An alle Angehörigen von PPD Mamis

Hier können sich die Angehörigen der PPD/PPP-Betroffenen untereinander austauschen.

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Geli
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Beitrag von Geli » 04:07:2009 10:49

Hallo Nina,

das liest sich mit Gänsehaut. Danke dir dafür.

Hast du oder hat deine Mutter sich damals Unterlagen vom Verein schicken lassen? Es gibt da z.B. eine Auflistung für Angehörige zur Unterstützung der betroffenen Mütter. Vielleicht könnt ihr diese mal durchgehen und beurteilen, da ihr als Familie so viele Erfahrungen gemacht habt und auch hier im Forum viel Austausch habt.

Es gibt auch eine Betroffenen- und Angehörigenliste, auf die man sich setzen lassen kann, um von Betroffenen angerufen werden zu können. Diese Listen werden dann vom Verein nur nach Anforderung verschickt. Vielleicht wäre das was für Euch?
Lieben Gruß von mir

* Auszeit als Ausgleich - fühlen, was tut mir gut *
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"Mögen gute Tage deinen Weg begleiten, freundliche Menschen dir begegnen, und die Sehnsucht führe dich zum Ziel."
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Schilddrüsen-Hormon (nie die Präparatfirmen wechseln!)
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Leuchtkäfer

Beitrag von Leuchtkäfer » 04:07:2009 14:24

Liebe Nina,

ich finde es immer wieder schön, daß Du so eine tolle Familie hast, die Dir so gut hilft.
Ich hatte immer noch nicht den Mut, es meiner Familie zu sagen :oops: .
Ich glaube, daß ich auch viel Unterstützung haben würde und bin echt traurig, daß ich so feige bin.

So ein Beitrag wie Deiner schubsen mich wieder ein Stück in die richtige Richtung, Danke dafür.

Leuchtkäfer

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Geli
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Beitrag von Geli » 04:07:2009 22:24

Hallo Nina,

hier ist mal der Link, wo du dir "Betroffenen- und Angehörigenliste" ausdrucken kannst und diese dann an Sabine Surholt schicken kannst. Ob du diese auch faxen kannst, müsstest du mal per Mail bei ihr nachfragen.
Ihre Mail ist info@schatten-und-licht.de. Ansonsten steht auch unter "Impressum" ihre Tel-Nr.

http://www.schatten-und-licht.de/kontaktliste.html

Per Mail kannst du dir auch die Infos zuschicken lassen. Schreibe dazu, dass du auch die Tipps für Angehörige haben möchtest. Aber eigentlich sind die dabei. Die Betroffenen-/Angehörigenliste auch, wenn du magst.
Lieben Gruß von mir

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Beitrag von Geli » 08:07:2009 11:04

Hallo Nina

Eine Rückmeldung zu haben ist doch sehr viel wert. Die familiäre Situation und auch die Beziehung zu Angehörigen ist natürlich unterschiedlich und nicht immer hat man so ein gutes Verhältnis wie ihr. Da ihr aber schon so vieles zusammen durchgestanden habt, könnt ihr den Infozettel mal zusammen durchgehen. Deine Mutter hat zudem ja nicht nur deine PPD erlebt und eigene Erfahrungen gemacht, sondern sie kennt ja durch das Forum auch einige andere Geschichten und hat sich ja auch schon viel ausgetauscht. Ich weiß durch unsere Gruppe, dass diese Infos meistens nicht bei den Angehörigen landen und habe daher auch noch keine Meinungen gehört. Deshalb kannst du mir dann gerne eine PN schicken.
Lieben Gruß von mir

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omi 50

Beitrag von omi 50 » 08:07:2009 12:59

Hallo Geli
da hast du Recht , viel mehr Angehörige müßten meiner Meinung nach hier sein.
Wie ich aus vielen Geschichten hier weiß,könnte das sehr helfen !
Was könnte man das den tun damit mehr hier Lesen? um zu Verstehen was mit ihren Kindern,Frauen, Schwiegertöchtern oder Freundin passiert
Ich wäre sofort dabei :lol: :wink:

Grüßle Omi

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Beitrag von Geli » 08:07:2009 14:48

