Trennung wegen Postpartaler Psychose?

Hier können sich die Angehörigen der PPD/PPP-Betroffenen untereinander austauschen.

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Anke
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Beitrag von Anke » 18:12:2010 16:39

Hallo Joja,

ich hätte nicht gedacht, dass es zum jetzigen Zeitpunkt doch so weit kommt.

Damit auch Du Unterstützung hast, nimm Dir unbedingt auch einen Anwalt (falls nicht schon geschehen).
Bei Verheirateten ist es so, dass beide das Sorgerecht haben.
Dein Anwalt kann Dir sicher auch helfen, damit Du öfter Deinen Sohn sehen kannst.

Zudem musst Du ja zum momentanen Zeitpunkt einer Scheidung NICHT zustimmen, wenn Du es nicht möchtest (das Trennungsjahr muss nur dann NICHT eingehalten werden, wenn BEIDE die Scheidung möchten).

Alles Gute und viel Kraft weiterhin!
Viele Grüße von Anke

"Die Zeit heilt alle Wunden..."

Joja

Beitrag von Joja » 18:12:2010 16:42

Bin gerade schon auf der Suche nach einem Familienrechtler.
Die Antwort an die Anwältin habe ich aber zunächst selbst geschrieben, damit sie sich im klaren darüber ist, dass meine Frau - sollte es wirklich zu einem Sorgerechtsstreit kommen (was ich nicht hoffe) - wenig Chancen hat.
Die Anwältin weiß nämlich offenbar nichts von der Krankheit meiner Frau.

Naja, spätestens jetzt herrscht leider Krieg zwischen meiner Frau und mir.

Aber dann weiß ich ja, was ich auf die Aussage ihres Vaters ("Wir versuchen, sie von schwerwiegenden Entscheidungen abzuhalten.") zu halten habe.

Joja

Beitrag von Joja » 18:12:2010 17:30

Ich habe eben in einem anderen Forum einen sehr interessanten Eintrag gelesen. Darin ist die Rede von dem Phänomen, dass Frauen, die in ihrer eigenen Kindheit vom Vater vernachlässigt wurden, ihren Partner, sobald er auch Vater ist (also quasi nach der Geburt des eigenen Kindes), als böse ansehen, weil Väter nunmal in ihren Augen böse sind.

Was haltet Ihr davon? Klingt das plausibel oder nach totalem Quatsch.

Das würde nämlich hundertprozentig auf meine Frau passen!

Astrid

Beitrag von Astrid » 18:12:2010 19:21

Hallo Joja,

ich glaube, dass einzige, was Du tun kannst, ist ruhig bleiben. Nimm dir einen Anwalt und lass ihn die Sache regeln. Geh es nicht mit Wut, Traurigkeit und Rache an. Denk dran, sie ist krank.
Die Aussage: "Jetzt herrscht also Krieg zwischen meiner Frau und mir." hat mich erschreckt. Lass dich nicht auf dieses Niveau ein. Versuche es mit Abstand zu sehen. Du hast Rechte an deinem Kind, die kann dir keiner nehmen. Du hast auch das Recht, dass man Deine Bedürfnisse auch wahrnimmt und dich respektvoll behandelt.
Leider können anscheinend die Angehörigen deiner Frau das auch nicht, obwohl sie ja eigentlich nicht krank sind, oder???
Mir scheint das immer mehr ein nicht enden wollender Alptraum zu sein, und es tut mir so leid für Dich.
Bin froh, dass Du einen Therapeuten an deiner Seite hast, der dir helfen kann.
Die Aussage mit den vernachlässigenden Vätern kann ich so nicht nachvollziehen. Ich habe mich von meinem Vater nicht vernachlässigt gefühlt, er hat immer sehr viel gearbeitet und wir sind so aufgewachsen, in diesem Rollenschema (Vater Ernährer, Mutter Bezugsperson Nummer 1). Bei meinem Mann habe ich mir aber eine andere Rolle gewünscht, nicht nur die des Ernährers... . Vielleicht, weil ich die Rolle genauso gut hätte erfüllen können. Ich wollte mehr gleichberechtigt sein. Und nicht die ganze Verantwortung und Ängste alleine tragen, nur weil ich ja die Mutter bin.
Ich war neidisch auf meinen Mann, der sein altes Leben quasi behielt. Seine Arbeit, seine Freunde, seinen Körper... . Für ihn veränderte sich nichts, er bekam nur etwas dazu. Für mich änderte sich ALLES. Und oich hasse Veränderungen :-) . Ich hätte liebend gern mit ihm getauscht. Wie gesagt ich war neidisch und habe angefangen ihn dafür zu hassen. Aber das es ein Teil der Erkrankung war, diese komplette Ablehnung, das habe ich erst später erkannt. Wie gesagt, ich liebe meinen Mann über alles, ich bin so dankbar, dass er all das mit mir durchgestanden hat, das er nicht weggegangen ist, wie ich es ihm gesagt habe.
Vielleicht gibt es ja doch auch bei Euch noch irgendwo Hoffnung... .
Halte durch. Alles Liebe von Astrid

