Einzelkind

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Hollymint
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Einzelkind

Beitrag von Hollymint » 05:08:2019 12:19

Ich bin sehr traurig über die Tatsache, dass meine Tochter ein Einzelkind bleiben wird. Eine 2. Schwangerschaft traue ich mir leider nicht mehr zu. ich hatte sehr schwere Depressionen und leide an Tokophobie - im speziellen Angst vor den Kindsbewegungen während der ss. Nun werden alle um mich herum zum 2. oder 3. kind schwanger. meine tochter ist nun das einzige einzelkind und ich fühle mich wie eine aussätzige. noch dazu hat sie selbst einen starken wunsch nach geschwistern. ihr ist sehr oft langweilig und die anderen wollen sich nicht immer treffen, da die meisten schon geschwisterkinder haben und somit spielgefährten untereinander. es macht mich total fertig die situation und ich habe schon wieder schlafstörungen.
wie seht ihr das?

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Kikke
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Re: Einzelkind

Beitrag von Kikke » 05:08:2019 13:58

Hi,

Ich kenne diese Gedanken. Mein Sohn wird sich Einzelkind bleiben.

Ich denke mir immer: ist es nicht unfair, dem ungeborenen Kind gegenüber, es zu bekommen, nur damit mein erstes jemand zum spielen hat? Wer sagt denn, dass es super klappt als Geschwister?

Letztens habe ich noch folgende Sätze von Eltern mit zwei Kindern gehört: ich habe mich zu einem zweiten überreden lassen. Aber der großen hat es gut getan.

Das fand ich traurig.
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen

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Hollymint
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Re: Einzelkind

Beitrag von Hollymint » 05:08:2019 14:07

Das blöde ist, bei mir betrifft es nur die ss, ich denke nicht, dass es bei mir der alltag mit 2 kindern wäre. ab der geburt gings mir super! ich selbst hätte gern auch noch ein 2.
adoption kommt auch nicht in frage😣
es schmerzt mich total die situation und leider gibt es da keine lösung. eine ss würde ich nicht mehr packen- (hatte damals auch suizidgedanken)
und andere kriegen locker lässig ein kind nach dem anderen.😔

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Kikke
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Re: Einzelkind

Beitrag von Kikke » 05:08:2019 14:11

"locker lässig" ist immer relativ. Viele sagen mir, es sei locker lässig.

Wie alt ist dein Kind denn? Vlt überwiegt der Wunsch irgendwann und du traust dich, den Kampf nochmal anzunehmen. Du weißt ja, was auf dich zu kommt.

Ich hatte sich Suizidgedanken und kann gut nachvollziehen, dass man das nie wieder erleben will.
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Hollymint
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Re: Einzelkind

Beitrag von Hollymint » 05:08:2019 14:29

Sie wird demnächst 5 und ich 37, also hat sich das aufgrund des alters auch bald erledigt, ich hadere seit der geburt damit, habe eine emdr traumatherapie gemacht, hat gut getan- dennoch traue ich mich nicht drüber. leide halt dennoch jeden tag....

andrea1518
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Re: Einzelkind

Beitrag von andrea1518 » 05:08:2019 21:54

Hallo,

ich versteh dich so gut. Ich bin auch in der Situation, dass ich gerne noch ein Baby hätte, mich aber nicht traue.

Mich tröstet, dass ich dafür meiner Tochter eine gesunde und stabile Mama sein kann, wenn ich an unsere jetzigen Situation nichts verändere.

Manchmal spiele ich mit dem Gedanken, mir in ein paar Jahren vielleicht ein Kleinkind zur Dauerpflege zu nehmen. Dieser Gedanke hilft mir auch...

Du bist nicht allein. Alles Liebe für dich

November17
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Re: Einzelkind

Beitrag von November17 » 05:08:2019 21:57

Hallo zusammen,

ich kenne diese Überlegungen auch.

Auch in meinem Umfeld haben einige nach kürzester Zeit das zweite Kind bekommen. Frauen, bei denen ich nie erwartet hätte, dass es so schnell passiert und man erst recht an sich zweifelt und irgendwo Druck macht.

