Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

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Kikke
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Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von Kikke » 27:09:2019 13:01

Hallo ihr Lieben,

Mich treibt aktuell ein Gedanke um: ich möchte so gerne ein Kind ohne Depression.

Ich denke dann immer an die Anfangszeit mit meinem Sohn. Konkret ein zweites Kind haben, möchte ich aber nicht. Das ist mir zu anstegend, oder? Habe ich diesen Gedanken der maximalen Anstrengung nur, weil ich aus der Hölle komme? Wenn mein Sohn aktuell zb nicht gut schläft, werde ich ja nicht direkt depressiv....

Ihr merkt:
Ich kann nicht auseinanderhalten, ob das ein Kinderwunsch ist oder ob ich einfach um die verlorene Zeit trauere.

Wie ist das bei euch?
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Anteilen

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Elisabeth
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Re: Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von Elisabeth » 27:09:2019 20:44

Ich kenn es sehr gut, wenn sich die Dinge vermischen. Das Gefühl ein zweites Kind zu wollen, um die Chance zu haben alles nochmal in schön zu erleben oder diesesmal richtig zu handeln, evtl. Auch ein bisschen Wiedergutmachung Die Motivation kommt bei mir aus der Krankheit, dem Verlust, den meine Tochter ich durch sie erlitten haben.
Aber es ist auch ein ganz "normaler" Kinderwunsch, nach zwei Kindern, einer grösseren Familie. Ein Wunsch der schon vor der Krankheit da war.
So richtig auseinanderhalten kann ich das nicht, wie auch, gehört alles zu mir.
Und hinzukommt, die Angst dass es evtl wieder so schrecklich wird und die Angst das alles kein zweites Mal zu überleben. Bei mir ein grosses Durcheinander.
Aber sobald ich mich stabil genug fühle und es körperlich möglich ist, will ich es nochmal probieren.
Wolltest du vor der Erkrankung mehrere Kinder?

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Kikke
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Re: Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von Kikke » 27:09:2019 21:35

Das klingt doch sehr gut.

Tja. Ich weiß es irgendwie gar nicht. Ich arbeite mit Kindern zusammen. Aber so richtig Gedanken habe ich mir nie gemacht. Als ich dann schwanger war, wollte ich irgendwie drei Kinder.
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Julia
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Re: Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von Julia » 28:09:2019 20:31

Hallo liebe Kikke,

ich kann es gut nachvollziehen, dass du durcheinander bist und nicht weißt ob es ein „echter“ Kinderwunsch ist.
Mir gehts ähnlich, nur dass es bei mir um ein evtl. 3 Kind geht. Was eigentlich für mich nie zur Debatte stand, ich wollte immer 2 Kinder. Plötzlich schlich sich aber langsam der „Wunsch“ nach einem 3. Kind ein was mich extrem verwirrt hat weil ich auch genau weiß, dass ich aktuell sang und klanglos untergehen würde. Zudem traue ich mir selbst nicht. Ich weiß nicht ob der Wunsch daher kommt weil ich gerne noch eine Schwangerschaft, eine Geburt miterleben möchte in der Hoffnung, dass mein Körper dann „fähig“ ist ohne Komplikationen zu gebären... oder ob ich es deshalb möchte weil ich mir während der Schwangerschaft was Wert bin, auf mich achte und auch andere auf mich achten. Oder ob es tatsächlich einfach der Wunsch nach einem 3. Kind ist...

Aktuell bin ich in der psychosomatischen Klinik und hoffe, danach vielleicht eine Antwort unter anderem auf diese „Frage“ zu haben.

