Wie kann ich ihr helfen ?

Hier können sich die Angehörigen der PPD/PPP-Betroffenen untereinander austauschen.

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Charles

Wie kann ich ihr helfen ?

Beitrag von Charles » 22:12:2005 17:15

Vor 4 Wochen wurde unser Sohn geboren, 7 Wochen vor dem Geburtstermin, er war dann kanpp 3 Wochen auf der Frühchen Station. Seit einer Woche ist er zuhause.

Mein Frau hatte bereits vor der Geburt Ängste wegen des plötzlichen Kindstodes. Das verfolgt sie. Zwischendurch wird sie kurzzeitig fast panisch, dann läuft alles wieder normal. Insgesamt ist sie aber sehr angespannt. Sie telefoniert und hört von dem einen, er darf nicht zu kalt und vom anderen nicht zu warm eingepackt sein.
Sie ist phasenweise sehr gereizt, hat leider den Hang zum Perfektionismus. Insbesondere leidet sie unter dem Schlafdefizit. Unser Sohn schläft bei uns im Schlafzimmer, da wir aauch erst einmal die Geräusche studieren wollen. Die erste Hälfte der Nacht geht sehr gut, dann steht meine Frau in der Woche auf ,füttert ihn und pumpt ab, und legt ihn wieder hin. Danach schläft er zwar, quengelt aber und ist nicht leise, weil auch die Verdauung arbeitet. Wir kommen nur bei grosser Müdigkeit und den richtigen Lücken zum Schlaf. Ich stehe dann , in der Woche beim nächsten Fütterungstermin gegen 6.00 auf , wickele und füttere ihn, und bringe ihn dann 2 ½ Stunden später zurück zu meiner Frau ins Schlafzimmer, in der Hoffnung , dass sie zum einen in dieser Zeit ruhig und ungestört weiterschlafen konnte und vielleicht auch noch weiter etwas Ruhe hat, da unser Sohn vormittags oft auch wieder tief und fest schläft. Mal gelingt es mal nicht. Da gerade meine Frau viel Schlaf braucht, zerrt es natürlich langsam an den Nerven.
Sorgen machen mir ihre Äueßrungen, dass sie phasenweise an nichts anderes denken könne als ihn zu verlieren und dass er plötzlich tot sei. 10 Minuten später sagt sie selbst, dass sie nicht verstehe, wie sie auf so extreme behauptungen komme. Es zehrt auch an meinen Nerven. Ich binglücklich , habe aber auch nicht mehr die Kraft, ständig sie aufzufangen. Vor enem jahr war sie wegen burnout syndrom 8 Wochen in einer Kurklinik , parallel war meine Mutter schwer krank, die am Entlassungstag und Geburtstag meiner Frau starb. Wir haben dann schnell nach vorne geblickt und waren positiv eingestellt, weshalb meine Frau dann auch wieder Erwarten schwanger wurde, womit wir beide nach jahrelangen Versuchen und vollem programm der Ärzteindustrie nicht mehr gerechnet hatten und infolgedessen uns auch ganz offen bereits waren, uns auf ein Leben zu zweit einzurichten. Das Glück hat dann auch uns ereilt, auch meine Frau war und ist insgesamt glücklich, aber es ist eben getrübt von diesen Ängsten, wo ich nicht weiss, wann oder in welchem Umfang sind sie normal und wann wird es kritisch und wie kann ich sie unterstützen. Wir reden darüber, aber irgendwann kann man es natürlich auch nicht mehr hören, wenn es jeden Tag (ist alles in Ordnung ? , selbst, wenn der Arzt sagt, unser Sohn ist kerngesund) neu besprochen wird.
Was kann ich meiner Frau gutes tun ? Woran kann ich erkennen, ob sie Hilfe braucht. damals habe ich die Dinge ganz vorischtig eingefädelt, so dass sie letztendlich selbst die Erkenntnis gewann und mich offiziell um Hilfe bat, die wir dann auch gemeinsam organisert haben. Ich hoffe, das jetztzoge bewegt sich noch im Bereich des „Normalen“.

Gruss

Charles

Anke
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Beitrag von Anke » 22:12:2005 20:58

Hallo Charles,

schön, dass Du Dich hier im Forum meldest und nach Hilfe bzw. Ratschlägen suchst.

Deinen Beschreibungen zufolge könnte es schon sein, dass Deine Frau evtl. an einer postpartalen Depression leidet. Einige Deiner Schilderungen (Angespanntheit, Schlafdefizit, extreme Sorgen um das Kind, eine Vorbelastung, ...) passen zu diesem Krankheitsbild. Um sicherzugehen, ob es das wirklich ist oder ob Deine Frau "nur" überlastet ist, rate ich Euch, (gemeinsam) zu einem (Fach-)Arzt zu gehen. Je früher, desto besser. Schildert ihm Eure Situation, er wird Euch sicher helfen helfen können.

Melde Dich wieder, wenn Du magst.

