Die schlimmste Zeit meines Lebens

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Celeste
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Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Celeste » 13:10:2019 19:54

Guten Abend an euch da draußen ♥️

Ich gehe momentan durch eine schlimme Zeit, .. durch die schlimmste Zeit meines Lebens. Es ist, als ob man in einem fürchterlichen Alptraum steckt nur mit dem wissen, dass man sich aber in der realen Welt steckt .. also mitten im Leben.

Jetzt mal von vorne:

Ich leide schon seit ca. 10 Jahren an Agoraphobie, die habe ich aber als nicht so schlimm empfunden. Habe anfangs Menschenmassen und große Plätze eben gemieden und nachdem Citalopram 20mg gut gewirkt hat, ging auch das problemlos. Habe jedesmal, wenn wir ein Kind geplant hatten, das Citalopram ausgeschlichen. Ging auch ohne Probleme. Habe 2 ältere Kinder ( ohne PPD ). Im Sommer habe ich unser drittes Kind entbunden. Ich hatte große Schwierigkeiten mit dem Stillen - Baby wollte nicht wirklich von der Brust trinken. Also wurde es zugefüttert, dann wollte das Baby doch die Brust, nun kam aber nicht genug. Dieses Spiel ging paar mal hin und her. Nachts alle 2 Stunden füttern und wenn ich nicht am füttern war, dann am abpumpen. Bis der große Crash kam: Ich hatte das einschlafen verlernt. Es klingt vielleicht komisch, aber es war tatsächlich so. Jedesmal, wenn ich am einnicken war, bin ich mit einem Angstzustand aufgewacht. Richtige Panik. Es ging gar nichts mehr! Die Angstzustände wurden von Dauer und blieben irgendwann ganz, mit einer schweren Depression in der Tasche. Ich dachte wirklich, ich bin am verrückt werden.

Ich rief meine Hebamme an, die jedoch davon nichts wissen wollte und antwortete, dass dies nicht ihr Fachgebiet sei. Ich rief mein Frauenarzt an, der aber meinte, ich solle zum Hausarzt. Der war aber in Urlaub. Also rief ich die Vertretung an, die wiederum meinte, dass der Frauenarzt zuständig sei.

Ich fühlte mich verloren. Alles war am auseinanderbrechen und niemand konnte mir helfen. Ich ging zur Hausarztvertretung und bestand darauf, dass sie mir etwas verschreibt. Sie verschrieb mir Opipramol und Tavor 0,5. Ich hatte viel über Tavor gelesen und war vorsichtig mit der Einnahme. Ich habe sie insgesamt ( Zeitraum 6 Wochen 4x genommen. Ohne beruhigende Wirkung zu spüren. Opipramol habe ich 2 Tage genommen und dann wieder gelassen, da ich dauergeschlafen habe. Ich rief nochmal bei der Vertretung an und fragte, ob ich nicht wieder Citalopram einschleichen kann. Sie war einverstanden. So schlich ich ganz langsam ein. Ich hatte dann einen Termin bei einer Psychiaterin die mir dann noch Promethazin verschrieb. Anfangs halfen sie, aber machten den Tag drauf sehr matschig. Dann bekam ich Olanzapin 2,5 für die Nacht. Damit fuhr ich ganz gut, außer dass man sich ein wenig fremdgesteuert fühlt. Das hat bisschen genervt.

Aber bald habe ich für die Nacht nichts mehr gebraucht und nahm nur noch Citalopram ( zudem Zeitpunkt bei 30mg angelangt ). So ging das 2 Wochen gut.

Letzte Woche dann der große Rückschlag ... nachts um 2 Uhr. Ich bin aus dem Tiefschlaf wieder mit einer Angstattacke aufgeschreckt die gar nicht mehr enden wollte: Unruhige Beine, zittern, Angst, Panik, Übelkeit. Der Horror war zurück. Ich konnte alleine den Alltag nicht mehr wuppen und da mein Mann schon eine Weile zu Hause war musste eine Lösung her. Elternzeit. Nun waren die Tage sehr schlimm. Ich war bei der Psychiaterin ( bei einer anderen, die erste war nur ihre Vertretung ) und die hat noch ein viel dramatischeres Bild gemacht. Sie hat null versucht mich zu beruhigen. Im Gegenteil. Ich habe dort nunmal geweint auf die Frage, an was ich denken würde, wenn ich Angstzustände bekomme. Im weinen sagte ich dann, dass ich an meine Kinder denke. Sie schüttelte den Kopf und meinte gleich, dass das ambulant niemals was wird.
Ich war am Boden zerstört. Denn Klinik halte ich in diesem Zustand nicht aus. Ich brauche meine Familie.
Meine letzte Sicherheit .. mein Hafen. Sie konnte das so gar nicht verstehen und fragte meinen Vater ( der zum Gespräch mitgekommen war ), ob ich schon immer so ,gebunden‘ war.

