Wird mein Kind zur Einzelgängerin?

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Elisabeth11

Wird mein Kind zur Einzelgängerin?

Beitrag von Elisabeth11 » 01:04:2011 20:54

Hallo,

meine 5jährige Tochter ist seit 1,5 Jahren im Kindergarten. Sie war in der Gruppe sicher nie ein "Alpha-Weibchen", aber es hat ihr doch immer Spaß gemacht, hinzugehen. Jetzt hat mich aber die Gruppenleiterin beiseite geholt und mir gesagt, dass sie sich momentan so zurückzieht, sie klagt oft über Kopfweh, geht nicht gern in den Garten, kuschelt sich immer an die Erzieherinnen oder beschäftigt sich mit einem Buch.
Dann hat meine Tochter mich heute gefragt, ob ich sie nicht früher holen kann (ich arbeite aber bis 14 Uhr und dann hol ich sie eh) und wir haben dann lange geredet. Sie hat gemeint, sie fühlt sich eben nicht so wohl, aber ich konnte aus ihr nicht herausbringen, warum. Sie meinte nur, sie vermisst uns und ihr Zuhause. Ich habe ihr angeboten, dass wir einen anderen Kiga suchen, das will sie aber nicht. Dann habe ich gefragt, mit wem sie denn so spielt und sie sagte, meistens mit Keinem.... :roll:
Sie war immer schon so, dass sie sich mit Erwachsenen leichter getan hat, hat nicht leicht Kontakte geknüpft und so. Aber wenn wir Kinder da haben aus dem Kiga zum Spielen, dann genießt sie es total.
Was soll ich denn jetzt tun? MUSS ich was tun? Ist es nur eine Phase? Ich weiß nicht weiter, sie ist so eine Süße und es bricht mir das Herz, das es für sie grad so schwer ist...

Danke fürs Lesen,

E

scaramouch

Beitrag von scaramouch » 03:04:2011 12:15

Hallo du :)

Ich kenn das Gefühl, wenn man sich so um die Tochter sorgt und sie einem so leid tut weil sie scheinbar keinen Anschluss findet.

Meine Grosse hatte das im Kiga auch mal, ich erinnere mich zu gut daran.
Sie erzählte mir dann auch, dass nie jemand mit ihr spielt und sie sich nicht wohl fühlt.
Im Nachhinein hat sich aber heraus gestellt, dass sie sehr wohl gut in die Gruppe integriert war und auch genug Kinder zum spielen hatte. Da hatte meine Süsse einfach schon auch dramatisiert, ich nehme an, weil sie von mir mehr Aufmerksamkeit wollte. Es war zu den schlimmsten Zeiten der PPD :roll:

Das war wirklich nur eine Phase und legte sich schnell wieder.

Ist es denn bei deiner Süssen wirklich so, dass die anderen Kinder nicht mit ihr spielen? Bestätigt das auch die Erzieherin?

Und ist vielleicht in letzter Zeit was vorgefallen, woran deine Tochter zu knabbern haben könnte?

Habe deine Geschichte gar nimmer so im Kopf, sorry :oops:

Sie sagt aber wenigstens das sie nicht in einen anderen Kiga möchte, das ist doch ein gutes Zeichen.

Ich denke, es ist eine Phase, wo sie einfach lieber bei dir bzw. daheim ist oder sie grad mit dem gross werden bissel Probleme hat.

aber es tut wirklich weh für ein Mutterherz - ich weiss.

Ich würde das jetzt natürlich weiterhin gut beobachten und im Zweifelsfalle wirklich mal ein Gespräch führen, wie es weitergehen soll und versuchen, Lösungen zu finden.

Fühl dich gedrückt.

scara

mici

Beitrag von mici » 03:04:2011 21:52

Hi Lisi,

das ist ja furchtbar! Du Arme! Das bricht einem schon beim Lesen das Herz!

