Kontakt zu Vätern gesucht

Hier können sich die Angehörigen der PPD/PPP-Betroffenen untereinander austauschen.

Moderator: Moderatoren

Pali

Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Pali » 29:08:2014 12:06

Hallo zusammen,
ich bin neu hier und der Vater einer gesunden 5 Monate alten Tochter. Meine Frau ist vor kurzem an PPD erkrankt und ich suche hier Rat und Kontakt zu anderen Vätern in meiner Situation. Wie geht Ihr damit um oder seid damit umgegangen? Was macht Ihr, damit Ihr nicht durchdreht? Was macht Ihr mit Eurem Beruf?

Wir schlagen uns jetzt seit 4 Wochen mit der PPD rum, die langsam begann und sind vor 2 Wochen zu einer Ambulanz gegangen. Ich bin von der Ambulanz eine Woche krankgeschrieben, bin also die ganze Zeit zuhause und kümmere mich um alles. Jetzt sind auch die schlimmsten Beschwerden (Angst, Panik, SChlaflosigkeit) meiner Frau weg, da sie Lorazepam + Citalopram nimmt. Trotzdem ist sie jeden Morgen von starken Zukunftsängsten geplagt und ich muss sie jeden Tag mit WOrten so gut es geht neu aufpäppeln. Diese Ängste hatte sie früher nie... ich weiss nicht, woher die kommen?

Durch die Medikamente ist sie ziemlich ausgeknipst im Alltag und wir mussten auf Fläschchen umstellen, was unser Baby natürlich nur sehr ungern nimmt und was meiner Frau wieder zusätzlichen Kummer bringt und mir noch mehr Arbeit.

Ich will nicht jammern oder mich zu sehr anstellen, da meine Frau wohl die schwerste Bürde trägt und ich hier ja lesen kann, dass es für alle Betroffenen sehr schwer ist. Für mich ist das aber ein ziemlicher Horrortrip, da ich mich immer sehr gefürchtet habe vor dem Fall, dass meine Frau nicht für unser Kind sorgen kann und alles an mir hängt. Auch für neue Väter ist die Umstellung ja nicht ganz einfach.

Aber jetzt ist die Situation halt so, wir werden sie bekämpfen und ich hoffe jeden Tag, dass es ihr wieder besser geht. Ich weiss es kann länger dauern als 4 Wochen, aber ich hab keine Ahnung wie es laufen soll, wenn ich mal wieder arbeiten muss? Auf der Arbeit hängt ein Projekt mit jedem Tag stärker, an dem ich nicht da bin... irgendwann knallts auch da.
Und zuhause muss den ganzen Tag jemand nach der kleinen schauen und dafür sorgen, dass die kleine isst, meine Frau isst, meine Frau ihre Medikamente nimmt und sich bewegt.

Wie habt ihr dieses Dilemma gelöst? Bin für Tips oder Eure Erfahrungen sehr dankbar...

Grüße
Pali

Anke
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Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Anke » 29:08:2014 20:40

Hallo Pali,

schön, dass Du als Vater bei uns bist und Dir Informationen über die Krankheit bzw. über den Alltag mit PPD holen möchtest. Bin zwar kein Vater, melde mich aber trotzdem bei Dir :-)

Wie Du selbst schon geschrieben hast, sind 4 Wochen gar keine Zeit für diese Krankheit, zumal Deine Frau erst seit 2 Wochen Medizin nimmt. Der Grundstein zum Gesundwerden ist gelegt und jetzt geht es langsam aber sicher bergauf. Dennoch wird es immer (mal) wieder Einbrüche geben, aber generell wird es auf jeden Fall besser. Die Ängste sind ganz typisch für die Krankheit.

Ist Deine Frau auch bei einem niedergelassenen Arzt (oder wart Ihr bislang einmalig in der Ambulanz) in Behandlung?
Habt Ihr schon mal an eine Therapie gedacht - diese ist begleitend auch sehr wertvoll.
Gibt es eine andere (vertraute) Person, die dann zu Euch nach Hause kommen kann, wenn Du wieder arbeitest? Mutter, Schwiegermutter, Schwester etc? Die sich dann um Deine Frau und das Baby kümmern kann? Wohnt jemand in der Nähe? Wissen andere Angehörige, wie es in erster Linie um Deine Frau steht?

