I'm back!

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Muschelkalk2

I'm back!

Beitrag von Muschelkalk2 » 06:05:2013 14:39

Hallo!

Obwohl ich viele von euch sehr lieb gewonnen hatte, hätte ich euch gerne alle nie mehr wieder gesprochen. Doch nun, einige Jahre nach meinem letzten Auftritt hier, brauche ich wieder Hilfe. Musste meinen Namen etwas ändern, da die alte Emailadresse nicht mehr gültig war... ist aber auch egal, oder?

Ich will gar nicht so viel reden, denn eigentlich ist mir nicht nach Reden zumute. Leider hat mich nach der Geburt meines zweiten Kindes eine PPD mit Zwangsgedanken erwischt. Obwohl ich die bestmögliche aller Vorbereitungen darauf hatte (immerhin bin ich jahrelang Depri-und Zwangspatientin), hab ichs nicht kommen sehen. Das ist nun schon zwei Jahre her. Aber es ist noch nicht durchgestanden. Aktuell habe ich die Medis wieder hochgefahren, da ich eine Heulmuschel war. Meine Rosi, die Zwangsgedanken-Chefin, ist übrigens auch back.

Fühlt sich gut an, wieder dabei zu sein!
Muschelkalk

P.S. Vielleicht sollte ich ein für allemal erklären, warum ich so einen irren Nickname habe. Joachim Ringelnatz, ein wunderbarer Dichter, nannte seine Frau so. Muschelkalk. Das fand ich sehr schön. Viel besser als Hasi, Mausi oder Schatz.

Sanna
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Beitrag von Sanna » 06:05:2013 17:02

Hallo!

Ich bin relativ neu hier, also kein bekanntes Gesicht, aber trotzdem willkommen!

Es tut mir leid, dass es dich erneut erwischt hat. Ich hoffe, du findest hier die Hilfe und Unterstützung, die du brauchst.

Viele Grüße, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

ubure

Beitrag von ubure » 06:05:2013 18:25

Hallo nochmal Muschelkalk,

ich hatte Dir ja schon eine PN geschrieben und beantworte Deine Frage gleich hier: ich war gerade mal einige Wochen hier, als Du gegangen bist, und das ist mittlerweile um die 10-12 Jahre her.

Gerade Deinen Nick fand ich immer wunderschön, weil ich das Meer so unendlich liebe, außerdem liebe ich es, wenn sich jemand so gut ausdrücken kann wie Du.

Kopf hoch, ist der Hals auch dreckig, nicht wahr?

LG,
ubure

Muschelkalk2

Kopf hoch, ist der Hals auch dreckig

Beitrag von Muschelkalk2 » 06:05:2013 20:27

Richtig. Das ist ein Spruch meiner Omi. Das tat mir gerade uuuunendlich gut , dass du dich daran erinnert hast. Obwohl ich damals auch ganz schön tief in der Sosse drin war, habe ich immer versucht, anderen zu helfen. Ich hab dann schnell gemerkt, dass mir das indirekt auch hilft... Helfersyndrom nennt man das glaube ich :D :D :D

Hatte dir auch auf die PN geantwortet...das ist übrigens nicht 10, 12 Jahre her, sondern ungefähr sechs oder sieben Jahre!!!

lotte
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Beitrag von lotte » 06:05:2013 21:50

Sapperlot, Frau Muschelkalk2 ;)

ich umarme Dich aus der Ferne. Auch, wenn Dein Wiederkommen alles andere als erbauliche Gründe hat.

Du schreibst, 2 Jahre ist das her. Ging/geht es Dir die ganze Zeit über schon mies (muschelig?). Oder war/ist das eher ein Auf und Ab, wie es die Krankheit so mit sich bringt? Machst Du brav eine Therapie, neben den Medis, wie ist Deine aktuelle Situation? Hilfe von Männe, Freunden usw? Auszeiten möglich?

Es grüßt Dich ganz dolle,
Lotte (früher Carlotta oder so ähnlich).

PS. Kompletto geheilt. Angst nur noch dann, wenn sie Sinn macht ;) Mädels schon fast 9 und 13,5 Jahre alt. Tolle Zeit. Da kommst Du auch hin, versprochen!
Ängste soll man nicht verdrängen. Man muß mit ihnen gedanklich so lange Schach spielen, bis man sie mattgesetzt hat.

(Robert Pfützner)

Muschelkalk2

Miesmuschel

Beitrag von Muschelkalk2 » 07:05:2013 7:06

Mensch, liebe Carlotta/Lotte/Charly...wie auch immer!

Das ist wunderbar, dass ich dich nochmals treffe. Soooo cool, dass du fit, fit, fit bist!

Ja, bei mir ist es ein Auf und Ab. Eigentlich ist mein Leben gut. Aber alle paar Monate habe ich einen fiesen Sacker. Ich bin ein Stress-Seismograf :shock:
Mir ist schon klar, dass das wohl immer so bleiben wird...dass die Herausforderung darin besteht, zu akzeptieren, dass das Leben eben kein langer, ruhiger Fluss ist. Mein Problem lag nie im intellektuellen Bereich...obwohl: Doch, würde ich weniger hirnen, wäre mein Alltag viel einfacher. Ich nehme immer brav eine Erhaltungsdosis Sertralin, mit einer Zwangserkrankung im Hintergrund ist das immer schlau. Therapie mach ich auch...wobei das mittlerweile nur noch alle paar Wochen ist, denn - wie schon gesagt - eigentlich geht's mir objektiv gesehen nicht schlecht.