Meine ist noch so viel kleiner, ich hab keine Erfahrungswerte. Ich würde das erstmal sensibel begleiten, vielleicht mal andere Mütter aus der Gruppe befragen, ob deren Kinder was erzählen, was mit Deiner los ist. Und vielleicht auch noch mal mit der Erzieherin sprechen, was sie genau beobachtet, was noch, seit wann, usw. Und wenn Ihr keine Klarheit habt, dann würde ich vielleicht mal (telefonisch) einen Kinderpsychologen einschalten, weil der Dir vielleicht einfach sagen kann, dass so etwas wirklich eine PHASE ist und wodurch die begründet ist.
Halt uns auf dem Laufenden!

Lieben Gruß,

S.

vergissmeinnicht

Beitrag von vergissmeinnicht » 04:04:2011 7:39

Liebe Elisabeth!

Das kenn ich nur zu gut...
Meine Tochter, 9 Jahre alt, ist das Alphatierchen in der Schule, was sie sagt ist "in", sie wird von Freunden umzingelt, jeder will in ihrer Nähe sein usw.
Und dann ist da noch mein Prinz, 5 Jahre alt.
Er spielt im Kindergarten meist allein.
Wenn ich ihn frage mit wem er gespielt hat, bekomm ich die selbe Antwort wie du, nämlich allein.

Es ist bei uns auch daheim so.
Wenn "unsere" sechs Kinder da sind, dann vielleicht noch die 2 meiner Schwester, dann zieht er sich zurück...
Spielt lieber allein...
Er gibt immer nach wenn es Streit gibt usw.

Vor kurzem hatte er einen Freund und war ganz stolz, ich auch :)
Nach einigen Tagen kam er vom Kindergarten heim und sagte dass Fabian nicht mehr sein Freund sei.
Auch meine Frage warum denn meinte er dass Fabian sagte mein Kind sei nicht so cool wie die anderen Jungs.
Es brach mir das herz!!!

Am liebsten würde man die Kinder vor solch Enttäuschungen schützen, nur leider gehr das nicht.
Sie machen ihre Erfahrungen, ihren Weg.
Mein Kleiner heult auch wenn ich ihn abliefere, lässt mich kaum gehen..
Will mich morgens überreden dass er daheim bleiben darf...
Er tut schon weh, ich weiss das selbst liebe Lisi und versteh dich voll und ganz!!!

Aber ich glaube nicht dass du da was tun kannst.
Kinder sind nun mal verschieden und das liegt nicht an dir!!
Siehe den Unterschied von meiner Tochter zum Sohn.
Deine Tochter hat sich erstmal entschieden allein zu spielen..
Vielleicht steht sie einfach nicht so auf das "gezicke" unter Mädels :)

Mach dir nicht zu viele Sorgen!
Sie findet ihren Weg da bin ich mir sicher, weil sie eine Mutter hat die auf sie achtet!
Jeder Mensch ist anders, empfindet anders und hat seine Eigenarten.
Und wenn sie eine Einzelgängerin wird, na und?
Dann hat sie sich vielleicht dazu entschieden weil sie es vielleicht als nervig empfindet immer einen "schatten " neben ihr zu haben..

Ãœbrigens, mich nahm auch die Kindergartentante zur Seite, sagte mir das Selbe wie du.
Ich ging zu einer Ergotherapeutin und fragte sie um Ihre Meinung, weil mein Kind anscheinend kein Selbstvertrauen usw hat..
Raus kam dass er motorisch nicht grad der beste ist aber ansonsten ist er ein Kind mit sooo grossen Charme sagte sie und dass ich mir überhaupt keine Sorgen machen brauch.
Und das versuch ich jetzt auch umzusetzen, ich zwinge ihm keinen "Freund" oder Spielgefährten auf und lass ihn seinen Weg gehen und finden!

Wünsch euch alles Liebe und deinem Töchterchen nicht allzugrosse Enttäuschungen!

Liebe Grüsse
VGMN

lotte
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Beitrag von lotte » 04:04:2011 8:14

Ich gebe VGMN recht: machen kannst Du in dieser Phase eigentlich wenig. Gleich einen Psychologen einschalten, weil das Kind nicht gerne in den Kiga zu gehen scheint, halte ich persönlich für übertrieben.

