verzweifelte Vorstellung

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Marika
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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von Marika »

Du hast recht, eine Pille die dein Leben ändert gibt es nicht. Aber es gibt die, die dich psychisch stabilisiert, gesund macht und dich stark FÜR das Leben macht. Stark um Entscheidungen zu treffen, dein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Die Klink ist keine Flucht, sondern im höchsten Maße verantwortungsbewusst!
Liebe Grüße von
Marika

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schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Nat86
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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von Nat86 »

So, nun bin ich seit heute in der Klinik. Ich fühle mich total mies und weiß nichts mit mir anzufangen hier.
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Marika
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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von Marika »

Du hast den ersten schweren Schritt geschafft, großes Kompliment, denn das ist nicht leicht für dich gewesen. Du bist großartig!

Jetzt musst du erst mal ankommen... versuch Schritt für Schritt zu denken und nicht zuweit in die Zukunft. Wo bist du denn? Hast du da alleine ein Zimmer, oder wie ist es da? Magst du ein bißchen erzählen von deinen Eindrücken?
Liebe Grüße von
Marika

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Schneeflocke
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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von Schneeflocke »

Auch von mir ein großes Kompliment! ❤️ Du hattest es nicht leicht, aber es war die richtige Entscheidung. So kannst du hoffentlich zur Ruhe kommen und bekommst die nötige Hilfe, die du eben in Moment brauchst! Wir sind für dich da!
Nat86
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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von Nat86 »

Ich danke Euch beiden von Herzen für Eure Worte.
Ich bin in Oberursel; dort wo ich schon mal war. Ich habe eine nette Zimmernachbarin und die Station ist insgesamt sehr freundlich eingerichtet und das Personal sehr nett.

Es gibt dort Mütter mit Ihren Kindern. Das ist für mich schwer zu sehen, weil ich weiß, dass mein Mädchen nicht bei mir ist. Aber Vermissen tue ich sie auch nicht; dann denke ich mir: Du bist nicht normal. Das ist so nicht richtig. Habe gestern auch schon mehrfach geweint und die Pflege mit Gesprächen genervt, weil ich nicht weiß, wohin mit mir und meinen ganzen Gefühlen. Am Donnerstag wird erst über meine Medikation entschieden. Es fällt mir unheimlich schwer, im Moment zu sein. Ich denke mir: ich muss irgendwas tun, um bald zu heilen, aber so funktioniert das ja auch vermutlich nicht. Die Nacht heute war auch nicht gut. Dass ich jemals wieder normal schlafen kann, kann ich mir schon gar nicht mehr vorstellen.
alibo79
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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von alibo79 »

Guten Morgen, ich finde es positiv, dass du in der Klinik schon mal ein nettes Umfeld hast, das macht es bestimmt einfacher. Und klar möchte man, daß es jetzt endlich losgeht mit Therapie und Programm, damit man das Gefühl hat es tut sich was. Ich hatte damals in der tagesklinik meine ich fast 2 Wochen ohne groß Programm, dass war schon komisch und ich fühlte mich falsch dort, und dann hat es auch noch eine ganze zeit gedauert, bis ich gemerkt habe, jetzt geht es bisschen besser.
Ist am Donnerstag Visite? Werden dann Medikamente besprochen? Ich habe den Eindruck, dass du drm Thema Medikamente recht offen bist.
Kannst du uns morgen vielleicht bescheid sagen, wie der weitere Ablauf ist?
Liebe Grüße
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Nat86
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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von Nat86 »

Danke Alibo. Ja genau, am Donnerstag ist Visite und die Medikamente werden besprochen. Ich bin da auch offen bzw. ist das auch mit ein Grund, warum ich in die Klinik gehe, weil es hier viel schneller mit den Medikamenten geht als ambulant.

Ich habe so eine große Angst, dass ich nie wieder ein normales Leben führen werde.
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Marika
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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von Marika »

Ich finde auch, dass sich das Umfeld in der Klinik gut anhört.