Joja

Beitrag von Joja » 18:12:2010 20:19

Vielen Dank für Deine mutmachenden Worte.
Das klingt ebenfalls sehr nach meiner Frau.
Sie hat mal sowas gesagt wie "DU fährst ja jeden Tag zu Deiner Arbeit".

Das Hauptproblem ist aber die Entfernung. Möglicherweise wäre alles schon wieder ein bißchen besser, wenn sie nicht bei ihren Eltern wäre sondern hier zuhause, auch wenn sie es nicht mehr als ihre Zuhause ansieht.

Eben hat sie mir geschrieben, dass ich an Weihnachten den Ehering mitbringen soll (die Ringe hatten ihre Eltern uns zur Hochzeit geschenkt und weil sie sie nunmal bezahlt haben, soll ich meinen nun zurückgeben - das kann sie knicken).

Dass die Angehörigen meiner Frau nicht krank sind, dafür würde ich die Hand nicht ins Feuer legen. Ihre Mutter gehört seit Jahren selbst in eine Therapie (das hat meine Frau bis zu ihrer Erkrankung sogar selbst noch gesagt). Mein Schwiegervater ist ein Egomane (sagt auch meine Schwiegermutter und meine Frau).

Inzwischen geht sogar der Onkel meiner Frau auf Abstand, weil er ihr Verhalten nicht gutheißen kann. Er ist der einzige in der Familie, der "sauber tickt". Er ist Kinderarzt. Er ist der einzige, von dem sie scheinbar noch irgendwas annimmt. Zumindest habe ich ihn noch auf meiner Seite und habe ihn über diese Erkrankung "aufgeklärt", soweit das in meinen Möglichkeiten liegt. Ich habe ihm auch von diesem sehr tollen und hilfreichen Forum erzählt. Davon war er auch begeistert. Kurzum: er weiß bescheid, wird bei Gelegenheit meinen Schwiegervater nochmal von Arzt zu Arzt ins Gebet nehmen, aber unser Telefonat hat niemals stattgefunden.
Er hat auch gesagt, dass meine Frau momentan sehr ihrer Mutter (seiner Schwester) ähnelt und dass ihm das Angst macht. Aus diesem Grunde hatte er jahrelang keinen Kontakt zu seiner Schwester. Meine Frau und ich hatten vor ein paar Jahren ironischerweise noch vermittelt und den Kontakt wieder hergestellt. Naja, so kann's kommen...

Abschließend noch eine Frage an Dich: wie lange hat es bei Dir gedauert, bis Du erkannt hast, dass Dein "Hass" ein Teil Deiner Krankheit war?