Natürlich ist das keine schöne Situation, aber es wird nicht so bleiben. Schau mal, wie "klein" sie eigentlich noch ist. Meine beiden waren im Kiga zb mehr auf die Kids fixiert und haben wenig mit den Erzieherinnen gemacht. Da hab ich mir auchn Kopp gemacht und heute? Gehen beide zu Schule und behaupten sich wunderbar.

Es sind wie so oft die eigenen Ängste, die man in solche Sits. unbewusst mit einspielt. Ein "das ist ja furchtbar" zeigt dann noch an, dass es ein RIESENproblem ist, ist es aber nicht. Ich glaube auch nicht, dass Deine Tochter die Frage wegen eines Kigawechsels in dem Alter "richtig" beantworten kann. Sicher gäbe es woanders auch diese Phasen, sie ist ja kein Roboter, der immer gleich funktioniert. Hinzu kommt, wie VGMN schon schreibt, die Unterschiedlichkeit der Kids. Und wir rennen doch auch nicht jeden Tag mit Hurra durch die Welt, oder? ;)

Du hast ja zu den Erzieherinnen einen guten Draht, bzw diese sind sehr aufmerksam. Im Gespräch bleiben, weiter beobachten, aber keine Panik machen! Leider ist es auch bei den Kleinen schon so, dass sie gerne in Schubladen gesteckt werden. Meine sind von Haus aus eher schüchtern. Deswegen wurde ich auch angesprochen. Wären sie immer laut brüllend durch die Gegend gerannt, hätte der Kiga auch was gesagt. Du siehst, es liegt nicht alles in unserer "Macht". Es gibt kein richtig oder falsch.

Alles Gute Euch,
Lotte
Ängste soll man nicht verdrängen. Man muß mit ihnen gedanklich so lange Schach spielen, bis man sie mattgesetzt hat.

(Robert Pfützner)

Leuchtkäfer

Beitrag von Leuchtkäfer » 04:04:2011 12:39

Hallo Elisabeth,

mir tut es auch so leid, daß Du so traurig um Deine Tochter bist. Ich kann das gut verstehen, ich wäre das auch. Es tut einfach weh, wenn das eigene Kind nicht glücklich zu sein scheint.

Ich würde zuerst das Gespräch mit den Erzieherinnen suchen. Am besten unabhängig vom Kindergartenalltag. Vielleicht haben die Sprechstunden dafür.
Dann würde ich in einer ruhigen Minute mit Deiner Tochter reden. Klar, fünf Jahre sind noch klein, aber groß genug, um seine Sorgen auszudrücken.

Ich finde es erstmal nicht schlimm, daß sie lieber mit Euch zusammen ist. Vielleicht gibt ihr das Familienleben gerade so viel, daß sie das jeden Tag möchte. Das geht nicht und das macht sie traurig.

Ich finde es wichtig, daß Du versuchst, zu Hause nichts anders zu machen. Sie ist anscheinend gerne zu Hause, also versuch vielleicht, dort den Kindergarten nicht in den Mittelpunkt zu stellen.

Ich drücke Dir die Daumen, daß es alles bald besser wird,
Grüße von Leuchtkäfer

Vicky

Beitrag von Vicky » 08:04:2011 20:57

Hallo Elisabeth,

ich glaube, ich würde sie mal fragen, wen sie gerne mag und mit wem sie gern spielen würde.
Dann könnte man die entsprechenden Kinder doch mal einladen ggf. mit den Muttis, oder?

Ist nur so eine Idee.

Eine andere: Hat sie irgendein Hobby/Interesse, was Du fördern könntest?
Das stärkt sicher auch das Selbstbewußtsein.

Bist Du eher Einzelgängerin oder habt ihr regelmäßig Besuch?

Apropos, mein Bruder war früher auch Einzelgänger, das hat sich auch erst mit 16 Jahren etwa gelegt.
Inzwischen hat er Freunde und lebt ein normales Leben.
Er ist damit auch nicht unglücklicher als ich es war. (Ich hatte immer Freunde).

Ich kann aber verstehen, daß Dich das traurig stimmt.
Vielleicht aber hat sie einfach irgendwann nur wenige Freunde, dafür aber eben die richtigen :-)

Drücke die Daumen, Vicky

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