Hallo Omi

dies trifft natürlich nicht bei allen Familien zu.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Betroffenen selbst erst einmal die Hemmschwelle übertreten und sich mitteilen müssten. Die Angehörigen belassen es dann auch dabei - wenn sie Bescheid wissen - und melden sich sehr selten (ganz gleich ob Forum oder Selbsthilfegruppe oder auch übers Infotelefon bei S+L). Es kommt ein Deckmäntelchen darüber. Aus der Familie herausgetragen wird es auch nicht. Die Infos, die an die Betroffenen rausgeschickt werden oder die hier über die Internetseite zu lesen sind, werden auch viel zu wenig von Angehörigen gelesen. Würde gerne mal wissen, wer hier im Forum von den Betroffenen mit seinem Partner oder Familie vor der Internetseite sitzt und sie gemeinsam durchgeht? Diese Infos werden auch von den Betroffenen erst gar nicht der Familie mitgeteilt, so dass die Angehörigen auch keine Chance haben, dies zu lesen. Die Angehörigen selbst kommen aber auch nicht auf die Idee oder nehmen sich die Zeit, sich diese Dinge durchzulesen, sich mit Anruf zu informieren oder im Forum zu schreiben. Die Familie verlässt sich oftmals viel zu viel auf die Ärzte (soll ja auch so sein was Medi angeht), die Psychologen und auf die Betroffene selbst auch noch. Da ist viel noch der Gedanke: Es klappte doch vorher, sie ist doch erwachsen, es ist doch eigentlich alles in Ordnung, sie schafft es auch wieder selbst und muss es doch auch, was sollen wir denn jetzt noch dazwischen reden, auf mich hört sie doch sowieso nicht usw. Das ist auch so eine Hilflosigkeit und Warten bis wieder alles "normal" ist. Es ist auch schwierig für die Angehörigen, sich damit auseinanderzusetzen. Auch eine gewisse Angst, sich auch um sich selbst Gedanken zu machen. Denn auch wenn ich "Omi" bin, habe ich doch in meinem Leben nicht alles perfekt oder habe keine Schwächen. Das bedeutet nämlich Zuhören können, Verständnis zeigen, sich auch zurücknehmen können usw. Gar nicht so einfach. So hofft man dann, dass diese schwere Zeit bald wieder vorbeigeht und dann ist alles wieder so wie vorher. Ist es aber nicht, finde ich. Es geht doch weiter und in der Zukunft braucht mal als Familie immer wieder den anderen. Klar, man unterstützt die Betroffene in dieser Zeit wo man nur kann. Aber allein damit ist es nicht getan. Es ist eigentlich ein Akzeptieren der Wünsche, Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse der Betroffenen. Es gibt ja keine Norm wie man sich benehmen muss als frisch gebackene Mutter. Manche Angehörigen überrennen oder überfordern die Betroffenen aber auch mit Fürsorge oder im Gegenteil mit Abgrenzung - von wegen, das ist jetzt dein Kind und nun mach auch allein. Und das wissen auch manche Betroffenen und teilen sich deshalb nicht mit. Es sind halt so viele verschiedene Umstände, warum eine Betroffene sich nicht mitteilt oder warum dann auch Angehörige sich nicht aktiver kümmern.
Viele Angehörige machen und tun auch ohne Ende, sind verzweifelt und wissen nicht, was sie tun sollen - erfahren von niemand etwas über PPD, bekommen von Ärzten keine Anlaufstelle genannt, noch nicht einmal die Hebammen können informieren usw. Wenn dann aber z.B. S+L gefunden wurde, überlassen dann aber halt doch viele das Feld wieder der Betroffenen selbst. Umgekehrt ist es aber auch oft so, dass Angehörige sich informieren und dass die Betroffene selbst nie anrufen. Denn irgendwann ist wieder der Alltag eingezogen. Ist ja auch dann irgendwann einmal so. Aber eigentlich spricht man danach immer noch von der eigenen Krise im negativen Sinne. Man sollte aber auch dahin kommen, dass man daraus positive Erlebnisse mitnimmt. Manche habe ich später manchmal noch gesprochen, die dann gesagt haben, dass sie zwar das und das gemacht haben, sich aber eigentlich immer noch nicht wirklich wohlfühlen.
Dass Angehörige sich austauschen ist sehr selten. Es gibt zwar die Liste von S+L, weiß aber nicht, ob sie überhaupt oft genutzt wird. Es ist auch sehr komplex und die Lebenssituation und die Familienmitglieder selbst sind ja alle unterschiedliche Charaktere mit den unterschiedlichsten Eigenarten und individuellen Wünschen, Sorgen, Gedanken, Gefühlen - man kann ja keine Generallösung anbieten. Deshalb muss man ja alles auf sich selbst zuschneiden und sich entscheiden, welchen Weg gehe ich und wie komme ich mit meiner Famile aus. Ich finde, wenn die Famile der Betroffenen einen Freiraum zugesteht, sie selbst sein zu können und ihren Weg finden zu können, dann ist es leichter. Dann ist es für die Betroffene einfacher, um Unterstützung/Hilfe zu bitten, Danke sagen zu können, Nein sagen zu können und auch Zeit für sich zu finden und sich diese auch zu gönnen und auch diese Zeit akzeptieren zu können und auch positives mitnehmen zu können. Auch für die Angehörigen. Dann ist es auch für alle einfacher, darüber zu sprechen und auch an andere weiterzugeben.
Akut Betroffene brauchen natürlich auf jeden Fall erst einmal Hilfe, da sie ja überhaupt nicht in der Lage sind, vieles selbst in die Hand zu nehmen.