Astrid

Beitrag von Astrid » 18:12:2010 22:07

Joja, ich weiss es nicht mehr so genau. Bei mir hat es 10 Monate gedauert, bis man überhaupt festgestellt hat, was mit mir los ist. Aber bei mir war zuerst nur Angst, verzweiflung und Traurigkeit da mit unterschwelliger Wut. Dann war ich völlig emotionslos, in der schlimmsten Phase meiner Depression. Ich konnte nichts mehr empfinden, war innerlich wie tot.-Ich kann es nicht beschreiben. - Kann es jetzt auch nicht mehr begreifen.
Dann begann die Odyssee der Medikamente. Ich habe weitere 4 Monate gebraucht das richtige AD für mich zu finden, in der Zeit gab es "Hochphasen" voller Hoffnung, dass es besser wird, dann wieder totale Einbrüche. In dieser Zeit waren die Agressionen gegen meinen Mann besonders schlimm. Aber meine Therapeutin erklärte mir damals, dass ich auf dem Weg der Heilung war. Weil ich wieder etwas empfinden konnte. Wenigstens Wut... . Ich war nicht mehr ganz am Grunde der Depression. Dann, als ich das richtige AD hatte, ging es mir sehr schnell besser. Es war wie ein Auftauchen aus dem Dunkel, eine unglaubliche Erleichterung, als wenn einem ein Schleier vom Gesicht gezogen wurde. Und mit dieser Erleichterung, mit diesem Auftauchen aus der persönlichen Hölle, kam die Liebe zu meinem Kind und meinem Mann zurück. Nicht mehr nur der Gedanke, "du mußt sie doch lieben," sondern wirkliche Gefühle. Ich kann nicht behaupten, dass ab dann allles toll und gut war. Ich war immer noch eifersüchtig auf sein Leben und unzufrieden mit meinem, aber ich konnte wieder normal agieren. Ich versank nicht mehr in Verzweiflung, sobald mein Mann aus dem Haus mußte,und wir haben dann beide an unserem neuen Alltag gearbeitet, auch an mehr Freiräumen für mich. Ich konnte wieder kommunizieren und meine Bedürfnisse und Ängste ihm deutlich machen, und er hat mich ernst genommen. Es war ein sehr schwieriger Weg.
Ich weiss nicht, ob es deiner Frau zu Hause wirklich besser ginge. ich denke, die Krankheit bleibt sich überall gleich. Aber dein Einfluss wäre größer geblieben udn sie hätte sich vielleicht eher profesioneller Hilfe geöffnet. Die Entfremdung durch die Entfernung ist sicher nicht ohne. Und der Einfluß deiner Schwiegereltern ist in meinen Augen eher kontraproduktiv. Sie wollen ihrer Tochter sicher nur helfen und sie schützen und unterstützen, aber ich habe den Eindruck, dass sie nicht wahr haben wollen, dass sie da nicht die Richtigen sind. Wenn die Vorerkrankung deiner Schwiegermutter aber auch nie behandelt wurde, obwohl ihr Mann Arzt ist, wundert mich das langsam nicht mehr. Er ist vielleicht in der Hinsicht "Familienblind". Sehr sehr traurig. Aber ich glaube nicht, dass Du gross Einfluss nehmen kannst. Du kannst immer nur wieder beteuern, dass Du Deine Frau und dein Kind willst , vor allem auch bei deinem Anwalt. Wie gesagt noch ist es nicht vorbei. Lass dich nicht unterkriegen. Noch besteht Hoffnung.

Grüße von Astrid

Joja

Beitrag von Joja » 25:12:2010 13:04

Ich wünsche Euch allen Frohe Weihnachten und möchte Euch danken, für die Hilfe, die Ihr mir bis hierher gegeben habt.

Heute bin ich bei meinen Eltern. Morgen fahren wir meinen Sohn besuchen. Als ich meiner Frau gesagt habe, dass ich meine Eltern mitbringe, müssen wir uns nun in einem Café treffen.

Zum einen möchte ich, dass meine Eltern nach einem halben Jahr ihren Enkel mal wiedersehen, zum anderen möchte ich in der momentanen Situation nicht ohne Zeugen hinfahren.

Ich weiß jetzt (durch Verwandtschaft), dass ihr Vater die Situation offenbar halbwegs richtig einschätzt, sich aber gegen seine Frau und seine Tochter nicht durchsetzen kann. Na prima.

