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Greta
Beiträge: 2
Registriert: 28:12:2020 10:40

Hallo

Beitrag von Greta »

Liebe Mädels,
nun endlich bin ich so mutig mich diesem Thema zu stellen und möchte mich euch gerne kurz vorstellen. Ich habe mit 40 Jahren vor 9 Monaten mein erstes und letztes Kind gesund per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Unsere Tochter ist ein absolutes Wunschkind und ich liebe sie über alles. Dennoch haben mich bereits während der Schwangerschaft depressive Phasen und Zwangsgedanken begleitet, die sich leider in den letzten Monaten fortgesetzt und auch teilweise verstärkt haben.
In meinem Leben vorab ohne Schwangerschaft würde ich sagen, dass ich mit den üblichen Gefühlsschwankungen zu kämpfen hatte, die einem das Leben aufgrund diverser Situationen bietet. Depressionen und Zwangsgedanken spielten eher weniger eine Rolle.
Ganz furchtbar war die Geburt, die ich aufgrund von Corona ohne meinen Mann durchstehen musste. Der Hormonabfall im Anschluss, die einsamen Tage im Krankenhaus und ein eventueller Herzfehler bei meiner Tochter (hat sich als Fehldiagnose herausgestellt) waren die Hölle. Auch wenn ich mir dieses Kind über alles gewünscht habe und wahnsinnig dankbar für diesen kleinen Menschen in meinem Leben bin, überwältigt mich manchmal diese Verantwortung. Mache ich alles/vieles richtig? Wird sie eine sichere Bindung und ein Urvertrauen aufbauen können? Bin ich in der Lage, mich immer adäquat um sie zu kümmern? Wann hören diese quälenden Gedankenspiralen endlich auf? Ich würde das Ganze gerne ohne Medikamente schaffen und habe nun mit regelmäßigem Sport begonnen. Außerdem hoffe ich ganz sehr auf eine unbeschwertere Zeit nach Corona und die Möglichkeit, die Elternzeit doch noch so nutzen zu können, wie ich mir das für mein Baby und mich gewünscht hätte.
Bislang habe ich mit niemandem über die Zwangsgedanken gesprochen, weil Scham und Verlustängste stärken waren. Als ich jedoch das erste Mal in diesem Forum viele eurer Geschichten gelesen habe, standen mit Tränen in den Augen und ich habe mich zum ersten Mal nicht mehr all zu verrückt gefühlt. Dieser Gedanke mit all diesen Gedanken und Gefühlen nicht alleine zu sein, habt mir bereits jetzt schon wahnsinnig geholfen. Euch allen schon jetzt ganz lieben Dank für euren Mut eure Gefühle so offen auszusprechen und als Gesprächsgrundlage zur Verfügung zu stellen.
Ich bin sehr gespannt auf einen gemeinsamen Austausch und wünsche euch erstmal alls Liebe.
Catha
Beiträge: 42
Registriert: 29:12:2020 22:07

Re: Hallo

Beitrag von Catha »

Liebe Greta, willkommen von meiner Seite. Ich selbst bin noch nicht lange hier aktiv, leide aber schon länger unter einer PPD und habe noch keine Erfahrungen, die es mich besser gehen lassen.
Ich denke aber, dass du den Austausch suchst, ist ein erster wichtiger Schritt. Medikamente müssen nicht sein, aber vielleicht denkst du mal darüber nach, einen Therapeuten zu konsultieren, der mit dir deine Gedanken bearbeiten kann. Du musst da nicht allein durch und professionelle Hilfe schadet nicht, wenn es die nicht gut geht. Und schämen musst dich nicht, du kannst nichts für dein aktuelles Befinden.
Löwenmutter
power user
Beiträge: 108
Registriert: 08:08:2018 9:47

Re: Hallo

Beitrag von Löwenmutter »

Liebe Greta,

Schön dass du dich angemeldet hast. Der Austausch ist sehr wichtig und tut gut. Du hast ja schon viel gelesen...jede ppd ist anders und irgendwie verbindet uns doch alle, dass sie diese eigentlich so schöne Babyzeit so schwer macht.
Zuerst einmal zu deinem Gedanken ob du alles/ vieles richtig machst. Es gibt ja im Grunde kein richtig oder falsch. Jede Mutter( oder auch jeder Vater) findet irgendwie ihre weg. Du beschreibst wie sehr du dein Kind liebst. Das spürt sie und sie merkt dass du für sie da bist. Du kommst wenn sie weint und du prüfst was sie hat. Du gibst ihr die Brust oder das Milchfläschchen, du trägst und tröstest sie, redest mit ihr und hilfst ihr beim Einschlafen....das alles gibt ihr alle Sicherheit die sie braucht. Völlig egal wie genau du das machst. Und wichtig ist auch: du bist nicht alleine für sie verantwortlich. Am Anfang natürlich noch mehr aber nach und nach kannst du Verantwortung abgeben. Zuerst an den Papa, an Oma und Opa, vielleicht hat eine Freundin Lust regelmäßig Zeit mi in ihr zu verbringen, irgendwann die Tagesmutter oder der Kindergarten...
Ich bin auch der Typ Mutter der oft ein schlechtes Gewissen hat. Aber eigentlich braucht man das nicht haben. Die Kinder freuen sich über andere Kontakte. Als Baby ist es vielleicht erstmal nur ein Spaziergang mit Oma oder der Nachbarin und später der Vormittag im Kindergarten.

