musste, um Liebe für mein Kind zu fühlen und dann möchte ich einfach, dass alles so bleibt wie es ist. Ich fordere mein Schicksal nicht heraus.

Vielleicht sind meine Zeilen nicht das, was Du hören möchtest, aber so hast Du zumindest die Sicht einer Mutter, die sich bewusst nur für ein Kind entschieden hast.

Liebe Grüße,
Nat
Viele Grüße von Nat
vreni86
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Re: 2tes Kind?

Beitrag von vreni86 »

Hallo Nat,

Vielen Dank für deine ehrlichen Worte. Ich habe mir alte Beiträge von dir durchgelesen.
Ich habe auch Angst Vor einem zweiten Kind.
Ich stelle mir oft die Frage. Ist es nicht egoistisch, kein zweites Kind zu bekommen? Nur weil’s beim ersten mit der Depression los ging?
Ich habe auch eine wunderbare Tochter. Selber bin ich mit zwei Brüdern großgeworden. Ich weiß, wie schön, dass es Geschwister zu haben. Soll ich hier wirklich verwehren, Geschwister zu haben, nur aus Angst vor der Depression?
Mir ging es damals wirklich auch schlecht. Ich habe immer noch schlechte Phasen.
Kommt es manchmal vor, als ob mir die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt. Da ich schon ein gewisses Alter erreicht habe. Die biologische Uhr tickt 😅!
Bin ich einfach nur zu feige für ein zweites Kind? Was ist, wenn ich es später bereue, aufgrund der Depression kein zweites Kind bekommen zu haben.
Ich verstehe es, das Schicksal nicht noch mal herauszufordern. Meine Tochter ist auch sehr problemlos. Sie ist einfach ein kleiner Sonnenschein. Ich denke auch, wenn ich mir manchmal andere Kinder ansehe… So viel Glück, wie mit meiner Tochter kann ich nicht noch mal haben.
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Marika
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Re: 2tes Kind?

Beitrag von Marika »

Hallo!

Ich meld mich mal kurz dazu, weil ich auch "nur" ein Kind habe und selber ein Einzelkind bin. Ich war ein glückliches Kind, habe nie Geschwister vermisst. Mein Sohn, so sagt er heute, empfindet das auch so... er ist mittlerweile 19. Bei uns hatte es nicht mal so sehr mit meiner PPD zu tun, sondern es war eine bewusste Entscheidung. Mein Mann hat 6 Geschwister, seine Erfahrungen waren nicht sehr positiv. Meine Eltern haben sich auch bewusst "nur" für mich entschieden und es war völlig ok.

Einzelkinder haben leider oft immer noch ein schlechtes "Image", dagegen wehre ich mich sehr. Denn es ist weder feige noch egoistisch sich bewusst für ein Kind zu entscheiden, man weiß heute das beide Formen immer auch positive wie negative Aspekte haben.

Was du später bereuen wirst, kannst du heute nicht sagen. Vielleicht denkst du später, ach hätte ich doch noch ein Kind bekommen, oder du denkst wenn du nochmal eines bekommst, hätte ich doch nicht. Das wirst du jetzt nicht lösen können. Du bist dir jetzt noch unsicher, in dieser Situation würde ich persönlich kein 2. Kind angehen.... da sollte meiner Meinung nach klar der Wunsch vorhanden sein und natürliche solltest du stabil sein.

Mein Mann hat heute nur noch zu wenigen seiner vielen Geschwister guten Kontakt, weil alle zerstritten sind .... wegen dem Erbe. Ich muss daher immer etwas schmunzeln wenn die Leute sagen: ach, man braucht Geschwister, dann ist man nicht alleine wenn die Eltern sterben... Nun, wie man in der Realität oft sieht, hat genau das - das "alleine" sein - oft Vorteile. :wink:
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Nat86
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Re: 2tes Kind?

