Psychosomatische Symptome / Angst

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Jari
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Psychosomatische Symptome / Angst

Beitrag von Jari » 07:02:2020 22:48

Hallo allerseits,

heute war kein so guter Tag. Morgens das übliche Tief, der Vormittag ganz ok.
Neben der mich immer wieder flutenden Angst und der Erschöpfung und der Schwere habe ich auch unangenehme körperliche Symptome wie Brennen in der Brust, etc.
Heute Mittag hatte ich dann plötzlich Bauchgrummeln und Durchfall und dazu massive Angst / Panik. Ich habe schon vor der PPD große bis panische Angst vor Magen-Darm-Symptomen /-Infekten, eigentlich schon seit meiner Kindheit. Jegliches Bauchgrummeln, wenn jemand berichtet, dass das Kind einen Magen-Darm-Infekt hatte oder sonst was, triggert etwas ganz schlimm bei mir. Deswegen ist das Thema besonders schwer für mich auszuhalten. Ich habe dann noch massivere Ängste, meine Kinder nicht versorgen zu können.
Ich habe dann völlig aufgelöst meinen Mann angerufen und er hat mir geholfen, mich zu sortieren und wieder planvoll an die Sache ranzugehen und zu entscheiden, ob ich die Kinder versorgen kann. Es ging dann den Nachmittag über, ich hatte außer ein bisschen Bauchzwicken nichts mehr, habe mich aber nicht getraut, nachmittags unterwegs etwas zu essen.

Nun frage ich mich, ob ich etwas nicht vertragen habe (habe eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, aber eigentlich war das, was ich gegessen habe, frei davon) oder ob es wirklich sein kann, dass der Durchfall ein rein psychosomatisches Symptom war und mir meine Psyche nun solche "Streiche" spielt.

Ich habe ja gerade am meisten Angst davor, mit den Kindern alleine zu sein bzw. sie eben nicht mehr versorgen zu können.
Die Haushaltshilfe, die ich aktuell habe, war gerade gegangen und mir stand ein Nachmittag alleine mit den Kindern bevor mit geplantem Kindertheaterbesuch. Just da bekam ich dann den Durchfall. Kann das wirklich sein? Kennt Ihr so starke körperliche Symptome?

Es ist schwer auszuhalten gerade...

Viele Grüße,
Jari
2010: erste Geburt, PPD (ADs ab 2011)
2014: zweites Kind, schwere PPD in Kombi mit Trauma und großer Belastung durch chronische Erkrankung des Babys
2019: drittes Kind, PPD / Angststörung

Hallo123
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Re: Psychosomatische Symptome / Angst

Beitrag von Hallo123 » 08:02:2020 23:59

Hi.

Ja, das kenne ich. Ich hatte keinen Durchfall, aber mir war ständig übel und schwindlig.
Ich habe mich ohne Grund einfach übergeben, mehrmals.
Manchmal bin ich aus dem Schlaf aufgewacht und musste mehrmals brechen. Beim ersten Mal dachte ich natürlich, dass ich mir etwas eingefangen habe. Aber
es passierte immer an schlechten Tagen mit Panikattacken verbunden. Ich hatte auch an diesen Tagen große Angst mit den Kindern alleine zu sein.
Auch schlafen konnte ich nicht (aber auch weil mein Kind so viel geweint hat und nur 20 Min-2 Std max am Stück geschlafen hat).
Und die ersten 8 Wochen ca. nach der Geburt bis ich meine Tage das erste Mal bekommen habe, war es sehr oft. Nicht täglich, aber oft.

Erst mit immer mehr Schalf wurde es bei mir jedenfalls besser. Mein Mann hat dann eine lange Zeit die Nächte übernommen.
Danach wurde es immer besser. Ich hatte seit langem keine Panikattacke mehr. Gesund bin ich noch nicht, aber kein Übergeben mehr.

Ich hatte das aber auch schon früher mal bei sehr großem Stress konnte ich nicht essen und hatte Magenschmerzen und musste mich manchmal übergeben.

LG
1. Kind: keine PPD, glücklich
2. Kind: PPD seit Geburt

Medikamente:
Schilddrüsenmedikament
Escitalopram 15 mg
Progesteroncreme

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Kikke
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Re: Psychosomatische Symptome / Angst

Beitrag von Kikke » 09:02:2020 8:43

Ich habe immer massiv Luft im Bauch, sobald ich "ernsten" Stress habe. Der Körper kann so einiges.
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen

Aktuell: Der normale Mutterwahnsinn

Mel
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Re: Psychosomatische Symptome / Angst

Beitrag von Mel » 09:02:2020 10:35

Liebe Jari,
oft sind das ganz normale Symptome. Sobald bei mir die Angst überhand nimmt, reagiere ich mit Durchfall und Würgereiz.
Lieben Gruß
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Setralin
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen

Celeste
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Re: Psychosomatische Symptome / Angst

Beitrag von Celeste » 09:02:2020 11:35

Kann mich den Vorrednern nur anschließen: Ich muss mich bei Angst übergeben. Leider.
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt

Löwenmutter
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Re: Psychosomatische Symptome / Angst

Beitrag von Löwenmutter » 21:02:2020 23:22

Ja, leider kenne ich das auch. Magen Darm Symptome sind glaube ich sogar sehr häufig. Das muss nochmal zwangsläufig durch eine psychische Krankheit bedingt sein. Ich kenne z. B. auch Durchfall vor Prüfungen an der Uni oder Übelkeit vor einem Vortag...Und bei Angst / Panik ist das im Grunde eine unangenehme aber normale Reaktion.
1. Kind 2013 gesund und glücklich
2. Kind 2015 gesund und glücklich
3. Kind 2018 PPD ( MuKi- Klinik verhaltenstherapie escitalopram)
4. Kind 2020 Mini-PPD bislang ohne Medikamente aber wieder Psychotherapie

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