Vielleicht gar keine PPD?

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Celeste
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Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Celeste » 30:12:2019 10:01

Lieben, so viele haben mir schon Mut gemacht. Dafür bin ich unendlich dankbar!
Mittlerweile bin ich an einem Punkt, an dem ich selbst nicht mehr weiß, ob ich eine PPD habe oder etwas anderes schlimmes. Dieser Zustand ist nicht normal. Ich lese hier immer wieder, dass Gedanken euch quälen. Bei mir ist es aber nicht. Bzw. keine negativen Gedanken mir und meinem Kind gegenüber. In keinster Weise.
Meine Symptome sind tiefe tiefe Traurigkeit, weine ständig, bin wie gelähmt, mir ist übel, habe keine Kraft, habe Angst .. so unerträglich, dass ich kaum alleine sein kann. Dieser Seelenschmerz ist der größte Schmerz, den ich je erlebt habe. Er ist kaum zu beschreiben. Kennt das jemand? Ich habe noch nie so so Schmerzen gespürt. Ich kann nichts essen, träume komisch ...

Kennt jemand diesen Zustand? Oder werde ich verrückt?
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
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Kikke
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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Kikke » 30:12:2019 10:25

Das was du beschreibst sie Symptome einer Depression. Bist du von deinem Therapeuten über die Krankheit aufgeklärt worden?
Ich hatte alle deine Symptome auch plus Suizidgedanken.
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen

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Celeste
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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Celeste » 30:12:2019 10:30

Hallo Kikke, du treue Seele,

danke, dass du immer wieder auf meine Hilfeposts antwortest. Aufgeklärt nicht wirklich. Obwohl meine Psychiaterin auf einer Mu-Ki-Station arbeitet.
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Kikke
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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Kikke » 30:12:2019 13:51

Ich weiß, wie schlimm es ist, wenn man keine Hoffnung mehr hat. Dadurch habe ich Suizidgedanken entwickelt.

Hast du dir die Infos bei Licht und Schatten durchgelesen? Es gibt hier auch ihnen Selbsteinschätzungstest.
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Mimimi
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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Mimimi » 30:12:2019 13:55

Ich hatte fas auch. Hatte auch keine ZG gegen meine Kinder oder mich selbst. "Nur" den Seelenschnerz den du beschreibst und Derealisation. Schrecklich. Nicht in Worte zu fassen. Ich hätte lieber meinen Arm amputiert als so einen Seelenschmerz.

Um dir Hoffnung zu geben - mir geht es heute gut. Ich bin noch nicht gesund, aber es ist bei mir auch noch nicht sooo lange her im Vergleich zu den meisten hier. Seit ca 4 Wochen geht es mir jeden Tag besser. Hoffe natürlich es wird nicht wieder schlimmer (bin immernoch in der ersten Zyklushälfte).

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Verlier nicht die Hoffnung.

IF YOU ARE GOING THROUGH HELL - KEEP GOING

Es geht nur nach vorne und es kann nur besser werden.

Alles Liebe
1. Kind 11/2017 überglücklich
2. Kind 08/2019 schwere PPD mit Angststörung :cry:

Med.: 25mg Sertralin - sofort wieder abgesetzt
10mg dann 20mg Citalopram

andrea1518
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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von andrea1518 » 30:12:2019 16:57

Liebe Celeste,

auch ich kenne den grausamen Seelenschmerz. Bevor es mich selbst traf, dachte ich immer, man ist halt müde, faul und antriebslos, wenn man eine Depression hat.

Meine Symptome waren:
Appetitlosigkeit
Schwitzen
Schlaflosigkeit
Nur negative Gedanken, die ich nicht abstellen konnte
Einerseits total erschöpft vom nicht schlafen können, andererseits aber völlig unruhig, wie unter Strom


Nach Einnahme von Sertralin und Trittico hat sich das schnell gebessert. Als ich die Medis absetzten wollte, kam bei mir dann der extreme Seelenschmerz, ich war sooo unfassbar traurig, obwohl meine Lebensumstände gut waren.

Wenn du erst mal stabil bist, wirst du dich täglich mehrmals über dein Kind freuen und die Trauer verschwindet.

Mach dir keinen Druck, vertraue darauf, dass es wieder wird, aber es braucht halt Zeit.

LG Andrea

Celeste
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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Celeste » 30:12:2019 18:27

Hallo ihr wunderbaren Menschen. Danke Danke Danke (!!) für euren Zuspruch.
Gerade geht es mir ein bisschen besser. Ich war einkaufen. Wusste nicht, dass ich irgendwann das ,einkaufen gehen‘ als Indikator dafür nehme, wie mein Zustand gerade ist.

Ich habe auch die Vertretung meiner Psychiaterin erreicht. Ich muss sagen, dass diese bekannt ist in Deutschland, auch die Klinik in der sie als Leitung auf der MuKi-Station, arbeitet. Sie ist auf Wochenbett-Depressionen spezialisiert und macht das schon sehr lange. So lange, dass sie auch sehr ungeduldig ist, wenn sie Dinge erklären muss. Deswegen wechselte ich zu ihrer Kollegin, die auch auf dieser MuKi-Station arbeitet. Sie ist zwar jünger, aber so so geduldig und herzlich. Da meine aber in Urlaub ist, hat sie mich, als Vertretung zurückgerufen. Ich soll mein Olanzapin nun auch morgens nehmen und wenn es ganz akut ist, 3x täglich 20Tropfen Promethazin. Das mit dem Medikamentenwechsel soll ich dann mit meiner Psychiaterin besprechen.
Am Ende des Gesprächs fragte ich sie kleinlaut, ob das jemals wieder weggeht. Sie antwortete mit ,ja‘. Aber glauben kann ich es irgendwie immer noch nicht. Ich hatte nun schon 2 Rückfälle.