Beitrag von Nat86 »

Liebe Vreni,

ich verstehe Dich und sehe Dein Dilemma. Ich bin selbst ein Einzelkind und kenne es daher nicht, Geschwister zu haben. Wenn Du zwei Brüder hast und es als Bereicherung in Deinem Leben empfindest, ist es natürlich noch schwieriger, ein Einzelkind zu haben. Andererseits sollte man aus meiner Sicht kein Kind für ein anderes Kind bekommen. Man weiß nie, ob sich die Kinder gut verstehen werden. Ich habe eine Freundin, die auch zwei Brüder hat. Sie selbst hat eine Tochter, bei der es auch bleibt. Ich hatte sie mal auf das Thema angesprochen und sie meinte, dass sie ihre Brüder ihr Leben lang als Last empfunden hat. Sie war die Älteste und musste sich immer kümmern, was auch bis jetzt wohl so ist.

Man sollte ein Kind für sich selbst bekommen und dafür muss man sich auch mit seinen Ressourcen auseinander setzen und sich fragen, ob man einem weiteren Kind gerecht werden kann. Sonst wird alles nur zur Belastung und alle sind unglücklich. Wenn man erst später Kinder bekommt wie wir, ist die biologische Komponente leider immer gegeben, was es noch schwieriger macht. Andererseits bekommen auch Frauen Anfang 40 manchmal problemlos weitere Kinder. Solange Du noch nicht vollständig gesund bist, würde ich den Kinderwunsch an Deiner Stelle zurückstellen. Ich weiß nicht, ob Du Freude an deinem Kind hast, wenn es Dir nicht gut geht. Im Tiefpunkt meiner Depression wollte ich nur weg von allem und jedem. Ich habe meine Tochter versorgt, aber ich hatte keinerlei Gefühle.

Liebe Grüße,
Nat
Viele Grüße von Nat
Anne 861
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Re: 2tes Kind?

Beitrag von Anne 861 »

Hallo ,ich stimme nat da zu .Ich habe mein Sohn damals auch versorgt aber hatte keine Gefühle. Es war schlimm ,damals erkannte es aber keine ,ich auch nicht .wusste nicht das es sowas gibt .paar jahre später war ich schlauer .mein Sohn und meine Tochter sind 10 jahre auseinander. Ich war hin und her gerissen zwecks einem zweiten Kind. Ich dachte ,nochmal schaffe ich es nicht dadurch . Doch dann war ich schwanger ,nicht bewusst .Ich habe die ersten Wochen viel gegrübbelt und alles abgewogen. Die Freude war riesig ,gleichzeitig aber auch die Angst. Ich war vorbereitet und dachte ,dass packst du .Nur leider hab ich die Rechnung ohne meine Psyche gemacht und es kam noch ein Zacken schärfer zurück .Diesmal wusste ich trotz alledem was zu tun war .Aber es muss nicht bei jedem so sein .Ich wollte nur kurz meine Erfahrungen schildern .Ich habe 2 Brüder, wir haben Guten Kontakt, da wir aber auch kein Kontakt zu unserer Mutter haben ,haben wir wenigstens uns .Aber in der Kindheit gab es auch viel Streit 😅. Ich liebe meine Kinder aber Gefühle waren lange nicht da ,so wie bei anderen glücklichen Müttern. Was habe ich die beneidet und mich so oft gefragt ,warum ich . Du wirst für sich die richtige Entscheidung treffen .Für mich war der Altersunterschied der beiden ein Vorteil, der große selbstständig genug ,ich glaube zwei kleine hätte ich nicht geschafft ..ich bin da ganz ehrlich .
vreni86
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Re: 2tes Kind?

Beitrag von vreni86 »

Schwieriges Thema.
Danke schon mal für eure Antworten.
Ich habe Angst, langsam zu alt, für zweites Kind zu werden. Gibt es hier vielleicht auch Mammals, die Spät Mutter geworden sind? Ich bin mittlerweile schon 38.
Irgendwie wünsche ich mir für meine kleine Maus ein Geschwisterchen. Andererseits ist es auch gerade so schön, wie es ist. Irgendwie möchte ich auch mein Schicksal nicht herausfordern, da ich mir nicht sicher bin, ob es noch mal so ein wundervolles Kind gibt.
Tami84
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Re: 2tes Kind?

Beitrag von Tami84 »

Hallo Vreni, ich bin mit 37 Mama geworden, also auch eine Spätgebärende ;)
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