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Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Nezrin
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Beitrag von Nezrin » 17:08:2019 14:27

:( ich glaub ich war zu voreilig mit meinem letzten Beitrag. Gestern Abend ging es mir recht gut für 3 stunden c.a. dann fingen die Gedanken an die stimmung ist gekippt und ich bin einfach schlafen gegangen. Heute geht es mir so mies :( ich hatte meinen Sohn auf dem Arm und ich habe so geweint. Ich habe keine lust mehr von Gedanken gequält zu werden von Gedanken in ein Tief gezogen zu werden. Ich weine heute nur. Ich will diese Verzweiflung die Lustlosigkeit Hoffnungslosigkeit die Angst und und und einfach nicht mehr spüren ich kann einfach nicht mehr. Es sind einfach so krasse auf und abs es raubt mir meine ganze kraft :cry: ich würde am liebsten abhauen oder einfach nur sterben :(

sternschnuppe_
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Beitrag von sternschnuppe_ » 17:08:2019 15:06

Verlier nicht den Mut! Du hattest schon wieder gute Tage. Das ist wichtig! Leider ist es meistens so, dass es auch mal wieder schlechte Tage gibt. Das AD ist auch kein Wundermittel. Wichtig ist einfach zusätzlich die Therapie, um nachhaltig daran zu arbeiten.

Ich hab aber hier schon so oft gelesen, dass die schlechten Phasen immer kürzer werden. Daran halt ich mich auch fest und vertraue den Mädels hier. Heute habe ich auch mal wieder einen etwas schlechteren Tag. Ich versuche es anzunehmen. Denn auch Leute ohne diesen Problemen haben nicht immer nur schöne und tolle Tage. Ich wünsche dir viel Kraft. Es wird wieder besser! Du hast es selbst schon erlebt. Halte durch und bleib dran.

Nezrin
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Re: Hilfe

Beitrag von Nezrin » 17:08:2019 18:58

Ich weiss nicht wie ich es jemals schaffen soll meine Gedanken anzunehmen. Es ist so schwer. Es bringt mich zum verzweifeln

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Kikke
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Re: Hilfe

Beitrag von Kikke » 17:08:2019 19:55

Ja so ist es. Die Tiefs werden weniger und nicht mehr ganz so schlimm. Du schaffst das. Versuche erstmal die Gedanken zu stoppen. Du musst nicht die ganze Zeit an ihnen arbeiten. Wenn es dir hilft, schieb sie weg, gehe raus,lenk sich ab.

Und es stimmt auch, dass man immer prüft, wie es einem geht. Jede Gefühlsregung wird genau analysiert. Das macht man nicht, wenn man gesund ist .

Ich wünsche dir viel Kraft.

PS: ich aktuell eine Woche mit meinem Sohn alleine und es klappt alles sehr gut. Vor 1,5 Jahren war ich in der Psychiatrie. Das wird!
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen

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Nezrin
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Re: Hilfe

Beitrag von Nezrin » 17:08:2019 20:47

Ich glaub ich hab noch eine zu niedrige Dosis. Ich ruf meine phsychiaterin am Montag an. Es geht mir wirklich wieder sehr schlimm. Es ist kaum zu ertragen.

Nezrin
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Re: Hilfe

Beitrag von Nezrin » 17:08:2019 20:50

Danke für eure antworten. Ja und vorallem Prüft man immer seine Gedanken. Das ist alles so unerträglich :(

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Kikke
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Re: Hilfe

Beitrag von Kikke » 18:08:2019 5:38

Ja mach das auch jeden Fall.

Versuche dich immer an dem Gedanken festzuhalten: du weißt, dass es dir besser gehen kann und das wird wieder kommen. Kein Gefühl bleibt für immer!
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Diddi86
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Re: Hilfe

Beitrag von Diddi86 » 23:08:2019 21:36

Liebe Nezrin,

was du beschreibst, kenne ich nur allzu gut. Nach der Geburt unseres Sohnes letztes Jahr, legte die PPD mein Leben monatelang lahm.
Meine Gedanken kreisten nur noch um meine schlechte Verfassung, schon das Aufstehen fiel mir unglaublich schwer. Morgens war die Depression mein erster Gedanke, abends mein letzter.
Nachdem ich mit der Einnahme von Sertralin begann, merkte ich erst gar nichts, dann kamen kurze Monente, in denen es mir besser ging, dann ging es mir wieder schlechter, dann länger besser, dann wieder schlechter....diese Aufs und Abs machten mich fertig.
ABER: verliere nicht den Mut und die Zuversicht, es wird wirklich besser! Ich wollte und konnte das auch nicht glauben, dachte immer, dass mich andere nur aufmuntern wollen, aber es stimmt! Die Hochs werden länger, die Tiefs kürzer und immer weniger. Und irgendwann stellst du fest, dass du wieder mehr Kontrolle zurückgewinnst.
Ehrlich, es gibt ein Leben nach der Depression und das wirst du schaffen! Es wird wieder gut werden und du wirst dich wieder gut fühlen. Du schaffst das!
Viele Grüße Friederike
April 2018: Geburt unseres Sohnes - absolutes Wunschkind
Nach Entlassung erste Panikattacken, Angstzustände, erste depressive Gedanken
Ab Juni 2018 in psychologischer Behandlung nach totalem Zusammenbruch - Start 50mg Sertralin, gesteigert auf 100mg und Einnahme von Promethazin
September 2018: 150mg Sertralin
Juni 2019: Beginn Ausschleichen von Sertralin, aktuell 100mg

