Wenn ich mich vorstellen darf...

Hier können sich unsere Mitglieder vorstellen

Moderator: Moderatoren

Antworten
Themie

Wenn ich mich vorstellen darf...

Beitrag von Themie » 08:05:2013 21:22

Hallo zusammen!

Mein Name ist Theresa und ich bin 26 Jahre alt. Vor 5 Monaten wurde mein Sohn geboren.

Im November 2011 wurde ich zum ersten Mal schwanger, jedoch war dieses Glück nur von kurzer Dauer. Ich hatte eine Fehlgeburt unter der ich sehr litt.
Im März 2012 wurde ich sofort wieder schwanger. Ich war die glücklichste Frau auf der ganzen Welt. Die Schwangerschaft verlief bis zur 19. Woche problemlos. Dann kam ich mit einem Harnwegsinfekt in's Krankenhaus, welcher dort mit Antibiotika Infusionen behandelt wurde. Ich malte mir schreckliche Dinge aus (vorzeitiger Blasensprung, vorzeitige Wehen,...). Ich bekam Panik dieses Kind wieder zu verlieren.
Als ich wieder "gesund" entlassen wurde, hatte ich daheim meine erste Panikattacke. Viele von euch werden wissen wie sich das anfühlt.

Und so begann der Albtraum!

Vor lauter Angst und Panik waren wir 2-3 mal die Woche zum Ultraschall oder CTG. Wenn mein Sohn "Schlaftage" im Bauch hatte, weckte ich ihn zig mal auf (Bauch schütteln, tiefes Einatmen,...) nur um sicher zu gehen, dass er noch lebt :-(. Ich konnte nirgends mehr entspannt sein, stand unter Strom!
Gleichzeitig mit der panischen Angst kamen furchtbare Zwangsgedanken gegen ihn und die Schwangerschaft! Dafür hasse ich mich heute noch! Plötzlich wollte ich die Schwangerschaft nichtmehr. Ich liebe ihn so sehr und verstehe bis jetzt nicht, wie ich nur so sein konnte.

Mein Sohn war die ersten 4 Monate ein Schreibaby und ich bin mir sicher, dass diese schreckliche Schwangerschaft der Grund dafür war.
Manchmal schaue ich ihn an und könnte nur weinen. Der kleine Mann hat das doch alles nicht verdient :-(.

Vielleicht erging es jemandem hier ähnlich? Wie haben sich eure Kinder entwickelt? Was steckt hinter diesen Zwangsgedanken und warum treten diese auf?

Danke im Voraus!

Traurige Grüße!

Benutzeravatar
Marika
power user
Beiträge: 8260
Registriert: 04:06:2005 16:05

Beitrag von Marika » 09:05:2013 8:37

Hallo meine Liebe,

schön, dass du jetzt bei uns bist, auch wenn die Umstände natürlich alles andere als schön sind. Aber du bist bei uns sehr, sehr richtig - wir alle verstehen hier zu 100 % was du garde durchmachst.

Wenn ich eines kenne dann sind das ZG. Auch ich hatte ganz arg unter diesen zu leiden, aber noch nicht in der Schwangerschaft - bei mir fing der Horror kurz nach der Geburt an. Das spielt aber keine Roll - ZG sind immer das gleiche: Sie haben eine enorme Angst als Hintergrund, dazu kommt meist etwas wenig Selbstvertrauen und nicht selten wie z.B. auch bei dir - ein traumatisches Erlebnis. Deine Fehlgeburt und er Harnwegsinfekt haben eine solche Angst um dein damals noch Ungeborenes erzeugt, dass diese in ZG umgeschlagen sind.

Wenn du mal Zeit hast und schauen magst - ich habe schon sehr viele Beiträge über das Thema ZG verfasst. Es gibt auch sehr gute Bücher, die wunderbar erklären, was ZG sind und dass die Biester eigentlich völlig harmlos sind, da sie weder ausgeführt werden noch das bedeuten, was sich da an Gedankenmüll aufdrängt.

Frage: hast du immer noch ZG? Warst du schon mal bei einem Arzt?

Einen lieben Drücker - wir werden dir helfen, keine Sorge - das wird wieder!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Themie

Beitrag von Themie » 09:05:2013 21:08

Liebe Marika!

