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Austausch alltäglicher Sorgen oder Freuden

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andrea 1982

ich freue mich über antworten

Beitrag von andrea 1982 » 18:01:2018 12:37

Hallo ihr Lieben!
Mein Beitrag "Angst vor einem Rückschlag" hat sich irgendwie zu Alltägliches verirrt, ich denke ich hab mich beim Absenden vertan! Ich würd mich freuen, wenn die ein oder andere mal drüberlest und mir vielleicht antworten mag!

Graureiherin
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Re: ich freue mich über antworten

Beitrag von Graureiherin » 18:01:2018 14:58

Hallo Du,

ich kann von mir sagen, dass ich auch immer noch die Angst habe, dass es zu einem Rückschlag kommt.
Allerdings wird meine Angst seit Monaten immer geringer, je mehr Zeit vergeht. Ich werde sicherer und selbst wenn ich die allseits bekannte Unruhe etwas bekomme, kann ich erkennen weswegen sie nun kommt und ich weiß, dass sie auch wieder geht.

Ich denke, man darf einfach auch die Angst vor einem Rückschlag nicht überbewerten. Man vergisst die schlimme Krisenzeit nicht und Angst haben ist ganz normal. Hätte man Krebst gehabt, hätte man ebenfalls Angst vor einem erneuten Krankheitsausbruch.

Wenn ich merke, dass ich zu viel in der "Rückschlagsnegativgedankenspirale" (was eben aber immer seltener vorkommt) hänge, krame ich meine Therapieunterlagen hervor und setzte mich ganz bewusst hin und widme mich diesem Gedanken eine bestimmt Zeit. Wichtig ist dann für mich, mir ganz klar zu machen: was ist heute der Unterschied zu damals. Wieso habe ich damals die PPD bekommen und was ist heute denn anders zu der damaligen Situation. Zusätzlich überlege ich welches die realistische Alternativgedanken zum Rückschlagsangstgedanken sind.

Die Zeit vergeht und es wird besser, solange wir die Bereitschaft an uns zu arbeiten nicht verlieren und uns so liebevoll annehmen wie wir sind. Mit allen "Macken" lächel!

liebe Grüße an Dich und alles Gute

die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
langsame Reduzierung auf 5 mg Escitalopram seit Juli 2017
Verhaltenstherapie beendet seit September 2017

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Marika
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Re: ich freue mich über antworten

Beitrag von Marika » 19:01:2018 9:27

Hallo,

ich kann meiner Vorschreiberin voll und ganz zustimmen. Vergessen wird man diese Zeit nie - der Vergleich mit einer anderen schweren Erkrankung ist ein sehr gutes Beispiel. Aber man wird sicherer und stärker und irgendwann rückt das Erlebte in den Hintergrund. Es ist dann einfach nur noch selten als Erinnerung da, aber ohne Angst.

Meine Erkrankung ist fast 13 Jahre her, natürlich hatte ich lange Zeit auch diese Angst. Ich habe das Erlebte nie versucht "los zu werden", ich habe es in mein Leben integriert. Das hatte den Effekt, dass es ganz viel an negativer Energie verloren hat. Dazu kommt, dass ich immer noch im Forum aktiv bin, um zu helfen. Das hat mich in den all den Jahren selber immer wieder ein Stück weiter gebracht, mich gestärkt und enorme Selbstsicherheit gegeben. Es aber ein Prozess, ein Weg - es geht nicht von heute auf morgen. Allerdings ist dieser Weg sehr heilsam, weil man erkennt, wo die wunden Punkte sind und oft findet sich ein verschüttetes Puzzlestück warum man krank geworden ist.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

andrea 1982

Re: ich freue mich über antworten

Beitrag von andrea 1982 » 19:01:2018 12:12

Danke für eure Antworten!

Liebe Graureiherin ich danke dir sehr!! Einige Passagen deiner Antwort haben in mir ein Umdenken bewirkt! Erstmal tut es gut von anderen Frauen zu lesen, dass sie auch diese Angst kennen, da fühlt man sich echt verstanden und nicht mehr so allein. Und es gibt mir das Gefühl, das dies normal ist und so sein darf! Das hab ich mir nämlich nicht zugestanden. Der Vergleich mit einer Krebserkrankung war hier auch hilfreich für mich! Mir ist klar geworden, dass man Angst haben darf nach so einer Erkrankung wie ich sie hatte und das dies ganz natürlich ist!!! Danke!!!
Besonders toll finde ich auch den Ansatz mit den Alternativgedanken zu den ich sag mal Worstcase-Szenarien, die man sich dann vorstellt! Denn wenn man das ganze dann mal realistisch betrachtet kommt man aus dieser Negativspirale raus! Das trifft bei mir wunderbar zu, denn ich neige dazu mich hineinzusteigern und vergesse dann darauf, dass ich eigentlich mein leben wieder toll im Griff habe und und einen normalen Alltag mit meiner Familie lebe. Ich lache, ich liebe, ich lebe!!!!!

Danke auch an Marika!
Du weißt ja garnicht, wie oft du mir eigentlich schon geholfen hast!!! Immer wieder beim Durchstöbern des Forums bin ich auf deine Antworten gestoßen und diese haben mir stets weitergeholfen, Mut gemacht und mich immer wieder dran glauben lassen, dass es einen Weg aus dieser Krankheit gibt!!! Diesen Glauben hatte ich oft verloren, doch deine Antworten auf die Fragen anderer Frauen haben mich wieder hoffen lassen!!
Ich danke dir dafür, du leistest tolle Arbeit hier!

Kurze Frage noch zum Schluß:
Weiß irgendwer warum meine Fragen immer bei Alltägliches landen, obwohl ich sie in Depression und Psychose gepostet habe?

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Marika
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Re: ich freue mich über antworten

Beitrag von Marika » 19:01:2018 20:17

Hallo,

gerne gemacht!

Zu deiner Frage: Wenn ein Beitrag besser in ein anderes Unterforum passt, wird dieser von den Moderatoren verschoben. Ist eine normale Vorgangseise. :wink:
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

andrea 1982

Re: ich freue mich über antworten

Beitrag von andrea 1982 » 20:01:2018 12:22

Ah ok, danke für die Info!!
Find ich ja direkt super, dass mein Beitrag besser in Alltägliches passt! Wenn Aussenstehende meine Probleme als alltägliche Sorgen sehen wird mir ja eigentlich bestätigt, dass ich nicht mehr soo schlimm dran bin! Ich freu mich!

Ich hoff ihr versteht wie das gemeint ist😂

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