Drittes heftige Tief

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Celeste
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Drittes heftige Tief

Beitrag von Celeste » 26:03:2020 9:26

Guten Morgen ihr lieben Menschen da draußen.

Mich hat es wieder erwischt: 3. Tief seit Ausbruch der PPD am 24.8.
Ich denke nicht, dass es am absetzen des NL liegt. Hatte die anderen 2 Tiefpunkte auch mit NL.

Ich verstehe es nicht. Ich verstehe es wirklich nicht. Ich nehme die Höchstdosis Citalopram, versuche meine PMDS mit Agnus Castus in den Griff zu bekommen, nehme hochdosiertes Magnesium, Omega 3, B-Vitamine und Vitamin-D3. Ich versuche wirklich alles mitzunehmen was nur geht und trotzdem erwischt es mich jedesmal und ich fange wieder bei 0 an.
Durch diesen schrecklichen Seelenschmerz und das Gefühl wie gelähmt zu sein, verstärkt aktuell meine Angst für immer in die Psychiatrie zu müssen. Es bricht mir das Herz!

Ich schaue meine wundervollen Kinder an und es tut mir so leid und so sehr im Herzen weh, das sie so eine Mutter haben. Sie hätten um Welten besseres verdient. Ich versuche mir nichts anmerken zu lassen. Aber mein Herz bricht in 10000 Teile.
Ich habe mir ja von einigen von euch, mit denen ich auch über PN in Kontakt stehe, Emails ausgedruckt. Die lese ich mir immer und immer wieder durch. Doch gerade kommt nichts mehr bei mir an ☹️ Ich fühle einen unendlich großen Seelenschmerz, Angst, Panik, Angstzustände, Müdigkeit, Erschöpfung, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Schlaflosigkeit.
Warum?
Mir ist nicht mal mehr danach mit Freunden in Kontakt zu treten. Die schaffen immer alles mit links, ihnen geht es gut, sie sind happy und haben eben keine PPD. Ich ertrage es nicht von ihrem glücklichen Leben zu hören/lesen.
Ich will aufwachen. Aufwachen und feststellen, dass alles nur ein furchtbarer Alptraum war.

Heute habe ich in meinem Schrank gewühlt und etwas gesucht. Mir fiel ein Pulli in die Hände, den ich oft in unserem Urlaub an der Ostsee anhatte. Es tat so weh. Ich war so glücklich und sorglos. Es war eine so schöne Zeit. Ich vermisse die alten Zeiten. In denen ich keinen blassen Schimmer hatte, wie schlecht es einem Menschen gehen kann.

Vielleicht hat jemand ein paar aufbauende Worte für mich.
Ich wäre so dankbar

Eure Celeste
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt

Die Anne
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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von Die Anne » 26:03:2020 10:24

Liebe Celeste,

Ich kann so gut nachvollziehen wie schlecht es dir geht. Es ist einfach eine furchtbare Krankheit.
Aber Celeste, glaube mir, es wird vorbei gehen, das tut es immer. Nur dauert es einfach seine Zeit. Ich weiß, dass man denkt, diese Rückschläge nicht mehr verkraften zu können, das geht mir auch so. Auch meine letzten 3 Tage waren nicht so besonders,warum weiß ich nicht.
Ich will aber versuchen mich abzulenken und mich nicht so dolle auf dieses schlechte Gefühl einlassen. Es einfach so hinnehmen wie es ist. Gedanken und Gefühle, die nunmal gerade da sind, daran lässt sich nichts ändern, aber an unserem Umgang und unserer bewertung derer können wir arbeiten. Das ist hart und schwer und gerade in Zeiten eines Tiefs wirkt es quasi unmöglich. Aber du schaffst das Celeste, so wie du es schon ein paar Mal geschafft hast, geht auch dieses tief vorbei.
Fühl dich ganz fest in den Arm genommen

SOfS
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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von SOfS » 26:03:2020 13:06

Hallo liebe Celeste,
fühl dich ganz doll gedrückt.
Diese Krankheit ist das schlimmste was es glaube ich nur gibt.
Aber die guten Tage werden immer länger.
Ich habe manchmal auch noch Stimmungstief und frage mich wozu alles. Aber mir geht es zu 95% wieder gut.
Meine PPD begann im Mai letzten Jahres.
Schrecklich,ich war 2 Monate stationär zum Glück habe ich jetzt das Gefühl,das es alles nur ein Traum war. Ich war bei einer Heilpraktikerin/Hypnose und die Frau hat irgendwas in mir bewirkt , ich kann es gar nicht sagen.
Auf jeden Fall habe ich mehrere Trauma aus der Jugend womit ich im Leben nicht gerechnet habe.
Sie meinte meistens dauert es bis sich darauf hin Ängste und Depressionen entwickeln.
Sie hilft mir ungemein.
Wäre das für dich auch eine Alternative?
Hypnosen sollen teilweise innerhalb von Minuten Das Unterbewusstsein behandeln,wofür man sonst eine Jahrelange Therapie brauch.
Und ich kann dir die App 7Mind empfehlen. Ich nutze sie zum Meditieren und es ist auch bewiesen das Medition bei sowas helfen kann.
Die App begleitet dich und sagt dir worauf du dich konzentrieren sollst :)
Vielleicht ist das ja auch was für dich :)
Liebe Grüße
Du schaffst das 😍
März 2019 Schwere PPD mit ZG und Panikattacken
2 Monatiger Aufenthalt in der Psychiatrie - Momentan mit 40mg Paroxetin stabil.
Januar 2020 100mg Quatiapin abgesetzt.

