Erste Nacht alleine

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November17
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Erste Nacht alleine

Beitrag von November17 » 08:08:2020 9:23

Hallo ihr Lieben,

Nach über 2 Jahren war heute die erste Nacht alleine mit meinem Kind. Mein Mann musste heute um 2 Uhr nachts ausnahmsweise zur Arbeit. Dieser Termin stand bereits Anfang der Woche fest und ich überlegte die ganze Zeit, wie ich es schaffe, ob ich jemanden finde zum übernachten etc.

Am Ende war es mir doch unangenehm jemanden zu fragen und ich war auch relativ entspannt am Abend. Ich hoffte nur, das Aufstehen meines Mannes nicht mitzubekommen, so dass ich einfach weiterschlafen kann.

Natürlich lief es nicht wie geplant und ich hörte die Tür zu gehen. Und dann fing das Übel auch schon an...nervös, unruhig, schwitzen. Ich fand einfach nicht in den Schlaf. Die Gedanken kreisten im Kopf. Ich kann auch nicht behaupten, dass es ZG waren. Es war mehr dieses Gefühl der Angst gepaart mit Grübelei.

Ich habe ein Hörbuch angemacht und damit in den Schlaf gefunden. Zwischendurch immer mal wieder wach geworden, aber es kann auch von der Hitze gewesen sein.

Ich war froh, als die Nacht vorbei war.
Dennoch wollte ich es auf unserer Positiv-Seite posten, da ich die Nacht überstanden habe. Auch wenn es nicht angenehm war. :lol:

Zudem kann ich nebenbei sehr das Hörbuch empfehlen: hochsensibel Mama sein

Es dauert 8 Stunden :shock: also eine wahre Gute Nacht Geschichte :lol: ich habe mich aber in sehr vielen Punkten wiedergefunden.

LG

Celeste
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Re: Erste Nacht alleine

Beitrag von Celeste » 08:08:2020 10:04

Hallo November,

da kannst du jetzt mal richtig stolz auf dich sein! Es freut mich wirklich sehr für dich.
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt

November17
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Re: Erste Nacht alleine

Beitrag von November17 » 08:08:2020 22:27

Danke dir vielmals! :-)

Mel
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Re: Erste Nacht alleine

Beitrag von Mel » 08:08:2020 23:24

Hallo liebe November,
ich habe lange nichts mehr von dir gelesen. Kann das sein? Ist das ein Zeichen dafür, dass es dir insgesamt ganz gut geht? Das ist ein ganz toller Schritt, den du da gemacht hast. Weiter so!
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Setralin
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen

November17
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Re: Erste Nacht alleine

Beitrag von November17 » 10:08:2020 7:52

Hallo Mel,

ich lese immer noch fleißig mit. Durch Corona und der Tatsache, dass mein Mann ebenfalls 4 Monate von zu Hause gearbeitet hat, geht es mir insgesamt besser.

Ich habe noch immer regelmäßig "tiefs". Mittlerweile erkenne ich diese und ordne sie als leichte PMS ein.

Stressige Situationen spannen mich auch noch an und ich merke, dass sich auch dies auf die Stimmung auswirkt. Jedoch bin ich etwas mutiger und selbstbewusster meiner Familie ggü. geworden. Ich gehe viel mehr in die Konfrontation und es gefällt insbesondere meinen Eltern nicht. Ich habe immer ja und Amen gesagt, denn sie sind trotz aller Hilfsbereitschaft sehr dominant und setzen in der Regel ihren Willen durch, legen ihre Meinung auf etc.

Das ist natürlich noch immer harte Arbeit für mich, sich einerseits positionieren und andererseits das Grübeln danach einzustellen. Es nimmt einen ja doch mit, ob man sich evtl. falsch verhalten hat, weil es ja die eigenen Eltern sind.

Leider merke ich immer mehr, dass viele Punkte auch aus meiner Erziehung resultieren. Wie gesagt sind meine Eltern sehr dominant und mittlerweile verschwindet die Illusion, dass meine Eltern so toll sind und immer alles richtig machen. Das ist ein sehr starkes Stück Arbeit zu verarbeiten. Rückblickend merke ich auch, wie oft mir Dinge unangenehm waren damals unter Freunden, weil meine Mutter immer so streng war und sehr forsch im Ausdruck.

Eine Baustelle mit der ich mich gerade beschäftige :roll:

Wie du siehst, habe ich noch immer Arbeit vor mir. Aber insgesamt merkt man doch eine Entwicklung.
Leider sieht das Umfeld nicht die kleinen Schritte sondern nur die 2 Jahre seit dem Ausbruch. Ich hätte längst durch sein müssen laut Eltern und manchmal sogar laut meinem Mann.

Jetzt habe ich wieder sehr viel geschrieben :shock:

Wie geht es dir?

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Marika
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Re: Erste Nacht alleine

Beitrag von Marika » 10:08:2020 9:49

Hallo November,

wow - ich bin total begeistert was ich von dir lese! Das ist sooo toll und ich freue mich so sehr für dich! :D :D

Du machst unglaubliche Fortschritte - und das was dein "Umfeld" da von sich gibt - darüber kannst du ruhig lauthals lachen und Stolz :D die Früchte deiner Arbeit bereits ernten! Du machst das unglaublich toll und sei bitte, bitte, bitte mega stolz auf dich!

Das ist genau das, was sich aus der PPD entwickeln kann: Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und die Liebe zu sich selbst die einen befähigt endlich "NEIN, STOPP" zu sagen. Und das ist soooo heilmsam!

Mach weiter so!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

November17
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Re: Erste Nacht alleine

Beitrag von November17 » 10:08:2020 20:52

Lieben Dank Marika!

Es tut gut von jemanden bestärkt zu werden. So wirklich kenne ich das gar nicht aus meinem Umfeld. Da ist eher alles selbstverständlich!

Meine Therapeutin sagte heute, sie wünsche sich, dass mein Mann wieder auf Dienstreise ginge und ich alleine bleibe mit Kind. Ich selber finde die Idee natürlich nicht so toll :lol:

Ging es bei dir/euch auch um das Thema der Verantwortung für das Kind im Rahmen der Therapie? Das kam heute bei mir wieder auf, dass möglicherweise ein Widerwillen dahintersteckt.
Einerseits muss ich zugeben, dass schon etwas Wahres dran ist, da der größte Part doch bei mir haften bleibt.

Und mein Mann ist auch wieder besser gelaunt seitdem er wieder regulär ins Büro arbeiten geht und nicht den ganzen Tag mit uns ist und so gesehen weniger Erziehungsaufgaben hat. :?

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