Klar ist auch für Dich als Vater so eine Situation total schwierig und damit Du weiterhin Deiner Frau zur Seite stehen kannst, ist es wichtig, dass auch Du Dir immer mal wieder Auszeiten gönnst, damit Dein Akku nicht leer wird und Du Deine Frau weiterhin unterstützen kannst.

Eine PPD geht leider nicht von heute auf morgen vorbei, es dauert, wird aber wieder gut. Die Krankheit ist heilbar! Nehmt Unterstützung von allen Seiten an.

Viel Kraft und alles Gute!
Viele Grüße von Anke

"Die Zeit heilt alle Wunden..."

Pali

Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Pali » 30:08:2014 14:16

Hallo Anke,
danke für Deine Antwort. Ich nehme jeden Tip gerne auf. Mittlerweile habe ich mich damit "angefreundet", dass es noch etwas dauern wird. Zum Glück nimmt unsere Tochter mittlerweile die Fläschchen, das ist schon mal eine Sorge weniger und bei meiner Frau kommen nicht mehr alle Ängste so durch, da die MEdikamente sie "ausknipsen". Sie schläft gerade sehr sehr viel, aber das ist sicher gut so, wenn man bedenkt, dass sie eine Woche fast gar nicht geshclafen hat. So wenig Schlaf würde schon gesunde Menschen fertigmachen.

Wir bzw. meine Frau ist beim Zentrum für seelische Gesundheit in Cannstatt in Behandlung. Das ist wie ein niedergelassener Arzt, denke ich. Da fühlt sie sich gut aufgehoben und ich denke auch, dass wir da an der richtigen Adresse sind, da es dort auch eine Müttersprechstunde bei ihrer Ärztin gibt. Eine Therapie wird sicher auch später noch kommen. Momentan muss sie aber erst mal aus der schlimmen Phase raus.

Ich nutze für mich momentan jede Autofahrt, die ich allein machen kann um mir Luft zu machen, Druck abzulassen und habe wieder angefangen zu joggen, wenn ich mal ne Stunde raus kann. Aber auch für mich wäre ne Selbsthilfegruppe auch toll, aber vorerst muss das Forum reichen.

Zum Glück bin ich noch weitere 2 Wochen krankgeschrieben und kann mich voll um sie kümmern. Ihre Familie weiss Bescheid. Meine noch nicht, da meine Eltern eine tolle Urlaubsreise bevorstehen haben, und sie die genießen sollen. Leider sind die Eltern meiner Frau nicht optimal als Alltagshilfe und scheiden vorerst aus. Eine ihrer Schwestern kommt vielleicht, ist aber erst mal im Urlaub... ansonsten ist niemand greifbar. Die Ärztin hat uns schon drauf verwiesen, dass wir eventuell eine Haushaltshilfe beantragen können, bzw. vielleicht kann man auch hier Hilfe bekommen: http://www.wellcome-online.de

Bestes
Pali

Anke
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Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Anke » 30:08:2014 16:06

Hallo Pali,

das klingt gut, was Ihr zur Zeit macht, damit es Euch allen bald besser geht.

Schlafen ist enorm wichtig während der PPD, denn meistens ist es ja so, dass die Mütter, bevor sie Medizin nehmen, oft gar nicht an Schlaf denken konnten. Daher ist es hilfreich, wenn jetzt Deine Frau viel schläft und somit wieder etwas zu Kräften kommt.

Das Zentrum in Cannstatt kenne ich - zumindest habe ich mir vor ca. 2 Jahren die dortige Mutter-Kind-Station angeschaut. Sehr wichtig ist, dass sich Deine Frau dort gut aufgehoben fühlt.

Gut, dass Du ein "Ventil" für Dich gefunden hast, um Ausgleich zu finden. Behalte das auf jeden Fall bei.