Oh Mann, ich mache mir solche Vorwürfe meinem Sohn gegenüber.
Ständig habe ich Angst um ihn. Ich leide nach wie vor unter den ZG. Was mir auffällt: Sobald ich aus irgendeinem Grund extreme Panik um ihn bekomme, sind die ZG fast weg. Anscheinend beschäftigen mich dann so die Sorgen, dass ich keine ZG habe. Sobald aber alles wieder "normal" ist, kommen die ZG dreimal so schlimm zurück. Sie sind einfach immer und überall da z.B. unter der Dusche, beim einkaufen...selbst wenn ich einen Satz sagen möchte schwirren sie mir im Kopf herum.

Ich war während der Schwangerschaft bei 2 Psychologinnen und 1 FA für Psychiatrie.

Psychologin Nr.1: Ich saß ihr heulend gegenüber und sie erklärte mir nur, dass ich zuviel auf mich alleine gestellt sei. Mein Partner solle sich doch mehr Freiräume schaffen (schwer möglich, da er Selbständig ist). Termin Nr. 2 hatte ich gut einen Monat später. Es war ein heißer Sommertag, ich schwanger und Fahrzeit war eine gute Stunde. Sie hatte mich und einen anderen Klienten gleichzeitig hinbestellt. Somit nahm ich meine Tasche und fuhr wieder nach Hause. Ich fand sie sehr unkompetent und wollte keinen weiteren Termin bei ihr!

Psychologin Nr.2: Sie sagte mir, dass ich unter ZG leide. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte irgendwie nicht die Kraft erneut hin zu gehen. Ich glaube, dass sie mir hätte helfen können.

FA für Psychiatrie: dieser wollte mir aufgrund der Schwangerschaft keine Medikamente verordnen.

Wie machten sich die ZG bei dir bemerkbar und weißt du einen Grund dafür?

Liebe Grüße, Theresa

Benutzeravatar
Marika
power user
Beiträge: 8260
Registriert: 04:06:2005 16:05

Beitrag von Marika » 10:05:2013 9:34

Hallo du,

bei mir fing alles 5 Wochen nach der Geburt meines Sohnes (8) an: Ich hatte schreckliche Albträume, schlief nur noch oberflächlich, weil ich dauernd Angst hatte, ihn nicht weinen zu hören. Dann fingen die ZG so richtig an: Ich hatte immer vor Augen, wie ich ihm Gewalt an tut - jede nur erdenkliche Situation hat mein Gehirn genutzt, um einen ZG daraus zu machen. Ich war am Boden zerstört, ich hatte mir dieses Baby so gewünscht, ich liebte es doch so sehr und plötzliche solche abscheulichen, furchtbare Gedanken in meinem Kopf. Für mich war klar - ich bin ein Monster, ich bin verrückt geworden und man muss mein Kind vor mir schützen. Eines Tages wollte ich mein Baby meinen Eltern "schenken" und mich selber einweisen lassen, weil ich mir sicher war, dass mein Kind bei mir in Gefahr war und man mich für immer wegsperren würde. Diese Hölle zu beschreiben geht mit Worten gar nicht, diese Ängste auszudrücken, dafür existieren nicht genug ausdrücke. Durch die ZG wurde ich dann so richtig depressiv, konnte mein Kind nicht mehr versorgen. Ich war nur noch am weinen, es wechselten sich Panikattacken, mit Angstgedanken ab - dazwischen tausende von ZG.

Zwänge und ZG sind aber sehr gut behandelbar und auch die Hintergründe sind sonnenklar, wenn man sich mit der Thematik beschäftigt. Das habe ich getan, nach dem ich mich durch das Forum hier und meine Eltern durchringen konnte, mich meinen Hausarzt anzuvertrauen. Der erkannte sofort was los war - 3 Tage später war ich schon beim Psychiater, bei dem ich eine Therapie anfing und ein AD bekam. Nach und Nach wurde es besser und heute bin ich schon lange gesund - keine ZG mehr, mein Leben ist heute besser als je zuvor. Ich muss aber eine kleine Dosis AD für immer nehmen, da ich schon vor der Schwangerschaft latent zwanghaft und depressiv war - bei mir ist es also chronisch.