Ergebnis ist, dass sie das Citalopram auf 40 mg hochdosiert hat. Andere Medikamente wollte sie mir nicht aufschreiben.

Heute bin ich wieder mit einer heftigen Panikattacke aufgewacht. Der Zustand ließ gar nicht mehr nach. Habe mich allein in der Psychiatrie sitzen sehen, am durchdrehen, am ,alles verlieren‘ , meine Kinder, die enttäuscht und traurig sind, mein Mann der mich verlässt.

Es ist grauenvoll und nicht zum aushalten.

Wer von euch hat das ohne Klinik durchgehalten? Mit den gleichen Symptomen? Und mit welchen Medis? Ich wäre so so dankbar für jeden Ratschlag ♥️
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
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Mel
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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Mel » 14:10:2019 8:41

Liebe Celeste,
herzlich Willkommen im Forum und schön dass duden Weg hierhin gefunden hast.
Ich kann dir leider gerade nicht ausführlich antworten.
Bei mir hat es damals genauso angefangen wie bei dir. Weil ich eine Schwangerschaftsvergiftung hatte, musste mein Sohn 6 Wochen früher entbunden werden. Die Zeit im Krankenhaus war so schwierig, dass ich einfach nicht mehr schlafen konnte aufgrund von Angstzuständen. Medikamentenempfehlungen dürfen wir hier natürlich nicht geben. Mir hat damals Mirtazapin zum Einschlafen geholfen, und ich nehme es bis heute in niedriger Dosis, weil ich aber nicht stabil bin, nehme ich nun auch Sertralin. Mirtazapin macht abersehr müde und ich komme morgens schlecht aus dem Bett.
Es gibt viele Frauen die die schlimme Zeit ohne Klinik schaffen, aber manchmal ist sie nötig und hilfreich. Es gibt einige Kliniken, in die du dein Baby mitnehmen kannst, vielleicht auch in deiner Nähe? Manchmal ist auch eine spezielle Beratungsstelle sehr hilfreich. Und es gibt auch Therapeuten, die sich gut mit PPD auskennen. Schau mal in die Liste von Schatten und Licht. In welcher Region wohnst du denn?
Du wirst hier viel Hilfe und Zuspruch bekommen,
Ich wünsche dir ganz viel Kraft!
Alles Liebe
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Setralin
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen

Celeste
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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Celeste » 14:10:2019 9:03

Liebe Mel,

danke dir für die Antwort ♥️.

Es gibt in der Nähe eine Klinik mit Mutter-Kind-Station. Dazu fühl ich mich aber nicht in der Lage 😢 Auch wenn man dort Hilfe bekommt, nicht die Hilfe, die ich hier zuhause habe. Mein Mann kümmert sich um alles, weil ich momentan einfach nicht imstande bin 🙁

Kennst du das Gefühl?
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Melli79
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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Melli79 » 14:10:2019 9:26

Liebe Celeste,

das was du beschreibst kenne ich.
Genau so war es bei mir. Es geht einem schon so schlecht und dann hat man jemanden der einem nur eine Möglichkeit vor Augen hält und das verstärkt die Angst noch. Und so kommt man in einen Zwiespalt von "ich brauche meine Sicherheit zu Hause" und das Gesagte der Psychiaterin "das wird ambulant nichts" und das verunsichert einen noch viel mehr und das Gefühl schaukelt sich hoch bis in die Verzweiflung.

Ich kann dir nur sagen, dass die Horrorbilder die du gerade im Kopf hast(von der Klinik, deinen Kindern...) durch deine Angst genährt werden und es niemals so schlimm sein wird wie du es dir in den schlimmsten Szenarien in deinem Kopf ausmalst.

Ich bin damals(1996) auch nicht in eine Klinik gegangen, hatte die selben Bilder im Kopf wie du. Ich habe mich von Termin zu Termin gehangelt immer mit dem Gedanken im Hinterkopf dass, wenn es noch schlimmer wird, ich immer noch in die Klinik fahren kann ich es aber zu Hause schaffen will. Ich habe das auch geschafft!!

Ob ich es wieder so machen würde? Nein, eher nicht.
Heute sehe ich das tatsächlich anders. Ich bin 2016 freiwillig in einer Klinik gewesen
die ich mir selber ausgesucht habe. Und die Zeit dort war wirklich gut und hat die Angstphase verkürzt. Das hat dazu geführt, dass ich den Schrecken davor verloren habe weil ich völlig andere Bilder im Kopf habe als die vor denen ich Angst hatte. Ich glaube ich hätte mir einiges an Angst erspart wenn ich das früher gemacht hätte.

