KiTa

Alles rund ums Kind - Freude, Sorgen, Neuigkeiten

Moderator: Moderatoren

LaLiLu
Beiträge: 23
Registriert: 21:11:2018 16:09

Re: KiTa

Beitrag von LaLiLu » 10:05:2019 19:59

Frag doch einfach mal nach ob ein früherer Einstieg in die Kita möglich ist (vllt auch in Bezug auf unsere Krankheit).

Christina
Beiträge: 45
Registriert: 27:04:2018 20:41

Re: KiTa

Beitrag von Christina » 10:05:2019 22:22

Meine Tochter geht seit September letzten Jahres in die Krippe. Da war sie 10,5 Monate. Ich arbeite erst seit 1 Monat wieder, hatte also viel Zeit allein ohne Kind. Arbeite jetzt 4 Tage jeweils 6 Stunden, ein Tag gehört mir. Ich habe kein schlechtes Gewissen, in der Krippe machen sie mehr als ich mit ihr daheim. Sie geht seit Anfang an 7 Stunden pro Tag, die Stunden am Nachmittag kann ich dann gezielt was mit ihr machen und muss nicht ganze Tage totschlagen.

Zum Spruch „warum hast du dann Kinder bekommen“ kann ich nur sagen: ich hab ja auch nen Mann, den ich den ganzen Tag nicht sehe. Da fragt ja auch keiner „warum hast denn dann geheiratet?!“ :D
Seit Geburt meiner Tochter im Oktober 2017 an PPD erkrankt.
5 Wochen stationär ohne Kind
7 Wochen Mutter-Kind-Tagesklinik
Medis: Sertralin, Bupropion, Quetiapin, Progesteron in 2. Zyklushälfte
Psychotherapie

Juli 2018: Quetiapin wegen Restless Leg-Syndrom abgesetzt

Sanna
power user
Beiträge: 913
Registriert: 17:03:2013 14:36
Wohnort: Ruhrgebiet, NRW

Re: KiTa

Beitrag von Sanna » 11:05:2019 20:45

Meine Kinder sind beide mit einem Jahr in die Kita gegangen. Beim ersten Kind hatte ich geplant länger zuhause zu bleiben, habe dann aber schnell gemerkt, dass ich dafür nicht gemacht war. Ich arbeite gerne und brauche die Arbeit auch. "Nur" Hausfrau und Mutter zu sein hat mich nicht erfüllt. Es hat mich höchst unzufrieden gemacht. Wir haben eine tolle Kita gefunden und beide Kinder sind sehr gern gegangen und haben unheimlich viel dort gelernt.

Die Beziehung zu meinen Kindern ist super, denn ich habe nach der Arbeit immer bewusst den Tag mit ihnen verbracht. Keine Ahnung, wie viele Stunden ich vorgelesen, gebastelt oder auf dem Bauteppich verbracht habe. Ich habe mir ganz bewusst Zeit für meine Kinder genommen. Qualität vor Quantität. Ich hatte sie nicht (und sie mich) 24/7 um mich, aber wenn dann mit vollem Herzen und ganz bewusst.

Liebste Grüße, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

November17
power user
Beiträge: 158
Registriert: 11:10:2018 11:54

Re: KiTa

Beitrag von November17 » 12:05:2019 22:11

Christina hat geschrieben:
10:05:2019 22:22

Zum Spruch „warum hast du dann Kinder bekommen“ kann ich nur sagen: ich hab ja auch nen Mann, den ich den ganzen Tag nicht sehe. Da fragt ja auch keiner „warum hast denn dann geheiratet?!“ :D
:lol: :lol: :lol:
Da hast du irgendwie recht.

Man denkt halt, man müsse total erfüllt sein mit Kind. Sich um ihn mit Leib und Seele kümmern etc.

Es ist wohl auch eine Frage der Erziehung. Meine Mama war eigentlich nur Hausfrau als ich ein Kind war und mein Vater war arbeiten.

Die Zeit hat sich jedoch geändert. Ich habe studiert, die "Karriere" wird mehr angetrieben als Frau als früher.

