3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

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Graureiherin
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Graureiherin »

Hallo Ihr,

ich konnte nicht stillen bzw. nur die ersten vier Wochen. Dann kam die Umstellung aufs Fläschchen. Ich darf sagen, das war überhaupt kein Problem!

Das Ganze ist jetzt 10 Jahre her.... Phu, Zeit vergeht! (Hier ein Spezialgruß an Marika ! grins die Kinder werden älter! Deiner schon 17. Unglaublich! Und wir erst! Ich werde 50 !)

An die Zubereitung gewöhnt man sich und ich konnte besser schlafen. Es hatte sogar den immensen Vorteil, dass mein Mann dann nachts "stillen" konnte und das unendlich genossen hat. Auf einmal hat er sich mitverantwortlich gefühlt. Das war superspannend zu beobachten. Unsere Tochter hat keine Allergien, war bisher nie sonderlich krank, so dass wir heute noch Scherze machen "in Aptamil ist wirklich alles drinne, was Baby braucht"...
Man macht sich einfach immer zu viele Gedanken im Vorfeld und baut Druck auf.

Herzlich grüßt die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
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Verhaltenstherapie beendet seit September 2017
Asrai
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Asrai »

Liebe Mamihochtief,

ich kann Dich gut verstehen! Ich habe mir auch einen sehr großen Kopf gemacht, ob ich mit Medikation (bei mir waren es Sertralin und Mirtazapin) stillen sollte. Habe mich dazu gleich bei mehreren Stellen abgesichert: bei meiner Psychiaterin in der Mutter-Kind-Ambulanz, bei Embryotox und dann auch noch bei Reprotox. Alle haben mir grünes Licht gegeben! Trotzdem war ich mir unsicher und hatte weiter Bedenken. Mein Sohn hat sich aber prächtig entwickelt, er hatte keinerlei gesundheitliche Einschränkungen. Jetzt ist er schon 5 und ist weiterhin kerngesund :D

Für mich persönlich war das Stillen wichtig. Ich habe es, trotz Depression, genossen und es hat mir auch Kraft gegeben. Gefühlt war das das Einzige, was ich in der Akutphase der Depression noch hinbekommen habe: mich um mein Baby kümmern. Ich persönlich würde es immer wieder so machen. Für mich war es keine Belastung, im Gegenteil. Die Nähe zu meinem Baby, das Gefühl, gebraucht zu werden, seine Bedürfnisse stillen zu können haben mir in dieser schweren Zeit so gut getan.

Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass man das alles nur durchs Stillen haben kann! Es gibt genauso auch gute Gründe, nicht zu stillen! Es bleibt jeder Frau selbst überlassen, und es gibt hier auch kein "richtig" oder "falsch". Und manchmal hat man ja auch keine Wahl, wenn man z.B. ein Medikament braucht, das nicht stillverträglich ist. Versuche Dir den Druck zu nehmen, dass es nur eine richtige Entscheidung gibt! Beides, stillen oder Flasche geben, ist vollkommen in Ordnung. Bei beidem wird Dein Kind keinen Schaden nehmen!

Ich will einfach nur dafür plädieren, das stillverträgliche Medikamente, wie z.B. Mirtazapin, aus meiner Sicht nicht der einzige Grund sein sollten, warum man nicht stillt, obwohl man es eigentlich möchte.

Zu Deiner Frage nach einer Mutter-Kind-Ambulanz: Ich komme aus einem anderen Bundesland, habe aber für Niedersachen diese Klinik in Hannover gefunden:
https://www.mhh.de/kliniken-und-spezial ... bulanz-pia
Ist das in Deiner Nähe?

Alles Liebe Dir weiterhin,
Asrai
Mamihochtief
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Mamihochtief »

Asrai hat geschrieben: 21:02:2022 23:50 Liebe Mamihochtief,

ich kann Dich gut verstehen! Ich habe mir auch einen sehr großen Kopf gemacht, ob ich mit Medikation (bei mir waren es Sertralin und Mirtazapin) stillen sollte. Habe mich dazu gleich bei mehreren Stellen abgesichert: bei meiner Psychiaterin in der Mutter-Kind-Ambulanz, bei Embryotox und dann auch noch bei Reprotox. Alle haben mir grünes Licht gegeben! Trotzdem war ich mir unsicher und hatte weiter Bedenken. Mein Sohn hat sich aber prächtig entwickelt, er hatte keinerlei gesundheitliche Einschränkungen. Jetzt ist er schon 5 und ist weiterhin kerngesund :D

