Übertriebene Sorge ums Kind ...

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Melli110

Ãœbertriebene Sorge ums Kind ...

Beitrag von Melli110 » 06:04:2011 12:39

Hallo Mädels !
Habe meine PPD soweit ohne Med. im Griff. Leider plagen mich seit der Entführung des kleinen Mirco (Medien) Ängste, meinem Sohn könnte ähnliches passieren. Abends vor dem Einschlafen wälze ich mich hin und her, weil ich mir die schlimmsten Dinge ausmale.
Ich habe auch mal ein ähnliches Buch gelesen, dessen Bilder mir dauernd im Kopf herumspuken. Das raubt mir grade jegliche Lebensfreude !
Noch dazu ist unser Sohn (2) ein sehr offenes und freundliches Kind, wenn er jemanden mag, dann geht er auch gerne mit ihm mit!
Phu ! Kennt Ihr auch solche Gedanken und wie kämpft Ihr dagegen an ?
LG Eure Melli

rowan
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Beitrag von rowan » 07:04:2011 17:54

Hallo Melli!
Oh ja,diese Gedanken kenne ich nur zu gut.Würde meine Kleine auch am liebsten vor allem beschützen,wenn ich könnte.Was ich gegen die Verlustangst mache?Eigentlich gibts nicht viel,was ich da machen kann.Ich glaube so ganz loswerden kann ich diese Ängste eh nicht.Und ich denke,sie sind ein Stück weit auch normal,wenn man so sehr liebt.Ich weiß aber ,daß es wichtig ist,meine Tochter hin und wieder loszulassen und sie meine Ängste nicht allzu sehr spüren zu lassen.Und daran zu glauben,daß auch einfach alles gutgehen kann.Schwer für einen Zweckpessimisten wie mich,aber ich arbeite dran :wink: .
Also,Du bist nicht alleine mit Deinen Ängsten.
Liebe Grüße und schönen Abend noch.
Man kann das Leben nur rückwärts verstehen,aber man muß es vorwärts leben.
Sören Kierkegaard

Melli110

Beitrag von Melli110 » 07:04:2011 20:33

Danke ! Bis zu einem gewissen Grad ist das sicher normal ! Meistens hält es sich auch in Grenzen, aber manchmal habe ich dann richtige Horrorbilder im Kopf, die konkrete Szenen zeigen und da steiger ich mich dann immer richtig hinein. Mit den alltäglichen Gefahren kann ich gut umgehen, da darf er auch seine eigenen Erfahrungen machen, die dann mal blaue Flecken und ein paar Tränchen mit sich bringen. Richtig große Angst machen mir diese Entführungs- und Missbrauchsgeschichten. Manchmal ist es so schlimm, dass ich Angst habe, nochmal ein Kind zu bekommen, weil ich dann ja doppelte Sorge tragen muss ...

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Marika
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Beitrag von Marika » 07:04:2011 21:03

Hallo Melli,

ich kann dich zu 100 % verstehen. Gerade solche schreckliche Sachen die Kindern angetan werden, bringen auch mich teilweise um den Verstand. Vor allem weil mein Sohn schon 6 Jahre alt wird - also in die Schule kommt und das bedeutet: LOSLASSEN!!! Fällt auch mir nicht leicht und dennoch muss ich es, damit er sich gesund und normal entwicklen kann.

Für mich war immer ganz wichtig, ihm schon früh - natürlich kindgerecht - bei zu bringen, dass es auch Gefahren in dieser Welt gibt. Er weiß heute schon, dass nicht alle Menschen "lieb" sind, sondern einige darunter eben auch böse Absichten haben. Und er weiß woran man das erkennen kann und wie man sich dann verhält.

Du hast im Moment noch den Vorteil, dass sein Süßer noch klein ist und DU ihn erstmal beschützen kannst. Später heißt es dann eher nach und nach los lassen. Aber ich denke, man kann Kinder dahin gehend stärken und Selbstvertrauen vermitteln, damit sie solchen Bestien wie in den Medien leider fast tag täglich berichtet wird, entgehen. Und damit das gelingt, müssen wir sie auch ein Stück "loslassen".

Aber auch trotz dem Stärken usw. meines Sohnes, hab ich ab und an Horrorbilder im Kopf - ich denke das ist normal bei all den Scheuslichkeiten auf der Welt, da kann man nicht gelassen bleiben. Das macht einfach jeder Mama Angst. Trotzdem ist meine Strategie: Kinder stärken, Selbstvertrauen vermitteln, damit solche Kreaturen von Menschen die Kindern was zu leide tun, keine Chance haben!!!

Für dich: Wenn das Gedankenkarusell mit dir durch geht - sag bewußt: HALT, STOPP - es gibt zwar solche schlimmen Dinge auf der Welt und darüber darf ich auch traurig sein, aber sie haben NICHTS MIT MIR UND MEINER FAMILIE ZU TUN, dass sind NICHT MEINE LEBENSGESCHICHTEN!!!!
Mach also einen bewußten Gedankenstopp - mir hat das mit der Zeit gut geholfen. Ich habe diese Übung in meiner Therapie gelernt.

Klar - Angst hab ich auch heute noch in "normaler Form" um mein Kind, das wird immer bleiben. Aber viel stärker ist heute mein aktives stärken meines Kindes und mir selber!!!!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

schnecke

Beitrag von schnecke » 09:04:2011 21:33

Hallo,

leider kenne ich diese Gedanken nur zu gut.

Da ich leider selbst negative Erfahrungen mit Männern machen musste, ist es für mich sehr schwer.
Da unser Sohn auch ein sehr liebenswertes Wesen hat und sehr kontaktfreudig ist, ist er oft von Fremden umgeben, die ihm z.B. gern Gummibärchen/Schoki o.ä. geben wollen. Für mich ein absolutes No-Go, da ich mein Kind strickt dazu erziehe, nichts von Fremden anzunehmen. Allerdings verstehen das leider die wenigesten :(

Als der kleine Mirko verschwand, konnte ich wochenlang nicht mit unserem Sohn raus. Ich hatte panische Angst, ich könnte ihn auch nur einen kleinen Moment aus Versehen aus den Augen lassen und er ist weg. Es musste immer jemand mit raus.
Mein mann hält mich deswegen auch (verständlicherweise) zeitweise für total bekloppt. Aber ich habe leider noch nichts gefunden, dass mir meine Ängste nehmen könnte :(

Klar, er ist noch klein, aber für mich ist das GERADE schlimm, weil er eben noch nichts einschätzen kann, er jeden anlächelt und auch mit jedem mitgehen würde. Und bis er merken würde, dass Mama nicht mitgeht, wäre es zu spät.

Oh Gott, ich darf das gar nicht zu Ende denken. Du bist also nicht alleine mit diesem Gedanken.

Liebe Grüße und ein schönes WE, schnecke

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