Christina
Beiträge: 45
Registriert: 27:04:2018 20:41

Re: KiTa

Beitrag von Christina » 13:05:2019 10:00

Ja das mit dem erfüllt sein dachte ich auch, aber ist bei mir halt nicht so. Und mittlerweile find ich es nicht mehr schlimm bzw. hab deswegen keine Schuldgefühle.

Meine Mama war auch mit drei Kindern daheim und mein Vater hat gearbeitet. Sie hat zwar immer mal nebenbei gearbeitet aber das Ergebnis ist halt auch ne niedrige Rente. Und die Kinder und Enkel wohnen jetzt min. 100 km entfernt. Ich hab auch studiert und gehe gern in die Arbeit. Mit Erwachsenen sprechen und mal wieder sein Gehirn anstrengen ist echt schön! :D Mit ner 1,5 jährigen ist die Kommunikation halt auch begrenzt und irgendwann kann man keine Bausteine und Tut Tut Flitzer mehr sehen...
Seit Geburt meiner Tochter im Oktober 2017 an PPD erkrankt.
5 Wochen stationär ohne Kind
7 Wochen Mutter-Kind-Tagesklinik
Medis: Sertralin, Bupropion, Quetiapin, Progesteron in 2. Zyklushälfte
Psychotherapie

Juli 2018: Quetiapin wegen Restless Leg-Syndrom abgesetzt

November17
power user
Beiträge: 158
Registriert: 11:10:2018 11:54

Re: KiTa

Beitrag von November17 » 14:05:2019 8:53

Das sagen meine Arbeitskollegen ja auch.

Viele meiner Mütter-Kollegen sind nach einem Jahr und das mit 20 Stunden oder mehr direkt eingestiegen.

Das ist für die völlig normal gewesen. Und ganz ehrlich, viele von denen haben es finaziell wirklich nicht nötig gehabt. Es war also dennoch eine Entscheidung für sich selber um raus zu kommen.

Und dieses nicht auf andere hören ist noch ein Schritt, den ich erreichen muss. Ich lege noch viel wert auf die Meinung anderer und insbesondere der Familie. Könnte aber auch daran liegen, dass man in der eigenen Meinung nie bestärkt wurde sondern eher die Meinung der Eltern auferlegt bekam bzw Entscheidungen oft abgenommen wurden dadurch.

Christina
Beiträge: 45
Registriert: 27:04:2018 20:41

Re: KiTa

Beitrag von Christina » 16:05:2019 10:47

Ja das mit der Meinung/Interessen der anderen ist wichtiger als die eigene kenne ich auch. People Pleaser.... :( man versucht dauernd es anderen Recht zu machen, geht Konflikten aus dem Weg, stellt seine eigenen Interessen hinten an. Ist wahrscheinlich auch ein Grund warum man von PPD betroffen ist. Man tut sich halt schwer seine Meinung und Interessen/Bedürfnisse durchzusetzten, weil man es nicht gelernt hat. Hab mich viel mit dem Thema in der Verhaltenstherapie beschäftigt. Ist bei mir z.B eine „Angewohnheit“ seit früher Kindheit. Man fährt damit gut und behält das als Erwachsener dann bei. Ist schwierig das abzustellen, man hat Angst, dass einen keiner mehr mag, wenn man „unbequem“ ist.
Seit Geburt meiner Tochter im Oktober 2017 an PPD erkrankt.
5 Wochen stationär ohne Kind
7 Wochen Mutter-Kind-Tagesklinik
Medis: Sertralin, Bupropion, Quetiapin, Progesteron in 2. Zyklushälfte
Psychotherapie

Juli 2018: Quetiapin wegen Restless Leg-Syndrom abgesetzt

November17
power user
Beiträge: 158
Registriert: 11:10:2018 11:54

Re: KiTa

Beitrag von November17 » 16:05:2019 13:16

Liebe Christina,

genau so ist es. Nur kein Streit. Nur nicht negativ auffallen. Es immer allen Recht machen.