Für mich persönlich war das Stillen wichtig. Ich habe es, trotz Depression, genossen und es hat mir auch Kraft gegeben. Gefühlt war das das Einzige, was ich in der Akutphase der Depression noch hinbekommen habe: mich um mein Baby kümmern. Ich persönlich würde es immer wieder so machen. Für mich war es keine Belastung, im Gegenteil. Die Nähe zu meinem Baby, das Gefühl, gebraucht zu werden, seine Bedürfnisse stillen zu können haben mir in dieser schweren Zeit so gut getan.

Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass man das alles nur durchs Stillen haben kann! Es gibt genauso auch gute Gründe, nicht zu stillen! Es bleibt jeder Frau selbst überlassen, und es gibt hier auch kein "richtig" oder "falsch". Und manchmal hat man ja auch keine Wahl, wenn man z.B. ein Medikament braucht, das nicht stillverträglich ist. Versuche Dir den Druck zu nehmen, dass es nur eine richtige Entscheidung gibt! Beides, stillen oder Flasche geben, ist vollkommen in Ordnung. Bei beidem wird Dein Kind keinen Schaden nehmen!

Ich will einfach nur dafür plädieren, das stillverträgliche Medikamente, wie z.B. Mirtazapin, aus meiner Sicht nicht der einzige Grund sein sollten, warum man nicht stillt, obwohl man es eigentlich möchte.

Zu Deiner Frage nach einer Mutter-Kind-Ambulanz: Ich komme aus einem anderen Bundesland, habe aber für Niedersachen diese Klinik in Hannover gefunden:
https://www.mhh.de/kliniken-und-spezial ... bulanz-pia
Ist das in Deiner Nähe?

Alles Liebe Dir weiterhin,
Asrai
Hallo Asrai,
ganz lieben Dank für deine ausführliche Antwort.Ich werde dieses Mal versuchen,mich schneller auf Medikamente einzulassen und sofern es stillverträglich ist auch damit stillen.Mir ist das Stillen tatsächlich auch sehr wichtig und ich kann die Gefühle die du dazu beschriebenen hast absolut bestätigen.Das war eine ganz intensive Zeit mit meinen Kindern,die ich nicht missen möchte.
Der Tipp mit der Institutsambulanz ist richtig klasse.Ich wusste gar nicht,dass es so etwas gibt und es sogar speziell an Schwangere und Mütter gerichtete Sprechstunden gibt.Hannover ist zwar nicht um die Ecke aber über Autobahn relativ schnell zu erreichen.
Werde heute Abend mit meinem Mann darüber sprechen.Vielleicht können wir da gemeinsam hin.Denn er hat auch schon wieder ganz schöne Ängste,was auf uns zukommen wird.
Noch mal ganz, ganz lieben Dank!
2011 Geburt 1.Kind,PPP mit stationären Klinikaufenthalt
2015 Geburt 2. Kind,PPP zuhause überstanden,nach 8 Monaten PPD mit stationären Aufenthalt,Antidepressiva und Verhaltenstherapie
2022 Schwanger mit Kind Nr. 3,aktuell beschwerdefrei mit Notfallplan im Gepäck :wink:
Baby ist jetzt da und diesmal ohne psychische Probleme :D
Mamihochtief
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Mamihochtief »

Graureiherin hat geschrieben: 21:02:2022 11:38 Hallo Ihr,

ich konnte nicht stillen bzw. nur die ersten vier Wochen. Dann kam die Umstellung aufs Fläschchen. Ich darf sagen, das war überhaupt kein Problem!

Das Ganze ist jetzt 10 Jahre her.... Phu, Zeit vergeht! (Hier ein Spezialgruß an Marika ! grins die Kinder werden älter! Deiner schon 17. Unglaublich! Und wir erst! Ich werde 50 !)

An die Zubereitung gewöhnt man sich und ich konnte besser schlafen. Es hatte sogar den immensen Vorteil, dass mein Mann dann nachts "stillen" konnte und das unendlich genossen hat. Auf einmal hat er sich mitverantwortlich gefühlt. Das war superspannend zu beobachten. Unsere Tochter hat keine Allergien, war bisher nie sonderlich krank, so dass wir heute noch Scherze machen "in Aptamil ist wirklich alles drinne, was Baby braucht"...
Man macht sich einfach immer zu viele Gedanken im Vorfeld und baut Druck auf.

