werde ich jemals wieder normal?

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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andrea 1982
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werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von andrea 1982 » 12:07:2017 22:06

Hattet oder habt ihr während der ppd auch ständig den gedanken, dass es niemals wieder gut werden könnte?

Mich plagt ständig die angst, dass das jetzt für immer so bleibt und ich niemals mehr wieder richtig glücklich sein kann! Ich kann mit einfach nicht vorstellen, dass es wieder weggeht.

andrea 1982
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Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von andrea 1982 » 13:07:2017 21:11

Schade, dass mir niemand antworten mag.

engelchen2012
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Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von engelchen2012 » 13:07:2017 21:16

Hey!

Ich glaube, dieses gefühl hat jede von uns schon gehabt. Ist wahrscheinlich ganz typisch für die ppd. Ich dachte auch lange, dass es für immer so bleiben wird; dass es an mir liegt, dass ich so fühle wie ich fühle; dass ich das ganze nicht wollte; dass ich mein altes leben zurück haben möchte etc. Aber ich kann dir versprechen, dass es wieder gut wird! Vielleicht anders, aber trotzdem gut. Ich musste erst mal lernen, zu akzeptieren, dass mein leben sich durch die geburt unserer tochter komplett verändert hat. Als es mir dann durch die medikamente und therapie nach und nach besser ging, wurde auch dieses gefühl wieder besser. Irgendwann konnte ich tatsächlich wieder glücklich sein - und das wirst du auch!!

Fühl dich gedrückt! Lg
seit 25.12.2013 kein mirtazapin mehr!!
seit 16.02.2014 nur noch 100mg sertralin
Und seit Mitte April 2014 nur noch 50mg sertralin
Seit 12.06. ohne AD!

aktuell wieder schwanger, ET 03.04.2015 ;o)
Beginn 50mg sertralin am 14.08.2014, aktuell 100mg

Geburt 2. tochter am 13.03.15, weiterhin 100mg sertralin
Seit 11.03.2016 75mg sertralin
Seit 15.07.2016 50mg sertralin
Seit 08.10.2017 25mg sertralin
Seit 05/2018 12,5mg sertralin
Ab 13.06.2018 ohne AD

andrea 1982
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Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von andrea 1982 » 13:07:2017 22:12

Danke für deine antwort, es macht mir immer mut von frauen zu lesen, die ppd überstanden haben und wieder glücklich sind!

engelchen2012
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Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von engelchen2012 » 15:07:2017 21:31

Es war auch bei mir ein langer weg, mit rückfall, aber es lohnt sich zu kämpfen! Du wirst es auch schaffen, es braucht viel zeit und geduld, auch wenn man davon in dem moment am allerwenigsten hat!

Grüße
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andrea 1982
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Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von andrea 1982 » 15:07:2017 21:42

Danke!!

Cosmeni
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Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von Cosmeni » 18:08:2017 18:25

Liebe Andrea.
Dein Thema spricht mir aus der Seele.
Ich bin kein bisschen mehr ich selbst und kurz davor völlig zu verzweifeln.
Das Einzige was mir überhaupt noch und nur sehr kurzfristig hilft, ist die Selbstverletzung. Das ist wie eine Erlösung, leider nur für den Moment. Ich kann grundlegend gar nicht mehr klar denken, mir geht es einfach nur noch schlecht und jeden Tag schlechter. Das schlechte Gewissen meinem Kind gegenüber bringt mich um, ohne jede Möglichkeit mein Verhalten zu beeinflussen leider. Ich habe solch eine Panik, dass es mir nie wieder besser gehen wird, dass ich meine Beziehung aufheben will, damit mein Freund und mein Kind endlich ihre Ruhe vor mir haben. Und leben will ich eigentlich auch nicht mehr, ich hab einfach nur noch Angst.
Ich wünsche dir, dass es dir sehr schnell besser geht. Ich kann jeden deiner Sätze nachvollziehen.
Verena

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Claudia
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Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von Claudia » 18:08:2017 23:04