Falls Ihr später Interesse an einer Selbsthilfegruppe haben solltet, kannst Du Dich gerne jederzeit melden. Ich habe bis im Frühjahr über 10 Jahre die Selbsthilfegruppe für den Großraum Stuttgart geleitet; jetzt findet die Gruppe in Göppingen statt.

Auch ist eine Haushaltshilfe oder Unterstützung von Wellcome sicher gut.
Nur Ihr könnt beurteilen, wer als Familienmitglied in Frage kommt. Sei es aus rationalen Gründen oder emotionalen.

Wenn Ihr mögt, können wir auch gerne mal telefonieren (SHG Göppingen).

Alles Gute Euch weiterhin!
Viele Grüße von Anke

"Die Zeit heilt alle Wunden..."

Pali

Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Pali » 28:10:2014 12:48

Hallo nochmal,
ich muss mal kurz niederschreiben, was sich zugetragen hat. Nach 2 Monaten wo es steil bergauf ging und wir voller Hoffnung waren, kam jetzt leider ein Rückschlag mit dem Absetzen des Lorazepams & einiger Stressfaktoren, die alle gleichzeitig zuschlugen.
Meiner Frau gings zuerst mit einigen Medikamenten deutlich besser, wir konnten in unser normales Leben zurückfinden, obwohl meine Frau meinte, sie wäre noch nicht wieder die alte. (Ist vielleicht auch verständlich, 2 Monate nach der schlimmen Phase). Die Ärztin liess sie das Lorazepam absetzen und wir waren 2 Wochen lang guten Mutes. Dann hatte meine Frau aber einen Mini-Autounfall, der sie emotional sehr durchschüttelte (ansonsten nur ein paar Kratzer am Auto) und wir haben überlegt ein Haus zu kaufen, was sich als finanziell schwieriger erwies als gedacht. Wir haben das Haus nicht gekauft, uns wurde jedoch vor Augen geführt dass es mit der Zukunftsplanung finanziell schwieriger wird als gedacht. Das brachte meiner Frau zusätzlich ziemliche Zukunftsängste ein (was eh ihre Achillesverse ist) und liess sie wieder zurücktaumeln in ihre Krise wie vor 2 Monaten.

Leider muss ich jetzt aber wieder arbeiten (komme aber kaum richtig dazu, weil ich mir viele Sorgen mache) und sie nimmt wieder ihre Medikamente wie zu Beginn der Krise. Das lässt sie natürlich durch den Tag kommen, aber ich habe natürlich Angst dass sie davon abhängig wird und generell wir nie wieder davon los kommen.

So siehts leider gerade aus...
Pali

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Marika
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Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Marika » 28:10:2014 14:34

Hallo,

ein Abhängigkeitspotenzial besteht nur bei Lorazepam, nicht aber bei Citalopram. Letzteres ist ein Antidepressiva, das NICHT abhängig macht, sondern sogar für eine langfristige Einnahme gemacht ist. Medikamente wie Lorazepam sind tatsächlich nur für eine kurze Einnahmezeiten gedacht - z.B. als Überbrückung bis ein AD (klassisches Antidepressiva wie das Citalopram eines ist) wirken. AD´s brauchen einige Wochen, bis man eine gute Wirkung merkt, Lorazepam und Co wirken dagegen innerhalb von oft schon 30 min.

Eine PPD ist eine sehr schwere Erkrankung und machen in den allermeisten Fällen eine AD Einnahme über mehrere Monate, manchmal auch Jahre notwendig. Wenn deine Frau also alle Medikamente nach so kurzer Zeit abgesetzt hat, wundert es mich nicht, dass es wieder schlecht geht. Da reichen dann kleinste Stressfaktoren und es geht wieder los. Man sollte ein AD nach erreichen einer Stabilität mind. 6 Monate - besser aber noch 1 Jahre weiter nehmen, um genau solche Abstürze zu vermeiden (lt. WHO). Daher macht eine Wiedereinnahme von Citalopram sicher Sinn, bei Lorazepam allerdings müsst ihr aufpassen. Eigentlich sollte das Citalopram alleine reichen - da muss dann aber die Dosis passen. Also nicht aus falscher Motivation heraus "so wenig wie möglich" nehmen, sondern "so viel wie nötig" um STABIL ZU WERDEN!!!! Nur so hat deine Frau die besten Chancen nachhaltig und langfristig gesund zu werden!

