Kinderwunsch rückt in greifbare Nähe - Angst, wieder zu erkranken

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Luechsen

Kinderwunsch rückt in greifbare Nähe - Angst, wieder zu erkranken

Beitrag von Luechsen »

Hallo ihr lieben:)

Nur kurz zu meiner Geschichte. Nach meiner ersten Schwangerschaft/Geburt in 2010 habe ich eine (mittlerweile denke ich) leichte PPD gehabt. Mein Therapeut hat, im Vergleich zur Ambulanz der Klinik, gesagt, ich hätte Probleme mich abzugrenzen, dies endete dann in unfassbare Unzufriedenheit etc. Ich hatte nie negative Gefühle gegenüber meiner Tochter, sondern meinem Mann gegenüber.
Die Schwangerschaft war sehr beschwerlich. Bis zur 20 SSW ca. hab ich gebrochen und fast nur geschlafen. Es war echt heftig. Damals war ich mir sicher, sie wird Einzelkind bleiben.
Dann kam der Wunsch nach Kind 2. Ich wurde direkt schwanger. Mit Zwillingen. Die haben dann, als sie da waren, nur geschrien. Trotzdem blieb ich "fit", vom Schlafmangel und der Unzufriedenheit mal abgesehen.
Und dann war es lange gut. Psychisch ging es auf und ab, aber nichts ernstes.

Dann kam Januar 2017. Ich verspürte schon lange einen neuen Kinderwunsch und hatte meinen Partner überzeugen können. Wieder wurde ich direkt schwanger. Kurz nach dem Test wird mir übel und mein Kreislauf ging garnicht mehr. Ich konnte nur noch im Bett liegen. Dann kam das Unglücksgefühl. Ich war traurig und konnte nur noch heulen und wollte dieses Kind nicht mehr. Ich wollte es einfach nicht mehr. Wie ging das denn? Ich hatte so Angst davor, meine Kinder nicht mehr versorgen zu können, gleichzeitig lag meine Mutter im Sterben und meine Chefin war sauer, wegen der Schwangerschaft. Die Belastung nahm überhand und ich trieb ab. Niemals hab ich die Entscheidung bereut, zu dem Zeitpunkt war sie die richtige.
Ich hatte keine Ärztin oder so, die mir mal den Rat gab, einen Psychiater aufzusuchen. Irgendwie wollte oder konnte mir keiner helfen.

Jetzt ist der Kinderwunsch seit einiger Zeit wieder da. Ich will es so sehr. Ich will ein neues Familienmitglied, und alles was dazu gehört. Meine Mutter ist gestorben, mein Vertrag läuft aus, wir sind in ein großes Haus umgezogen, es spricht nichts mehr dagegen. Nur die Angst davor, depressiv zu werden. Wobei ich garnicht weiß, ob das vielleicht nur die Hormone gepaart mit der Übelkeit waren. Ich treffe Vorkehrungsmaßnahmen, meine Schwiegereltern gehen in Rente, ich informier mich bereits jetzt über Anlaufstellen und ich will es so sehr vom Herzen. Mein Mann wäre glaub ich langsam bereit dafür.
Aber die Angst bleibt.

Wem ging es ähnlich? Wer hat sich nochmal getraut?

Schöne Grüße in die Runde
neldam88
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Re: Kinderwunsch rückt in greifbare Nähe - Angst, wieder zu erkranken

Beitrag von neldam88 »

Hallo du Liebe,

es sind ja jetzt inzwischen ein paar Jahre vergangen.
Hast du dich nochmal getraut?
Ich hab mich so wiedererkannt in deinem Text.
Leider habe ich auch aufgrund der schlimmen Gefühle abgebrochen und sehe erst jetzt was dahinter steckte.
Auch ich habe den Wunsch ein weiteres Kind zu bekommen…aber eben auch Angst dass diese Gefühle wieder zurückkommen.
Hast du einen Rat?

Ganz liebe Grüße
Mammsie
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Re: Kinderwunsch rückt in greifbare Nähe - Angst, wieder zu erkranken

Beitrag von Mammsie »

Ich hatte das auch....den Kinderwunsch und auf einmal kamen Panikattacken, schlimme Depressionen in der frühen Schwangerschaft. Ich ging zu meiner Gynäkologin die meinte "aber das ist doch ein Grund zur Freude! So schlimm wie Sie das jetzt beschreiben ist das nicht üblich, das kann nichts mit Hormonen zu tun haben...von Psychlpharmaka rate ich Ihnen ab" blabla. Ich habe abgetrieben, die Angst und Panik war stärker. Ich habe es damals nicht bereut. Heute bedaure ich es, da ich es besser weiß. Es war hormonell bedingt, ich HÄTTE Medis nehmen können, ich HÄTTE Hilfe bekommen müssen....Dadurch, dass wir jetzt wissen, dass es Hilfe gibt und wir uns ein gutes Netzwerk aufbauen sollen, können wir optimistischer in die Zukunft schauen. Wir sollten uns gut vorbereiten, aber wir können auch Vertrauen haben, dass alles schon gut wird. The only way out is through. ;-)
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