Tiefpunkt und Alltag

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Celeste
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Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von Celeste » 04:02:2020 19:23

Hallo, ich bin es wieder.

Also, man denkt ja wahrscheinlich sowieso, man hätte die schlimmste PPD von allen. So ist mein aktueller Stand :( Irgendwie bekommen es alle hin, den Alltag gut zu meistern, trotz Tiefpunkt. Ich habe da ganz große Schwierigkeiten und in einem akuten Angstzustand, schaff ich kaum den Weg von Wohnzimmer ins Bad. Mein ganzer Körper und die Seele streiken einfach. Da geht gar nichts mehr. Man hat einfach Angst und schwerste Depressionen. So sind meine Tiefpunkte zumindest.

Morgen ist mein kleiner Wichtel 6 Monate alt. 5 Monate PPD .. viele sagen, dass dies noch gar keine Zeit ist. Ich weiß. Aber wenn die Tiefpunkte einfach mal seltener und weniger schlimm auftreten würden, so dass ich wenigstens das Gröbste auf die Reihe bekomme, wäre ich schon ziemlich dankbar. Selbst unter Menschen gehen, ist dann in einem Tief fast unmöglich.

Jemand da, der es auch so schlimm hatte?
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
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Julie
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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von Julie » 04:02:2020 22:05

Liebe Celeste

Das Gefühl, man hätte die schlimmste PPD von allen kenne ich sehr gut.
Ich glaube die PPD äussert sich bei jeder betroffenen Frau ein wenig unterschiedlich. Einige können im tiefsten Tief den Alltag (scheinbar) noch bewältigen, andere spüren, wie Körper und Seele streiken und es geht nichts mehr. Aber der Leidensdruck ist schlussendlich bei allen enorm gross.
Bei einer körperlichen Krankheit würde niemand erwarten, dass man den Alltag einfach so noch hinkriegt.

Fühl dich gedrückt! Es kommen wieder bessere Stunden und Tage. Ganz bestimmt.

Julie

Jari
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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von Jari » 04:02:2020 22:20

Ja, hier!

2014 nach der Geburt meines zweiten Kindes in dem ganzen Chaos um die langen Klinikaufenthalte und den so großen Sorgen um mein Baby und der Trennung von meiner großen Tochter, etc.
Ich konnte nichts mehr. Nicht essen. Nicht schlafen. Mein Kind nicht mehr sondieren (sprich ernähren). Nicht aufstehen. Nicht laufen. Nicht sagen, was ich brauchen könnte. Nicht klar denken. Nichts. Nur weinen und einigermaßen atmen (auch das ging nur schwer). Und mich zum Trinken zwingen.

Ich hatte massive körperliche Symptome, alles war unendlich schwer und kräftezehrend (selbst anziehen und Zähneputzen), ich war zutiefst verzweifelt, hoffnungslos, hilflos, perspektivlos, voll abgrundtiefer Angst und Panik (ich hatte vor allem Angst: vor dem Leben, dem Sterben, der Verantwortung, vor Krankheiten, vor der Zukunft, vor der Vergangenheit, egal, such Dir was aus...), wollte nicht sterben, aber ich fühlte mich dem Sterben näher als dem Leben. Die Erschöpfung war endlos.
Ich konnte morgens einige Male nicht aufstehen, um das Telefon aus dem Wohnzimmer zu holen, um Hilfe für meine große Tochter (damals 4) zu organisieren. Sie hat es mir dann gebracht :-(

Das war ein grauenvoller Zustand, den ich nie vergessen werde. Und ich dachte, es wird nie wieder besser. Ich hatte keine Ahnung, was ich tun könnte.