Die Hintergründe für Zwänge und ZG sind immer die selben: Menschen die sehr sensibel und lieb sind, die alles "unter Kontrolle" (meist unbewußt) haben wollen, die eher ein geringes Selbstwertgefühl haben. Bei solchen Menschen brincht der Zwang am ehesten durch. Die Gedanken an sich sind normal: Jeder Mensch hat solchen "Gedankenmüll was wäre wenn..." - nur bei den Gesunden filtert das Gehirn diese Gedanken gleich aus, weil es erkennt, dass es sich tatäschlich um unwichtige Gedanken handelt. Bei uns aber funktioniert dieser Mechanismus nicht ganz richtig, die Gedanken bleiben "hängen" wir nehmen sie verstärkt war und erschrecken davor, wir wollen sie nicht haben, denn sie erscheinen uns als komplett konträr von dem was wir wollen. Wir versuchen sie zu verdrängen und genau DAS verursacht dann aber wieder neue solche Gedanken. Es kommt zu ANGST und aus dieser entsteht der neue ungewollte Gedanke - der Zwangsgedanke ist geboren. Der Kreis aus Angst-ZG-Angst-ZG.... ist geschloßen und dreht sich munter in unseren Köpfen. Obwohl wir meist ja wissen, dass diese Gedanken völlig absurd sind, ist es nicht so leicht, diese Kette zu druchbrechen. Denn auch der Botenstoffwechsel im Gehirn spielt eine Rolle dabei: Meist ist bei Zwänglern der Botenstoff Serotonin zu niedrig. Ist dieser mit einem AD wieder richtig eingestellt, werden die Angst und ZG schon mal alleine dadurch viel besser. Mit der richtigen Therapie (bewährt hat sich die kognitive Verhaltenstherapie) kann dann der Rest sehr gut bearbeitet werden.

Ich empfehle immer folgendes Buch: "Der Kobold im Kopf - die Zähmung der Zwangsgedanken" von Lee Baer (er ist ein bekannt amerk. Therapeut für Zwänge und ZG). Dieses Buch erklärt haargenau was ZG sind, wie sie entstehen und was es für Therapiemöglichkeiten gibt. Und man versteht eines: ZG sind HARMLOS, sie werden NIE ausgeführt, auch wenn sie sich noch so grausam anfühlen. Denn sie spielgen NICHT das wieder, was für wirklich wollen und fühlen.

Meine Liebe ich kann dir nur ans Herz legen: Kontaktier doch wieder die 2. Therapeutin!!!!!!!! Sie kann dir mit Sicherheit helfen. Wenn du nichts tust kommt das einer Selbstfolter gleich, denn du leidest vor dich hin, obwohl es super gute Hilfe gibt!!!! Wir haben hier so viele Frauen, die genau das kennen, was du erlebst und allen konnte geholfen werden - dafür muss man aber über den Schatten springen und wirklich Hilfe holen. Das ist nicht leicht, ich weiß und kann das gut verstehen. Auch ich versuchte es zuerst zu ignorieren - es ging nicht. Aber eines ist ganz sicher: Dir kann super geholfen werden und du kannst dein Leben mit deinem Süßen genießen!!! Vergeude keine Zeit mehr, nimm das Telefon und versuch noch heute Hilfe zu holen. Und wenn es nur der Hausarzt ist, der dir eine Überweiseung für einen Therapeuten oder Psychiater ausstellt. Dieser könnte dir sogar auch schon ein AD aufschreiben, mit dem zu Beginnen könntest, bis du einen Thermin bei einer Fachperson hast. So war das bei mir auch: Der HA hat mir ein AD gegeben, die Therapie begann aber glücklicherweise auch sofort.

So, das war jetzt sehr viel. Aber mir tut es immer so weh, wenn jemand wegen ZG so leidet. Was meinst du zu all dem?
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Sanna
power user
Beiträge: 922
Registriert: 17:03:2013 14:36
Wohnort: Ruhrgebiet, NRW

Beitrag von Sanna » 10:05:2013 11:04

Das war zwar jetzt nicht mein Thema, aber ich wollte nur schnell was loswerden:

Marika, du bist spitze!!

Wenn das nicht Mut macht, was dann??