Ich würde das unbedingt mit dem Arzt nochmal besprechen. Mich wundert es auch, dass dieses Absetzen durch ärztlichen Rat erfolgt ist... die Empfehlung der WHO und alle Studien zu diesem Thema sagen klar das Gegenteil!
Liebe Grüße von
Marika

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schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Pali

Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Pali » 28:10:2014 16:16

Hallo, danke für Deine Antwort. Vieelleicht hab ich mich nicht klar ausgedrückt.

Sie nahm und nimmt die ganze Zeit durchgängig Citalopram + ein weiteres Mittel, dessn Namen ich gerade nicht weiss (zum abschirmen).

und zusätzlich gegen die Angst Tavor/Lorazepam. Das und nur das Tavor/Lorazepam hat sie nach 6 Wochen dann ausgeschlichen und abgesetzt. Die anderen beiden Mittel Citalopram + das zweite nimmt sie weiterhin.

Die Bedenken wegen der Abhängigkeit habe ich auch nur beim Tavor/Lorazepam. Nicht bei den anderen beiden.

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Marika
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Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Marika » 28:10:2014 18:22

o.k., das habe ich anders verstanden.

Somit ist dem Arzt natürlich nichts "vor zu werfen". Wichtig ist natürlich auch, dass die Dosis der anderen Medis passt.

Daneben ist es aber auch leider normal, dass es nach so kurzer Zeit zu Tiefs kommt. Und Gründe gabs ja doch einige. Die meisten hier müssen mit diesen Schwankungen eine Zeitlang leben. Das ist im Krankheitsverlauf nichts ungewöhnliches und kann auch noch öfter vorkommen - trotz Medis. Der Weg stimmt dann, wenn mit der Zeit diese Tiefs weniger werden und auch leichter zu ertragen sind.

Versucht Geduld zu haben!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Pali

Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Pali » 30:10:2014 10:16

Danke, das war mir so noch gar nicht klar mit den starken Schwankungen. Dann hätte mich das vielleicht weniger überrascht und zurückgeworfen.

Jetzt hat meine Frau glücklicherweise erst mal die Chance auf einer Mutter-Kind-Station richtig eingestellt & behandelt zu werden.

Sanna
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Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Sanna » 31:10:2014 15:32

Eine Behandlung auf einer MuKi Station finde ich gut und richtig. Ich war auch auf einer, und es hat mir so geholfen! Es hat mich nicht gesund gemacht, war aber der erste Schritt in die richtige Richtung. Seitdem geht es aufwärts.

Tja, diese Schwankungen...ich will dich nicht entmutigen, aber bei den meisten dauern diese leider eine Weile an. Ich bin seit zwei Jahren dabei und hatte gerade wieder ein Tief zu bewältigen. Aber diese Tiefs werden kürzer und die guten Phasen immer länger!! Bei mir ist es so, dass ich trotz dieser Schwankungen mittlerweile so stabil bin, dass ich nicht mehr in eine Klinik muss und trotzdem der Alltag (mit Hilfe meiner Familie) weiter läuft. Meine Kids bekommen das auch nicht mehr so mit.

Eine PPD kann dauern. Rückschläge gehören dazu, aber die Chance wieder gesund zu werden, bzw. ein normales Leben zu führen ist groß. Deshalb lasst euch nicht entmutigen und steht das zusammen durch.

LG, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

Sanna
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Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Sanna » 31:10:2014 15:35

Achja, noch was. Wegen dem Hauskauf. Wir hatten auch was ähnliches vor und meine Therapeutin hat mir dringend davon abgeraten. Hauskauf und Renovierung und Umzug sind Stressfaktoren hoch zehn, die eine weitere Krise nur begünstigen. Überlegt euch das nochmal. Nur so als Denkanstoß.

