Weiß nicht weiter :-(

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Baby030612

Weiß nicht weiter :-(

Beitrag von Baby030612 » 11:05:2013 13:56

Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, aber ich weiß nicht was mit mir los ist. Ich habe das Gefühl ich bin ein Hamster in einem Laufrad. :-( ich habe mich vor kurzer Zeit hier vorgestellt. Und lese oft hier still mit. Habe ich eine Wochenbettdepression? Es geht mir immer schlechter. Mein Sohn ist jetzt 9 Monate alt. Und in der Schwangerschaft fing es schon an, dass ich manchmal nichts geschafft bekam und überfordert war mit allem. Ich Weine sehr viel und habe solche Schuldgefühle meinen Kindern gegenüber. Ich habe aber keine Zwangsgedanken, so wie ich es hier oft lese. Ich habe auch keine Probleme damit Nähe zu meinem Kind oder zu meinen Kindern zu empfinden. Ich Weine aber ständig weil ich eine schlechte Mama bin und keiner Situation mehr gewachsen bin. Ich habe seit einer Woche wieder täglich mit meine Bulimie zu kämpfen obwohl ich noch stille. Ich kann mit niemandem außer meinem Mann darüber reden. Meiner Mutter geht es gerade sehr schlecht mit Depressionen und sie würde sich solche Sorgen machen wenn sie wüsste wie es mir geht. Ich bin aber total überfordert damit ihr zu helfen. Ich tue zwar so als sei ich stark aber innerlich gehe ich kaputt. :-( ich will nirgendwo mehr hin und am liebsten nur schlafen und die Decke über den Kopf ziehen. Ich hab so Angst vor AD :-( ich weiß das sie helfen. Aber warum habe ich so Angst davor. Ich glaube ich habe Angst zuzugeben dass ich ein Problem habe :-( ich habe nicht den Mut dazu zu stehen :-( ich bin so erbärmlich. Mein Mann und die Kinder sind unten im Wohnzimmer und ich habe mich oben im Bad eingeschlossen und mich übergeben. Sitze hier heulend auf dem Boden statt das Leben mit meinen Kindern zu genießen. Ich hasse mich so sehr dafür :-( sie haben das nicht verdient mit mir so gestraft zu sein. Ich liebe die doch mehr als alles andere auf der Welt.
Es tut mir leid dass ich euch jetzt hier sowas schreibe. Aber
Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ihr habt bestimmt richtige Probleme und ich mache mir meine einfach nur selbst :-( tut mir wirklich sehr leid :-(

Aenkman

Beitrag von Aenkman » 11:05:2013 14:08

Hey erstmal fühl dich umarmt!

Und dann- JA das klingt nach Depression. Hatte auch ansonsten keine ZG nur den einen und das ständig eine schlechte Mama zu sein!
Und du findest bestimmt auch ständig eine Bestätigung dafür, oder?!
Aber du bist eine tolle Mama eben weil du dir um deine Kinder gedanken machst und dich sorgst. Aber DU bist genauso wichtig.

Deine Bulimie ist doch ein großer Ausdruck dafür das deine Seele nicht mehr kann und krank ist.
Wollte auch nie diese AD nehmen genau weil ich dann die Bestätigung hatte Depressiv - eben KRANK zu sein. Ich habe sie genommen und mir ging es besser (in Verbindung mit Therapeutengesprächen).
Jetzt schleiche ich langsam aus und schaffe alles viel besser.

Sanna
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Beitrag von Sanna » 11:05:2013 14:44

Hallo!

Ich stecke selber noch mitten drin in einer PPD, kann dir aber nur empfehlen so schnell wie möglich Hilfe zu holen.

Alles was du schreibst kommt mir bekannt vor. Und nein, du bist nicht die einzige, die dieses Problem hat. Wir alle kennen das und es ist nichts, wofür man sich schämen sollte.

