Einfach enttäuscht....

Austausch alltäglicher Sorgen oder Freuden

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katl0607
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Einfach enttäuscht....

Beitrag von katl0607 »

Hallo!

Wieder melde ich mich mal....
Brauche eure lieben Worte.

Vor über einer Woche wurde mein Mann als Notfall ins Klinikum gebracht. Er konnte plötzlich seinen Arm nicht mehr bewegen.
V.a. schlaganfall...

Nach einigen Untersuchungen stand fest, dass er eine kleine Einblutung im Gehirn hatte...

Dann 3 Tage Intensiv mit durchgehender Monitorüberwachung...
Keine Auffälligkeiten.
Der Arm wieder funktionsfähig nach wenigen Stunden. Medikamente bekam er keine.

Dann ging die Suche los, warum er ohne Risikofaktoren dieses Einblutung bekam.
Eine Achterbahn der Gefühle ging los.
Vom Verdacht auf einen bösartigen Hirntumor, bis hin zum Metastasen in der Prostata war vieles dabei...
Es war so schlimm....
Und dann noch die ständige Ablehnung der Ärzte wenn man Fragen dazu stellte.
Keiner wollte Auskunft geben... Keiner legte sich auf irgendwas konkretes fest.
Ständig wechselnde Ärzte. Jeder sagte was anderes, aber nie etwas genaues...

Tagelang zitterten Wir.... sogar eine katheteruntersuchung des Gehirns wurde durchgeführt, bei der keine Einblutung gesehen wurde....
Ein paar Untersuchungen bei unterschiedlicher Fachrichtungen ergaben ebenso nix.
Zum glück!
Wir waren so froh!

Dann endlich Entlassung!
Juhuu, er kommt heim.
Unsre Tochter hat sich auch so auf Papa gefreut.
Keine Stunde zu Hause, Anruf der Rehaklinik...
Er kann in 3 Tagen für 4 Wochen zur Reha kommen.
Ohja, sehr gut!

Morgen geht er zur Reha und ich Weine und weine...

Habe dieses ganze HeckMeck vom Klinikum noch nicht verdaut. Die Diagnose Schlaganfall ebenso wenig verdaut. Ihm geht es gut! Sein Arm ist noch minimal eingeschränkt. Er ist zu 90% so wie vorher.
Und jetzt 4 Wochen alleine mit unsrer Tochter...

Seit Jahresanfang hat er coronabedingt viele Kollegen vertreten müssen. Dadurch kaum Freizeit gehabt. Er ist ja im vollschichtsystem. D.h. auch an Wochenenden und Feiertagen arbeitet er sowieso. Und dann auch noch Krankheits- bzw. Quarantänevertretung. Er war kaum zu Hause. Und wenn er zu Hause war, hat er verständlicherweise viel geschlafen...

d.h. für unsre Tochter: kein Papa!

Und für mich: keinen Partner!

Und jetz wieder Wochenlang zur Reha.

Ich könnte durchdrehen im Moment.
Er fehlt mir so. Wir vermissen ihn.
Natürlich muss er zur Reha.
Doch wir sind wie sooft wieder mal ohne ihn...

Ich kann es gar nicht formulieren, wie sehr er uns zu Hause fehlt...

Bin ständig am weinen...
1. Kind geboren 7/14
Ab der Geburt schleichend Ängste und Panikattacken.
sertralin 100 mg
Promethazin Trpf bei Bedarf
Nic
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Re: Einfach enttäuscht....

Beitrag von Nic »

Liebe Kathi,

Das tut mir sehr leid zu lesen. mein Mann hatte auch vor 4 Jahren einen leichten Schlaganfall.

Wenn er in Reha ist kannst Du ihn doch sicher Am Wochenende besuchen, oder? Auch mit Übernachtung irgendwo in einem Hotel, dann könntet ihr zusammen sein.

Lg und alles Gute
Nicole
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Marika
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Re: Einfach enttäuscht....

Beitrag von Marika »

Hallo du Liebe!

Lass dich mal in den Arm nehmen. Ich fühle ganz fest mit dir und kann dich total verstehen. Corona und all die Nebeneffekte bis hin zu eurer Odyssee im Krankenhaus jetzt haben euch mehr als alles abverlangt. Für deinen Mann kommt jetzt Entlastung, du aber wirst deswegen nochmal belastet. Und deshalb möchte ich dich einfach fest drücken und dir sagen: du bist nicht alleine, zumindest wir hier werden jeden einzelnen Tag für DICH da sein, wenn Du das magst.

Ich habe auch wie Nic gedacht, ob ihr ihn besuchen könnt, wie weit weg ist er denn? Und hast du evtl Verwandte, Bekannte die dir und deiner Tochter in diesen 4 Wochen zur Seite stehen können?
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
alibo79
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Re: Einfach enttäuscht....

Beitrag von alibo79 »

Hey kathi,
Wie geht es dir inzwischen? Konntest du dich bisschen mit der neuen Situation arrangieren?
Ich würde mich auch so fühlen, wenn mein Mann nicht da wäre, der ist auch mein Fels in der Brandung.
Es wäre bestimmt schön, wenn du ihn mal besuchen könntest, dann hast du so ein Ziel vor augen, an dem du dich festhalten kannst.
Wie läuft es sonst mit deinem kind jetzt so alleine zu hause? Hast du familie oder freunde, zum unterstützen?
Manchmal ist es ja auch so, dass alles im ersten Moment so aussieht, man würde das nicht schaffen und im Nachhinein wsr es doch machbar und dann darf man auch ganz stolz auf sich sein und feststellen, dass man viel stärker ist, als man sich das im ersten Moment zugetraut hat.
Liebe Grüße
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
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