Diese Angst nie wieder gesund zu werden, kann ich zu 100 % verstehen. Ich war überzeugt, dass sich alle irren, mein Arzt und mein Umfeld ... und dass ich nicht nur unheilbar bin, sondern einen schlechten und gestörten Charakter habe. Ich habe mein Kind nie vermisst, wenn man es mir mal abgenommen hat. Ich war am Ende und bereitete mich darauf vor für immer in einer Psychatrie bleiben zu müssen... Nichts davon ist eingetreten, ich bin gesund geworden und das wirst du auch.

Ja bitte halte uns auf dem Laufenden wie es weiter geht...
Liebe Grüße von
Marika

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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von Nat86 »

Danke für Deinen immer währenden Zuspruch Marika. Im Gegensatz zu Dir hatte ich wohl
schon vorher eine Depression; nur wusste ich das nicht. Mein Leben vor meiner Tochter war auch nicht schön, wenn ich jetzt darüber nachdenke. An was soll ich festhalten? Das ist mein größtes Problem.
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Marika
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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von Marika »

Du wirst staunen, auch ich hatte schon mein ganzes Leben mit Zwangsgedanken und starken Ängsten zu tun. Es waren immer Phasen, in denen es mir auch psychisch nicht gut ging. Nur habe ich nicht gewusst dass das bereits eine psychische Erkrankung ist. Mein Glück war, dass ich immer ein Umfeld hatte, das mich aufgefangen hat. Aber meine Grundauffälligkeit besteht schon seit meiner Kindheit.
Und so geht es hier nicht Wenigen.

Woran sollst du dich festhalten... ich überlege gerade woran ich mich festgehalten habe. Mir fällt das Forum hier ein und der letzten Hoffnung, dass das was die Frauen mir schreiben auch für mich wahr sein kann. Manchmal habe ich mich buchstäblich an mir selber festgeklammert.... mich selbst umschlungen und geweint, geweint, geweint... geschrien vor Schmerz und irgendwie trotzdem weitergemacht.
Liebe Grüße von
Marika

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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von Nat86 »

Danke Marika, ich denke auch, dass bei manchen die Erkrankung dann nach der Geburt so richtig ausbricht; schon vorher aber Probleme existiert haben, die man nicht wahrhaben wollte.

Immer wieder beschäftigt mich aber die Frage, ob ich vielleicht gar nicht krank bin und ich vielleicht nur das Leben mit Mann und Kind nicht möchte und meine Psyche so dagegen rebelliert, dass ich Schlafstörungen etc. habe.
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Marika
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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von Marika »

Das kenne ich auch, diese Frage. Viele Betroffene haben genau diese Befürchtung, sie ist aber "nur" ein Symptom der Krankheit und entspricht nicht der Realität.
Liebe Grüße von
Marika

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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von Nat86 »

Aber vielleicht bei mir ja doch. Das wäre wirklich möglich.
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Marika
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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von Marika »

Die Chancen dass man dir helfen kann und du gesund wirst, sind viel, viel höher.
Liebe Grüße von
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alibo79
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Re: verzweifelte Vorstellung

Beitrag von alibo79 »

Genau, die Wahrscheinlichkeit dass du gesund wirst ist soviel höher, als die Wahrscheinlichkeit krank zu bleiben, dass zeigen auch viele wissenschaftliche Studien. Und genau dieser Gedanke nicht gesund zu werden haben ganz viele depressive, ist eben ein Symptom.
Und ich habe in der depression auch lange an meiner Ehe gezweifelt und auch ich hatte vor der ppd schon eine psychische Karriere hinter mir , nur leider erst im Nachhinein erkannt ( Ängste, Depressionen, Magersucht, essstörungen, Verlust Ängste, PA usw). Und trotzdem konnte mir geholfen werden und auch für dich wird ganz bestimmt eine Lösung gefunden, das kannst du mir glauben :D :D
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
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Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
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