Nezrin
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Re: Hilfe

Beitrag von Nezrin » 24:08:2019 8:57

Ich danke dir diddi ....
Ja es ist ziemlich schwer zu glauben :( Bei mir war das ja schon bei meinem ersten Sohn und ich habe die Behandlungen einfach abgebrochen und es blieb unbehandelt bis ich mit meinem 2.Sohn schwanger wurde ist es nochmal so richtig ausgebrochen. Ich hab einfach angst das ich zu lange gewartet habe und das mir jetzt nicht mehr zu helfen ist da meine negativen gedanken so fest verankert sind in meinem Gehirn. So stell ich mir das halt vor. Ich wache morgens auf mit der einstellung das ich genau weiss es wird ein scheiss Tag, weil ich weiss das ich nix gegen diese fiesen Gedanken machen kann und sie begleiten mich in jedem schritt den ich mache :(

Nezrin
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Re: Hilfe

Beitrag von Nezrin » 24:08:2019 8:59

Mein erster sohn kam Juni 2016 und mein zweiter jetzt vor fast einem Monat....

Diddi86
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Re: Hilfe

Beitrag von Diddi86 » 25:08:2019 22:43

Liebe Nezrin,

ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Gedanke, das es besser werden wird, momentan für dich nur schwer zu glauben ist. Aber du wirst sehen, es wird auch dir bald merkbar besser gehen. Wichtig ist nur, dass du dich in Behandlung bei einem Arzt begibst, bei dem du dich gut aufgehoben fühlst, du ehrlich mit ihm und auch dir selbst bist und vor allem die Behandlung durchläufst ohne irgendwann abzubrechen. Ich hatte schon mit einigen Müttern Kontakt, die nach Beginn der Einnahme von Medikamenten irgendwann dachten, dass sie jetzt wieder völlig gesund seien, die Medikamente nicht mehr nahmen und nur kurze Zeit später fing es wieder an. Das ist eine Erkrankung, die ausgeheilt werden muss - daher bitte nicht selbst entscheiden, wann es reicht.
Aber deine Gedanken, dass man dir vielleicht nicht mehr helfen kann, sind wirklich unbegründet. Auch ich dachte anfangs, dass ich nie wieder glücklich sein werde, dass ich nie meinen Sohn lieben könne und dass ich kein Lachen mehr raus bringen könne und vor allem, dass ich nie wieder mein Leben auf die Reihe bekommen würde. Das ging mir anfangs jeden Tag von morgens bis abends durch den Kopf. Ich hasste dieses neue Leben, hätte es gerne alles rückgängig gemacht aber verstand mich trotzdem nicht, weil ich ja gerne Mama sein wollte. Und dieses Gedankenkreisen hat mir so viel Kraft geraubt, die Depression war das Einzige, auf das ich mich konzentrierte. Wenn ich heute daran zurückdenke ist es, als ob das jemand ganz Fremdes war.
Aber irgendwann fing es an, dass ich auch schöne Momente wahrnahm, anfangs Augenblicke, dann Stunden, halbe Tage, ganze Tage....und heute spüre ich wochenlang nichts mehr. Und wenn dann wieder mal ein Tag ist, an dem ich merke, dass alles etwas "grauer" wird, kann ich mittlerweile sagen: Okay, heute ist es wieder ein bisschen schlechter, dafür ist es morgen wieder super. Und - auch wenn sich das vielleicht etwas abgefahren anhört - ich habe meiner PPD einen Namen gegeben und angefangen mit ihr zu sprechen. Also nur innerlich aber das hat mir echt geholfen, mich mit ihr auseinander zu setzen.

Bist du denn in Behandlung und nimmst du Medikamente? Und wie ist es mit deinen Kindern, hast du Unterstützung im Alltag?

Ich drück dich, liebe Grüße Friederike
April 2018: Geburt unseres Sohnes - absolutes Wunschkind
Nach Entlassung erste Panikattacken, Angstzustände, erste depressive Gedanken
Ab Juni 2018 in psychologischer Behandlung nach totalem Zusammenbruch - Start 50mg Sertralin, gesteigert auf 100mg und Einnahme von Promethazin
September 2018: 150mg Sertralin
Juni 2019: Beginn Ausschleichen von Sertralin, aktuell 100mg

Nezrin
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Re: Hilfe

Beitrag von Nezrin » 26:08:2019 14:39

Erstmal danke das du dir so viel Zeit nimmst mir zu Antworten.
Hilfe habe ich von meiner Mama. Und Medikamente nehme ich seit über 6 wochen. Erstmal 2 Wochen lang 10 mg dann 20 mg und jetzt seit 4 Tagen 30 mg. Die haben auch schon angefangen zu wirken. Ich habe auch einen Therapeuten bei dem ivh aber nur einmal war da ich entbunden hatte. Ich habe aber bald meinen 2. Termin. Ich hatte aber beim ersten Termin kein gutes Gefühl bei ihm er hat irgendwie komische sachen gesagt. Wenn du magst kannst du ja ältere Beiträge von mir lesen.

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