Mamas Monster

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Muschelkalk2

Mamas Monster

Beitrag von Muschelkalk2 » 15:05:2013 7:05

Liebe Mamas da draussen!

Mir geht es immer noch besch... Ich hatte mir auf euer Anraten das Buch "Mamas Monster" bestellt. Gestern war ein Albtraumtag. Abends habe ich dann beschlossen, dass Buch mit meinen Kindern zu lesen. Das war sehr gruselig, denn das hat eine Lawine ausgelöst. Gerade meine Grosse redet seitdem nur noch davon. Heute Nacht wurde sie wach und musste zu uns ins Bett, da sie so Angst hatte. Sie will mein Monster bekämpfen, sie will es vertreiben. Obwohl ich - und auch mein Mann - tausend Mal erklärt haben, dass nur ich was dagegen machen kann. Ich frage mich nun, ob das richtig war. Einerseits haben wir das Gefühl, dass die Kinder sehr dankbar sind, dass wir endlich was erklärt haben, dass wir dem Grauen sozusagen einen Namen gegeben haben. Andererseits - habe ich etwas Schlechtes gemacht? Meine Grosse ist total damit beschäftigt. Es ist so, als müsste sie mit ihrem Kindergehirn nun einen ganz eigenen Zugang zur Problematik finden. Ist das gut so? Was sind eure Erfahrungen? Mein Verstand sagt mir, dass das sehr gut war. Mein Herz tut weh...

Danke für eure Antworten
Muschelkalk

Sanna
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Beitrag von Sanna » 15:05:2013 15:25

Du Liebe,

auch wir haben dieses Buch und bei uns hat es super funktioniert. Mein großer Sohn (7 Jahre) hat das erstmal so akzeptiert, aber ich denke, es arbeitet in ihm. Für den Fall, dass wir seine Sorgen nicht mehr auffangen können, besucht er eine Selbsthilfegruppe für Kinder von psychisch kranken Eltern. Dort wird spielerisch sehr viel aufgefangen und aufgearbeitet. Vielleicht gibt es sowas auch bei euch?!

Liebe Grüße, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

lotte
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Beitrag von lotte » 15:05:2013 19:36

Du Süße,

tut mir leid, wegen Deinem Albtraumtag.

Zu dem Buch kann ich gar nix sagen. Das habe ich nie ausprobiert. Und als ich meinen Kids etwas über meine Ängste erzählt habe, waren sie schon ein gutes Stück größer als Deine.

Ich denke trotzdem, dass es nicht verkehrt war, dem Kind einen Namen zu nennen. Ihr sehr ja in der nächsten Zeit selbst, wie viel und intensiv sich gerade Deine Grosse damit bschäftigt. Wenn es "zuviel" wird, könntest Du Dich wirklich an einen Therapeuten wenden. Meiner war zwar kein ausdrücklicher Kinderpsychologe, konnte mir aber auch schonn das eine oder andere Mal bei Dingen weiterhelfen.

Also, warte es ab. Und dann ist immer noch Zeit zu handeln.

Ich drück Dich und wünsche Dir baldiges Erwachen aus den bösen Träumen ;(

die Lotti
Ängste soll man nicht verdrängen. Man muß mit ihnen gedanklich so lange Schach spielen, bis man sie mattgesetzt hat.

(Robert Pfützner)

franzi8511

Beitrag von franzi8511 » 15:05:2013 21:57

Darf ich fragen, wie alt deine kids sind?

scarpi

Beitrag von scarpi » 15:05:2013 22:21

liebe muschelkalk,

ich denke nicht, dass du einen fehler gemacht hast.
ich arbeite als therapeutin bei einem kinder- und jugendpsychiater und meine erfahrung ist, dass es für die kinder immer besser ist, wenn altersangemessen mit ihnen über die problematik gesprochen wird. sprecht weiter offen mit ihr und erklärt ihr im zweifel auch noch tausendmal, dass nur du dein monster bekämpfen kannst, weil es eben deins ist und nur du das richtige mittel finden kannst.

liebe grüße!

scarpi

Muschelkalk2

Mamas Monster

Beitrag von Muschelkalk2 » 19:05:2013 18:05

Hallo! Danke für eure Antworten. Das Monster ist immer noch ein Thema bei uns. Meine Grosse (4) fragt mich jeden morgen: Ist es schon kleiner geworden? Und dann drückt sie mich. Die wahrheitsgemässe Antwort lautet: Ja, es ist schon kleiner geworden. Was ich aber nicht sage, ist, dass es immer noch monströs gross ist. Dass noch ein langer Weg vor mir liegt.

Mit ein paar Tagen Abstand muss ich sagen: Es war gut, dass wir das zum Thema gemacht haben. Es gab zwar sehr viel Verunsicherung bei den Kindern, unterm Strich sind sie aber total dankbar, dass das Problem jetzt greifbarer ist. Heute war das Monster z. B. den ganzen Tag über kein Thema. Und wenn meine Kinder wieder darüber reden wollen, dann mache ich das. Es tut sehr weh, dass ich diesen Schritt überhaupt gehen musste, aber auch hier gilt vermutlich: Im Zweifel immer im Interesse des Kinders.

Danke für euer Ohr!
lg
Muschelkalk

starrynight

Beitrag von starrynight » 03:06:2013 9:22

... gegenbeispiel : meine kinder scheint das buch kalt zu lassen. oder sie haben es garnicht verstanden worum es ging? Meine grosse findet das buch TOLL... :?
Sie scheint es in keiner weise mit mir zu verbinden :?

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