Kleines Update

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Celeste
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Kleines Update

Beitrag von Celeste » 10:03:2020 18:22

Am 24.3 werden es 7 Monate PPD. So eine lange Zeit für mich, doch ich weiss auch, dass viele den Weg schon viel länger gehen.
Seit meiner PPD hatte ich noch 2 richtig heftige Abstürze, die aber kürzer waren als der erste Ausbruch. Im November ging es mir mal richtig gut. Jetzt seit Wochen aber befinde ich mich auf Talfahrt. So richtig schlecht geht es mir nicht, aber eben auch nicht gut. Dieses depressive Grundgefühl und Ängste sind mein ständiger Begleiter.
Was mir auch schon paar Mal passiert ist, dass 100000 Gedanken gleichzeitig auf mich einprasseln und ich das Gefühl habe, verrückt zu werden. Ich kann die Gedanken dann plötzlich gar nicht mehr steuern und die wirrsten Dinge sind in meinem Kopf. Richtig blöde und sinnlose Sachen, wie z.B ein Mann der auf einem Bein hüpft.
Kennst jemand dieses Gedankenwirrwarr?
Das macht mir bisschen Sorgen. Ebenso nervt mein Morgentief sehr.

Ansonsten wuppe ich meinen Alltag mit 3 Kids alleine. Was beim Ausbruch und beim 1. Absturz nicht mehr möglich war.

Meine Medis sind geblieben. Sprich 40mg Citalopram, 2,5mg Olanzapin und Agnus Castus ( Mönchspfeffer ). Bis jetzt habe ich nicht das Gefühl, dass das Mönchspfeffer hilft. Auch weil ich immer noch knapp 3 Wochen meine Periode habe. Verrückt.
Ich habe regelmäßig Gespräche mit meinem Therapeuten, was aber bald in die Gruppentherapie übergeht. Die Gespräche sind aufschlussreich aber noch nicht sehr hilfreich, da es momentan erstmal darum geht zu erzählen, wie die Beziehungen zu bestimmten Leuten sind.
Manchmal zweifel ich daran, ob eine Gruppentherapie wirklich helfen kann. Mir erscheint das irgendwie sinnlos.

Zu guter Letzt hat meine Mutter auch noch etwas doofes gesagt, was mich bisschen runtergezogen hat. Obwohl sie weiss, wie es mir im Moment geht, erzählt sie mir, dass sie geträumt hat, dass mir alle 3 Kinder weggenommen worden wären. Hervorragend. ☹️ Sie hat manchmal aber auch echt ein Feingefühl wie ein Elefant.

So, das mal als Update von mir.
Fühlt euch gedrückt
Eure Celeste
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt

Hallo123
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Re: Kleines Update

Beitrag von Hallo123 » 11:03:2020 21:29

Hallo Celeste,

mir geht es ähnlich. Bei mir sind es 8 Monate und ich verstehe dich. Es fühlt sich wie eine Ewigkeit an, obwohl die Zeit mit dem Baby trotzdem rast.

Weiß deine Gynäkologin das mit der 3 wöchigen Periode?
Ich habe agnus castus auch mal eingenommen und hatte furchtbare Unterleibschmerzen und Magenprobleme dadurch bekommen. Vielleicht gibt es etwas anderes dafür? Ist doch schon ungewöhnlich, oder?

Dieses Grundgefühl von Traurigkeit, Depressivität und Angst habe ich auch. Es ist einfach nur anstregend.
Heute ging ich mit dem Baby spazieren und ich habe einfach dieses Gefühl von Glück und Stolz vermisst, das ich beim ersten Kind hatte. Ich musste mich zusammenreißen, nicht zu weinen, als ich auf dem Heimweg war.

Wenn ich einen schlechten Tag habe, dann kann sich bei mir auch ein Gedanke den ganzen Tag im Kopf festkrallen.

Ich war vor 2 Wochen beim Zahnarzt und die Ärztin war nicht wie sonst, gab Kommentare von sich, die mich nach dem Besuch bei ihr nicht losgelassen haben und ich irrte 3 Stunden durch einen Park, Wald und wusste irgendwann nicht mehr wo ich bin. Es hat mich beschäftigt und leider auch aufgeregt, sodass ich wieder stark zurückgefallen bin.

Das mit deiner Mama ist natürlich nicht so schön. Aber vielleicht hat sie in dem Moment nicht an deine PPD gedacht und hat das einfach unbedacht gesagt?
Mein Mann vergisst manchmal leider auch, dass da ja
"etwas" mit mir ist und muss ihn erstmal daran erinnern.

Ich fühle mit dir.

LG
1. Kind: keine PPD, glücklich
2. Kind: PPD seit Geburt

Medikamente:
Schilddrüsenmedikament
Escitalopram 15 mg
Progesteroncreme

Celeste
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Re: Kleines Update

Beitrag von Celeste » 11:03:2020 21:42

Hallo Hallo :D
Danke für deine liebe Antwort!

Was hat die Zahnärztin denn zu dir gesagt?
Meine Gynäkologin weiss das mit der Periode und sie hatte mir Agnus Castus empfohlen. Nur leider scheint es mir nicht zu helfen ☹️ Sie würde dann gerne sie Pille versuchen. Das wiederum möchte ich nicht so gerne. Nun weiss ich auch nicht weiter.

Was mir nun in den Sinn kommt und was ich auch mal irgendwo gelesen habe ist, dass AD‘s auch diese ,Dauerblutungen‘ machen können. Hatte das schonmal jemand von euch? Ich habe wirklich das Gefühl, dass das alles zusammenhängt und will sehr bald endlich mal eine Lösung finden.

Wie wuppst du denn momentan so den Alltag liebe Hallo?
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt

Kikke

Re: Kleines Update

Beitrag von Kikke » 18:03:2020 19:46

Hallo,
ich habe irgendwie im Ohr, dass deine Mutter öfter so etwas raus gehauen hat. Ich glaube, du kannst sie nicht ändern. Du musst versuchen deine innere Haltung zu ihren Äußerungen zu ändern. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. Aber ich denke nur das wird dir auf Dauer helfen. Man hofft ja immer darauf, dass der andere einen versteht. Aber wenn es nicht so ist, muss man damit umgehen.

Zu Dauerblutung kann ich dir leider nicht sagen. Was sagt denn deine Gynäkologin dazu?
Liebe Grüße und viel Kraft weiterhin

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