Ich bin immer noch ein totaler Hypochonder. Miesmuschel reloaded sozusagen. Ausserdem habe ich in schöner Regelmässigkeit ZG in Bezug auf meine Kinder. Das tut nach wie vor sauweh. Mein Mann ist mein Held, der steht mir auch nach so vielen Jahren und so vielen Tränen, Ängsten und Jammereien bei.

Gerade bin ich also wieder total drin. Scheibenkleister!

glg
Muschelkalk2

lotte
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Beitrag von lotte » 07:05:2013 19:37

Ja genau, meine Liebe. Das ist ja mit ein Dreh- und Angelpunkt bei der Sache: ES geht nicht weg, weder von heute auf morgen, noch wird ein anderer Mensch aus uns. Wäre ja auch irgendwie doof, oder? ;)

Das annehmen ist sehr wichtig. Die einen kriegen Migräne bei Stress, wir halt Panik oder Zgs. Hat ja auch meist eine Ursache/Erklärung, oder? War bei mir zumindest so. Mutter selbst und heute noch Panikerin. Wie soll man da gesund mit sich umgehen (wobei ich habe der Hypochondrie gänzlich abgeschworen!, ehrlich).

Und mit dem "eigentlich gehts mir gut" ist das auch so eine Sache. Das sagt Dir Dein Hirn, aber Dein Herz und der Rest kann es nicht glauben, fühlen. Meist "redet" man sich das ja auch ein bisserl ein, von wegen, "komm schon, eigentlich ist doch alles bene." Aber das Gefühl lässt sich halt nicht bescheissen.

Insofern: Du bist da schon mal rausgekommen und schaffst das auch ein 2. Mal. Sehr schön, dass Dich Dein Männe immer wieder mal einsammelt, muschelmässig ;)

LG
Lotte
Ängste soll man nicht verdrängen. Man muß mit ihnen gedanklich so lange Schach spielen, bis man sie mattgesetzt hat.

(Robert Pfützner)

Muschelkalk2

Kann mithalten

Beitrag von Muschelkalk2 » 07:05:2013 20:09

Ha! Da kann ich mithalten. Meine Mutter ist Angstpatientin, die Oma glaub schon das ganze Leben depressiv. Und jetzt kommts: Mein Vater ist so was von zwanghaft. Mein Psychiater fand mal, es sei nicht verwunderlich, dass ich bei den Genen und den Vorbildern so sei, wie ich bin. :mrgreen:

Hab heute den ganzen Tag zwischen Zwangsgedanken und Krankheitsängsten hin- und herjongliert. Ich glaube tief und fest, dass mein Hirn serotoninmässig leergelaufen ist wie eine Badewanne. Diese Karusselle im Kopf, das ist nicht nur eine Einstellungssache. Abends ist immer alles viiiiiiel besser 8) Ich würde jetzt nicht sagen, dass mir die Sonne aus dem A...llerwertesten scheint, aber abends ist alles nur noch halb so schlimm.

Ein Punktsieg habe ich heute erzielt: Ich war glaub ne gute Mama. Ich habe weder vor den Mäusen geheult, noch habe ich Löcher in die Luft gestarrt. Nur mit dem Essen Kochen, da hat's es bitzeli gehapert...es gab Märlisuppe von Maggi. Also Brühe mit Nudeln in Feengestalt. Ja nun, es kann nicht immer Drei-Näpfe-Essen-geben. Kalorientechnisch habe ich, um die miese Bilanz vom Hauptgang auszugleichen, einen Kuchen aus dem Kühlschrank gezaubert. So was Gekauftes...mit vielen E-Nummern. Egal. Wenigstens nicht geheult, nicht erstarrt, nicht am Rad gedreht. Es war wie in dem Lied - heute alles nur in meinem Kopf. Yeah!

Lieblieb an alle Mamis da draussen
Muschelkalk

Nickolakala
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Hallo

Beitrag von Nickolakala » 07:05:2013 21:53

Liebe muschelkalk2..............

schade, dass der Anlass so traurig ist damit Du hier wieder Hilfe brauchst.

Denn beim Lesen Deiner Beiträge musste ich eben grinsen - obwohl dem traurigen Inhalt - Du hast wirklich eine tolle Art zu schreiben..........

Liebe Gr.
Nickolakala

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Marika
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Beitrag von Marika » 08:05:2013 8:04

Herzlich Willkommen zurück,

hab dich eh schon in der PN begrüßt!!!

Es tut mir natürlich sehr leid, dass du gerade so ein Tal durchmachen mußt. Aber ich garantier dir: Das wird wieder. Weißt du eh, nur sollte es natürlich sofort sein, wer möchte das nicht von uns. Geduld zu haben ist etwas das gerade wir PPD Mamas immer wieder aufbringen müssen und das ist mühsam, ich weiß.

Meine Frage zum Sertralin: Wie lange genau nimmst du es schon und bist du generell zufrieden damit? Die Frage kommt deshalb, weil ich doch einige Mädels hier kenne, die mit dem Sertralin nur mässig Erfolg hatten, mit einem anderen SSRI aber dann genau das geschafft haben!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

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