Gerade geht es mir ja auch wieder schlecht, die PPD hat mich zum dritten Mal erwischt.
Aber wenn ich das so schildere von damals, dann ist es dieses Mal (noch?) nicht so schlimm wie geschildert. Es fühlt sich für Momente oder Stunden so an, klingt aber schneller wieder ab. Heute Vormittag war es schlimm, nachmittags besser.
Ich kann schlecht allein sein, habe viel Angst und viel von dem oben Geschilderten, auch für mich ist der Alltag gerade eine Qual. Ich habe vielen Leuten davon erzählt. Die, denen ich wirklich wichtig bin, zeigen mir, dass sie mitfühlen. Die, die damit überfordert sind oder denen ich eben doch nicht so wichtig bin, ignorieren es oder sagen dumme Sachen. Aber die gehen mir gerade hinten links vorbei, hab grad nicht mal die Kraft dazu, mich zu ärgern.

Was Dir (und mir!) Mut machen sollte: selbst damals hatte ich ja schon einen weiteren Kinderwunsch, aber es war unvorstellbar, dass ich mir das jemals zutrauen könnte. Und irgendwie bin ich ja an den Punkt gekommen, wieder so fit und stabil und auch längere Zeit ohne Medikamente zu sein, so dass ich mir ein weiteres Kind zugetraut habe! Ob das jetzt schlau war in Bezug auf das Wiedererkrankungsrisiko ist eine andere Frage.

Mich hat auch beruhigt, dass ich mich in den Beschreibungen anderer wiederfinde. Also dass das ein Zustand ist, den nicht nur ich erfahren musste. Und dass es eben besser wird! Ich habe es ja selbst erlebt. Zweimal schon (wobei es bei meiner ersten Tochter lange nicht so schlimm wie bei der zweiten war).

Halt durch, Celeste!
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Celeste
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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von Celeste » 05:02:2020 12:20

Danke für eure Antworten!

Wie ist es eigentlich bei euch? Habt ihr ein schlechtes Gewissen euren Kindern gegenüber?
Gestern hat mein großes Kind das Halbjahreszeugnis bekommen. Es ist zwar gut, aber nicht so gut wie letztes Jahr.
Meine Mutter hat dann etwas gesagt, was mich sehr traurig gemacht hat. Sie meint, dass es ja kein Wunder ist, nachdem er mit mir so viel durchmachen muss. Bääääm, das saß! Sie bringt häufiger so Sachen und mich macht das noch viel trauriger.
Ich versuche trotz allem für meine Kinder dazusein, IMMER.
Mir zerreißt es das Herz indirekt gesagt zu bekommen, dass ich als Mutter versagt habe. Es tut mir für meine Kinder so leid, dass ich an einer PPD erkrankt bin.

Wie würdet ihr damit umgehen?
Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag.

Celeste
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Kikke
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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von Kikke » 05:02:2020 14:11

Hallo meine liebe,
Ich kann verstehen, dass diese Aussage dich sehr getroffen hat. Ich finde, man muss immer auf seine wortwahl achten. Natürlich ist es für deinen Sohn schwierig, weil gerade zu Hause alles etwas durcheinander ist. Aber das wäre bei jeder anderen Krankheit auch so. Da zeigt deine Mutter wenig feingefühl. Ich kenne solche Äußerungen von meiner Mutter auch. Ich habe mir mittlerweile angewöhnt, sie direkt darauf anzusprechen. Am besten schon in der Situation selbst. Aber auch ein paar Tage später ist das noch möglich. Wäre das eine Option für dich?
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Celeste
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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von Celeste » 05:02:2020 14:20

Hallo liebe Kikke,
danke für deine Antwort. Ich habe sie sogar darauf angesprochen, aber sie sagt, dass ich immer alles falsch aufgreifen würde. Nun ja, dass man in der PPD sensibler auf solche Aussagen reagiert, ist ja wohl klar. Ich mache mir unendlich viele Vorwürfe. Es kommt dann die Frage auf, ob ich mich wirklich zusammenreißen könnte. Ich manage seit anfang Dezember einen 5 Personen Haushalt bis 16 Uhr alleine, sprich Haushalt, kochen, die kleine ist auch rund um die Uhr bei mir, Nachmittagsaktivitäten der großen Kinder usw. und trotzdem kommt es mir vor, als würde ich nicht genug machen. Wenn jemand dann so ,feinfühlig‘ wie kalter Kaffee ist, dann tut es eben sehr weh und mit einem ,,du greifst immer alles falsch auf“ nicht wieder gut.

