An alle Zwängler

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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sternschnuppe_
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Re: An alle Zwängler

Beitrag von sternschnuppe_ » 24:06:2019 16:36

Hast du das mal bei deiner Therapeutin angesprochen?
Sie hat sicher ein paar Tipps, wie du dich besser abgrenzen kannst.

Es ist halt auch ein längerer Prozess Selbstvertrauen aufzubauen und dann bewusst zu seinen Entscheidungen zu stehen.

Normal hab ich mir auch meistens als erstes Sorgen um andere Menschen gemacht, mittlerweile denk ich als erstes an mich. Das soll jetzt nicht egoistisch klingen, ich meine es besonders bezogen auf meine Gesundheit momentan. Was nützt es mir, so zu tun als würde es mir gut gehen, nur damit ich andere nicht verletze. Ich muss mich als erstes um mein Wohlbefinden kümmern und das erforderte jetzt erstmal in die Klinik zu gehen und z.B. die Hochzeit am WE vom Cousin meines Mannes sausen zu lassen. Sicher war das für meine Schwiegereltern nicht so toll und einfach aber wenn es mir nicht gut geht, kann ich einfach nicht auf "heile Familie" machen. Es hat mir auch gut getan, mich da mal bewusst raus zu nehmen. Die letzten Feiern haben mein Befinden nämlich immer verschlechtert.

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Kikke
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Re: An alle Zwängler

Beitrag von Kikke » 24:06:2019 21:18

Da ist genau die richtige Einstellung! Dein Leben ist zu kurz um sich immer in Andere zu kümmern.
Und wenn du gesund bist, kannst du viel mehr Energie die deine Umwelt aufbringen.
Eine sehr gute Entscheidung.
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Anteilen

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November17
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Re: An alle Zwängler

Beitrag von November17 » 25:06:2019 6:12

Ich habe es durchaus angesprochen und sie meinte auch ich müsse mich abnabeln und in vielen Situationen abgrenzen.

Wie das funktionieren soll, haben wir nicht besprochen. Sie meinte nur, dass ich mich nicht verantwortlich fühlen muss für alles oder wenn aufgrund Anderer Disharmonie herrscht, ich dies nicht annehmen soll bzw. es mich nicht beschäftigen soll.

Es ist oft so, dass mich Familienstreitigkeiten im Allgemeinen belasten, auch wenn ich nicht einmal verwickelt bin. Oft bestehen die Treffen sei es seitens meiner Familie oder der meines Mannes aus Diskussionen oder resultieren aus Streitigkeiten der kleinen Kinder. Es dreht sich dann immer um Negativität wie die heutige Welt ist, wie respektlos etc.

Und oft habe ich keine Lust auf die Treffen, aber man geht hin, weil es sich "gehört" 1x die Woche als Familie zu treffen.

Deswegen finde ich es super Sternschnuppe, wie du auf das Treffen verzichtest und auf dein Wohlbefinden hörst.
Ich achte noch zu sehr, was würden die anderen nur sagen, wenn ich nicht auftauchen würde.

sternschnuppe_
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Re: An alle Zwängler

Beitrag von sternschnuppe_ » 25:06:2019 17:57

Gut, bei mir war es jetzt auch mehr oder weniger, weil es mir akut gar nicht mehr gut ging.
Sonst wäre ich sicherlich auch gegangen aber dann wäre es auch wieder ein anderer Fall gewesen.

Ich schätze du bist auch so harmoniebedürftig wie ich. Streitereien mag ich auch nicht aber die gehören eben auch dazu.
Man nimmt die schlechte Stimmung dann auch so schnell auf. Letztlich haben wir alle doch auch sehr, sehr ähnliche Charaktereigenschaften, die uns so anfällig für ZG machen :lol:

- harmoniebedürfrig
- sensibel
- man fühlt sich für alles und jeden verantwortlich
- bekommt schnell ein schlechtes Gewissen, wenn man es jemanden mal nicht "Recht" macht
- am liebsten immer lieb und gut sein wollen
- perfektionistisch, nichts falsch machen wollen

Lg

November17
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Re: An alle Zwängler

Beitrag von November17 » 25:06:2019 21:50

Ja genau, ich nehme die negative Stimmung wirklich mit auf.