Liebe Verena,
Dein Beitrag macht mich sehr betroffen, ich kenne auch dieses Gefühl, dass es nie mehr besser wird! Aber glaube mir: es wird!!! Wichtig ist eine psychiatrische und psychologische Betreuung. Nimmst Du Medikamente und machst Du eine Therapie?
Ich wünsche Dir, dass Du bald wieder Licht am Ende des Tunnel siehst!
LG
Claudia
Geburt meiner Tochter 12/2009
PPD mit ZG und Angstzustände seit 02/2010
Citalopram und Opipramol
Verhaltenstherapie
Rückfall 2011 nach Absetzen der Medikamente
Erneut Citalopram und Opipramol
Rückfall 2013 nach Antibiotika
Rückfall 06/2017 nach Nikotinentzug und Stress
Aktuell 20mg Escitalopram und 200mg Quetiapin

Cosmeni
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Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von Cosmeni » 19:08:2017 7:05

Um ehrlich zu sein, weder noch.
Ich war zu zwei Sprechstundenterminen bei einer Psychologin, die dann aber befunden hat, dass eine Therapie nicht indiziert sei und eine akute Belastungssituation diagnostiziert hat.
Aus meiner Sicht eine völlige Fehleinschätzung.
Ich hau stundenlang zuhause an sobald es ansatzweise schwierig wird. Wenn der kleine schreit, raste ich nach ner Weile völlig aus. Ich würde ihm niemals etwas antun, aber stattdessen eben mir. Das tötet wenigstens für kurze Zeit den seelischen Schmerz bzw schwächt ihn etwas. Ich liebe und hasse den kleinen Jungen zugleich. Er ist mein Ein und Alles, gleichzeitig hab ich das Gefühl, er hat mein leben zerstört. Es ist die Hölle auf Erden für mich.

Graureiherin
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Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von Graureiherin » 20:08:2017 21:00

Hallo Cosmeni,

wenn ich Deine beiden Beiträge lese, dann ist zumindest mir vollkommen klar, dass Du unbedingt eine Therapie machen solltest. Egal was die eine Psychologin zu Dir gesagt hat. Geh zu einer anderen, oder zu einer Beratungsstelle die Dir weiter hilft. Es gibt z. B. kirchliche Einrichtungen die Beratungen in Lebenskrisen anbieten und auch entsprechende Therapeuten wissen. Diese beraten völlig unabhängig von der Konfession. So meine Erfahrung. Dich selber zu verletzten ist kein Weg, Du braucht eine andere Art von Hilfe. Alleine vor Dich hin zu leiden wird Dir keine Fortschritte in die richtige Richtung bringen.

Es wird ganz sicher besser und Du wirst wieder normal!, aber Du brauchst Durchhaltevermögen und musst an Dir arbeiten, dann wird es Schritt für Schritt immer besser. In welcher Gegend wohnst Du?, evtl. kannst hier über die Fachleuteliste jemanden finden.

Alles Liebe, rücke Deine Krone zurecht und starte mit den ersten Schritten.
die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
langsame Reduzierung auf 5 mg Escitalopram seit Juli 2017
Verhaltenstherapie beendet seit September 2017

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Marika
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Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von Marika » 21:08:2017 14:29

Liebe Verena,

mach bitte unbedingt einen weiteren Anlauf, dir Hilfe zu holen. Ich teile deine Sicht, dass diese Psychologin einer Fehleinschätzung deiner Situation unterlegen ist.

Mögliche Anlaufstelle wäre auch der Hausarzt oder Frauenarzt, die dich mit Überweisung an die richtigen Stellen leiten können.

Du brauchst Hilfe - jetzt - und zwar dringend. Jedes Krankenhaus hat zu dem eine psychiatrische Notfallambulanz, auch das wäre eine Anlaufstelle.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Cosmeni
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Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von Cosmeni » 03:09:2017 22:30

Hallo.
Ich habe diesmal einen Arzt (Psychiater) aufgesucht und hatte den ersten Gesprächstermin. Zuerst hatte ich einen ganz guten Eindruck. Heute, wo ich einen massiv depressiven Tag habe, denke ich wieder, dass mir auch der nicht helfen wird. Ein Termin alle drei Wochen bringt mir nichts. Ich gebe so langsam völlig auf, ich bin total am Ende. Ich mache mir so schreckliche Vorwürfe daß mein Sohn unter mir zu leiden hat, dass ich am liebsten nicht mehr da wäre. Ich will ihm das nicht länger antun und hab auch einfach keine Kraft mehr. Ich habe vorhin meinem Freund vorgeschlagen , unseren Sohn zur Adoption frei zu geben. Mir blutet das Herz.
Was ich völlig unnormal finde ist, dass es mir generell nicht die ganze Zeit über so schlecht geht sondern speziell in Zeiten nachdem mein Sohn sehr viel geschrien hat.