Du wirst es schaffen egal für welchen Weg du dich entscheidest! Es gibt immer mehr als nur eine Option!
Kannst du es organisieren, dass erstmal jemand zu Hause bei dir/euch ist? Damit du einen Ansprechpartner hast und dich sicherer fühlen kannst?
Und dann kannst du in Ruhe überlegen was du meinst was du brauchst und dann die entsprechenden Schritte gehen.

Das schlafen verlernen, wie du es so schön sagst, hat übrigens einen hormonellen Grund. Weil in der Panik Stresshormone den ganzen Körper fluten und einige Zeit brauchen um abgebaut werden zu können, verhindern sie den Übergang ins schlafen und du schreckst in der Kippe zum Schlaf hoch.
Das kenne ich auch. Das wird aber wieder besser und geht ganz weg!!!

Ich drücke dich

Melanie

Celeste
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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Celeste » 14:10:2019 9:42

Liebe Melanie, danke für deine Antwort ❤️

hatte unter deinem Post auch schon geantwortet 🙂

Mein Mann ist da. Würde auch gar nicht anders gehen. Liege nur auf der Couch und bin nicht fähig etwas zu tun.

Vorhin musste ich in die psychiatrische Ambulanz für eine Blutentnahme ( Um d. Citalopram-Spiegel zu bestimmen ). Ich konnte da, obwohl es nur 3 Minuten Fußweg sind, nicht alleine hin. Mein Körper ist im Dauerangstmodus. Angst und Panik. Es fühlt sich so schlimm an 🙁

Wenn jemand mich fragt, wie sich mein Zustand anfühlt, antworte ich immer:,, Es fühlt sich an, als wenn du richtig heftig erschreckt wirst, dieser Schreck/ Angst aber dauerhaft ist plus eine schwere Depression.

Es ist die Hölle. Ich nehme nun schon fast 6 Wochen Citalopram. Es wurde auch wirklich besser. Aber vor einer Woche, schlagartig, fing alles von vorne an. Ich versteh das nicht.
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Melli79
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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Melli79 » 14:10:2019 9:48

Liebe Celeste,

das was du beschreibst mit dem dauerhaftem Schreck sind die körperlichen Reaktionen der Angst. Solange das da ist, ist auch die Angst da auch wenn du sie nicht als solches spürst.

Hast du mal erklärt bekommen was im Körper bei Angst passiert und was das alles für Symptome macht?

Celeste
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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Celeste » 14:10:2019 10:13

Nein, leider wurde mir das nicht erklärt 🙁
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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Melli79 » 14:10:2019 10:39

Ich könnte mir vorstellen, dass dir das erstmal helfen würde zu verstehen was da überhaupt mit dir passiert.
Ich habe damals ganz viel darüber nachgelesen und auch in der Therapie gelernt.

Kurzfassung:

Bei Stress oder Angst(egal ob real oder gedanklich) reagiert der Körper mit dem aktivieren des Nervensystems(Symphatikus) mit entweder Kampf oder Flucht (wenn beides nicht geht mit Erstarren)
Für das Kämpfen oder Fliehen brauchst du viel Energie also schießen Stresshormone los und bewirken folgende Veränderungen im Körper:
Klares denken wird abgeschaltet, damit man reflexartig regieren kann und nicht lange nachdenkt, denn das kostet Zeit die man nicht hat wenn man(vermeintlich) in Lebensgefahr ist
Der Blutdruck geht hoch(Ohrenrauschen,Augenflimmern...)
Die Blutverteilung im Körper bewirkt kalte Hände und Füße(um vor Verletzungen geschützt zu sein) und fließt in die inneren Organe weil da mehr Blut benötigt wird
Die Mukelspannung steigt(Zittern, Beben...)
Die Atmung wird schnell und flach, kann bis zur Hyperventilation führen( Kribbelnde Lippen,Hände
Der Herzschlag wird stäker(Klopfen merke ich bis in den Hals)
Um das System vor Überhitzung zu schützen schwitzt man, entweder doll oder nur Hände und Fußsohlen
Trockener Mund
Schwindel
Tunnelblick
kein Hunger
evtl anfangs starker Harn/Stuhldrang um Last abzuwerfen

Und weil man sich das alles nicht erklären kann zieht man falsche Rückschlüsse und die Katastrophengedanken entstehen.

Aber das alles macht der Körper um dein Leben zu erhalten, aus keinem anderen Grund!!!

