Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

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Kikke

Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von Kikke »

Hallo ihr Lieben,

Es wundert mich ein wenig, dass es hier im Forum kaum Anfrage gibt, ob sich Betroffene zu der Krankheit äußern wollen. Ich bin ja noch nicht lange hier. Gibt es so wenig Interesse an dem Thema? Man findet auch nicht all zu viele Beiträge im Internet.

Ich würde mich gerne Mal äußern, um über die Krankheit aufzuklären und warte gespannt, ob eine Anfrage kommt, auf die ich reagieren kann.

Oder kann man sich selber irgendwo hin wenden, so nach dem Motto: ich habe da was Wichtiges zu erzähle
Celeste
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Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von Celeste »

Hallo Kikke,

das stimmt! Die Krankheit wird leider immer noch unter den Teppich gekehrt und ich bin auch dafür, dass es viel mehr Aufklärung geben sollte, auch für Außenstehende, die einfach informiert werden, dass es dieses Krankheitsbild gibt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst Hebammen und Ärzte sehr unwissend sind und dieses Krankheitsbild mit Suizid und Kindstötung in Verbindung bringen und sich aus diesen Grunde nicht an die Sache rantrauen und weiterüberweisen. Natürlich gibt es das in den ganz extremen Fällen, aber es gibt auch die andere Formen. Es ist ein breitgefächertes Krankheitsbild und ich finde deine Idee gut, mal irgendwie das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen! Vielleicht schließen sich andere Mama‘s ja an und man kann als Team arbeiten.

Ganz liebe Grüße
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt
Kikke

Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von Kikke »

Das stimmt. Meine Hebamme und mein Gynäkologe waren auch eher hilflos.

Die Frage ist, wie kommt man an die Öffentlichkeit?
Celeste
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Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von Celeste »

Vielleicht an Magazine wenden, ob sie Interesse hätten? Das ist das einzige, was mir gerade einfällt. Eltern-Magazine.
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt
Morgentau

Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von Morgentau »

Ich fänd es auch super wenn man mehr Aufklärung zu diesem Thema betreiben könnte. Meine Hausärztin, Frauenärztin, sogar Therapeutin sind damit etwas überfordert gewesen. In meiner Nähe gibt es leider kaum bis gar kein spezialisiertes Fachpersonal.

Eine Frau nach der Geburt ihres Kindes leiden zu lassen, die dazu überhaupt noch ihre letzte Kraft aufwendet, sich Hilfe zu suchen nur um dann auf ratlose Gesichter zu starren und absolut nicht hilfreiche (eher im Gegenteil!) Kommentare zu ernten, weil sie stillt, "es bald besser wird", ist ein Unding. Ich bekam sogar einmal zu hören ich "müsse dadurch" und solle mir ein dickeres Fell zulegen.

Wenn man dann noch übergriffige Menschen in seinem Umfeld hat, die die eigene Hilflosigkeit ausnutzen und deutlich grenzüberschreitend agieren - so wie in meinem Fall - ist das ganz schlimm.

Ich finde auch es muss ein Bewusstsein in der Gesellschaft her, da es ja doch vielen so geht und man nun in Zeiten lebt, wo man das ganze nicht totschweigen sollte wie das vor einigen Jahrzehnten noch der Fall war. Und eben dass es verschiedene Formen von PPD gibt, nicht nur die ganz extremen.

Aber dann würde ich mich persönlich nicht nur an Elternmagazine wenden (die liest in meinem Umfeld kaum wer), sondern wirklich dorthin wo viele es mitbekommen. Vielleicht klein anfangen bei den regionalen Zeitungen, Radiosendern bis hin zu den großen Medienanstalten.
Elisabeth
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Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von Elisabeth »

Ich finde deine Idee sehr gut. Auch ich finde dass sogar im Hilfesystem (Gyn. Kliniken, Hebammen etc.) viel zu wenig Wissen vorhanden. Dort wäre es aber am wichtigsten, um schnell auf erste Anzeichen reagieren zu können. Evtl. könntest du Kliniken über den Sozialdienst erreichen und die Mitarbeiter der Geburtsstationen über die Erkrankung informieren. Sodass sie ggf. bei ersten Anzeichen betroffene Frauen unterstützen können.
tobleroni

Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von tobleroni »

Ich finde Aufklärung auch sehr wichtig.
Daher betreibe ich einen Instagram Account zu dem Thema. Leider darf ich in meiner Signatur nicht darauf hinweisen, daher hier mein Accountname: postpartale.depression
Bei Youtube habe ich einen Kanal zum Thema postpartale Depressionen. Dort heißt mein Account ANTIDEPRESScat
LG
Zuletzt geändert von tobleroni am 09:01:2020 17:15, insgesamt 1-mal geändert.
Mel
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Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von Mel »

Hallo, liebe Kikke,
tatsächlich gibt es Kliniken, die Aufklärung für Fachleute betreiben in Form von Seminaren für angehende Ärzte und z.B. für Psychotherapeuten (die Klinik in deren ambulante Sprechstunde ich jetzt für meine Medikation gehe). Aber das ist wirklich eher selten. Besonders Frauenärzte, Hebammen und Entbindungsstationen müssten mehr Wissen in dem Bereich haben. Denn das sind ja vor und nach der Geburt die ersten, die mit betroffenen Frauen in Kontakt sind. Ich könnte mir auch vorstellen, Aufklärungsarbeit in dem Bereich zu machen.
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Sertralin,
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen
tobleroni

Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von tobleroni »

Die Fachleute zu schulen und aufzuklären ist sicherlich ein sehr wichtiger Ansatz.
Ich finde auch wichtig, dass das Thema allgemein bei der Gesellschaft ankommt, damit jede Frau irgendwann weiß, dass es sowas geben kann und sie selbst sensibilisiert ist. Oder ihr Mann, Verwandte oder Freunde merken, wenn etwas nicht stimmt, in welche Richtung es gehen könnte.
Dafür sind sicherlich Öffentlichkeitskampagnen, Medienberichte und Aufklärung in Social Media wichtig.
Ich habe jetzt den Mitgliedschaftsantrag bei Schatten und Licht eingereicht und freue mich endlich Mitglied zu sein. Wenn es mir besser geht würde ich mich auch gerne engagieren.
Morgentau

Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von Morgentau »

Ich glaube, in Geburtsstationen kommt das Thema noch nicht so an. Die meisten schieben ja alles auf den Babyblues und einigen Frauen, die auch keine PPD entwickeln, sind ja erstmal etwas von der Rolle. Vielleicht ist es dort noch zu früh? Aber definitiv sollte ein Hilfenetz bei Hebammen und Gynäkologen aufgebaut werden, denn trotz aller Sensibilisierung heißt das ja noch lange nicht, dass man dann auch die professionelle Hilfe erfährt, die man auch tatsächlich braucht.
Jari
Beiträge: 30
Registriert: 14:12:2018 0:02

Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von Jari »

Hallo allerseits,

sehr viel macht hier der Verein "Schatten und Licht". Dahinter steht ja viel mehr als diese Website und das Forum.
Ich bin seit vielen Jahren Mitglied im Verein und bekomme von der Vorsitzenden über einen Mailverteiler sehr regelmäßig Anfragen von Zeitschriften, Fernsehredaktionen, Radiosendern, Studentinnen (Abschlussarbeiten, sonst. Forschungsprojekte), etc. weitergeleitet. Es werden sehr häufig Frauen gesucht, die bereit sind, über ihre Erfahrungen zu sprechen (offen oder anonym).

Ich finde das Engagement des Vereins und seiner Vertreterinnen sehr beachtlich und freue mich, durch meine Mitgliedschaft einen klitzekleinen Teil dazu beitragen zu können.

Viele Grüße, Jari
2010: erste Geburt, PPD (ADs ab 2011)
2014: zweites Kind, schwere PPD in Kombi mit Trauma und großer Belastung durch chronische Erkrankung des Babys
2019: drittes Kind, PPD / Angststörung
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Marika
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Beiträge: 8431
Registriert: 04:06:2005 16:05

Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von Marika »

Hallo,

ich möchte und kann mich Jari komplett anschließen. In den 15 Jahren in denen ich hier aktiv bin, hat sich vieles zum Besseren verändert, sogar bei uns in Österreich. Da hat Schatten und Licht wirklich hervorragende Arbeit geleistet und mittlerweile eine Vorreiter Rolle inne. Es gibt gerade in Deutschland gute Selbsthilfegruppen, es tut sich an allen Ecken und Enden was. Auch ich bin aktives zahlendes Mitglied und bekomme so immer Interview Anfragen, Studien Anfragen usw... per E-Mail. Selber habe ich auch schon mal ein Interview für eine Zeitung gegeben, was toll angekommen ist.

Also - geht vorwärts, auch wenn es nicht immer so scheint. Aber wenn man die vergangene Zeit anschaut, dann hat S&L Meilensteine gesetzt und tut es weiter! :D
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Kikke

Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von Kikke »

Das ist ein guter Tipp. Dann werde ich mich Mal auf der Seite umsehen und gucken, dass ich auch Mitglied werde.
Liebe Grüße
Julia
Beiträge: 63
Registriert: 08:10:2018 13:18

Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von Julia »

Hallo ihr Lieben!

Auch ich finde Schatten und Licht eine wichtige und sehr wertvolle Hilfe! Bin seit letztem Jahr auch Mitglied und habe mich auf die Betroffenen Liste setzen lassen.

Wenn es mir besser geht würde ich gerne aktiv dran bleiben einerseits an dem Thema PPD und andererseits zum Thema emotionale Narben nach Schwangerschaft und Geburt. Das wäre mir ein großes Anliegen. Habe nur noch nicht die Kraft da aktuell schon was zu machen aber immerhin ist die Grundidee da.

Liebe Grüße
Julia
1. Kind 2015: Geburtstrauma nach sekundärer eiliger sectio
2. Kind 2018: VBAC
Diagnose PPD 07/2018
Klinikaufenthalt 09/19 - 11/19 (7 Wochen)

aktuell 90mg Duloxetin und 50mg Opipramol
Kikke

Re: Wunsch nach Aufklärung in der Öffentlichkeit

Beitrag von Kikke »

Hallo an alle,
Ich habe gerade den Antrag ausgefüllt. Kann ich die Mitgliedschaft 8 Wochen vorher kündigen? Oder habe ich das falsch verstanden?
Bekomme ich einmal im Jahr eine Bestätigung für die Steuer?
Danke
Liebe Grüße
Antworten