Ich denke du verstehst was ich meine.
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Mimimi
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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von Mimimi » 06:02:2020 0:56

Oh liebe Celeste

Ich kenne das wie du weißt sehr gut.
Ich kann in meinen Tiefs wirklich garnichts! Es ist wirklich die pure Hölle.
Ich schreibe demnächst nochmal ausführlicher, aber du kannst wirklich stolz darauf sein dass du es mit der PPD überhaupt schaffst dich um alles zu kümmern. Ich musste mir meine Mama schnappen die extra anreisen musste und mittlerweile seit knapp 6 Monaten (mit Unterbrechungen) bei mir ist, sonst wär ich total zusammengebrochen denke ich. Also sei stolz auf dich.

Glaub mir ich weiß woe schwer es ist, ich denke bis heute manchmal noch meine PPD ist die schlimmste von allen, weil ich irgendwie fast alle Symptome habe und die Depression wirklich schrecklich war. Das ganze Leben und alles was dazu gehört hat sich plötzlich angefühlt wie ein einziger sinnloser Kampf ohne jegliche Freude ohne Sinn. Ich war total leer. Meine Ängste kennst du ja. Auch schrecklich.

ABER mir geht es in letzter Zeit Gott sei Dank wirklich ganz gut. Icj werde bestimmt noch Tiefs haben (hoffe natürlich nicht), aber diese guten Tage oder sogar Wochen zeigen mir einfach dass es wirklich wieder besser werden kann.

Ich habe großen Respekt vor der Zeit ohne meine Mama, denn alleine war ich jetzt länger nicht. Meine Symptome und meine Tiefs wären wahrscheinlich viel länger und noch weniger auszuhalten gewesen, denn mein Hauptproblem und sogar mein einziges Symptom zu Anfang war die schreckliche innere Unruhe alleine zu Hause.

Aber ich versuche mich auf das Jetzt zu konzentrieren und ich glaube ich kann es bald auch ohne meine Mutter schaffen.

Hab kein schechtes Gewissen. Klar ist es traurig dass unsere Kids das miterleben müssen und auch mal (ungewollt) zurückstecken müssen, aber du gibst dein Bestes und das wichtigste ist dass sie wissen dass du sie liebst und alles dafür tust für sie da zu sein :)

Alles Liebe
Miriam
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Med.: 25mg Sertralin - sofort wieder abgesetzt
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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von Celeste » 07:02:2020 7:52

Hallo ihr Lieben,
ich habe da mal eine Frage an euch:

Ich schreibe mir seit ein paar Tagen auf, wann es mir gut und wann es mir nicht gut geht. Daraus kann man entnehmen, dass es heftige Schwankungen am Tag selbst gibt. Ist das normal? Das mit dem Morgentief weiß ich ja. Aber ist es ,normal‘, dass man stündlich Schwankungen hat? Komm mir schon vor, als wäre ich bipolar ☹️☹️ Im einen Moment geht es mir ganz ok, im nächsten kommt wieder die Hoffnungslosigkeit, Niedergeschlagenheit und Verzweiflung.

Hat/ Hatte das jemand von euch auch?
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November17
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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von November17 » 07:02:2020 8:26

Guten Morgen Celeste,

mir geht es gerade so ähnlich. Zwar nicht stündlich, aber seit paar Tagen und der letzten Sitzung am Montag fühle ich mich im Tief.

Ich bin nachdenklicher, die ZG nehmen zu, die Gefühle Chaos, sehr sensibel.

Ich hatte zudem meine Periode, die zu Ende geht. Ich kann dir nicht sagen, ob auch dies ein Grund ist.