Ich hoffe sehr, dass du für dich eine Antwort findest,

Liebe Grüße
Julia
1. Kind 2015: Geburtstrauma nach sekundärer sectio
2. Kind 2018: VBAC
Diagnose PPD 07/2018 seitdem Escitalopram 15mg
03/2019 Reduktion von Escitalopram 10mg
05/2019 wieder bei 15mg Escitalopram
07/2019 Opipram 50mg abends
10/2019 stationärer Aufenthalt 7 Wochen > Escitalopram 10mg

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Kikke
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Re: Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von Kikke » 29:09:2019 6:39

Halte uns gerne auf dem Laufenden, was die Antwortsuche angeht.
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November17
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Re: Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von November17 » 29:09:2019 12:50

Liebe Kikke,

da kann ich dir leider nichts zu sagen außer, dass mir (obwohl es mir noch nicht gut geht) auch manchmal der Gedanke kommt, ob ich ein zweites Kind will und ob mir vielleicht was fehlen wird wenn er in die KiTa kommt. Ob er Geschwister braucht.

Ich dachte früher auch zwei Kinder zu haben. Ich dachte aber auch, dass alles toll wird nach dem ersten Kind :?

Bei mir fühlt es sich noch eher wie gesellschaftlicher Druck an als wirklich der Wunsch nach einem zweiten Kind.

Im Moment könnte ich mir nicht vorstellen, mich zu teilen für zwei Kinder. Mein Sohn vereinnahmt mich jetzt schon ganz schön und mein Mann ist durch seine Arbeit und dem Hobby nicht so präsent wie ich es mir vorgestellt hatte.

Lg

Krümmelchensmama
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Re: Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von Krümmelchensmama » 29:09:2019 18:41

Hallo
Bis jetzt hab ich eher still mitgelesen, dieses Thema beschäftigt mich aber selber im Moment sehr.
6 Monate nach der Geburt meiner Tochter erkrankte ich an einer Angststörung. Jeder ihrer Entwicklungsschritte löste statt Freude, Angst und Panik aus.
Als sie zum Beispiel das erste Mal Mama sagte hatte ich statt mich zu freun ein paar Stunden später eine Panikattake und so war es bei Allem.
Ich wollte immer 2 Kinder... Nach der Erkrankung dann nicht mehr.
Jetzt ist sie fast 4 Jahre alt...
Und ich wünsche mir ein zweites Kind.
Zum Teil weil ich es immer wollte, aber sicher auch weil ich mich freuen will... Ich will die Entwicklung meines Kindes genießen...
Außerdem wünscht sich auch meine Tochter ein Geschwisterchen...
Ich habe aber auch Angst wieder krank zu werden...
Fühle mich oft zerrissen zwischen dem Wunsch und der Angst erneut krank zu werde.

Sorry für den langen Text.
Lg
Jänner 2016 Geburt meiner Tochter
Immer öfter Angst..
Juni 2016 erste Panikattaken
Ab September 2016 Citalopram 20mg bis Juli 2018
Therapie ab Oktober 2016

Elisabeth
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Re: Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von Elisabeth » 29:09:2019 21:27

Bei einem zweiten Kind hätten wir immerhin den Vorteil, dass wir uns auf die Krankheit vorbereiten könnten. Ebenso das Umfeld.
@ kikke. Was meint dein Mann? Möchte er ein 2. Kind?
Gibt es mehrfach Mamas im Forum? Wäre interessant zu wissen, wie es für euch war, nochmal ein Kind zu bekommen

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Kikke
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Re: Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von Kikke » 30:09:2019 6:05

Mein Mann ist ganz zufrieden mit deinem Jungen und möchte kein zweites Kind. Von daher hat sich die Überlegung sowieso erledigt.
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Kikke
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Re: Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von Kikke » 30:09:2019 6:25

Und je öfter ich drüber nachdenke:ich möchte auch kein zweites Kind.
Seit der Depression habe ich aber das Gefühl, dass ich so Gedanken und auch Gefühle richtig "durcharbeiten" muss. Sonst findet mein Geist keine Ruhe. Und bei dem Thema bin ich noch mitten drin.
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Elisabeth
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Re: Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von Elisabeth » 30:09:2019 10:18

Das kann ich gut verstehen. Geht mir z.t. auch so. Bei vielen Dingen bin ich sehr, sehr ambivalent, Entscheidungen fallen mir schwer. Hinzu kommen immer wieder Ängste.
Die negativen Gefühle der Erkrankung, die mit einem eigentlich positiven Thema, einem Kind, verbunden sind, haben ein riesen Durcheinander in mir ausgelöst.
Schau einfach was die Zeit bringt Kikke, nimm dir den Druck, du musst jetzt keine endgültige Entscheidung treffen.

katl0607
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Re: Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von katl0607 » 30:09:2019 23:18

Juhuuu!