Liebe Grüße, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

mama4

Beitrag von mama4 » 11:05:2013 0:44

Hallo Theresa,

auch von mir ein herzliches Willkommen. So wie Marika schon sagte, wirst du hier viele Frauen finden, die das gleiche durchmachen oder durchgemacht haben, wie du. Ich selber war nach der Geburt meiner Großen und bin zur Zeit leider wieder von ZG betroffen. Auch ich kann dir nur raten, dir Hilfe zu holen. Es funktioniert und kann schon schnell wieder zumindest etwas Sonnenschein in dein Leben bringen. Der Weg ganz gesund zu werden, wird wahrscheinlich etwas länger sein, aber er lohnt sich. Ich drücke dir ganz feste die Daumen.

@Marika:
Danke für deinen offenen und ehrlichen Bericht. Es tut einfach immer wieder gut zu erfahren, dass man mit seinen "monströsen" Gedanken nicht alleine ist und sie hier offen benennen kann, dass es anderen ganz normalen Frauen genauso passiert, wie einem selbst. Das allein nimmt dem Ganzen schon viel von seinem Schrecken.

LG an euch beide.
mama4

Benutzeravatar
Marika
power user
Beiträge: 8260
Registriert: 04:06:2005 16:05

Beitrag von Marika » 11:05:2013 9:46

Mensch ihr Lieben - ich danke von Herzen für die lieben Worte!!! :-)
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Themie

Beitrag von Themie » 13:05:2013 18:15

Hallo ihr Lieben!

Es tut wirklich gut zu hören, dass man nicht alleine ist!

Auch mein Sohn ist ein geplantes Wunschkind. Ich bin schockiert welche furchtbaren Dinge in meinem Kopf herum schwirren. Es ist unglaublich mühsam dagegen anzukämpfen.
Ich hatte auch schon die Blitzidee, meinen Sohn zur adoption frei zu geben, damit er zu einer "guten" Mama kommt. Andererseits wird mir dann wieder klar, dass ich eine gute Mama bin und mein bestes gebe.

Marika du baust einen wirklich auf!
Ich hab mich bis heute niemandem anvertrauen können, weil ich mich so schäme :-(.

Derzeit bin ich auch gegenüber meinem Partner sehr gereizt. Könnte ihn nur anbrüllen und fühle mich im Stich gelassen.

Gibt's denn nicht die Möglichkeit sich selbst zu "heilen"?

Marika, du hast es mit dem Wort "Selbstfolter" auf den Punkt gebracht!

Liebe Grüße, Theresa

Benutzeravatar
Marika
power user
Beiträge: 8260
Registriert: 04:06:2005 16:05

Beitrag von Marika » 14:05:2013 7:51

Hallo,

also die Aussicht sich selbst zu "heilen" bei ZG und/oder Depressionen ist früchte ich nicht nur gering, sondern geht gleich null. Du kannst aber sehr viel zur Selbsthilfe tun, indem du z.B. Bücher ließt. Das, dass ich dir empfohlen habe, enthält auch Übungen die man in deiner Therapie lernt, wenn man an ZG leidet. Die kann man zu Hause machen. Nur hat sich gezeigt, dass wenn man das alleine macht ohne regelmässige Therapiestunden, es fast nicht umzusetzen ist. Denn man braucht einfach ganz individuelle Anleitung, gerade wenn es um Zwänge geht. Sonst wird das Arbeiten alleine daheim ebenfalls zur Selbstfolter.

Das Buch (es gibt noch viele andere sehr gute, aber das ist eines der besten) würde ich auf jeden Fall lesen, daneben aber ganz schnell ärztliche Hilfe holen. Denn um so schneller gehts dir besser und du kannst dein Leben wieder genießen. Je länger du wartest, umso heftiger kann es werden und du vergeudest wertvolle Lebenszeit, die unwiederbringlich ist.