Zudem finde ich meinen Alltag stressig, da mein Mann viel arbeitet und parallel dennoch seinen Hobbies nachgeht. Wir am WE viel unterwegs sind aufgrund von Geburtstagen und Co.

Die Tage davor ging es mir besser, ich dachte auch hey es geht vorwärts und jetzt fühlt es sich tiefer an als je.

Vielleicht war es auch ein Fehler, aber ich habe auf Vox auch eine Sendung "entgleist" geschaut, in der es um Jugendliche mit psychischen Problemen ging, die sich ritzen etc. Das war erschreckend und zack drehen sich meine Gedanken auch darüber. Ob aus Angst auch so zu werden?

Ich hatte die selbe Überlegung wie du mit dem Tagebuch, da ich auch die Woche vor der Periode seit 3 Zyklen gemerkt habe, dass es da mal Tage gab die schlechter waren und ich auf eine art PMS vermutet habe. Überlege auch mönchspfeffer zu probieren. Ich habe zudem vor knapp 3 Monaten die Pille abgesetzt.

Bipolar glaube ich nicht...m.E. wäre es dann so, dass du hochaus glücklich wärst und dann total im Tief. Aber bei dir ist die gute Zeit "nur" OK, wenn ich es richtig verstanden habe.

LG

Celeste
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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von Celeste » 07:02:2020 8:47

Hallo November,

ich schaue gar kein TV mehr. Wenn, dann nur Reise-Dokus. Weil mich wirklich alles irgendwie triggert.
Ich hatte es probiert, aber es war wie ein Fluch: In jedem Film etc. kam plötzlich immer irgendwas mit Psychiatrien und psychischen Erkrankungen vor. Das hat mich dann extrem fertiggemacht. Also lass ich es erstmal bleiben.

Es tut mir echt leid, dass du momentan auch wieder in einem Tief steckst. Ich weiß, wie anstrengend das ist. Habe es auch so satt!

Ich nehme seit 3 Wochen Agnuscaston ( Mönchspfeffer ). Auch weil ich physische Probleme habe, sprich, meine Tage insgesamt 16-20 Tage lang.
Eine Besserung spüre ich natürlich noch nicht. Meine Gynäkologin meinte, dass es 3 Monate dauert, bis man eine Besserung spürt. Leider 😕

Halt die Ohren steif, liebe November.

P.S Seit wann kämpfst du schon damit?
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Julie
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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von Julie » 07:02:2020 10:55

Hallo zusammen

Kann das mit den stündlichen Wellenbewegungen/wechselnden Stimmungsschwankungen auch bestätigen. Es ändert sich sich im Laufe des Tages immer wieder... verrückt.
Und das mit dem TV/Sendungen/Nachrichten/Internet - fühle mich in letzter Zeit auch sehr schnell getriggert und gewisse Ängste werden dann verstärkt. Schaue deshalb, wenn dann nur ganz gezielt eine Sendung (z.B. auch Natur-Dokus). Und keine Nachrichten. Und fast keine sozialen Medien.

Hoffe ihr habt bei euch auch schönes Wetter - der blaue Himmel tut der Seele gut <3

Julie

Jari
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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von Jari » 07:02:2020 22:55