Ich hoffe das die das etwas hilft :wink:

Celeste
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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Celeste » 14:10:2019 12:58

Liebe Melli,

das ist so so nett von dir, dass du dir die Mühe gemacht hast, den Text zu erfassen.
Klingt alles logisch. Aber warum halten Angstzustände bei mir stundenlang an? Kann das der Körper? So stark stundenlang so zu reagieren? Es ist so anstrengend. Ich liege nur auf der Couch und versuche den Zustand irgendwie auszuhalten.
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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Melli79 » 14:10:2019 13:25

Jo, der Körper kann das!
Warum es so ist gilt ja in der Therapie raus zu finden.
Fakt ist das der Teufelskreis nicht durchbrochen wird und deswegen bestehen bleibt. Die Schonhaltung auf dem Sofa(die ich auch kenne) führt dazu, dass man seine Muskeln nicht wirklich nutzt, und so die Stresshormone nicht(wie z.B. in einem Kampf oder einer Flucht vor einem Raubtier)abgebaut werden können.

Wenn es dem Körper irgendwann zu viel wird, fährt der Gegenspieler auf, der Parasymphatikus. Der bewirkt dann das Runterfahren. Kann sich auch doof anfühlen weil ein gestresster Körper dann spontan "Zwangsentspannt". Ist aber auch nicht gefährlich.

Wenn es erstmal so wie bei dir und auch bei mir zur Zeit ist, dass man so lange weit oben ist, dauert es auch etwas bis sich man sich wieder im normalen Bereich einpendelt.

Dein Körper funktioniert also ganz normal und gesund nur dass es den Löwen der dich bedroht nicht sichtbar gibt.

Das kann übrigens auch ohne psychische Erkrankung durch simplen langanhaltenden Stress entstehen.


Du schaffst das!!!!

Vielleicht guckst du mal dass du nebenbei ganz viel Wissen über diese Vorgänge ansammelst.
Mein Psychiater sagte mal:"Sie müssen zum Fachmann ihrer eigenen Störung werden"
Das Half mir aus der totalen Hilflosigkeit raus.

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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Celeste » 14:10:2019 13:46

Melli, könnte ich dir eine Pn schreiben?
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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Melli79 » 14:10:2019 14:44

Ja na
klar

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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Mel » 14:10:2019 16:32

Liebe Celeste,
alle deine Symptome kenne ich zu gut und kann mich Melli nur anschließen. Ich war lange in diesem Panikmodus und habe ihn auch jetzt noch oft, nur kann ich jetzt besser damit umgehen. Bewegung hilft auf jeden Fall!!
Tut mir leid, dass ich nicht so ausführlich antworten kann, aber ich selber stecke gerade auch noch in der Krise und mein Kind ist krank.
Schreibe ruhig immer ins Forum, wenn du dich allein fühlst oder Zuspruch brauchst. Hier gibt es ganz viele tolle Frauen, die schon viel geschafft haben und dich an ihrem Wissen teilhaben lassen.
Alles Liebe
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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Celeste » 14:10:2019 18:42

Hallo Mel,

danke dir für deine Antwort. Bewegung ist irgendwie im akuten Angstzustand nicht möglich bei mir. Ich bin wie erstarrt, meine Atmung wird total langsam, mir wird übel, ich kann nichts essen und liege nur im Bett und bin am verzweifeln und weine. Dann fallen Sätze wie, dass mich jemand in die Klinik fahren soll. Obwohl ich das gar nicht will. Mein Mann fragt mich dann immer, was ich glaube, was sie in einer akuten Phase machen können, außer Beruhigungsmittel geben. Er hat ja recht. Im akuten Fall passiert erstmal nichts weiter.

Nehmt ihr in so akuten Situationen etwas? Oder wie haltet ihr das aus? Ich lese hier immer wieder von Frauen, die trotzdem den Alltag alleine meistern. Für mich momentan undenkbar! Mein Mann musste jetzt Elternzeit nehmen.

Danke euch so sehr für eure Hilfe ♥️
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Re: Die schlimmste Zeit meines Lebens

Beitrag von Mel » 14:10:2019 20:20

Liebe Celeste,
glaub mir, egal ob zu Hause oder in der Klinik, auch du wirst es schaffen, alleine den Tag zu meistern.
Aber es braucht erstmal ganz viel Unterstützung und Zeit!
Gut, dass dein Mann jetzt da ist. Du kannst auch eine Haushaltshilfe beantragen, damit du erstmal nicht alleine mit allem bist, wenn bei deinem Mann die Elternzeit endet. Die richtigen Medikamente, Therapie und so viel Unterstützung wie möglich sind wichtig. Und eine gute Tagesstruktur, z.B. Babykurse, treffen mit Freunden oder Familie an bestimmten Wochentagen.... Ich weiss, dass kannst du dir im Moment alles nicht vorstellen, aber es wird dir besser gehen und du wirst das schaffen! Auch wenn es stationär sein wird- dort wird dir geholfen.
Ich denk an dich
Mel
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