Nochmal: Ruf doch Ärztin Nr. 2 an, du hattest das Gefühl, sie könnte dir helfen!!!!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Graureiherin

Beitrag von Graureiherin » 15:05:2013 14:40

Hallo Ihr,

ich habe vor 20 Jahren bereits unter ZG´s gelitten und mit niemandem darüber geredet, mich angefangen selber zu verletzten, da ich dachte ich bin böse... grausig die Erinnerung daran Insgesamt ging es 4 Jahre. Damals hat man mir keine Diagnose Zwangserkrankung gegeben (war nicht so bekannt? etc. etc. Mit der Geburt 2012 wurde die Zwangserkrankung wieder losgetriggert und ich bekam diesmal sehr schnell die Diagnose. Zuerst war ich geschockt, aber dann habe ich Zeit damit verbracht mir Hilfe zu holen. Ich bin nun bei einer Therapeutin die auf Zwänge spezialisiert ist und nehme Cipralex. Mir geht es so unwahrscheinlich viel besser! Deswegen auch mein Rat: Hole Dir so bald wie möglich Hilfe! Bei der Deutschen Gesellschaft für Zwangserkrankungen kann man anrufen und Therapeuten in seiner Näher erfragen. Ich glaube aber auch Schatten und Licht hat eine Therapeutenliste.

Und Marika wie immer super spitze!! deine Beiträge speziell im Bereich Zwänge und Co. Wie bringst Du nur diese Zeit und diese tollen Worte auf...

mit Grüßen

an euch alle eure Graureiherin

Themie

Beitrag von Themie » 21:05:2013 21:30

Hallo zusammen!

Leider komme ich erst jetzt zum antworten, Mann und Kind halten mich auf trapp ;-).

Das mit dem "sich selbst verletzen" kenne ich auch. Wenn die ZG unerträglich wurden habe ich aus Verzweiflung auf meinen Kopf geschlagen,damit es einfach aufhört.

Derzeit bin ich meinem Partner gegenüber extrem gereizt. Es scheint, als gäbe ich unbewusst ihm die "Schuld" an meinem derzeitigen Zustand. Er stürzt sich in Arbeit, kommt eigentlich nur zum schlafen heim. Unseren Sohn ziehe ich eigentlich alleine groß.

Marika, ich überlegen wirklich stark, Therapeutin Nr.2 zu kontaktieren. Irgendwie fehlt mir die Kraft und die Mut :-(

Schönen Abend zusammen!

Liebe Grüße, Theresa

Benutzeravatar
Marika
power user
Beiträge: 8260
Registriert: 04:06:2005 16:05

Beitrag von Marika » 22:05:2013 7:35

Hallo,

ja, das ist eigentlich fast typisch, die Männer fühlen sich sehr hilflos dieser Krankheit gegenüber. Sie drücken das oft mit einer Distanz aus, also gehen viel arbeiten. Ist das erst seit jetzt so, oder arbeitet er generell viel?

Die Ärztin anrufen, wäre der allereste und allerwichtigste Schritt jetzt. Ich weiß, dass es ganz schwer ist über diese Hemmschwelle zu springen, man hofft ja insgeheim immer noch, dass "es von alleine weggeht". Ging mir damals genau gleich ... Bis es so schlimm war, dass nichts mehr ging und ich nur noch um Hilfe winselte.

Lass es nicht so weit kommen, hol dir Hilfe - du kannst gesund werden, vergeude dafür nicht auch nur noch einen einzigen Tag.

Ich schick dir viel Kraft für "den Schritt"!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Graureiherin

Beitrag von Graureiherin » 22:05:2013 14:18

Hallo Du,

ich kann mich Marika nur anschließen. Geh ganz, ganz schnell zu einer Therapie! DU must Dir helfen lassen.

Mein Lebensgefährte konnte mich in der Akutphase auch nicht wirklich verstehen. Er konnte mir allerdings praktisch helfen, wie die Telefonnummer meiner Kontaktperson für "Schatten und Licht" ausfindig machen... mich in die Grundregeln des Schreibens im Forum einweisen, mein Optimismustagebuch mit mir schreiben etc.
Er nimmt auch an meiner Therapie anteil, aber in weiten Teilen ist ihm meine Erkrankung sehr fern. Er versteht es theoretisch kann sich aber selber nicht einfühlen.

Was ich damit sagen will ist, dass Du Dir zu allererst Hilfe holen solltest/musst. Das ist eine ganz wichtige Grundvoraussetzung für alles weitere. Evtl. kannst Du danach gestärkter an eure Beziehung. Weil Verantwortung für die Kinder habt ihr beide zu gleichen Teilen. IMMER, egal ob einer von euch zur Arbeiten geht.

viel, viel Mut für Dich!!!!

Graureiherin

Antworten