Ich halt das nicht mehr aus

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Marika
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Re: Ich halt das nicht mehr aus

Beitrag von Marika »

Hallo,

auch von mir ganz viel Mut und Hoffnung: es wird, aber langsam. Dass es dir schon besser ging, ist ein Zeichen, dass die Erhöhung zu greifen beginnt. Dass danach ein Tief kommt ist völlig normal, dass kennen hier eigentlich alle. Die Erhöhung greift nicht sofort voll, es muss sich auch hier wieder der Wirkstoffspiegel aufbauen.

Solche Tiefs sind schrecklich, ich weiß. Man weiß nicht warum und schon gar nicht, was man jetzt tun könnte, damit es aufhört. Man verliert die Hoffnung, dass es wieder gut wird. Aber es ist genau der Krankheitsverlauf, dass sich die guten und schlechten Phasen am Anfang sehr stark abwechseln. Das ist eben, weil du noch nicht richtig durch das AD stabilisiert bist - das dauert einfach ein paar Wochen.

Halte durch und versuch nicht so zu grübeln, warum jetzt alles wieder anders ist. Es ist einfach "normal" im Krankheitsverlauf. Ich verspreche dir, es wird wieder sehr gut werden!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Sems
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Re: Ich halt das nicht mehr aus

Beitrag von Sems »

Meine Liebe,

Wie geht es dir denn mittlerweile. Ich hoffe alles ist gut !

LG
Jen
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Re: Ich halt das nicht mehr aus

Beitrag von Jen »

Guten Morgen -

also mir ging es teilweise genauso aufgrund einer Traumatisierung!
Meine Psychologin sagt, dass ist ein normales Verhalten auf ein abnormales Erlebnis!
Lass dich nicht unterkriegen! Lass dir helfen und eine Therapie ist ein weiterer Schritt in die Richtung Licht!

Fühl dich umarmt und verstanden!
12/20 1. Geburt PPD
10 mg Escitalopram
Milanacasper240820
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Re: Ich halt das nicht mehr aus

Beitrag von Milanacasper240820 »

Ihr Lieben danke für eure Antworten und Nachfragen
Ich bin nach wie vor in der Psychiatrie und die Medikamente wurden noch höher dosiert bin mittlerweile bei 125 mg sertralin und 50g oxipan oder so ähnlich plus vier mal Tavor die jz langsam runter dosiert werden
Ich hab echte horrorwochen hinter mir aber so ganz langsam hab ich immer öfter gute std
Wenn auch immer die Angst mit anwesend ist man hat das Gefühl garnicht normal leben zu können oder es halt so hinzu nehmen sich noch oft so unrealistisch zu fühlen
Vllt hab ich mich dran gewöhnt ka
Ich weiß nur das außenstehende immer wieder sagen das ich schon viel besser drauf bin
Mir selbst ist das zu wenig denn in mich hinein sehen kann keiner und da ist noch einiges was nicht in Ordnung ist
Ich fühle mich oft immer noch so realitätsfern ganz merkwürdig meine Umgebung und Familie scheint mir so fremd ich kann das garnicht beschreiben aber das Gefühl ist nicht angenehm es versetzt mich nach wie vor in Angst
Mein Psychologe meint das braucht viel Geduld und Zeit bis es so normal wird wie es war
Es käme Stück für Stück
Ich möchte ihm so gerne glauben und ich hab tatsächlich Momente wo ich mich in meinem alten Ich fühle und im Jz
Da weiß ich garnicht oder vergesse wie schlimm das Gefühl der Depression sich anfühlt aber jz zum Beispiel hab ich gerade Ängste das es nie gut wird und bin dann auch wieder so abseits der Realität
Und heute Mittag war es ganz normal
Ich denke muss mit diesem Zustand leben lernen denn wenn ich an die Krankheit denke und daran wie schlimm und unerträglich die teilweise war kommen auch diese komischen Gefühle Symptome in mir auf und ich bin wieder völlig hoffnungslos überhaupt irgendwann die alte zu werden
Ich drücke alle die an mich gedacht haben
Und die lieben Antworten
Ich werde weiter kämpfen solange ich kann
Lg
Sems
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Re: Ich halt das nicht mehr aus

Beitrag von Sems »

Ganz ehrlich- das hört sich genau richtig an. So wird es Stück für Stück besser werden. Es ist immer so, das man in den guten Stunden die schlimmen, in den schlimmen Stunden die guten nicht mehr greifen kann.

Ein blödes Beispiel vielleicht, aber ich habe mir gedacht, wie es z.B war als man in jungen Jahren Liebeskummer hatte, nach einer Trennung z.B.
- Erst Horror schlimm
- dann schlimm , klein bisschen gut

Irgendwann

- besser, weniger schlimm

Und ganz irgendwann
Gut ( wie früher)

Es sind wirklich Mini Schritte vor. Manchmal sind die Schritte zurück größer, aber es sind trotzdem Schritte, wenn man am Ende in Summe zurück blickt.
Das ist Heilung. Und ich will einfach mal behaupten, umso länger sie vielleicht dauert, umso gefestigter geht man wieder da raus.

Geduld und Zeit. Total schwierig (vorallem wenn man ein Kind hat)

Aber du bist auf dem richtigen Weg !

Ich wünsche dir alles Gute und natürlich wirst du kämpfen, und sei stolz auf jede gute Minute, jede gute Stunde und dann jeden guten Tag!

Wir sind in Gedanken dabei!
LG
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