Früher bin ich lustigerweise zu den Kindern ins Zimmer, statt in der Diskussionsrunde zu sitzen. Und jetzt ist genau dort mein Problem :roll:

Und diese Züge würde ich schon auch auf mich beziehen, auch wenn dies mittlerweile so weit weg scheint und die Zweifel den Charakter infrage stellen.

Negativität herrscht m.E. recht viel in meinem Umfeld. Allein beim Toben gehen meine Eltern immer vom Schlimmsten aus. Er könnte hinfallen, ausrutschen etc. Es ihm zutrauen wäre aber auch eine Option, nur kommt dann immer die Aussage "wenn er sich dann verletzt, ist es zu spät". Man merkt schon, dass mein Selbstvertrauen und Weltbild stark geprägt durch das Auferlegen der elterlichen Meinung ist :roll: :lol:

Und in der Runde redet man immer über Problemthemen. Finanzen. Kriminalität. Politik. Wie die Kinder sich entwickeln und die Bildung ruckläufig ist. Die Ausländer/Flüchtlingspolitik...

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Re: An alle Zwängler

Beitrag von sternschnuppe_ » 27:06:2019 7:16

Ich glaube das mit der Diskussion und Negativität ist irgendwie auch typisch deutsch. Sicherlich nicht in allen Familien aber doch in sehr vielen.

Am Ende hat dich auch dieses immer vom Schlimmsten ausgehen sehr geprägt und da du auch sehr sensibel bist, kann dich dadurch der Zwang eher angreifen. Außerdem kann man als Kind da kein gesundes Selbstvertrauen aufbauen.

Meine Mutter war immer sehr übervorsichtig und geht auch oft vom Schlimmsten aus. Dadurch wurde ich auch sehr überbehütet. Aber meinen sehr ruhigen Grundcharakter hab ich schon "mitgebracht". Man merkt, dass der Zwang auch immer die Menschen mit sehr ähnlichen Charaktereigenschaften trifft.

Man sagt ja auch wir haben viel zu hohe moralische Ansprüche. Wie kann ich die im gesunden Maße runter schrauben?
Hat Marika eine Idee?

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Marika
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Re: An alle Zwängler

Beitrag von Marika » 27:06:2019 8:35

Hallo ihr Lieben...

... habt ihr mich beschrieben?
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
- harmoniebedürfrig
- sensibel
- man fühlt sich für alles und jeden verantwortlich
- bekommt schnell ein schlechtes Gewissen, wenn man es jemanden mal nicht "Recht" macht
- am liebsten immer lieb und gut sein wollen
- perfektionistisch, nichts falsch machen wollen
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

Genau so war/bin ich!!! Heute aber in einem gesunden Maß, ich glaube darum geht es auch. Uns nicht zu verbiegen und krampfhaft versuchen "andere Eigenschaften" zu leben. Sondern in diesen ganz besonderen und wundbaren Eigenschaften die Vorzüge zu erkennen und ein zu setzen. Das ist mir irgendwann in all diesen Jahren bewußt geworden. Grundlage für dieses Umdenken war meine Therapie in der ich wirklich gelernt habe mich selbst zu lieben und daraus wuchs dann auch das so wichtige SELBSTVERTRAUEN dass ich so wie ich bin - WUNDERBAR UND LIEBENSWERT bin!!! Das war aber ein Prozess der auch nach der Therapie noch weiter ging. Ich habe mich stetig mit der Thematik weiter befasst, wie ihr wisst. Sehr viel gelesen - wissenschaftliche Zeitschriften und Bücher, aber auch teilweise esotherisches und spirituelles Material. Beides zusammen gesetzt war für mich persönlich dann das große Ah-Ha - Erlebnis.

Ich konnte erkennen, dass ich durch meine Sensibilität wundbare Dinge vorllbringen kann: ich kann Schwingungen besonders im Zwischenmenschlichen Bereich spüren und darauf reagieren noch lange bevor die anderen das merken. Ich kann in sekunden Bruchteilen einen Menschen erfassen und teilweise "analysieren" ... das klingt viellelicht abgehoben, aber es ist ein so starker Mechanismus in mir, dass sogar mein Mann immer wieder erstaunt ist. Ich kann körperliche Schmerzen von anderen in meinen Händen spüren... und wenn ich dann meine Hände auf die betroffene Stelle meines Gegenübers lege, werden diese milder oder verschwinden... :oops: :oops: :oops: Ich habe das noch nie so öffentlich jemandem gesagt (nur meinem Mann - er ist auch mein bester "Kunde" wenn er mal wieder Rückenschmerzen hat... :wink: ) - ich hoffe ihr haltet mich jetzt nicht für verrückt... Wobei... Verrückt ich????? :lol: :lol: :lol:

Das immer "Lieb sein" und auch Perfektionismus habe ich im Gegenzug auf ein normales Level schrauben können. Also aktiv auch gelernt "NEIN" zu sagen und Anfangs dann natürlich das unangenehme Gefühl "oh weh, jetzt hat man mich nimmer lieb" ausgehalten. Dazu gehört auch, dass ich in einer Diskussion meine Meinung sage... Und wisst ihr was? Es hat mir genau das Gegenteil von "ich hab dich nicht mehr lieb" eingebracht: nämlich RESPEKT, ANNERKENNUNG und die Bereitschaft von den anderen (auch wenn sie z.B. politisch ganz anderer Meinung sind wie ich) mich immer wieder zu Diskussionen zu animieren. Sie sagen, mit mir mache es echt Spaß zu reden, zu diskutieren... Und oh Wunder: ich werde heute viel mehr wahrgenommen und ich fühle wie die Wertschätzung dern anderen mir gegenüber extrem gestiegen ist.

Irgendwann habe ich nämlich beschlossen: Ich bin wer ich bin - mit all meinen postiven und negativen Eigenschaften. Nur BEIDES zusammen macht mich komplett und genau deshalb haben all meine Wesenszüge ihre absolute Berechtigung. Diesen sehr prägenden Satz hat mir mal eine Kinesiologin nach einer Behandlung mit auf den Weg gegeben. Bis heute ist dies einer der wichtigsten Sätze die ich in der schweren Zeit gehört habe.

Insgesamt gibt es 3 prägende Aussagen von meinen damaligen behandelnden Fachleuten:

1. Mein Psychiater:
"Schauen Sie an jedem Tag in jeder Situation auch wenn sie noch so schwer ist, was Sie JETZT tun können, damit es Ihnen besser geht."

2. Meine Nachsorgehebamme: (auf mein schlechtes Gewissen, dass ich wegen der Medikamante nur 5 Wochen gestillt habe):
"Sie haben 5 Wochen lang Ihrem Kind das Beste und Wunderbarste gegeben, was eine Mama nur kann. Sie können unglaublich stolz auf sich sein. Aber jetzt sind SIE dran, jetzt darf und muss es IHNEN wieder besser geht."

3. Meine Kinesiologin:
"Alle unsere Wesenszüge - positive wie negative" haben ihre absolute Berechtigung. Nur durch BEIDE werden wir zu einem kompletten Lebewesen und authentischen Menschen. Ohne die vermeintlich "negativen Anteile" wären wir nicht komplett."
(Kurze Anmerkung: mit negativen Eigenschaften sind NICHT die ZG gemeint, bitte nicht falsch interpretieren. Denn diese sind KEIN Zeichen für einen schlechten Charakter, sondern ein Zeichen von absoluter Überforsichtigkeit und Ängsten um unsere liebsten Menschen!!!)

Ich drück euch!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

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Re: An alle Zwängler

Beitrag von November17 » 27:06:2019 19:32

Ein toller Beitrag Marika!

Und ja...beim Lesen der negativen Eigenschaften ist in meinem Kopf sofort das Wesen der ZG gewesen wie von dir vermutet :lol:

Was sind denn deine negativen Eigenschaften? Welche definierst du?

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Re: An alle Zwängler

Beitrag von sternschnuppe_ » 27:06:2019 21:46

Das ist wirklich ein klasse Beitrag, liebe Marika :D

Bin auf deine Antwort mit den negativen Eigenschaften gespannt :D

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Marika
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Re: An alle Zwängler

Beitrag von Marika » 28:06:2019 7:44

Vielen Dank.... :D

Also - meine "negativen" Anteile:

- Impulsiv
Ich kann wirklich innerhalb weniger Sekunden von 0 auf 100 rauf drehen, wenn ich in Rage komme. So ruhig ich sonst bin, aber ich kann soooo wütend werden... :roll: :roll: :roll: da ist schon auch mal ein Teller im Eck gelandet... Niemals aber habe ich Menschen verletzt, wohl aber kann ich in der Wut extrem ausrasten und auch schreien.... Kommt zwar nicht oft vor, aber wenn - dann wackeln die Wände... und meine Männer samt Kanninchen suchen das Weite... :oops: :oops: :oops:

- ich kann nicht gut mit Geld umgehen
Es ist tatsächlich so, dass mein Mann meine Bankomatkarte auf meinen Wunsch für mich "verwaltet". Ansonsten würde ich permanent in "Kaufräusche" verfallen... :oops: :oops: :oops:

- ich kann nicht so gut mit "Geheimnissen" umgehen
Wenn mir jemand was anvertraut mit der Auflage es niemandem zu sagen, tue ich mir manchmal schwer und muss es mindestens meinem Mann sagen... :oops: :oops: :oops:

So, jetzt seid ihr drann... Mich würden auch eure Talente und guten Eigenschaften interessieren... :D :D :D
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
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Re: An alle Zwängler

Beitrag von November17 » 28:06:2019 10:56

Liebe Marika,

Ich kann mich dir anschließen bei der Impulsivität und den Geheimnissen. Meinem Mann erzähle ich eigentlich alles! Und Impulsivität hatte ich erst gestern leider dann verbunden mit ZG.

Ich war müde und kaputt und der Kleine wollte nicht ohne mich einschlafen. Er kontrollierte immer, ob ich auch noch neben dem Bett liege.
Es dauerte ewig. Irgendwann schlief er ein und ich bin ins Bett und nach 20 Minuten großes Heulen. Mein Mann stand auf und konnte ihn nicht beruhigen. Er brachte ihn dann wieder mal zu uns ins Bett und der Kurze klammerte sich wie immer an mich. Ich erwähnte bereits, dass der Kleine immer meine Nähe sucht statt auch mal von Papa. Und mein Mann meinte dann noch Witze machen zu müssen wie viel Platz er denn im Bett hätte und breitete sich aus, während ich eingeengt vom Kind am Rand lag. Und dies brachte mich schon zur Weisglut und ich stand auf ließ den kleinen mit ihm und meinte kümmere dich und mir kamen die Tränen.

Ich ging auf die Couch, aber der Kleine immer mir hinterher und suchte die Nähe. Er brachte mir mein Handy sogar. Und zack wieder ZG so ein richtig fieser sexueller ZG. :? :(

NEID ist bei mir auch eine negative Eigenschaft:

Es ist bei mir eher so, dass ich Neid beim Gefühl von Ungerechtigkeit empfinde. Wenn ich andere Mamis sehe die in der Öffentlichkeit so kühl wirken und dann auf einmal ein zweites Kind kommt und man sich fragt "wieso klappt das bei ihr und bei mir nicht".
Oder Neid wegen finanziellen Dingen, weil man es sich selber nicht gönnen kann aus Angst, daas es durch das Spielen wieder weg kommt, obwohl es finanziell möglich gewesen wäre ohne die Verluste.

Hm meine positiven Eigenschaften sind schwer zu beschreiben, wenn man sich selber nicht als positiv empfindet und das Selbstwertgefühl nicht ausgereift ist.

Ich habe "früher" angenommen so zu sein:

- freundlich
- Harmoniebedürftig
- humorvoll
- kinderlieb
- sehr sensibel
- spendabel
- lebensfroh
- gesellig
- respektvoll
- zuvorkommend
- einfühlsam
- geduldig

Und jetzt kommen einige dieser Dinge nicht durch bzw wenn ich ein behindertes Kind sehe könnte ich heulen und dann kommt wieder ZG oder Grübelei.

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Re: An alle Zwängler

Beitrag von sternschnuppe_ » 28:06:2019 12:03

Na da beginne ich auch mal mit den negativen Eigenschaften :lol:

Ich bin schnell gereizt und genervt von Dingen, die anderen gar nicht auffallen. Besonders was Lärm angeht hab ich eine niedrige Toleranzgrenze. Mein Mann ist dabei meistens ruhig. Ich habe aber die Vermutung, dass das an meiner Hochsensibilität liegt. Soll keine Ausrede sein aber ich bin schon der Meinung, dass ich einfach viele Dinge intensiver wahrnehme als andere Menschen.

Ich bin sehr ungeduldig. Besonders, wenn ich mir Ziele setze. Warten finde ich abscheulich :lol:

Außerdem fällt es mir schwer, Dinge zu akzeptieren. Ich grübel dann ewig ohne, dass es mir etwas bringt, obwohl ich weiß, dass ich es nicht ändern kann.