Herzlich grüßt die Graureiherin
Hallo Graureiherin,
Danke für deine Antwort.Definitiv werden die Kinder auch mit der Flasche gesund groß.Ich möchte es zunächst mit dem Stillen versuchen.Aber wie du schon sagst,wenn es nicht klappt ist die Flasche eine gute Alternative.Man kann ja sogar Stillen und die Premilch kombinieren.
Liebe Grüße,Mamihochtief
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Asrai
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Asrai »

Gern geschehen :)

Falls eine andere, größere Stadt in Deiner Nähe ist, könntest Du da ja auch mal suchen. Ich glaube, in den meisten Großstädten gibt es spezielle Mutter-Kind-Ambulanzen, manchmal auch Mutter-Kind-Tageskliniken oder -Stationen. Ich bin in unserer Mutter-Kind-Ambulanz toll betreut worden und hab damals auch innerhalb weniger Tage einen Termin bekommen. Halte uns mal auf dem Laufenden!

Ich denke, so wie Du schon jetzt Vorkehrungen triffst, hast Du sehr gute Chancen, dass es Dich dieses Mal entweder gar nicht erwischt oder Du ganz schnell gegensteuern kannst, wenn erste Symptome auftauchen sollten!

Wann soll Dein Baby denn auf die Welt kommen?
Mamihochtief
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Mamihochtief »

Asrai hat geschrieben: 22:02:2022 20:39 Gern geschehen :)

Falls eine andere, größere Stadt in Deiner Nähe ist, könntest Du da ja auch mal suchen. Ich glaube, in den meisten Großstädten gibt es spezielle Mutter-Kind-Ambulanzen, manchmal auch Mutter-Kind-Tageskliniken oder -Stationen. Ich bin in unserer Mutter-Kind-Ambulanz toll betreut worden und hab damals auch innerhalb weniger Tage einen Termin bekommen. Halte uns mal auf dem Laufenden!

Ich denke, so wie Du schon jetzt Vorkehrungen triffst, hast Du sehr gute Chancen, dass es Dich dieses Mal entweder gar nicht erwischt oder Du ganz schnell gegensteuern kannst, wenn erste Symptome auftauchen sollten!

Wann soll Dein Baby denn auf die Welt kommen?
Hallo Asrai,

das wäre wirklich wunderbar,wenn wir da diesmal gesund durchkommen.Ich hoffe es sehr.
Das Baby soll Mitte Juni kommen.Langsam rennt die Zeit gefühlt.
Liebe Grüße,
Mamihochtief
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Baby ist jetzt da und diesmal ohne psychische Probleme :D
Mamihochtief
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Mamihochtief »

Hallo,
Ich benötige noch mal euren Rat/Erfahrungsaustausch.Ich hatte gestern den Kennenlerntermin mit meiner neuen Hebamme.Sie hat vorgeschlagen, vielleicht schon in der Schwangerschaft mit Medikamenten anzufangen um bereits einen Spiegel aufzubauen,um nach der Geburt nicht in so ein Loch zu fallen.Sie gab mir auch den Tipp mich bei Embryotox zu informieren.Habe da mal die Medikamente nachgelesen, die ich schon mal bekommen habe.Irgendwie verunsichert mich das sehr.Da stand,dass es beim Baby zu Anpassungsstörungen oder Entzugserscheinungen oder sogar Krampfanfallen kommen kann.Ich hab mega Sorge davor in irgendeiner Weise dem Baby zu schaden.Zumal es mir ja noch gut geht und ich ja keine psychotischen oder depressiven Krankheitssymtome habe.Hat da jemand Erfahrungen mit gemacht und mag berichten?
Außerdem macht mir mein Mann zunehmend Sorgen.Hab heute in der Früh gemerkt, dass er sich im Bett wach hin- und hergewälzt hat.Hab ihn dann gefragt,was los ist.Er meinte dann, dass er so Panik hat vor dem was da kommen könnte.Ging es euren Männern/Partnern auch so beim 2./3.Kind nach so einer psychischen Ausnahmeerfahrung?Ich weiß nicht wie ich ihm helfen kann.
Liebe Grüße,
Mamihochtief
2011 Geburt 1.Kind,PPP mit stationären Klinikaufenthalt
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Lirawetta
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Lirawetta »