Irgendwie hatte ich mir unser erstes Weihnachten mit unserem kleinen Schatz anders vorgestellt. Ich fürchte, dass das Treffen morgen ein Fiasko wird.

Wie soll ich meiner Schwiegermutter entgegentreten, die in meinen (und nicht nur in meinen) Augen das Hauptproblem ist?
Wie soll ich meinem Schwiegervater entgegentreten, der zwar weiß, was lso ist, aber ein Weichei ist?

Es kotzt mich auch an, uns in einem Café zu treffen, wo unser Kleiner vermutlich noch nichtmal seine Geschenke (weil zu groß) auspacken kann. Ich würde so gern seine Augen sehen, wenn er die Sachen auspackt...

Naja...bin mal gespannt.

Mein großes Projekt im neuen Jahr wird sein, vorerst das alleinige Sorgerecht für unseren Sohn zu bekommen, um ihn aus dieser kranken Umgebung rauszuholen. Wie ich das machen soll, weiß ich noch nicht so richtig. Und das wird mich auch finanziell ruinieren, weil ich wohl meinen Vertrag irgendwie runterschrauben muss. Aber wenn es meinem Kleinen damit besser geht, muss es sein...

Tamani

Beitrag von Tamani » 25:12:2010 23:17

Hallo Joja!

Auch Dir ein Frohes Weihnachtsfest, obwohl Dir dieses Jahr wahrscheinlich nicht wirklich nach Weihnachtsstimmung zumute ist.

Ich wünsche Dir morgen ganz viel Freude an Deinem Kleinen und hoffe, Deine Frau läßt Dir genug Zeit, damit Du das Treffen auch genießen kannst. Das mit dem Café ist wirklich schade; als Deine Frau noch in der Klinik war, konntest Du ja wenigstens Zeit allein mit Deinem Sohn verbringen, aber das wird sie jetzt wohl nicht mehr zulassen.

So wie sich die Situation jetzt entwickelt hat, ist es sicherlich für Deinen Sohn das Beste, wenn er vorläufig zu dir käme. Das wurde Dir ja auch schon mehrfach hier im Forum empfohlen und ich bin froh, daß Du Dich nun zu diesem Schritt entschlossen hast, obwohl daß Deine Frau und Dich natürlich noch mehr entzweien wird. Aber wer weiß, vielleicht ist sie Dir doch eines Tages noch dankbar dafür...

Das Wichtigste morgen ist nicht, daß Dein Sohn seine Geschenke auspackt( das kann noch nicht mal mein Sohn mit 2,5 Jahren), sondern, daß er seinen Vater sieht. Ich denke, das ist für ihn schon das größte Weihnachtsgeschenk.

Alles Liebe,

Tamani

Joja

Beitrag von Joja » 31:12:2010 11:03

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch und hoffe, dass 2011 für uns alle ein gutes Jahr wird.

Das Treffen an Weihnachten mit meinem Kleinen war schön. Meine Frau hat zwar nahezu kein Wort mit mir geredet. Aber die Aussagen meiner Schwiegereltern haben mir zwischen den Zeilen gezeigt, wie überfordert sie mit der Situation sind.

Was meine Frau offenbar geärgert hat, ist, dass der Kleine auf meinem Schoß nicht gefremdelt hat. Weder mit mir, noch mit meinen Eltern.
Auch wenn meine Frau leise zu ihrer Mutter gesagt hat "Der fremdelt."

Er war total gut drauf...

Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wer diese Frau da ist. MEINE Frau war das nicht. Inzwischen bin ich mir auch echt nicht mehr sicher, wie das jetzt weitergehen soll. Irgendwann ist halt der Punkt erreicht, an dem man keine Gefühle mehr für jemanden hat. Ich hoffe inständig, dass sich das irgendwann wieder ändert, wenn sie wieder "zu sich kommen" sollte.