Anke
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Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von Anke » 04:09:2017 20:25

Hallo Verena,

auch wenn meine Krankheit schon länger her ist, weiß ich noch ganz genau, wie schlimm es sich damals angefühlt hat und welche Gedanken ich hatte.

Momentan bist Du in einen ganz großen Tief, aber glaube mir, das wird wieder vorbei gehen. Ich weiß, dass Du das sehr wahrscheinlich gerade gar nicht nachvollziehen kannst, aber es wird wieder anders/gut/schön werden.

Und Du hast bereits schon mehrere wichtige Dinge unternommen: Termine beim Therapeuten und Arzt.
Was hat der Psychiater gesagt? Hat er eine Diagnose gestellt? Hat er über Medikamente mit Dir gesprochen?

Der Gedanke an eine Adoption ist in einer solchen Situation recht verständich, denn es geht Dir sooo schlecht, dass ein Baby eine enorme Zusatzbelastung darstellt. Wenn es Dir jedoch wieder besser gehen wird, verschwindet auch der Gedanke und Du wirst niemals Dein Baby weggeben wollen. Kannst Du mit Deinem Partner gut und offen über Deine Situation sprechen? Steht er zu Dir? Wen hast Du sonst noch aus der Familie hinter Dir?

Wenn Du magst, kannst Du mich gerne anrufen.

Hier im Forum waren viele an genau der gleichen Stelle wie Du es jetzt bist und alle haben gedacht, es bleibt so schlimm und aussichtslos.
Doch allen geht es wieder besser bzw. sind schon wieder gesund. Es ist ein verdammt harter und steiniger Weg, aber die Krankheit ist heilbar!

Alles Gute, viel Kraft und Geduld - wir sind gerne für Dich da!
Viele Grüße von Anke

"Die Zeit heilt alle Wunden..."

Cosmeni
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Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von Cosmeni » 22:10:2017 19:20

Hallo Anke.
Der Therapeut hat zwar einen super Ruf, leider hilft mir die begonnene Therapie keinen Meter weiter. Seine Diagnose lautet "akute Belastungsreaktion", genau wie bei der Frau Psychologin zuvor auch. Der einzige Unterschied ist, dass er findet, dass das zu behandeln sei und ich jetzt alle zwei Wochen bei ihm antanze, ohne dass es mir hilft. Mit akut hat das Ganze aus meiner Sicht schon lange nichts mehr zu tun, mein Kind ist über sieben Monate alt inzwischen und mir geht es nach wie vor immer schlechter. Ab vier Uhr war heute (mal wieder) alles zuviel und ich bin gegangen und sitze seither im Wald und warte auf Besserung meines Zustands. Ich geh echt so langsam völlig kaputt daran. Es tut mir so unendlich leid für mein Kind und ich weiss nicht mehr weiter.

Lilly

Re: werde ich jemals wieder normal?

Beitrag von Lilly » 23:10:2017 5:05

Liebe Verena,

nimmst Du mittlerweile eigentlich ein Medikament?
Wer unterstützt Dich Zuhause und tust Du hin und wieder auch etwas für Dich selbst?
Vielleicht kann Dein Freund den Kleinen abends mal betreuen und Du gehst zum Sport oder machst irgendwas was Dir gut tut und Spaß macht.
Ich denke Du spürst Dich selbst zu wenig, aber das kommt wieder wenn Du auch auf Dich achtest.
Die Vorstellung, dass Du alleine im Wald sitzt klingt traurig und gleichzeitig stelle ich es mir sehr schön vor. Rausgehen, die Natur fühlen, riechen...gib nicht auf, auch Du findest den Weg da raus.

Liebe Grüße
Lilly

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