Das sind erst einmal meine Gedanken dazu. Und jedesmal ist es von Frau zu Frau anders. Das mit Körper, Geist und Seele ist schon eine umfangreiche Sache.
Lieben Gruß von mir

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omi 50

Hallo

Beitrag von omi 50 » 09:07:2009 21:41

Hallo Geli
Du hast sehr Recht mit dem was du schreibst. Ich habe schon bemerkt das es für viele ein Problem ist darüber zu sprechen garade mit seinen Eltern !
War ja bei meiner Tochter auch so.Sie hatte solche Angst das gerade die ,die sie am meisten liebt sich von ihr Abwenden :cry:
Aber sie sind doch unsere Kinder ich Denke nur wenige Mütter lassen ihre Kinder in der Not alleine!! Aber wir könne auch nur Helfen wenn sie sich uns öffnen und über ihre Not sprechen.
Das wäre mir ein Anliegen das die PPD geplagten Mütter hier im Forum
den Mut finden etwas zu sagen.Gerade die Familie kann doch dann für sie da sein,und sie wieder in die richtige Richtung leiten mit ganz viel Liebe und Geduld!!
Mich würde es auch Interessieren ob doch die eine oder andere "omi "
im Hintergrund mitliest?
Und auch wenn man Erwachsen ist kann man die Hilfe einer Mama doch annehmen :wink:
Ich glaube auch wenn ich gewartet hätte bis alles wieder "Normal" ist wären wir noch weit vom jetzigen Stand entfernt.
Wir haben in so unendlich vielen Gesprächen alles aber auch wirklich alles Analysiert um zu Verstehen wie es dazu gekommen ist
Mußte meiner Tochter auch erst mal klar machen das Ihre Mama auch nicht so perfekt ist wie sie meinte :wink:
Ich hab ja auch irgentwann mal mein Erstes Kind bekommen und kenne auch solche Situationen In denen man sie an die "Wand Klatschen "könnte und war auch froh wenn sie mal eine Stunde oder auch zwei bei ihrer Oma waren :wink:
Da wurden die Augen aber groß!!!! und sie konnte Erkennen das Ihre Mama ja auch manchmal einfach etwas Ruhe brauchte.Wir sind doch alle nur Menschen :lol:
Natürlich weiß ich auch, das jeder selbst seinen Weg finden muß
aber mit Menschen im Rücken die einem Helfen und Lieben geht es einfach besser!
Und es auch richtig wie du sagst man muß sich zurücknehmen können
aber man auch dasein wenn man gebracht wird! Die goldene Mitte muß man halt finden :wink:
Und der Satz mit dem Deckmäntelchen ist auch auf den Punkt gebracht!!
so ist das nämlich alles was In vielen Augen "nicht Normal ist wird Totgeschwiegen

Hab da meine eigenen Erfahrungen mit einer Selbsthilfe gruppe
Wollte was dafür tun das mehr Verständnis über Epilepsie bei Kindern
da ist ,ging voll daneben in den eigenen Reihen war keiner ausser mir Beriet diese Öfentlichkeitsarbeit zu tun. Sollte keiner wissen das ihre Kinder so was haben!!!! Ein Wiederspruch in sich!!!!!

Grüß Tina

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Beitrag von Geli » 10:07:2009 12:08

Hallo

die Menschen müssten mehr miteinander reden - zu viel wird nur gedacht. Man kann ja keinem hinter die Stirn sehen. Manche nehmen offene Gespräche dankbar an und können auch endlich mal schon die eigenen verschwiegenen Gedanken äußern, andere haben sich aber noch nie Gedanken um sich selbst oder jemand anderen gemacht und sind total erstaunt - müssten eigentlich mal bei sich anfangen, andere wollen auch gar nicht und finden denjenigen nur "komisch". Sie wissen es halt auch nicht besser. Merkt man ganz schnell, wenn man mal anfängt, sich mitzuteilen. Muss auch in vielen Dingen nichts tiefgreifendes sein. Man merkt schon im Ansatz, ob abgeblockt wird - ob sie nun nicht wollen oder ob es zu viel ist oder auch hilflos macht. Dann aber als Betroffene sich noch aktiv für diese Gespräche einzusetzen und zu kämpfen - dafür reicht ja die Kraft nicht. Da müssten dann die Angehörigen aktiv werden. Aber es gibt solche und solche.
Um so besser, wenn man dann so eine Omi wie dich hat, die auch ihre kleinen Macken zur Sprache bringt :wink: und schon ist doch jeder viel entspannter.
Auch mit deiner SHG. Es ist ja so viel einfacher, sich nicht zu kümmern oder noch andere darüber auch zu informieren. Sie denken auch: "Das hat doch sowieso keinen Sinn! Wer will das denn eigentlich wissen und was ändert sich dann?" Wenn man aber mal anfängt und wenn man auch nur wenige erreicht, hat man doch andere informiert und gezeigt, dass diese Epilepsie doch öfter vorkommt als jeder einzelne denkt. Das ist ja auch bei der PPD so. Wie viele schlagen sich vor den Kopf und wissen, dass sie damals doch nicht allein "So" waren. Immer wieder kommt die Frage: "Habe ich das oder liegt es an mir? Darf ich das haben oder wie krank müsste ich dann eigentlich sein?" Es ist doch zum Mäusemelken, oder? Wieviel man sich doch als Mensch zumutet und sich selbst schlecht macht - woher kommt das?
Habe einen tollen Spruch in meinem Kalender:
"Liebe dich selbst - das ist der Beginn einer lebenslangen Romanze"
Lieben Gruß von mir

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