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Kikke
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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von Kikke » 26:03:2020 13:20

Hallo meine Liebe,

es tut mir sehr leid, dass es dir wieder so schlecht geht. Halte dich an den Gedanken fest, dass es auch besser sein kann. Du hast es ja selber erfahren.
Kannst du ausmachen, welche Gedanken für dich gerade am schlimmsten sind? So wie ich das raus lese, geht es hauptsächlich um die Angst vor der Krankheit an sich.
Das klingt jetzt komisch, aber es ist schon eine Verbesserung, dass dich diese Angst umtreibt und nicht eine andere. Es ist ganz normal und ich habe es auch selber und bei anderen erlebt, dass man eine Angst vor der Krankheit entwickelt. Diese Angst wird sich irgendwann im Respekt, dann Selbstschutz und dann in Mitgefühl für sich entwickeln.
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen

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Julie
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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von Julie » 26:03:2020 13:20

PN geschickt! Fühl dich ganz lieb gedrückt 💛

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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von Kikke » 26:03:2020 13:25

Hallo meine Liebe,

es tut mir sehr leid, dass es dir wieder so schlecht geht. Halte dich an den Gedanken fest, dass es auch besser sein kann. Du hast es ja selber erfahren.
Kannst du ausmachen, welche Gedanken für dich gerade am schlimmsten sind? So wie ich das raus lese, geht es hauptsächlich um die Angst vor der Krankheit an sich.
Das klingt jetzt komisch, aber es ist schon eine Verbesserung, dass dich diese Angst umtreibt und nicht eine andere. Es ist ganz normal und ich habe es auch selber und bei anderen erlebt, dass man eine Angst vor der Krankheit entwickelt. Diese Angst wird sich irgendwann im Respekt, dann Selbstschutz und dann in Mitgefühl für sich entwickeln.
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Mel
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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von Mel » 26:03:2020 14:09

Liebe Celeste,
ich weiß wie schlimm es sich anfühlt... es wird wieder besser, versprochen! fühl dich ganz doll umarmt. Ich schreibe dir später noch eine private Nachricht.
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Setralin
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen

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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von Celeste » 26:03:2020 14:47

Danke für all eure Antworten ❤️

Was ich jetzt wieder habe und bei den letzten Tiefs verschont geblieben bin, sind die Panikattacken beim Einschlafen. Das hatte ich das letzte Mal bei Ausbruch der PPD.
Gerade wollte ich mich zur kleinen Maus legen und bisschen schlafen. Unmöglich. Ich schrecke beim Einschlafen jedesmal hoch. Hoffentlich ist das heute Abend besser ☹️
Kennt ihr dieses Aufschrecken?
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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von Kikke » 26:03:2020 15:21

Ja das kenne ich auch vom Anfang. es war ganz diffus und ich konnte gar nicht genau sagen, warum ich aufgeschreckt bin. Ganz ekliges Gefühl.
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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von Hallo123 » 26:03:2020 19:33

Hallo Celeste,

ich wollte dir nur schreiben, dass du nicht allein damit bist. Mir geht es auch so. Mir kommt es auch immer so vor, als würden alle um mich herum alles schaffen und sind glücklich, nur ich darf es nicht.
Die PPD nervt einfach und soll verschwinden.

Ich fühle mit dir.

Morgen ist ein neuer Tag. Morgen sieht die Welt vielleicht wieder anders aus? Und dir wird es besser gehen.

LG
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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von Celeste » 26:03:2020 19:39

Danke an alle! So so lieb!

Und @Hallo: Ja, du hast Recht! Die PPD soll bei uns allen endlich mal verschwinden!

Bei allem Elend habe ich heute einen Anruf von meiner Tante bekommen, die an Schizophrenie erkrankt ist. Ich habe schon Jahre keinen Kontakt zu ihr gehabt. Sie fing an von ihrer Erkrankung zu erzählen. Das hat mich noch viel mehr runtergezogen.
Kann mich da null distanzieren, da ich Angst habe, ebenfalls daran zu erkranken. Schrecklich diese psychischen Krankheiten.
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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von Hallo123 » 26:03:2020 20:07

Ich kann das total nachvollziehen.
Meine Tante hat auch Schizophrenie.
An den schlechten Tagen dachte ich auch oft,okay.. jetzt bin ich dran.

Diese blöden Tage zu überstehen, kostet viel Kraft.

Aber solange ich noch vernünftig sprechen und schreiben kann und keine Engel oder Geister sehe, oder Stimmen höre, die gar nicht da sind oder anderes,weiß ich immer, dass alles ok ist.

Es ist immer schwer sich zu distanzieren, vor allem, wenn es einem selbst schlecht geht.
Vielleicht kannst du in ein paar Tagen oder sogar morgen das Gespräch mit ihr beiseite schieben.
Es betrifft dich nicht, denk daran.
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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von Celeste » 26:03:2020 20:16

Das ist ja ein Zufall, dass deine Tante das auch hat. Dann weisst du ja, wieviel Angst man davor hat, es auch zu bekommen. Vor allem weil es heißt, dass es oft dünnhäutige Menschen trifft. Here I am! Dünnhäutiger als ich kann man gar nicht sein 😢
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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von Hallo123 » 26:03:2020 20:32

Ja, ich weiß es leider auch.

Man hat bei der PPD so oder so schon Angst psychotisch zu werden. Vor allem anfangs dachte ich wirklich, jetzt geht's los.
Und dann macht so eine Kranlheit in der Familie, das nicht leichter. Leider.

Ich bin auch so. Hinterfrage immer alles, grübel über alles..

Aber! Wir sehen keine Geister, kein imaginäres Wesen spricht mit uns oder ähnliches.
In der Hinsicht ist alles gut.
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Re: Drittes heftige Tief

Beitrag von Hallo123 » 27:03:2020 10:58

Wie geht es dir heute, Celeste?
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