Das hat mir die Krankheit geschenkt

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Kikke
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Das hat mir die Krankheit geschenkt

Beitrag von Kikke » 14:02:2020 22:37

Hallo ihr lieben,
IchWollte euch von dem jüngsten Ereignis bei mir zu Hause erzählen. Dieses wäre ohne meine Krankheit so nicht eingetreten.
Ich arbeite seid 9 Jahren als Lehrerin, sieben davon an meiner aktuellen Schule. Meine schulleitung ist sehr schwierig und hat schon immer unprofessionell gehandelt und einem das Gefühl vermittelt, man mache alles falsch. Es ist zu lang und eigentlich auch egal, was genau das Problem ist.
fakt ist aber, dass ich schon öfter unter ihr gelitten habe. Ich habe es aber immer akzeptiert. Sie hat auch auf meine Schwangerschaft unterirdisch reagiert. jüngst hat es wieder einen Konflikt gegeben. Sie wird immer persönlich. Das ist auch das hauptproblem mit ihr. dieses Verhalten von ihr löst bei mir innere Unruhe aus. Diese Unruhe hat sich in der Depression bei mir ins unerträgliche gesteigert. Dass ich Unruhe erlebe, ist mein Problem. Ich habe öfter Situationen, in denen es vorkommt. Ich habe mich dann dazu entschieden, es nicht mehr so hinzunehmen.
nach rücksprache mit meinem Mann habe ich mich an unseren Personalrat gewandt, von meinen Problemen mit der schulleitung erzählt und diese haben direkt dafür gesorgt, dass ich versetzt werde. Es ging total schnell, weil meine schulleitung bereits bekannt ist. Das nehme ich zumindest an. Jetzt ist die Versetzung durch und ich kann im Sommer an einer neuen Schule in meiner Rolle als teilzeitkraft durchstarten. Ich fühle mich wahnsinnig erleichtert.

ohne die Depression hätte ich mich das nie getraut. Ich hätte weiter geschluckt und die Unruhe akzeptiert. Meine Krankheit hat mir Achtsamkeit geschenkt, die langfristig mein Leben nur besser machen kann.
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen

Aktuell: Der normale Mutterwahnsinn

Mel
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Re: Das hat mir die Krankheit geschenkt

Beitrag von Mel » 15:02:2020 0:37

Liebe Kikke,
ich freu mich sehr für dich, dass es mit der Versetzung geklappt hat. Wie schön, dass du gelernt hast, gut auf dich zu achten und für dein Wohlergehen zu sorgen!
Ganz lieben Gruß
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Setralin
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen

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Marika
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Re: Das hat mir die Krankheit geschenkt

Beitrag von Marika » 15:02:2020 9:27

Liebe Kikke,

auch ich kann nur sagen: Hut ab, super gemacht - du hast "nein" gesagt, hast klar gesagt "so nicht mehr".

Das ist tatsächlich das Geschenk dass man nach der PPD erhält: SELBSTVERTRAUEN!!!! Und SELBSTLIEBE zu sich zu stehen und andere die unsere Grenzen überschreiten, klar zurück zu weisen!

Mir geht es haargenau gleich, ich bin sogar ein "kleiner Revoluzer" geworden, sagt mein Mann oft.... :lol: :lol: :lol: Ich traue mich Dinge zu sagen, die vorher nie gewagt hätte. Traue mich nein zu sagen... usw. In Erinnerung ist mir noch sehr gut, wie ich mal mit einer Lehrerin von meinem Sohn in der Grundschule ein Problem hatte (weil du von der Schule gesprochen hast... :wink: :wink: :wink: ). Wie ich da klar unsere Grenzen abgesteckt habe und sogar bei der Schulleitung war, hat meinen Mann damals extrem erstaunt. Übrigens damals wurde die Lehrerin auch versetzt, aber weil SIE der Problemfall war, nur war niemand bisher gegen sie angekommen. :wink: :wink: :wink:

Ich gratulieren dir, dass du das geschafft hast und wünsche dir jetzt schon einen guten Neustart!!! Hast es dir redlich verdient! :D :D :D
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

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