LG, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

Pali

Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Pali » 03:11:2014 10:03

Hallo Sanna,
vielen Dank für Deine Worte. Ja, das habe ich mittlerweile auch herausgefunden, dass es noch lange dauern wird/könnte und dass es immer wieder Rückschläge geben wird. Puh... so tough das ist, so ist das Leben halt manchmal. Eine Reihe von Prüfungen. Am wichtigsten ist, dass meine Frau irgendwann wieder gesund wird, ich nicht den Kopf verliere, unsere Tochter nicht darunter leidet und wir ein normales Leben führen können. Auch wenns schwer wird und lange dauert.

Der Hauskauf ist erst mal auf die lange Bank geschoben. Das wäre jetzt tatsächlich keine gute Idee. Andererseits mag meine Frau unsere jetzige Wohnung gar nicht (weil die Straße zu laut ist und wir wenig Platz haben). Ich habe schon mit dem Gedanken gespielt umzuziehen während sie in der Klinik ist. Dann muss sie nicht in die ungeliebte Wohnung zurück. Vielleicht wäre das aber auch genau das falsche... überall wird einem von Wohnungswechseln abgeraten?

Pali

Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Pali » 09:12:2014 17:33

Hallo zusammen,
falls jemand noch mitliest, mal ein kurzes positives Zeichen von mir/uns. Nach 3,5 Monaten, davon 6 Wochen in einer Klinik und der Umstellung einiger Medikamente hat meine Frau heute zum ersten mal wieder gesagt: "Ich hab wieder ein bischen Energie und fühle mich ganz gut."

Ihr könnt nur ahnen, wie froh mich das macht. Ich weiss, dass das noch nicht das Ende der Reise ist, aber ich feiere diesen Moment jetzt mal und möchte ihn mit Euch teilen!

LG
Pali

Sanna
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Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Sanna » 09:12:2014 21:09

Ganz, ganz toll! Diese Tage werden mehr werden und irgendwann sind es nur noch gute Tage.

LG, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

Walther45

Re: Kontakt zu Vätern gesucht

Beitrag von Walther45 » 10:12:2014 15:08

Halo PALI!

Ich hoffe dass es dir/euch etwas besser geht als im August.
2010 hat meine Frau entbunden und ca 1 Woche danach
eine PPP bekommen. Suizidversuch. fast gelungen.
Da sind wir dann dagestanden. ein 6 Tage alter Säugling und der alte Papa.
Zusätzlich hatte ich noch meine Mutter im Haus mit Pflegestufe 6.
Meine Frau war ca. 3 Monate in der Psychiatrie und einige Zeit nicht wirklich Einsatzfähig.
Wir haben es aber geschafft.
Im Nachhinein gesehen sehr positiv geschafft, da meine Frau wieder ganz gesund wurde
und unser kleiner Mann nun zu einem ganz liebenswerten mittelkleinen Mann geworden ist.
Ich frage mich auch immer wie das gegangen ist.
Eventuell mit viel Geduld und Arbeit.
Gedult mit der Frau, mit dem Kind sowieso.
Viel Unterstützun in der ersten Zeit als meine Frau nach hause kam.
Kein lauters Wort. Zeigen, dass Mann die Frau liebt und glücklich ist dass sie zu hause wohnt.
Der Frau die Ruhe gönnen die sie benötigt.
und und und .....
und es wird funktionieren und die Zuneigung und Liebe nach dieser schwierigen Zeit wird größer werden.
Meine Frau hat nie über diesen besonderen Tag in ihrem Leben gesprochen. Ich habe sie auch nie dazu aufgefordert.
Wenn sie will, wird es schon kommen.
Seit nunmehr fast 6 Wochen haben wir wieder ein kleines Kind zu Hause.
Alles super geklappt. Meine Frau hat in diesen 6 Wochen eine Entwicklung mitgemacht, die ist sagenhaft.
sie kümmer sich um unseren neuen Kleinen so wie ich es mir nie gedacht hätte.
Sie ist viel Lebenslustiger geworden und lacht viel mehr als früher.
Keine Anzeichen einer Depression.
Eventuell auch auf die geänderte Medikation nach der Schwangerschaft zurückzuführen.

Kopf hoch.
Mit Geduld und Spucke geht viel
Walther

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