Für das neue Jahr wünsche ich mir eigentlich nur, dass meine kleine Familie wieder zusammen ist.

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kadisha
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Beitrag von kadisha » 31:12:2010 12:10

hallo joja

freu mich sehr fuer dich und den kleinen, dass das treffen so gut verlaufen ist!

ich hoffe fuer euch, dass dein frau wieder gesund wird und ihr trotz allem wieder zu einander finden werdet, auch wenn du es dir im moment nicht vorstellen kannst.
es kann nur besser werden. irgendwann wird sie, hoffentlich, einsehen dass sie krank ist und hilfe brauch.
bis dahin kannst du eigentlich nur fuer den kleinen da sein.

ich wuensche dir einen guten rutsch und ein besseres 2011.

alles liebe
Liebe Grüße!!!!

PPD seit März 2009
Hashimoto -> 150 Mikrogramm L-Thyroxin
15mg Cipralex

Tamani

Beitrag von Tamani » 31:12:2010 12:45

Hallo Joja!

Schön, daß Euer Treffen so gut gelaufen ist.
Kadisha hat eigentlich schon alles geschrieben, was ich Dir auch sagen wollte.

Ich wünsche Euch für das Jahr 2011 alles erdenklich Gute, daß Deine Frau wieder gesund wird und ihr endlich Euer Familienglück zu dritt genießen könnt.

Alles Liebe

Tamani

Joja

Beitrag von Joja » 01:01:2011 14:58

Ich bin gerade richtig angefressen.
Während meine Frau mir immer erzählt, wie krank unser Kleiner doch ist und dass er keine langen Autofahrten verträgt, weil er ja so krank ist, habe ich eben nur DURCH NACHFRAGEN erfahren, dass meine Frau mit ihren Eltern und dem Kleinen in Skiurlaub gefahren ist.
Da verträgt er die stundenlange Fahrt dann...

ICH KANN NICHT MEHR! ICH WILL DIESE FRAU NICHT ZURÃœCK!!! ICH HASSE IHRE ELTERN!!!

Euch allen ein gutes neues Jahr - auf dass er besser werde als das alte!

Feebie

Beitrag von Feebie » 04:01:2011 21:44

Hallo Joja,

ich kann deine Reaktion auf den Urlaub sehr gut verstehen.
Ich denke aber, das die Psychose nicht mehr der Grund für das Verhalten deiner Frau ist. Sie ist aber sicherlich der Auslöser für diese Misere gewesen.

Wenn ich bedenke, das ich in den 2 Jahren meiner PPD Phasen hatte, in denen ich meinen Mann haßte, ihn weg wünschte, ich die Möglichkeit in Erwägung zog, mich von ihm scheiden zu lassen, und das obwohl ich ihn abgöttisch liebte, dann wundert mich euer Werdegang nicht so sehr.

Einzig mein Wissen darum, das die Liebe zwischen mir und meinem Mann vor der Geburt einzigartig war, das wir überglücklich waren und noch knapp 2 Monate vor der Geburt unsere Traumhochzeit feierten, haben mich daran gehindert zu gehen. Aber ich mußte mich immer wieder daran erinnern, denn in den schlimmen Phasen vergaß ich das einfach.

Heute sind wir wieder glücklich und ich bin gesund (heute kann ich mir nicht mehr vorstellen das ich ihn verlassen wollte). Aber wenn auch nur ein Fünkchen vorher im Argen bei uns gewesen wäre, dann wäre ich vermutlich wirklich gegangen.

Ich will damit sagen, wenn ihr vorher schon Differenzen hattet, euch vielleicht häufig gestritten habt, euch uneins gewesen seid in einigen Dingen, dann kann ich mir durchaus vorstellen, das sich das bei ihr jetzt ins Unermeßliche gesteigert hat und somit ihr Trennungswunsch Tatsache ist. Euer Kinderwunsch spricht dagegen, aber manche Paare glauben ja auch durch ein Kind die Beziehung retten zu können. Wir wissen eben so wenig über eure Vorgeschichte.