Hallo Mamihochtief,

hmm das ist ja verunsichernd, mit Embryotox. Aber es muss doch sicherere Medikamente geben, oder? Ich gehe schon davon aus, dass es da was gibt, was man nehmen kann in der SS.
Wie war das denn damals mit der PPP und PPD, wenn ich fragen darf? Musstest du in die Klinik?
Und wovor hat dein Mann konkret Angst? Meiner ist noch entspannt, bzw. er hat halt gleich gesagt, dass er mindestens 3 Monate Elternzeit zu Beginn mit mir gemeinsam nehmen möchte, damit ich nicht alleine zuhause bin. Das finde ich natürlich gut.
Mamihochtief
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Mamihochtief »

Lirawetta hat geschrieben: 10:03:2022 19:56 Hallo Mamihochtief,

hmm das ist ja verunsichernd, mit Embryotox. Aber es muss doch sicherere Medikamente geben, oder? Ich gehe schon davon aus, dass es da was gibt, was man nehmen kann in der SS.
Wie war das denn damals mit der PPP und PPD, wenn ich fragen darf? Musstest du in die Klinik?
Und wovor hat dein Mann konkret Angst? Meiner ist noch entspannt, bzw. er hat halt gleich gesagt, dass er mindestens 3 Monate Elternzeit zu Beginn mit mir gemeinsam nehmen möchte, damit ich nicht alleine zuhause bin. Das finde ich natürlich gut.
Hey,
Ich musste nach der Geburt meines ersten Kindes bereits nach 8 Tagen stationär in eine psychiatrische Klinik.Mein Baby konnte nicht mit.Mein Mann hat sich damals mit Hilfe unserer Eltern um ihn gekümmert.Das war eine ganz schwere Zeit für uns beide.Mein Mann hat mich täglich mit dem Kleinen besucht.Aber es ist ein ganz schönes Trauma entstanden.Ich konnte nicht mehr für mein Baby sorgen.Ich war wie ein Zombie auf Droge bis sie mich in der Klinik ruhig gestellt haben.Der Klinikaufenthalt dauerte 3 Wochen.Danach musste ich erst einmal zurück ins Leben bzw. das Leben als Mama finden.
Nach 4,5 Jahren ist dann unser 2.Kind zur Welt gekommen.Zu den selben Zeiten kamen die Symptome,Schlafmangel,motorische Unruhe,Redezwang etc. zurück.Mithilfe meiner Hebamme und familiärer Unterstützung haben wir es aber ohne Medikamente bzw. mit Homöopathischen Mitteln daraus geschafft.Die Symptome waren da,aber ich war krankheitseinsichtig und es flachte zum Glück wieder ab.Das war aber auch eine sehr schwere Zeit.ich musste sehr kämpfen. Mein Umfeld war in Alarmbereitschaft und das war sehr belastend.Man fühlte sich permanent beobachtet und beurteilt.Nach 8 Monaten bin ich dann leider in eine Depression rein gerutscht.Es folgte wieder ein dreiwöchiger,stationärer Aufenthalt mit aprupten Abstillen ohne mein Baby.Und mein Mann musste nun zwei Kinder versorgen.Ich habe anschließend ca. 6 Monate Antidepressiva genommen plus ambulante Psychotherapie.Heute bin ich beschwerdefrei und nehme nichts mehr.
Mein Mann hat riesen Angst davor,was passiert wenn ich wieder erkranke und er dann mit zwei Schulkindern plus Säugling allein da steht.Er steht ziemlich neben sich gerade...
2011 Geburt 1.Kind,PPP mit stationären Klinikaufenthalt
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Lirawetta
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Lirawetta »

Hallo Mamihochtief,

entschuldige bitte die späte Antwort. Das waren traumatische Ereignisse für dich und dass bei beiden Kindern... Ich war auch 6 Tage nach der Entbindung schon in der Psychiatrie aber nur zur kurz.