Es war in der letzten Sitzung auch ein Thema, das Abnabeln von den Eltern. Ich war ihnen gegenüber auch immer angepasst. Und auch heute lege ich sehr viel Wert auf die Meinung bzw überrumpel sie nicht, wenn ich andere Ansichten habe.
Wobei meine Eltern immer sehr deutlich gemacht haben und es noch immer tun, wenn die anderer Meinung sind. Selber fühlt man sich dann wie unmündig oder als hätte man keine Ahnung.

Wie lernst du damit umzugehen?

Christina
Beiträge: 45
Registriert: 27:04:2018 20:41

Re: KiTa

Beitrag von Christina » 16:05:2019 21:40

Hauptsächlich habe ich das gemacht, was meine Therapeutin gesagt hat: Darauf achten, wann ich so ein Verhalten zeige, ohne es zu werten. Ich dachte am Anfang, so ein Käse, die soll mir sagen wie ich das ändern kann. :D Aber mit der Zeit wird es dadurch wirklich besser. Ich war erschrocken wie oft ich etwas sage oder mache, obwohl ich eigentlich ne andere Meinung habe. Oft, um einen vermeintlichen Streit oder Kritik aus dem Weg zu gehen. Oder besser gesagt aus Angst jemand könnte sagen „was interessiert mich deine Meinung, du bist nicht wichtig“. Viel spielt sich ja nur in meiner Phantasie ab. Am Ende hat es leider damit zu tun, dass man sich selbst für weniger Wert und wichtig hält als alle anderen. Aber je mehr es mir aufgefallen ist, desto öfter reagiere ich anders als nach meinem eingefahrenen Muster. Und weißt du was: Bisher ist nichts schlimmes passiert. :x

Ich habe auch viel gelesen über Hochsensibilität, was ich wohl „leider“ im emotionalen Bereich bin. Ich interpretiere viel in Aussagen hinein, lese zwischen den Zeilen was überhaupt nicht da ist. Schlechte Stimmung von anderen beziehe ich sofort auf mich, dass ich der Grund dafür bin. Das ist mittlerweile aber auch besser geworden nur dadurch, dass es mir bewußt auffällt welche Gefühle ich habe und das diese Gefühle nicht immer der Realität entsprechen.

Geht mir übrigens mit meiner Tochter auch so. Ich fühl mich ständig genötigt auf ihre Emotionen zu reagieren. Dass sie einfach ohne Grund schlecht drauf ist, kann ich schwer ertragen. Für mich liegt die schlechte Stimmung immer an mir bzw. das ich was nicht mache, ihre Bedürfnisse nicht erfülle. Das ist mega stressig...
Seit Geburt meiner Tochter im Oktober 2017 an PPD erkrankt.
5 Wochen stationär ohne Kind
7 Wochen Mutter-Kind-Tagesklinik
Medis: Sertralin, Bupropion, Quetiapin, Progesteron in 2. Zyklushälfte
Psychotherapie

Juli 2018: Quetiapin wegen Restless Leg-Syndrom abgesetzt

November17
power user
Beiträge: 158
Registriert: 11:10:2018 11:54

Re: KiTa

Beitrag von November17 » 17:05:2019 7:55

Christina hat geschrieben:
16:05:2019 21:40

Ich habe auch viel gelesen über Hochsensibilität, was ich wohl „leider“ im emotionalen Bereich bin. Ich interpretiere viel in Aussagen hinein, lese zwischen den Zeilen was überhaupt nicht da ist. Schlechte Stimmung von anderen beziehe ich sofort auf mich, dass ich der Grund dafür bin. Das ist mittlerweile aber auch besser geworden nur dadurch, dass es mir bewußt auffällt welche Gefühle ich habe und das diese Gefühle nicht immer der Realität entsprechen.
...
Das kenne ich ebenfalls, denke über den Tellerrand immer, interpretiere Aussagen, Stimmungen etc.

Nur selber die eigenen Gefühle definieren fällt mir schwer.

Antworten