Schwangerschaftsdepression

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Claudi*

Schwangerschaftsdepression

Beitrag von Claudi* » 22:02:2017 14:38

Hallo, ich heiße Claudi, bin 28 Jahre alt, habe eine fast 4 jährige Tochter und bin in der 27.SSW. Schon nach der Geburt meiner Tochter hatte ich eine Wochenbettdepression, jetzt habe ich eine Schwangerschaftsdepression und weiß nicht, wie ich diese überwinden soll. Ich habe heute nach fast 8 Wochen eine psychosomatische Klinik verlassen, aber besser geht es mir eigentlich nicht. Es fühlt sich so an, als würde ich mein Leben nicht mehr wollen, sprich meine Kinder, meinen Mann und mein Haus ausgeben und verlassen. Ich kann mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen, aber ich bin momentan so unglücklich, dass ich mit jeder Option verzweifelt bin.

Graureiherin
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Re: Schwangerschaftsdepression

Beitrag von Graureiherin » 24:02:2017 22:41

Hallo Claudi,

Willkommen hier bei uns. Es wird Dir gut tun hier zu lesen und zu schreiben.

Auf welche Erfahrungen kannst Du zurückgreifen? Ich frage das, weil es wichtig ist, wenn man auf ein Hilfsnetz aus Freunden, Büchern, Therapeuten, Erfahrungen etc. zurückgreifen kann. Hast Du nach der ersten PPD eine Thera gemacht, ist diese evtl. wieder verfügbar? Welche Medis nimmst Du?

Wenn es Dir zwischen erstem Kind und jetziger Schwangerschaft besser ging, dann hast Du doch schon viel erreicht gehabt. Vielleicht musst Du dieses Wissen einfach wieder reaktivieren und stärken?

mit herzlichem Gruß und die Sonne wird bestimmt wieder scheinen!
die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
langsame Reduzierung auf 5 mg Escitalopram seit Juli 2017
Verhaltenstherapie beendet seit September 2017

Claudi*

Re: Schwangerschaftsdepression

Beitrag von Claudi* » 25:02:2017 19:10

Eine Therapie habe ich nicht gemacht, ich nehme wegen einer Angststörung schon seit einigen Jahren Paroxetin, dadurch ging es dann nach einigen Wochen wieder. Ich wollte mir das Buch "wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche" kaufen, es war leider nicht mehr verfügbar und der Titel tut mir schon so weh, dass ich heulen könnte. Habt ihr einen Buchtipp für mich?
Momentan bekomme ich 20mg Citalopram, weil Paroxetin in der Schwangerschaft nicht befürwortet wird, aber zufrieden bin ich damit nicht, ich habe das Gefühl, dass es gar nichts bringt. Ich habe gestern mit dem Arzt darüber gesprochen, er möchte über das Wochenende darüber nachdenken, ob wir auf Sertralin umsteigen.

Filomena

Re: Schwangerschaftsdepression

Beitrag von Filomena » 25:02:2017 22:00

Liebe Claudia,

Das Buch habe ich auch, aber konnte es ehrlich gesagt zur schlimmen Zeit nicht lesen.Erst als es mir besser ging, da fand ich es auch gut.
Während meiner Krise konnte ich leider allgemein kaum lesen aber ich habe mir oft Autogenes Training und Meditationsgeschichten auf CD angehört, hat mich etwas beruhigt. Vielleicht ist das auch was für dich?
Auch Schwangerschaftsyoga fand ich entspannend.

Ich wünsche dir viel Kraft, es wird wieder!!

LG Filomena

Claudi*

Re: Schwangerschaftsdepression

Beitrag von Claudi* » 26:02:2017 12:24

Hallo Filomena, ich kann mich momentan schlecht konzentrieren. Ich versuche es jeden Tag mit autogenem Training oder PMR, aber die innere Unruhe bleibt. Neben den 20 mg Citalopram nehme ich auch noch 2 - 3 Kytta Sedativum.

