Diese unerträgliche innere Unruhe

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Asrai
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Diese unerträgliche innere Unruhe

Beitrag von Asrai » 21:03:2018 9:25

Hallo Ihr,

ich bin so verzweifelt und brauche dringend Zuspruch...

Seit 11 Tagen geht es mir wieder so schlecht, nachdem ich über ein Jahr stabil war. Vor allem diese quälende innere Unruhe macht mich fast verrückt. Ich wache früh auf und sie schlägt gleich mit voller Wucht zu. Ich weiß nicht, wie ich die Tage überstehen soll. Ich bin gleichzeitig innerlich vollkommen angespannt, erschöpft und antriebslos. Ich kann kaum etwas essen und fühle mich total schwach. Ich habe Durchfall und mir ist speiübel Ich habe solche Angst, dass mir mein Leben komplett entgleitet und ich alles, was ich habe verliere. Es ist so schrecklich. Ich will mein Leben zurück, eine gute Mutter sein, meine Arbeit machen... Ich kann mir gerade nicht vorstellen, jemals wieder arbeiten zu können. Und das obwohl ich ja bereits einmal erlebt habe, dass sich eine Besserung einstellt und man sein Leben wieder genießen kann. Nur gerade ist das wieder so weit weg. Ich habe solche Angst und mir tun meine Kinder so leid.

Ich nehme seit 4 Tagen 50 mg Sertralin, vorher 4 Tage 25 mg. Früher hatte ich zusätzlich eine Zeit lang Mirtazapin, weil ich nicht schlafen konnte. Schlafen klappt bisher aber noch einigermaßen. Morgen habe ich einen Termin bei meiner alten Psychotherapeutin.

Wie komme ich bloß durch diese Zeit?

Eure Asrai

Krissy0001
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Re: Diese unerträgliche innere Unruhe

Beitrag von Krissy0001 » 21:03:2018 10:33

Guten Morgen, das was du beschreibst habe ich auch täglich. Aktuell geht es mir bisschen besser. Ich versuche mich morgens mit was abzulenken. Gehe spazieren oder sonst irgendwas. Ich raffe mich halt zu allem immer auf und dann geht es. Mit welchen Tabletten warst du denn stabil? Hast du diese abgesetzt oder wodurch kommt der Rückfall?

Astrid
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Re: Diese unerträgliche innere Unruhe

Beitrag von Astrid » 15:04:2018 11:53

Hallo Asrai,

wie geht es dir mitlerweile? Haben die Medis angeschlagen? Diese Rückschläge können immer mal wieder kommen, meist wird es aber nicht so schlimm wie ganz zu beginn. Überlege, was dir sonst gut tut. Versuche dich körperlich zu betätigen, Tageslicht zu tanken. Vitamin D kann auch helfen. Die dunkle Jahreszeit geht ja jetzt dem Ende zu. Bei mir hat Sport und Singen einen sehr positiven Effekt. Massage, Wannenbäder, Atemübungen helfen Ängst und Verspannungen abzubauen. Versuche dich nicht zu verkriechen und geh unter Leute, auch wenn es das letzte ist, was du tun möchtest... .

Hoffe es geht dir schon besser

Astrid
schwere PPD nach der Geburt des ersten Kindes 2006
2011 zweites Kind ohne PPD
heute gesund ohne Medis
seit Juni 2018 7,5mg Mirtazapin, wegen Schlafstörungen

Lalelu84
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Re: Diese unerträgliche innere Unruhe

Beitrag von Lalelu84 » 16:04:2018 19:43

Hallo,

Ich kann dir leider nicht helfen, wollte aber sagen, dass ich das auch kenne. Ich bin total unruhig und muss ständig was machen und bin dabei so erschöpft und müde, dass meine Beine zittern.

Ich bin noch mitten in der Angst/Depression. Allerdings ist es etwas besser mit der extremen Unruhe nach der Akupunktur und vielleicht hilft auch der Baldrian etwas.

Ich hoffe so sehr, dass dein Medikament anschlägt....

Liebe Grüsse

Asrai
Beiträge: 4
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Re: Diese unerträgliche innere Unruhe

Beitrag von Asrai » 03:05:2018 21:47

Hallo ihr,

hab länger nicht reingeschaut und gerade erst Eure Antworten gelesen.
Mir geht es nicht mehr so schlimm, wie zu dem Zeitpunkt, als ich meinen Eintrag verfasst habe. Die Medikamente haben angeschlagen und auch sonst nehme ich alle Hilfen an, die sich auftun. Die Unruhe war zwischenzeitlich ganz weg, jetzt ist sie wieder leicht da. Aber es gibt zumindest einen ganz konkreten Anlass. Uns zwar hat mich mein Partner verlassen, der Vater meiner beiden Kinder. Das Ende der Beziehung kam sehr plötzlich und ohne Vorwarnung. Zwar lief es schon länger nicht gut, aber eine Trennung stand nie zur Debatte. Er hat mich wirklich von heute auf morgen verlassen ohne jede Vorankündigung. Ich denke, dass ich das atmosphärisch zwar schon gespürt habe und daher mein Zusammenbruch kam. Der Zusammenbruch war ja ca. 3-4 Wochen vor der Trennung. Als ich mich wieder einigermaßen stabilisiert hatte, hat er die Trennung ausgesprochen. Seitdem sind knapp 6 Wochen vergangen. Seitdem mache ich alle möglichen Gefühle durch: von tiefem Schmerz über rasende Wut bis hin zu Zuversicht und sogar Erleichterung, weil ich weiß, dass die Beziehung mir eigentlich nicht gut tat.

Es grüßt Euch,
Eure Asrai

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