Was mir ein bisschen fehlt, worauf mich hier auch schon einige von euch angesprochen haben ist, dass mich wirklich niemand von den Ärzten aufgeklärt hat, wie so eine Krankheit verläuft, was genau mit der Psyche passiert usw. Wurdet ihr aufgeklärt? Ich würde sagen, dass ich eine schwere Depression habe mit massiven Angstzuständen. Komisch finde ich, dass es immer teilweise, stundenweise geht. Vergleichbar mit Wehen - sie kommen und gehen. Und wenn sie weg sind, weiss man nicht mehr wie schlimm es war, aber wenn sie da sind, denkt man, jetzt stirbt man vor Schmerzen. Ist die Wehe wieder weg, hofft man dann, dass nie wieder eine kommt und ZACK .. wieder eine. Ja! Ich finde, diese Beschreibung trifft es echt gut.
Einige von euch haben mir Bücher empfohlen. Ich werde mir ein paar davon besorgen und vielleicht hilft es mir besser damit umzugehen, wenn ich weiss, was da passiert.
Bei mir ist die Kombi ,schwere Depression und Angstzustände‘ echt eine fiese Form. Meine Heilpraktikerin, die sich um meine Hormone ,kümmert‘, stupst mich bisschen in die Richtung , vielleicht gibt es da ja etwas, was du nicht verarbeitet hast‘. Das macht mich dann total verrückt und ich suche und krame in der Vergangenheit. Das ist doch aber auch nicht Sinn und Zweck.
Nun ja, danke nochmal, dass es euch gibt und ich hoffe, dass Silvester sehr schnell vorbei ist. Denn in der Stimmung das neue Jahr zu feiern, mit der Erwartungsangst wie oft ich noch Rückfälle haben werde, bin ich absolut nicht.
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Mel
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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Mel » 30:12:2019 21:22

Liebe Celeste,
dass die Depression zusammen mit massiven Ängsten kommt, ist gar kein Einzelfall. Das kennen hier ganz ganz viele. Bei vielen kommen noch Zwangsgedanken usw. dazu.
Leider ist es ein bisschen so, dass du zur Expertin deiner psychischen „Besonderheit“ wirst, also dich selber kundig machen musst über Symptome und entsprechende Hilfe.
Das Buch von Ulrike Schrimpf „Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche“ ist ein guter Erfahrungsbericht, der mir geholfen hat meine Erkrankung anzunehmen.
Ich hab mich nämlich auch immer gefragt, was das ist, was ich da habe. Der Krankheitsverlauf und die Dauer sind so individuell, wie jede einzelne Frau.
Alles Liebe!
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
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mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
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Celeste
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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Celeste » 31:12:2019 9:37

Hat jemand von euch Tipps für Online-Berichte, worin auch erklärt oder gesagt wird, dass Rückfälle dazugehören können? Das ist nun, nach der ,Hauptphase‘, der 2. Rückfall. Das ist so zum verzweifeln. Die Rückfälle sind nicht weniger schlimm 🙁 Es ist leider nicht so, als würde es von Mal zu Mal besser werden.
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Kikke
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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Kikke » 31:12:2019 10:14

Ja das kenne ich. Am Anfang ist es einfach hart und alles fühlt sich an wie vorher. Dann kommt die Angst vor der Krankheit selbst dazu.
Ich kann dir leider keine online Tipps geben. Ich habe alles in der Klinik und von meiner Therapeutin gelernt
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Mel
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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Mel » 31:12:2019 10:47

Liebe Celeste,
ich glaube, ich würde gar nicht von Rückfall sprechen, sondern eher von einem Tief. Experten gehen davon aus, dass die Krankheit in Wellen verläuft. Zwei Schrittchen vor, einer zurück. Auch bei mir fühlt es sich nicht immer so an... aber von den Gesunden weiß ich, dass es so ist.
Von einem Rückfall kannst du eigentlich erst sprechen, wenn du längere Zeit ganz stabil warst und dich völlig gesund gefühlt hast. Du hast ja deine PPD noch gar nicht so lange, oder?
Wichtig ist, dass du jetzt die richtige Hilfe in Form von Therapie und den passenden Medis bekommst, und da bist du doch dran.
Wenn es dir zwischendurch schon wieder normal ging, ist das ein gutes Zeichen. Das sind die sogenannten „Sonnenfenster“- schreib sie dir auf... Ich weiß, es ist gerade alles super schwer, aber machbar. Tagesstruktur, soziale Kontakte, ganz wichtig. Auch wenn du meinst, du hast keine Kraft- schreib dir auf einen Zettel, was du am nächsten Tag machen willst (Kikke schrieb mal: „und wenn du nur schreibst „aufstehen, anziehen....“) und dann hake es ab.
Ich drück dich
Mel
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Mimimi
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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Mimimi » 31:12:2019 13:39

1. Kind 11/2017 überglücklich
2. Kind 08/2019 schwere PPD mit Angststörung :cry:

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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Mimimi » 31:12:2019 13:48

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2. Kind 08/2019 schwere PPD mit Angststörung :cry:

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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Mimimi » 31:12:2019 13:49

Sorry die sind alle auf englisch, hane leider jeine deutschen Seiten, aber sie sind alle sehr hilfreich.
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Re: Vielleicht gar keine PPD?

Beitrag von Celeste » 31:12:2019 13:52

Danke liebe Miriam ♥️
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