Astrid77
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Re: Schwangerschaftsdepression

Beitrag von Astrid77 » 26:02:2017 23:22

Hallo! Ich hatte meine Depression erst nach der Geburt, also kann ich dir zu Medikation leider keine Tipps geben. Das Buch ist allerdings gut, es hat mir geholfen zu erkennen, dass ich nicht alleine bin. Aber es war auch mich während der schlimmen Zeit fast schon ein bisschen traumatisierend, nur "irgendwas" in der Richtung zu lesen. Auch hier in diesem Forum zu lesen, fiel mir schwer, habe davon weinen müssen etc. Dann habe ich auch gemerkt, ich kann überhaupt nichts mehr lesen, auch nicht TV schauen. Es war mir alles zu viel. Ich glaub das kann man einfach mal so hinnehmen.
Während der Schwangerschaft hab ich mir auch oft gewünscht, das Kind würde sich wieder zurückverwandeln und irgendwann wäre ich gar nicht mehr schwanger. Das waren glaube ich Ängste vor dem Ungewissen. Mir hat Tavor immer geholfen (erst nach dem Abstillen) - vielleicht gibt es etwas pflanzliches beruhigendes? icvh weiß ja, das ist leicht gesagt, mir wollten sie in der Apotheke nicht mal ein Nasenspray geben wegen der Schwangerschaft.... LG Astrid
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1. Kind 1/2013 keine PPD

2. Kind 12/2014 PPD 1 Monat später

Sertralin, Cymbalta, Venlafaxin, Mirtazapin, Lyrica durchprobiert und wieder abgesetzt.
Momentan ohne Medikament - mal mehr und mal weniger stabil.

Claudi*

Re: Schwangerschaftsdepression

Beitrag von Claudi* » 27:02:2017 9:42

Guten morgen, ich nehme bei Bedarf Kytta Sedativum, und momentan ist der Bedarf 2-3 x täglich. Tavor geht in der Schwangerschaft mal ausnahmsweise, aber nicht regelmäßig, bzw. mehrfach täglich, da die Entzugserscheinungen ziemlich stark sind. Ich finde es unmöglich abzuwägen zwischen meinen seelischen Bedürfnissen/Schmerzen und der Gefahr mein Kind könnte dadurch geschädigt werden. Ich schäme mich so sehr, dass ich das Baby nicht mehr möchte, um mir diesen Kummer zu ersparen. Ich kann und will nicht mehr, ich sehe nichts positives mehr in meinem Leben und habe so unglaubliche Angst vor der Zukunft

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kadisha
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Re: Schwangerschaftsdepression

Beitrag von kadisha » 28:02:2017 21:05

hallo liebe claudi
herzlich willkommen hier bei uns.
Seit wann geht es dir in der Schwangerschaft schon so schlecht?
Weisst du wie es angefangen hat? Gibt es eventuell einen Auslöser?

Ich denke bevor du das AD wechselst, könntest du die Dosis erhöhen. Ich glaube beim Citalopram kann man auf 40mg hoch.
20mg sind wohl daher nicht ausreichend, da du in der SS ja auch mehr Blutvolumen hast. Besprich das am besten noch mal mit deinem Arzt.
Aber das wird besser sein, als eine Umstellung und Tavor.
Liebe Grüße!!!!

PPD seit März 2009
Hashimoto -> 150 Mikrogramm L-Thyroxin
15mg Cipralex

Claudi*

Re: Schwangerschaftsdepression

Beitrag von Claudi* » 01:03:2017 9:26

Guten morgen. Es hat in der 20.SSW angefangen, jetzt bin ich in der 29.SSW. Das Citalopram möchte mein Arzt nicht erhöhen, da Studien wohl gezeigt haben, dass viel nicht viel hilft, schade eigentlich.
Der Auslöser war wahrscheinlich eine Blutung in der 19. SSW, dabei kamen die Sorgen aus der 1. Schwangerschaft, bzw. der Geburt wieder hoch und ich konnte an nichts anderes mehr denken.

Anna81

Re: Schwangerschaftsdepression

Beitrag von Anna81 » 01:03:2017 9:40

Hallo Claudi.

Ich habe auch In der zweiten Schwangerschaft eine Depression gehabt. In der Zeit habe ich das Escitalopram auf 15mg (entspricht 30mg Citalopram) erhöht und erst die 15mg hatten bei mir gut gewirkt. Mein Doc hat mir erklärt, dass das mit dem schnelleren Stoffwechsel in der Schwangerschaft zusammen hängen kann. Auch Embryotox hatte die Erhöhung befürwortet...
Was ihr macht, ist natürlich deine Entscheidung. Ich kann dir nur berichten wie es bei mir damals war...

Habt ihr (du und dein Doc) schon mal Kontakt mit Embryotox aufgenommen?

LG
ANNA

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