Ich wünsche dir alles Gute und möchte dir deine Hoffnungen nicht rauben,
aber so wie es für mich aussieht, wird die Trennung Realität werden.
Du solltest schauen, das du so gut wie möglich mit dieser Situation zurecht kommst.

LG,
Feebie

mici

Beitrag von mici » 04:01:2011 22:17

Hallo Joja,

mir tut es auch nach wie vor sehr leid, wenn ich Deine Geschichte verfolge. Die Sache mit dem Rechtsanwalt habe ich Dir ja schon vor einigen Wochen empfohlen, es tut mir leid, dass das nun tatsächlich erforderlich werden könnte.
Mal angenommen, es bewahrheitet sich und Du und Deine Frau gehen foran getrennte Wege, was stellst Du Dir für Dich und Deinen Sohn vor? Ich meine, was wünschst Du Dir, einmal abgesehen von allen Widrigkeiten (Finanzen, Versorgung, Sorgerecht)? Würdest Du Deinen Sohn bei Dir haben wollen? Oder wäre es Dir lieber, er bliebe bei Deiner Frau und Du hättest die regelmäßige Möglichkeit, ihn zu sehen? Er kann schließlich nur bei einem von Euch dauerhaft leben, es sei denn, Ihr wollt ihn Woche für Woche "aufteile", doch hierfür sehe ich bei Deiner Frau nicht die nötige Kooperationsbereitschaft. Deswegen wird es früher oder später um genau diese Frage gehen und ich bin nach wie vor unsicher, was ich Dir eigentlich raten soll, weil ich nicht weiß, was Du Dir eigentlich wünschst.

Gruß,

MICI

Joja

Update

Beitrag von Joja » 12:02:2011 14:42

Hallo zusammen!
Nach langer Zeit mal wieder ein Update. Grundsätzlich hat sich an unserer Situation nicht viel verändert. Allerdings weiß ich jetzt (aus dem Kreise ihrer Familie), was im Bericht aus der Klinik steht. Sinngemäß: sie ist manisch und projiziert alles Böse auf mich.
Inzwischen habe ich leider feststellen müssen, dass ich nichts mehr für sie empfinde. Dafür hat sie mir zu übel mitgespielt. Unserem Sohn geht es gut. Er ist ein ganz toller Junge, der sich prächtig entwickelt. Ich versuche, ihn so oft es geht und die Finanzen den weiten Weg zulassen, zu sehen.
Nach und nach wendet sich ihrer Verwandtschaft von ihr ab (also nicht die Eltern), weil sie ihr Verhalten missbilligen.
Sie hat mir auch endlich ein Attest aus der Klinik gezeigt. Sie sagt, dass sie das gesund schreibt. Von "gesund" steht da aber nix drin. Nur, dass sich in der Klinik ihre Probleme (z.B. mangelnde Kritikfähigkeit, etc.) "deutlich gebessert" haben und dass sie aus ärztlicher Sicht arbeitsfähig ist (als ob sie jemals arbeiten würde). Von "gesund" steht da nichts.

Ihr neuester Splin: Alle Nas' lang teilt sie mir mit, dass sie jetzt einen Interessenten für unsere Schnauzerhündin hat. Es ist zwar IHR Hund, aber das hat sie die letzten Monate auch nicht interessiert. Wenn die Hündin weg wäre, müsste ich MEINEN Hund auch abgeben, da er sonst tagsüber GANZ allein wäre. Und das kommt nicht in Frage.

Wie gesagt: als ich das letzte Mal dort war, habe ich gemerkt, dass sie einfach nur noch böse ist und ich kein Interesse mehr daran habe, dass sie zurück kommt. Glücklicherweise geht es dem Kleinen gut und er fremdelt nicht.

Alles nicht so erfreulich, aber ich konnte leider meine Gefühle nicht ewig konservieren. Aber dadurch, dass ich gemerkt habe, dass ich sie nicht mehr liebe, geht es zumindest MIR ein wenig besser. Ich habe damit abgeschlossen.

Viele Grüße!
Joja

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