Kann dein Mann nicht auch Elternzeit nehmen?
Wir haben uns inzwischen auf 4-5 gemeinsame Monate geeinigt. Wir machen das quasi ohne Rücksicht auf finanzielle Verluste, wir haben aber die Mittel dann das Jahr zu überbrücken, bis wir wieder arbeiten gehen. Mir hat das sehr viel Last von den Schultern genommen zu wissen, dass ich nicht alleine sein werde und das, für eine lange Zeit. Dann werde ich auch noch früh zur Arbeit zurück - auch das gibt mir gerade Mut, denn ich denke mir, dass ich somit noch "Normalität" haben werde.
Meine Psychiaterin hat ausserdem angeboten, dass mein Mann zum nächsten Termin mitkommt und wir einen Notfallplan erstellen.
Aktuell ist mein Bedenken "nur noch", ob ich mich bereits vor der Entbindung überlaste/überreize, wenn ich bis zum Mutterschutz arbeite.
Mamihochtief
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Mamihochtief »

Hallo Lirawetta,
ja das mit der Elternzeit deines Mannes ist auf jeden Fall eine super gute Stütze.Bei uns ist das leider etwas schwieriger bzw nicht so planbar.Mein Mann ist Landwirt und die Sommermonate sind halt die arbeitsreichesten Monate.Pluspunkt ist allerdings,dass unsere Eltern uns arbeitsmäßig unterstützen können und man nicht so ganz starre Arbeitszeiten hat.Er kann z.B. mal morgens länger da sein,die Großen zur Schule/Kindergarten bringen etc.
Ich hatte auch Ende März einen gemeinsamen Notfallplantermin mit meinem Mann bei meiner Psychiaterin.Das war total gut.Ich war inzwischen 4 Jahre nicht bei ihr,aber sie hat uns dazwischen geschoben und ist jederzeit für uns erreichbar nach der Geburt.Habe Olanzapin als Notfallmedikament verschrieben bekommen.Das liegt jetzt in der Schublade und ich soll es nehmen,wenn ich psychotische Symptome bekomme.Damit kann ich sogar stillen.In der Schwangerschaft würde sie mir nichts verschreiben wollen,da sie kein Fan davon ist,etwas zu behandeln was nicht da ist.Damit bin ich sehr glücklich.
Nun hoffe ich einfach,dass diesmal alles gut geht.
Ich bin jetzt in der 30.Woche und hab seit Mittwoch Urlaub/Mutterschutz.Merke langsam auch, dass mir alles schwerer fällt und man mehr Pausen braucht.Von daher achte auf dein Gefühl,ob dir die Arbeit noch gut tut oder dich stresst.Sonst lass dich ggf. vorher krank schreiben.
Bin noch am überlegen,ob ich vielleicht eine Haushaltshilfe beantragen sollte.Bin aber immer son Typ der alles gerne selber macht,hab meine eigene Ordnung/System und weiß nicht ob es mir helfen würde jm. fremdes im Haus zu haben!?
Ich finde dein Notfallkonzept klingt auf jeden Fall gut.Wünsche dir ebenfalls sehr,dass du diesmal von der Krankheit verschont bleibst.
Liebe Grüße, Mamihochtief
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Lirawetta
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Lirawetta »

Hallo Mamihochtief,

Ich hoffe es geht euch allen gut und dass ihr einen guten Start hattet! Berichte Mal wie es dir geht, wenn du magst. Drücke dir die Daumen!
Mamihochtief
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Mamihochtief »