Andererseits hat eine davon die komplette Unterstützung des Mannes (er arbeitet jetzt TZ), gab sein Hobby komplett auf, das erste Kind ist bereits bei der Tagesmutter.

Und mein Mann ist oft auf Dienstreise, geht seinem Hobby seit der Geburt im üblichen Umfang nach. Und gerade er ist derjenige, der trotz meiner Krankheit ganz oft sagt er hätte gerne noch ein Mädchen, was mit ihm dann kuschelt, weil mein Sohn ja fast nur mit Mama kuschelt. Ich finde es manchmal unfair und dreist von ihm, dass er so etwas so oft erwähnt. Ich komme so gesehen mit der jetzigen Situation nicht klar, wie ich es gerne hätte (gefangen in den ZG) und das Gefühl viel ohne Mann zu sein und er kommt dann mit dem zweiten Kind um die Ecke. Sein Leben hat sich kaum verändert.

Ich habe ihm darauf nur gesagt, wenn er so wie jetzt dem Hobby nachgeht und dienstlich weg ist, würde auch ein Mädchen wohl eher Mama bezogen sein.

Man selber setzt sich auch ein wenig unter Druck, weil man glaubt man müsse Geschwister haben. Das Kind soll nicht alleine sein. Ich sehe ja, wie gerne er mit andern Kindern spielt.

Aber ich habe bspw. zwei Schwestern und war dennoch wie ein Einzelkind. Ich habe/hatte keinen richtigen Bezug zu ihnen. Sie sind älter als ich. Wirklich spielen konnte ich nicht mit ihnen. Wirklich glückliche und total tolle Erinnerungen an Erlebnisse mit meinen Geschwistern habe ich nicht.
Tja und Freunde oder Vereine...darauf legte meine Mutter wohl nicht soooo viel wert. Im Vergleich zu anderen Freunden von mir, traf ich mich kaum mit Schulfreunden im Gegensatz zu ihnen. Einen Verein besuchte ich auch nicht.

Ein Einzelkind kann trotzdem viel unter anderen Kindern sein, wenn man dies nur unterstützt. Sogar mehr als manche Geschwisterkinder. Und wie sagt man so schön...Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht!

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Re: Einzelkind

Beitrag von andrea1518 » 05:08:2019 22:07

...bei mir war es auch so, dass ich wie ein Einzelkind aufgewachsen bin. Mein Bruder ist nur etwas jünger als ich, aber wir hatten immer unterschiedliche Interessen und Freundeskreise. Im Kleinkindalter haben wir viel gestritten und auch heute ist das Verhältnis eher unterkühlt.

Meine Mama und meine Schwiegermutter haben mehrere Geschwister und in beiden Familien wird heftig miteinander gestritten - so kann es halt auch sein.

LG Andrea

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Marika
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Re: Einzelkind

Beitrag von Marika » 06:08:2019 11:24

Ich selber bin ein Einzelkind und mein Sohn auch... Ich bin immer gut klar gekommen und mein Sohn jetzt auch. Mein Mann hat 6 Geschwister und nur Streit und Zwist... Tja - das wird mir und unserem Sohn erspart bleiben... :wink: :wink: :wink:

Es ist doch völlig egal wie viele Kinder - es muss einfach jeder selber entscheiden. Keine Variante ist besser als die andere - kein Vorteil ohne Nachteil... Und das Einzelkind - das war eine ganz bewusste Entscheidung von uns - lasse ich mir ganz selbstbeswusst auch von niemandem schlecht reden! :wink:
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

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Re: Einzelkind

Beitrag von November17 » 06:08:2019 12:59

Andrea, Streit gab es bei uns auch immer. Auch richtig Prügelei. Neid. Insbesondere zwischen dem Sandwichkind und mir als jüngste.

Meine Schwester ist auch heute noch ein schwerer Charakter...sie spielte nur mit mir unter Bedingungen. Verpfiff mich oft, obwohl es nichts zu verpfeiffen gab. Dachte sich manchmal einfach Sachen aus.

Ich wurde von allen Seiten immer gelobt sprich von aussenstehenden Erwachsenen, was mir selber oftmals unangenehm war. Das kam bei ihr auch nicht gut an und es gab nie nette Worte eher immer Kritik und Kommentare. Und sie ist 6 Jahre älter wohlgemerkt.

