Positive Erfahrungen versus negativer Erwartungen

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alibo79
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Positive Erfahrungen versus negativer Erwartungen

Beitrag von alibo79 »

Ich wollte mit euch teilen, dass ich stolz auf mich bin, mich freue und auch positiv überrascht bin.
Ich habe mich lange damit rumgeschlagen meinen Chef nach mehr Lohn zu fragen. Habe abgewägt, die ganzen Vorteile, die ich in meinem Arbeitsplatz habe, ob ich die vielleicht aufs Spiel setze, ob es gerechtfertigt ist nach mehr Geld zu fragen. Mein kleines Selbstbewusstsein hat mir dann auch immer schnell eingeredet, dass ich überflüssig bin oder nicht genug gebraucht werde usw.
Und dann waren da noch die ganzen negativen Gedanken im Kopf, wie mein Chef reagieren wird, Diskussionen zu führen sind usw.
Meine Kollegen haben da immer schon mal gesagt, ich solle fragen, da ich immer etwas mehr Stunden mache als vorgesehen, im Notfall immer einspringe ohne meckern und meinen Job mit ganz viel Enthusiasmus und Engagement mache.
Jedenfalls hat mich eine Kollegin nochmal bisschen motiviert zu fragen, sonst hätte ich es nicht gemacht.
Und ich hatte innerhalb von 24 h ein Limit gesetzt zu fragen ohne ausreden es durchzuziehen.
Mir war übel, mir war zum heulen , und ich war total nervös.
Und was soll ich sagen, mein Chef hat soviel anders reagiert als ich dachte.
Er hat gerechnet und mir eine Summe gesagt, die deutlich über dem lag, was ich gefordert hätte. Und mit der Aussicht auf noch mehr. Und er hat mir auch gesagt, dass solche Gespräche wichtig sind, auch wenn er vielleicht erst mal reserviert ist, fragen soll ich ruhig. Denn es geht nicht dass man lange Zeit unterbezahlt arbeitet auch wenn man seinen Job liebt.
Und einen neuen Firmen wagen gibt es wahrscheinlich auch noch für mich.
Ich war so sprachlos. Und so erleichtert.
Was ich damit sagen möchte, wir machen uns schnell klein, haben manchmal wenig Selbstbewusstsein. Wir brauchen das nicht, steht für euch ein, auch wenn ihr davor bammel habt. Oft ist sowas nur in unserem Kopf. In Wirklichkeit können wir nämlich sehr positiv überrascht werden und unser Selbstbewusstsein stärken.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
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Marika
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Re: Positive Erfahrungen versus negativer Erwartungen

Beitrag von Marika »

Hey Alibo!

Super gemacht, du kannst wirklich sehr stolz auf dich sein. Du bist über deinen Schatten gesprungen und hast dann noch so tolles Feedback bekommen. Das ist richtig stark und du hast es dir mehr als nur verdient. Dieses Erlebnis stärkt dich sicher sehr für die Zukunft! :D
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
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