Viele Grüße an Deine Frau und alles Gute und viel Kraft für Euch drei!

Es wird wieder gut!!!
Viele Grüße von Anke

"Die Zeit heilt alle Wunden..."

sunshine

Beitrag von sunshine » 23:12:2005 10:27

Lieber Charles,

toll, dass du hierher gefunden hast, vielleicht magst du deiner Frau diese Seite auch mal zeigen, sie kann dann stöbern und erkennt sich evtl. in der einen oder anderen Geschichte wieder!

Ich kann mich Anke nur anschließen, ein Besuch beim Arzt (wenn euch lieber auch beim Hausarzt!) hilft euch bestimmt weiter.

Weißt du, mein Sohn war bereits 10 Monate alt, bis ich total zusammenklappte, mit Panikattacken usw.! Deshalb würde ich gar nicht so lange warten, denn man braucht einfach etwas länger bis man wieder stabil ist...

Weil ihr solange den Kinderwunsch gehegt habt, kann ich mir auch die Ängste deiner Frau gut vorstellen....

Insgesamt find ich es SUPER, dass du so für deine Frau sorgst, das ist gar nicht so selbstverständlich!!!!

Lieber Charles, ich wünsch euch alles gute, nimm den Rat mit dem Arzt zu Herzen, denn je schneller sie Hilfe bekommt, desto schneller kann euer glückliches und unbeschwertes Elternsein beginnen!!!


Alles Liebe für euch,
Christine

Nora

Beitrag von Nora » 27:12:2005 8:59

Guten Morgen Charles,

ich kann mich Anke und sunshine nur anschließen. Holt Euch schnell Hilfe bei einem Arzt. Je früher desto besser. Vielleicht hat Deine Frau ja auch ein gutes Verhältnis zu ihrem Gynäkologen und kann ihn befragen. Es ist immer sehr schwer aus der Distanz zu sagen, ob es sich um eine PPD handelt oder nicht. Das kann am besten immer noch eine Arzt, der sich damit auskennt.
Die Angst Deine Frau vor dem plötzlichen Kindstod kann ich gut nachvollziehen. Es wird ja auch viel darüber geschrieben udn je mehr man so etwas liest und hört, desto mehr verstärken sich die Ängste und man setzt sich unter Druck, ja alles richtig zu machen um das zu verhindern. Ich habe das auch ab und zu gehabt, bin aber dazu übergegangen, nichts mehr diesbezüglich zu lesen und seit dem beschäftigt mich das Thema nicht mehr so.

Es schön zu hören, daß Du Dich so engagierst für deine Frau. Das ist leider nicht immer der Fall. Darüber hinaus mußt natürlich auch Du mit Deinen Kräften haushalten. Deshalb solltet ihr so schnell wie möglich einen Arzt konsultieren und Euch Unterstützung holen.

Alles Gute für Euch und melde Dich, wenn Du Hilfe brauchst.

Nora

Madeleine

Beitrag von Madeleine » 28:02:2006 17:27

Hallo Charles, wie geht es Euch?
Prima, wie Du Dich um Deine Frau sorgst, das ist nicht unbedingt selbstverständlich.Einige Dinge, die Du schilderst, hören sich wirklich zumindest grenzwertig an, so dass Deine frau, falls sie es jetzt nicht schon ist, durchaus in Gefahr ist, bald an einer Depression oder Zwangsstörung zu erkranken, ausgelöst durch Geburt, schlafdefizit, hohe verantwortung, Lebensumstellung e.t.c.Sei weiterhin für Sie da, so dass sie Dir ihre Gedanken mitteilen kann, auch evt.befremdende Gedanken.Dann kannst Du entsprechend reagieren, ich denke, Du kennst Dich jetzt durch die Beiträge hier schon damit ein bißchen aus.

Halte durch, ihe schafft das, es wird wieder besser.LG,Madeleine

valentina

Beitrag von valentina » 01:03:2006 20:13

Hallo Charles
Deine Frau kann sich glücklich schätzen einen solchen Mann zu haben. Vor allem finde ich toll, dass du dich dem Problem stellst und es nicht verdrängst. Die meisten Männer tun das, weil sie eigentlich Angst haben vor dem Zustand ihrer Frau und dann gar nicht soviel darüber wissen wollen. Die Betroffenen selbst erkennen häufig am Anfang gar nicht, was mit ihnen geschieht. Ich würde auch nicht mehr abwarten, sondern zu einem Facharzt gehen. Ich denke immer, wenn man früh handelt wirde vielleicht nicht so schlimm. Ich habe viel zu lange gewartet. Auch darum, weil ich grosse Angst hatte, mich jemandem anzuvertrauen. Ihr sprecht ja miteinander darüber. Ich denke, deine Frau ist sicher froh, wenn du ihr den Vorschlag machst, zu einem Arzt zu gehen. Sie merkt ja auch selbst, dass etwas nicht so gut läuft. Ich wünsche euch auf jeden Fall vie Glück und Kraft! :!: LG Valentina

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