Koopf hoch, das wird.
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

mama4

Beitrag von mama4 » 11:05:2013 14:57

Hallo du,

kann mich Aenkman nur anschließen. Du bist hier richtig, und was du da beschreibst hört sich sehr nach einer Depression an. Zwangsgedanken gehören nicht zwingend zu Depressionen dazu. Bei einigen von uns treten sie halt zusätzlich als Symptom auf.
Du solltest meiner Meinung nach wirklich mit einem Arzt über deine Probleme reden. Die Angst vor den ADs kenne ich auch, und niemand gesteht sich gerne eine psychische Erkrankung ein (da muss ich mich selber mit einschließen). Aber deine jetzige Gefühlslage wird durch das Leugnen nicht besser. Zusätzlich stehst du auch noch wegen deiner Mama unter zusätzlichem Stress. Dass deine Bulimie wieder zum Vorschein kommt, sollte dir zusätzlich zu denken geben.

So wie du über deine Kinder schreibst, habe ich das Gefühl, dass du sie sehr liebst und alles für sie tun würdest. Sie wollen dich bestimmt niemals eintauschen und lieben dich.
Das Beste, was du für sie im Moment tun kannst, ist dafür zu sorgen, dass es die selber wieder gut geht. Dann hast du auch die Kraft dich voll und ganz um sie zu kümmern.

GLG mama4

Baby030612

Beitrag von Baby030612 » 11:05:2013 16:03

Vielen Dank für eure Antworten. Ihr habt recht, ich werde am Montag bei der Ärztin anrufen und einen Termin machen. Hoffentlich h so schnell wie möglich. In Therapie bin ich ja noch. Allerdings wegen der Bulimie. Ich gehe alle 8 Wochen dahin. Es sollte eine Verhaltenstherapie sein. Sie hilft mir aber nicht. Wenn ich die Bulimie im Griff hatte, dann nicht wegen der Therapie. Ich versuche schon seit Wochen einen anderen Therapeuten zu bekommen. Aber es sind nirgendwo freie Stellen. Überall mindestens 6 Monate Wartezeiten. Ich hatte Angst dass die Bulimie wieder ausbricht. Und nun ist es wieder so schlimm und das macht mich zusätzlich so fertig. Oh Gott wenn ich mir vorstelle meine Kinder hätten das. Ich bin so ein schreckliches Vorbild. Ich bin genauso, wie ich nie sein wollte. Ich fand es so schlimm als Kind wenn meine Mama oder meine Oma ( wo ich überwiegend groß geworden bin, sie war auch wie eine Mutter für mich ) vor mir zusammen gebrochen sind und ich habe heute noch die Gedanken dass es meine Schuld ist, weil ich einfach geboren wurde. Und nun kann ich es kaum verstecken dass es mir schlecht geht. Dass ich nicht die fröhliche Mama bin, die sie hatten und die alles mit ihnen gemacht hat. Warum nur? Warum hab ich das nicht unter Kontrolle? Können die AD da wirklich helfen? Dass man nicht so grundlos traurig ist? Dass man nicht nur am liebsten schlafen möchte, damit man nichts falsch macht? Ich hab da so Angst vor. :-(

lotte
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Beitrag von lotte » 11:05:2013 19:16

Hey Du,

Ja, mach das, mit dem Anruf am Montag. Und lass Dich nicht abwimmeln. Ich denke, alle 8 Wochen ein Termin ist viel zu wenig, da kann sich ja nicht viel tun.

Du hattest damals die Gedanken und Gefühle, dass DU was falsch gemacht haben könntest, wenn Deine Mum + Oma zusammengebrochen sind. Sie haben Dir anscheinend nicht erklärt, dass das nix mit Dir zu tun hatte, sondern deren Problem war. Das machst Du ja nicht so. Und dass Du zurzeit traurig bist, ist kein persönliches Versagen, sondern Deine Krankheit.

Ja, das richtige Medi kann helfen. Damit Du stabiler wirst und dann noch mal den Ursachen für Deine Bulemie auf den Grund gehen kannst. Sicher ist die nicht einfach so entstanden?

Kontrollieren kann man das ganze nicht. Es ist auch keine Willensentscheidung, ob man traurig oder gut gelaunt ist. Erst, wenn man mit sich selbst im Reinen ist, sich annehmen und lieben kann, leidet man nicht an Ängsten oder Depris. (es sei denn es liegt eine endogene Depri vor, also rein biochemischer Ursache).

Sag Bescheid, was Du erreichst hast am Montag.

LG
Lotte
Ängste soll man nicht verdrängen. Man muß mit ihnen gedanklich so lange Schach spielen, bis man sie mattgesetzt hat.

(Robert Pfützner)

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