Ich bin auch eher verschlossen und öffne mit nicht so leicht und gerne. Da bin ich auch etwas eigenwillig.

Na gut und jetzt mal positive Eigenschaften :lol:
- sehr kreativ
- sehr empathisch
- hilfsbereit
- tierlieb
- einfühlsam
- ich kann auch recht witzig sein
- sensibel (hochsensibel :lol: )

Und eben alle anderen, die wir oben schon erwähnt haben. Liegt ja auch immer im Auge des Betrachters. Was der eine als negativ empfindet, kann für den Nächsten schon wieder positiv sein :lol:

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Re: An alle Zwängler

Beitrag von November17 » 28:06:2019 16:48

Liebe Marika,

Ich habe noch eine Frage zu folgender Aussage:

1. Mein Psychiater:
"Schauen Sie an jedem Tag in jeder Situation auch wenn sie noch so schwer ist, was Sie JETZT tun können, damit es Ihnen besser geht."

Was tat dir in dem JETZT gut? Wie hast du es herausgefunden und hast du Beispiele?

Bei mir ist es gefühlt immer das flüchten und meiden :(

Wenn ich bei der Arbeit vor Ort bin, geht es mir gut. Dort bin ich in Gesellschaft und rede mit Kollegen, mache meine Aufgaben.
Im HO fällt es mir schwerer alleine daheim zu sein.

So blöd es klingt, aber mit Kind geht es mir meist schlechter als ohne. Das klingt jetzt wie eine Rabenmutter. Und dennoch, wenn ich ihn nach längeren Arbeitstagen sehe und er Mama ruft und mir entgegen läuft, ist es für einen KURZEN Moment undefinierbar und mir füllen sich Tränen. Oder wenn er ein neues Wort sagt und wiederholt. Es erfreut mich wohl ist aber dann SCHNELL auch wieder vergessen bzw überschattet von Negativität.

Wann hast du denn wirklich die Liebe zu deinem Kind gespürt und dass du ihm nie etwas in der Art antun würdest?

Manchmal frage ich mich, ob die Liebe nicht erkennbar ist für mich oder vielleicht sogar zu groß?
Wenn er einen Wutanfall hat und mich kratzt kommen mir manchmal sogar Tränen und wenn ich aus Reflex die Hand wegdrücke und ihm dabei weh tue unabsichtlich, nagt es an mir. Und die Ansicht ein Kind braucht auch mal einen Klaps kann ich nicht umsetzen und teilen. Ich fand es als Kind auch nicht toll und bin der Meinung, dass ich dadurch mehr Angst als Respekt vor den Eltern hatte.

Und wann hast du gemerkt was dir gut tut? Hast du vor dem Kind schon hobbies gehabt?
Ich z.B. nicht. Früher gerne und viel mit Freunden unterwegs gewesen. Als der Beruf dann kam, kamen mit den Jahren immer mehr Überstunden und immer mehr Lustlosigkeit sich dann noch zu verabreden, da ich spät Heim war. Ich habe mich zu sehr mit der Arbeit identifiziert und verantwortlich gefühlt.
Und die freie Zeit wollte ich dann mit dem Partner nutzen, da 3 Tage die Woche eh schon hinfällig waren durch sein Hobby.

War eine eurer Eigenschaften auch hohes Verantwortungsbewusstsein für alles und jeden vor allem im Beruf?

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Re: An alle Zwängler

Beitrag von sternschnuppe_ » 28:06:2019 19:05

November, mir fällt auf, dass du sehr viel hinterfragst und dich selbst sehr genau beobachtest.

Ich glaube, das ist auch eine Unsicherheit, mangelndes Vertrauen in sich selbst. Das ist eben auch ein großer Eckpfeiler - bei mir ja auch. Wir müssen unser Selbstbewusstsein und die Selbstliebe aufbauen.

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Re: An alle Zwängler

Beitrag von November17 » 28:06:2019 20:12

Oh ja Sternschnuppe.

Ich analysiere und hinterfrage seeeehr viel.

Eine positive Eigenschaft meinerseits ist auch "über den Telellerrand schauen", allerdings kann es dann doch auch negativ behaftet sein wie es jetzt der Fall ist.

Ich beobachte und merke aber auch seeehr viel. Hochsensibel scheint mir auch das richtige Wort zu sein in manchen Situationen.

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