Hallo Celeste und Ihr anderen,

ich kenne das auch mit den Schwankungen den Tag über. Manchmal fühle ich mich ganz ok über Stunden und dann kommt genau wie Du geschrieben hast die Hoffnungslosigkeit, Niedergeschlagenheit und Verzweiflung wieder. Bei mir dann immer noch die große Angst vor allem und einige körperliche Symptome. Manchmal kann ich einen Auslöser erkennen (irgendwas, was mir bevorsteht oder nur ein Gedanke, der sich festsetzt), manchmal habe ich keine Ahnung.
Neulich abends ging es mir so gut, dass ich meinem Mann etwas erzählt habe von "mit Kanonen auf Spatzen schießen" als wir über all die Hilfen gesprochen haben, die ich wieder in Anspruch nehme (Haushaltshilfe, Medikamente, er nimmt halbe Tage Urlaub, etc.). Und am nächsten Morgen hat sich alles wieder katastrophal angefühlt.
Eigentlich ist es ja ein gutes Zeichen, dass es so schwankend ist, heißt ja auch, dass es bessere bis gute Phasen gibt - und die werden irgendwann mehr und mehr. Das weiß ich ja nun auch aus eigener leidvoller Erfahrung. Und ich kenne es aus der Zeit mit meinem zweiten Kind leider auch, dass der miese Zustand über Wochen rund um die Uhr anhält. Dann lieber so schwankend ;-)

Alles Liebe Euch!
2010: erste Geburt, PPD (ADs ab 2011)
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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von November17 » 07:02:2020 23:59

Hallo zusammen,

Jaaaa das Wetter macht direkt bessere Laune. Bin da auch sehr wetterfühlig.

Es sind 2 Jahre jetzt bei mir. :(
Und ja es sind Wellen, aber die ZG sind das Hauptproblem bei mir.

Ich erkenne leider noch nicht immer, welcher Umstand es auslöst und ich kämpfe noch mit der Akzeptanz, nicht mehr so wie früher funktionieren zu können.

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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von Celeste » 10:02:2020 9:57

Hallo ihr Lieben und einen wunderschönen guten Morgen.
Ich hoffe, euch geht es gut und habt den Sturm ,Sabine‘ gut überstanden.
Hier war es heute nacht ziemlich heftig und hat uns leider den Sichtschutz unseres Balkons ruiniert. Aber gar nicht schlimm, wollte sowieso einen neuen :lol:

Morgen ist endlich mein Termin beim Therapeuten. Einerseits freue ich mich drauf, andererseits habe ich diesen automatischen Gedankengang ,er kann mir sowieso nicht helfen‘. Ich werde berichten!

Mir wird auch immer klarer, dass die Depression schon in der Schwangerschaft angefangen hat. Mir macht das bisschen Sorgen, da ich Angst habe, dass die Genesung nun umso länger dauert ( oder vielleicht werde ich ja gar nicht mehr gesund 🙁 ).
In der Schwangerschaft selbst habe ich es nicht so wirklich bemerkt. Die Dauerübelkeit hat alles überschattet, sodass ich alles darauf geschoben habe - die nicht vorhandene Motivation, Erschöpfung usw.
Heute weiss ich, dass es erste Anzeichen waren.
Hat bei jemandem von euch das alles auch schon in der Schwangerschaft angefangen?
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Re: Tiefpunkt und Alltag

Beitrag von Kikke » 10:02:2020 12:16

hallo meine liebe, es ist ganz normal, dass man vor solchen Terminen Respekt hat. Sie sind anstrengend und aufregend. Sie wühlen viel auf und wann muss ich mit den Dingen beschäftigen. aber hier öfter man sich damit beschäftigt, desto besser geht es einem. Es ist gut, dass du diesen Schritt tust.

bei mir hat es auch in der Schwangerschaft begonnen. Mein triggerpunkt ist, dass ich meinem Sohn schaden könnte. Egal wie. In der Schwangerschaft hatte ich eine halsentzündung und musste Penicillin nehmen. da hat es begonnen. Ich habe mir massiven Vorwürfe gemacht und mich mit Händen und Füßen gegen das Medikament gewährt. Ich glaube, dass es oft ein fliessender Übergang ist und man nicht genau sagen kann, wann es wirklich beginnt. wichtig ist, dass man in Therapien lernt, warum man anfällig für Depressionen ist Punkt das bedeutet, was bringt mein Charakter mit und wo bietet er angriffsfläche. Dann kann man besser auf alarmzeichen und bestimmte Situationen, die schwierig sind reagieren.
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