Auch ich habe den Wunsch nach einem Geschwisterchen für unsere Tochter. Sie ist schon 5 Jahre alt.
Bei mir ging die Erkrankung in der Schwangerschaft leicht los und brach 1 Jahr nach der Geburt richtig aus.
Mittgeschleppt habe ich es die ganzen Monate. Doch ich machte weiter bis nix mehr ging und ich freiwillig in die Klinik ging.
Wenn ich zurück denke, wie mühsam es war schwanger zu werden, wie nervenaufraubend die Schwangerschaft war, die Geburt und die Zeit danach und dann dieses neue Leben mit Baby.
Für mich und auch für meinen Mann war es kein schöne Zeit...
Das ganze evtl. Nochmal durchzustehen, vielleicht besser oder schlechter. Ich schaffe es nicht noch einmal.
Mein Mann arbeitet vollschicht. Er ist sooft nicht da, bzw schläft auch am Tag wenn er nachtschicht hat.

Alles hängt an mir...

Und dann sind die Komplikationen noch nicht eingerechnet vor-, während, - nach der Schwangerschaft.

Mein Mann und ich haben uns bewusst gegen ein weiteres Kind entschieden
1. Kind geboren 7/14
Ab der Geburt schleichend Ängste und Panikattacken.
September 2015 psychosomatische Tagesklinik für 7 wochen
Diagnosen: Panikstörung, depressive Episode
sertralin 100 mg
Promethazin Trpf bei Bedarf

andrea1518
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Re: Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von andrea1518 » 01:10:2019 6:42

Hallo ihr Lieben,

meine Tochter ist mittlerweile 4 Jahre alt. Ich habe seit ihrem 2. Geburtstag den Wunsch nach einem weiteren Kind, der aber immer weniger wird, weil ich eingesehen habe, dass ich eine Erkrankung nicht noch einmal durchstehen kann. Momentan ist alles gut und es soll auch so bleiben - nichts herausfordern.

Mir kommt vor, je älter die Kinder werden, umso mehr werden auch die Freizeitaktivitäten. Meine Tochter geht in den Kindergarten, will aber am Nachmittag auch gut beschäftigt werden mit Kinderturnen, Freunde treffen usw.

Umso älter und anspruchsvoller sie wird, desto leichter fällt es mir anzunehmen, dass eine weitere Erkrankung (und zwei Kinder, die Bedürfnisse haben) schrecklich wäre.

Meine Tochter ist sehr sensibel und ein richtiges Mamamädchen, es wäre so schmerzhaft für mich, wenn sie mich dann wochenlang krank erleben muss. Das will ich vermeiden, sie soll eine gesunde Mama genießen dürfen.

Hollymint
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Re: Zweiter Kinderwunsch oder Trauer um das Verlorene?

Beitrag von Hollymint » 03:10:2019 22:28

Ich sehe das genauso wie du, andea. nur das meine tochter 5 ist. leider bin ich für die schwangerschaft nicht gemacht und ich weiss auchnicht wie schlimm es werden würde, da wiederdurchzu müssen.
mir tut sie oft sehr leid, weil sie keine geschwister zum spielen hat und ihre freundinnen alle geschwister haben- daher auch keinen zugzwang sich zu treffen. ich versuche dann immer mit ihr zum spielen, weil ich so ein schlechtes gewissen habe. sie ist auch sehr sensibel, bleibt kaum wo alleine- hab auch nicht die familie, die sie mal vorübergehend nehmen kann- daher auch ein problem sollte es mir schlecht gehen. mit einem geschwisterchen schätze ich wäre sie selbstsicherer und würde sich mehr trauen.

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