Den Ratschlag mit dem Therapeuten würde ich sofort unterschreiben. Mir hat die Psychologin sehr geholfen. Es gibt bei Schatten und Licht ja auch eine Liste mit Fachleuten. Allgemein tut es gut über die Probleme zu sprechen denn dann werden 2 Sachen immer wieder deutlich :
1. viele sind betroffen
2. alles wird gut

Weiß dein Mann Bescheid? Es wäre bestimmt sehr erleichternd ihn mit einzubeziehen. Mein Mann war mir eine unglaubliche Stütze und mindestens so wichtig wie die Psychotherapeutin.

Ich wünsche dir alles Gute, es bleibt nicht so wie es jetzt ist. Das Leben wird auch wieder leicht. Bei mir ist es sogar 2 mal wieder gut geworden, mach Kind 3 und nach Kind 4 :)
Fühl dich gedrückt, bleib Stark
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3. Kind 2018 PPD ( MuKi- Klinik verhaltenstherapie escitalopram)
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Marika
power user
Beiträge: 8521
Registriert: 04:06:2005 16:05

Re: Hallo

Beitrag von Marika »

Herzlich Willkommen liebe Greta!

Du hast einen großen Schritt gemacht indem du dich dafür entschieden hast, dich hier zu öffnen. Das Reden über die PPD hat mir enorm geholfen. Wie du schon schreibst: man merkt plötzlich dass man mit Nichten alleine ist und das alleine bringt schon Erleichterung. Schön, dass du das bereits auch so fühlen kannst.

Vielleicht bist du beim Lesen auch schon über einen meiner Beiträge gestolpert... dann weißt du vielleicht auch, dass mein Hauptsymptom ZG gegen mein Kind waren, dass ich mir doch so gewünscht hatte. Es war schrecklich, ich fühlte mich als Monster. Als ich dann hier her kam und merkte, dass dieses Symptom sogar weit verbreitet ist bei einer PPD und es total ungefährlich ist - aber unglaublich belastend ist, fiel mir schon mal der erste Stein vom Herzen.

Weiters hat mir sehr meine Therapie geholfen und mein Medikament, sowie auch teilweise Alternative Medizin und Sport. Du hast schon die ersten Schritte gemacht, du wirst mit der Zeit sehen und spüren, was noch nötig ist um gesund zu werden.

Ich freue mich sehr auf Austausch - frag alles was dir auf der Seele brennt.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Greta
Beiträge: 2
Registriert: 28:12:2020 10:40

Re: Hallo

Beitrag von Greta »

Ihr Lieben,

habt ganz lieben Dank für eure lieben und aufbauenenden Worte. Ich werde mich nun auf den Weg machen und schauen, welche Unterstützung am besten zu mir passt. Ich habe bereits einen Termin bei meiner Gynokäkologin, um eine Hormonanalyse zu erstellen.
Ich denke, dass Psychotherapie wegen Corona momentan eher schwierig umsetzbar ist, bzw. die Plätze eher begrenzt.
Ich halte euch auf dem Laufenden.

Winterliche Grüße
Greta
Henne
Beiträge: 2
Registriert: 28:01:2021 15:51

Re: Hallo

Beitrag von Henne »

Hallo Greta,

ich weiß genau wie du dich fühlst. Ich mach das auch gerade durch mit den ZG. Wo ich gelesen habe, dass ich nicht die einzige bin, die damit zu kämpfen hat, war ich auch sehr sehr erleichtert. Ich hatte als Kind schon mit ZG zu kämpfen. Doch jetzt sind sie auch gegen mein eigenes Kind gerichtet und es ist einfach nur furchtbar. Ich liebe doch mein Kind so sehr und würde ihr nie etwas antun. Ich hatte mir das Buch "Tyrannen im Kopf" gekauft und es hat tatsächlich etwas geholfen. Darin wird beschrieben wie man mit solchen Gedanken umgehen muss und das sie halt nur Gedanken sind, keine Empfindungen, keine Handlungen, keine Realität. Eigentlich bloß Gedanken. Doch ich weiß was sie für eine Macht haben können wenn sie sich erstmal festgesetzt haben.

Wegen einem Therapieplatz überlege ich auch schon hin und her, doch es wird so sein, wie du bereits geschrieben hast. Es wird wohl schwer sein an einen geeigneten zu kommen, gerade auch wegen Corona momentan.

Ich drück dich und du - wir sind nicht alleine damit!

Liebe Grüße Henne
Catha
Beiträge: 42
Registriert: 29:12:2020 22:07

Re: Hallo

Beitrag von Catha »

Wegen eines Therapieplatzes empfehle ich euch mal noch die Nummer 116117, laut deren Aussage sollen da wohl Ärzte und Therapeuten geführt sein, die freie Plätze haben. Wurde mir zumindest am Telefon gesagt.
Versuchen schadet es ja nicht...ich drücke die Daumen, dass ihr schnell die richtige Unterstützung findet!
Henne
Beiträge: 2
Registriert: 28:01:2021 15:51

Re: Hallo

Beitrag von Henne »

Danke Catha. Ich werde wohl erstmal die angegebenen Therapeuten auf der Liste kontaktieren. Doch da diese Therapeuten in einer Fachklinik sind, weiß ich nicht so recht ob es das richtige für mich wäre. Ich kann ja auch über die von dir angegebene Rufnummer zeitgleich, einen geeigneten Therapeuten suchen. Möchte mich da eigentlich einem Therapeuten im Schwerpunkt Zwangsgedanken anvertrauen.

Vielen Dank für deine Hilfe.

Liebe Grüße Henne
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