@Marika: war die Entscheidung vor oder nach der PPD?

Ich muss sagen, eine Schwester meines Mannes hat auch nur ein Kind und es ist immer recht ruhig und harmonisch bei ihnen. Trotz großer Familie und Freundeskreis. Bei seinen anderen Geschwistern oder bei meinen mit 2 Kindern oder mehr ist es immer laut und "chaotisch". Klar wenn die ganze Familie zusammenkommt ist es anstrengend. Aber im Alltag haben die drei es gemütlicher. Und sie bieten ihrer Tochter sehr viel und sorgen dafür, dass sie Freunde trifft und Co.

Aber auch Einzelkinder sind in der Gesellschaft negativ dargestellt. Wahrscheinlich meint man deswegen, mehrere Kinder haben zu müssen.
Vor allem sagen viele "später bereut man es nur ein Kind gehabt zu haben. Das Kind muss alleine aufwachsen und hat niemanden im Alter".

Kennt ihr auch Aussagen wie "ein Kind ist wie kein Kind"? :x

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Kikke
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Re: Einzelkind

Beitrag von Kikke » 06:08:2019 13:16

Ich denke, dass dich jeder seine Realität rechtfertigen muss. Sonst kann man darin nicht leben.
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Re: Einzelkind

Beitrag von Hollymint » 06:08:2019 21:06

Die Sprüche "ein kind ist kein kind- 2 kinder sind ein duzend" kenne ich auch zu gut.😣 ich habe auch mit meiner tochter gut zu tun- mich plagt aber ständig das schlechte gewissen. sie will oft mit mir spielen und spätestens beim 3. mal fragen, gebe ich nach. sie sagt auch oft, daß sie sich eine schwester wünschen würde, dann hätte sie immer jemanden zum spielen. meine mehrkindfreundinnen geben an, nie mit ihnen zu spielen- brauchen sie nicht, spielen ja untereinander.
ich habe zu meinem bruder auch ein eher unterkühltes verhältnis, er wurde oft in der kindheit bevorzugt und ich war sehr eifersüchtig. habe daher auch einen sehr gr. gerechtigkeitssinn entwickelt...- ich glaube schlechte geschwisterbeziehungen liegen in erster linie an einem falschen verhalten der erziehenden eltern. wie seht ihr das?
wie wir letztens einen thermenurlaub machten, suchte sie oft kontakt zu anderen kindern- die hatte aber alle geschwister mit und reagierten kaum auf die sie.😔

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Re: Einzelkind

Beitrag von November17 » 06:08:2019 21:19

Geht deine Tochter in die KiTa?

Wie gesagt, ich hatte trotz Geschwister keinen zum Spielen durch den Unterschied.

Es mag sein, dass das Verhältnis zum Teil durch die Erziehung beeinflusst wird.

Meine Mutter hat immer beide bestraft, egal ob ich schuld war oder nicht. Fand ich nicht toll.
Und ich habe früher bei meinen Neffen und Nichten zwischendurch etwas "reingegrätscht", wenn mein Neffe Ärger bekam nur weil er älter war und vernünftiger sein müsse, obwohl sein Ärger gerechtfertigt war.

Ja Gerechtigkeit ist bei mir auch so ein Thema :lol:

Die Ablehnung anderer Kinder kann auch innerhalb einer Gruppe ohne Geschwister vorkommen. Kinder können grausam sein :shock:

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Re: Einzelkind

Beitrag von Kikke » 06:08:2019 22:15

Man kann auch nicht planen, was man bekommt. Vlt würdest du einen Jungen bekommen. Und dann? Ist deine Tochter dann enttäuscht?
Man kann es nie allen Recht machen. Im hier und jetzt leben, das zählt. Und wenn du im hier und jetzt kein Kind willst, dann ist es gut so.
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Re: Einzelkind

Beitrag von Hollymint » 06:08:2019 22:20

Ein kind wollen tät ich ja sehr gerne, nur die massive angststörung in der ss hindert mich. :cry:
ja meine tochter geht in den kindergarten, allerdings auch nicht so gerne, ist gerne bei uns zuhause inkl. bespaßung und action unsererseits, entweder durch besuch, spielen oder ausflüge.

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