Ich versuche stark zu bleiben

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Nezrin
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Nezrin » 11:09:2019 11:50

Am 30. Habe ich einen Termin bei meinem Therapheut. Es ist nicht direkt abgesprochen. Wo ich beim letzten mal bei ihr war hat sie mir gesagt wir können auf 40 mg gehen jedoch sollte ich erstmal 30 mg nehmen was ich auch gemacht habe. Das problem ist auch das ich mich nicht traue alle meine Gedanken dem Therapheuten zu sagen es ist mir unangenehm. Muss ich darüber sprechen. Und können diese Gedanken und gefühle weggehen ivh will nicht immer dran denken müssen wenn ich meine kinder anschaue :( es ist immer was neues was mich quält. Was ich euch noch fragen wollte ist .... Ich kann nicht allleine sein dann geht es mir noch viel viel schlechter. Und wenn ich z.B was im Haushalt machen will oder anderen verpflichtungen nachgehen will kann ich es nicht. Es ist wie eine blockade in mir irgendwie traue ich mir nix mehr zu ich kriege direkt Gedankenkreisen und leicht angst wenn ich irgendwas a gehen will. Ich weiss nicht wie ich es erklären soll. Ich hab das gefühl ich kann keine verantwortung für etwas tragen oder einen Haushalt führen !!

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Kikke
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Kikke » 11:09:2019 14:24

Das was du beschreibst, kennen viele hier sehr gut:

Blockade, etwas zu tun
Sich nichts zu trauen
Gedankenkreisen
Aussichtslosigkeit

All das sind Symptome der Depression. Du musst habt dringend deinen Arzt anrufen oder deine Symptome einem anderen Arzt (Hausarzt, Gynäkologe...) Schildern. Du brauchst Hilfe. Jetzt, nicht erst am 30.

Ich verstehe, dass du dich schämst. Du musst es aber laut aussprechen, dann kann die geholfen werden. Und bitte glaube mir: die Ärzte wissen, wie man damit umgeht. Sie verurteilen dich nicht. Es ist deren Job und die kennen die Krankheit
November 2017: Schwere depressive Episode nach Geburt meines Sohnes.
Januar 2018: Zweimonatiger Aufenthalt in Psychiatrie ohne meinen Sohn (Medikament: zu Beginn Tavor, AD 60 mg Cymbalta).
Im Anschluss Beginn einer Verhaltens- und Schematherapie.
August 2018: 30 mg Cymbalta
September 2018: Cymbalta abgesetzt
Februar 2019: Letzte Sitzung bei meiner Therapeutin.
Aktuell: Der normale Mutterwahnsinn.

Elisabeth
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Elisabeth » 11:09:2019 18:12

Ja, der 30. Ist viel zu spät. Warte nicht so lange. Du kannst einem Arzt alles erzählen. Ärzte und Therapeuten können das fachlich sehen. Ich war ganz verwundert wie neutral mein Psychiater auf meine Gedanken reagiert hat. Du hast die Chance dass es bald leichter wird, du musst nur Hilfe holen. Ich bereue jeden Tag den ich gewartet habe.

Nezrin
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Nezrin » 11:09:2019 18:41

Ja ich glaub ich werd einfach ohne Termin hingehen. Ich werde ja im krankenhaus behandelt es ist keine praxis. Ist denn der Inhalt wirklich ausschlaggebend? Kommt es nicht eher drauf an allgemein sich nicht mehr mit den Gedanken zu Identifizieren und sie nicht ernst zu nehmen? Oder ist der inhalt wichtig für die Behandlung? Das Problem bei mir ist das ich nicht glauben kann das mir eine Therapie helfen kann :( Ich glaub es liegt daran das ich so viel im internet hilfe gesucht habe und die die Selbsthilfe Kurse angeboten haben(die mich auch viel geld gekostet haben) immer der Meinung waren das phsychologen nie etwas bei ihnen gebracht haben und sie dadurch jahre gelitten haben. Das ist auch der Grund warum ich mir nie hilfe geholt habe. Ich habe denen Vertraut mir immer mehr Kurse gekauft und hab immer Gedacht das ist der richtige weg und ich werde es alleine schaffen. Das ging 3 Jahre lang so bis ich hier gelandet bin. ( medikamente sollen übrigens auch sehr schlecht sein und hätte nie jemanden was gebracht :roll: ) Ich hab den einfach Blind vertraut.

Elisabeth
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Elisabeth » 11:09:2019 20:12

Toll dass du nicht bis zum 30. wartest.
Der Inhalt deiner Gedanken kann relevant sein, auch damit der Arzt deinen Leidensdruck erkennt und richtig einschätzen kann. Bei MIR war der Inhalt auch wichtig damit er den Wahn erkennt, und richtig behandeln kann. D.h. nicht dass du stundenlang darüber reden musst. Wichtig ist, dass der Arzt ein Bild bekommt.

Gesprächstherapien bei Psychologen sind sinnvoll, brauchen aber auch Zeit. Medikamente vom Psychiater sind zu Stabilisierung sehr wichtig, wenn man eine akute Krise hat und können oft schon sehr schnell helfen. Beides in der Kombination, psychologe und Psychiater, ist meist sinnvoll. Eine gute medikamentöse Einstellung ist denke ich aktuell super wichtig für dich.
Mir bringen meine Medikamente sehr viel. Ich bin sehr froh darüber dass ich sie habe!

Nezrin
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Nezrin » 11:09:2019 21:52

Medikamente Nehme ich ja auch schon seit 2 Monaten. Jedoch 40 mg erst seit c.a 5 Tagen. Ich merke auch schon eine wirkung. Ich denke aber das ich noch ein Medikament zur hilfe brauche. Ich hab halt bei vielen gelesen das ihnen ein zusätzliches neuroleptikum sehr geholfen hat. Ich werde es auf jedenfall ansprechen wenn ich hingehe. Weil ich vor dem 30 auch nicht zur Therapie kann. Und die bringt ja eh erst mit der zeit etwas. Ich brauche erstmal hilfe die schneller etwas bringt.

Elisabeth
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Elisabeth » 11:09:2019 22:36

Super, dass du dir aktiv Hilfe suchst und nicht aufgibst! Es geht dir sicher bald viel besser. Um die richtige Dosierung und die richtigen Medis zu finden, braucht es manchmal ein bisschen. Es ist wichtig dem Arzt gut rückzumelden, wie es einem geht.

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