Hallo Lirawetta,

Ich wollte Euch schon länger berichten,je doch hab ich' s zeitlich einfach bisher nicht geschafft.
Gute Nachrichten:
Unser Sohn ist vor 4 Wochen zur Welt gekommen,gesund und munter, und es geht mir richtig gut.Keinerlei Anzeichen für eine Psychose diesmal.Ich bin darüber unendlich dankbar.
Ich hatte eine ganz schöne und wieder recht schnelle Geburt ohne Komplikationen.Eigentlich war der Plan dann drei Tage im Krankenhaus zu bleiben aber wir haben spontan entschieden am nächsten Tag nach Hause zu gehen.Die Station in der Klinik war so voll,es gab keine Einzelzimmer mehr und das Personal war spürbar am Limit.Ich hatte eine Zimmernachbarin die leider die ganze Nacht ganz furchtbar laut geschnarcht hat.Ich habe da fast kein Auge zu bekommen.Da hab ich echt Angst bekommen,dass die ganze Spirale wieder in Gang gesetzt wird...also Schlafmangel...Psychose.Mein Mann hat mich zum Glück beruhigt und gesagt er holt mich nach Hause.Die Schwestern waren so beschäftigt,dass man ohnehin keine Hilfe bekam.Meine Angst war,dass ich zuhause auch keine Ruhe bekomme,wegen der großen Kids.
Aber es war die beste Entscheidung überhaupt.
Die Kinder haben bei Oma und Opa geschlafen und sie haben sie zur Schule/Kita gebracht.Das Kochen hatte auch Oma für uns übernommen und Wäsche,Garten etc.Nach ein paar Tagen haben wir einfach den Alltag der Großen mitgelebt.D.h. morgens aufstehen,Frühstück,danach Schlafen wenn der Zwerg geschlafen hat,Hausaufgaben/Hobbies hat mein Mann mit den Großen gemacht,Abendbrot und zu Bett mit den Kindern.Das tat mir sehr gut,dass ich meinen Alltsg weitestgehend weitergelebt habe und nicht durch einen Klinikalltag völlig aus dem Rythmus kam.Wir alle sind als Familie ganz schnell zusammen gewachsen.Die großen Brüder lieben den Kleinen abgöttisch und kuscheln ihn ganz viel.Unser Baby ist relativ pflegeleicht und das Stillen klappt super.Habe ganz gute Milch,er wächst gut und auch der Milcheinschuss war diesmal nicht so heftig.Keine "Betonbrüste" und Milch für drei Kinder sondern genausoviel wie benötigt.Babyblues hatte ich auch keinen dieses Mal.Meine Hebamme ist total klasse.Mit ihrer positiven und fröhlichen Art tut sie mir sehr gut.Sie freut sich auch so riesig,dass es mir dieses Mal so gut geht.
Glaube der Klinikaufenthalt hat mich in der Vergangenheit immer aus der Bahn geworfen.Da ich sehr geräuchempfindlich bin,konnte ich immer nur sehr wenig schlafen.Und dann hatte man sich gerade an den Klinikalltag gewöhnt,dann ging es nach Hause und dort musste man sich wieder neu einfinden.
Auf jeden Fall braucht man zuhause ein gutes Netzwerk aus Familie und Freunden',sonst hat man nicht die nötige Ruhe.Mein Handy hab ich meist auf lautlos.Habe es in den ersten Tagen ziemlich ignoriert,um nicht reizüberflutet zu werden und in ein Hochgefahren zu gelangen.Unsere Kinderärztin hat sogar die U2 als Hsusbesuch gemacht.Diesmal ist alles optimal gelaufen.Der Kleine hat uns irgendwie noch gefehlt.Der Alltag ist schon trubelig und anstrengend aber auch echt schön.Ich genieße unser kleines Wunder in vollen Zügen.
Ganz liebe Grüße von Mami-im-Lot
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Baby ist jetzt da und diesmal ohne psychische Probleme :D
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von alibo79 »

Hipp hipp hurra, alles ist super, alles ist wunderbar, kommt mir spontan von den Ärzten in den Kopf :D :D
Ganz liebe Grüße und die allerbesten wünsche für dich und deine Familie. Ich freue mich, dass es dir gut geht und du den neuen Alltag so gut meistern kannst und vor allem einen guten Weg gefunden hast die Balance zu halten.
Mach weiter so und viel Freude und Gesundheit für dich und den Nachwuchs wünsche ich 💚💚💚💚
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Mamihochtief
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Re: 3. SS - was kann man tun um nicht wieder zu erkranken?

Beitrag von Mamihochtief »

alibo79 hat geschrieben: 14:07:2022 16:45 Hipp hipp hurra, alles ist super, alles ist wunderbar, kommt mir spontan von den Ärzten in den Kopf :D :D
Ganz liebe Grüße und die allerbesten wünsche für dich und deine Familie. Ich freue mich, dass es dir gut geht und du den neuen Alltag so gut meistern kannst und vor allem einen guten Weg gefunden hast die Balance zu halten.
Mach weiter so und viel Freude und Gesundheit für dich und den Nachwuchs wünsche ich 💚💚💚💚
Ja das Lied von den Ärzten passt total.Vielen Dank für die guten Wünsche. :D
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