Mutter-Kind-Einrichtung Heidelberg

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Wolkenhimmel
Beiträge: 1
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Mutter-Kind-Einrichtung Heidelberg

Beitrag von Wolkenhimmel »

Hallo Zusammen,

nun traue ich mich auch, hier zu schreiben. Toll dass es dieses Forum gibt!

Aktuell stehe ich vor der Entscheidung, ob ich mich und mein Kind stationär in Heidelberg in die Mutter-Kind-Einrichtung (Jaspers) aufnehmen lassen soll aufgrund einer schweren Depression.

War schonmal jemand in genau dieser Klinik und kann mir von seiner Erfahrung berichten?

Ist das ein richtiger Ansatz, sich mit Depressionen dort aufnehmen zu lassen oder gibt es Alternativen?
Müttergenesungswerk? Oder ist das in Akutphasen nicht der richtige Ansatz?

Wie läuft das grundsätzlich auf solchen Stationen ab? Erhält man Unterstützung im "Alltag" mit Kind?
Ich stelle mir das sehr schwierig vor, dort "allein" zu sein, ohne Vertrauenspersonen um einen herum.

Viele Fragen - vielleicht mag mir jemand antworten.

Liebe Grüße Wolke
Judith_T
Beiträge: 25
Registriert: 25:02:2021 18:12

Re: Mutter-Kind-Einrichtung Heidelberg

Beitrag von Judith_T »

Liebe Wolke,
ich bin momentan noch in Wiesloch in der MuKi Klinik.
Also nicht Heidelberg, aber ich denke, dass der Ansatz ungefähr der gleiche sein wird.
Für schwer depressive Mütter ist so eine Einrichtung in der Akutphase sicherlich eine gute Option, wenn man merkt, dass man zu Hause so nicht mehr zurecht kommt bzw. weiter machen kann. Es bietet einem ein geschütztes Umfeld, alltägliche Aufgaben wie Haushalt und Kochen werden abgenommen. Zudem kann man sich mit anderen Müttern austauschen. Nicht das schlechteste in Coronazeiten. Du solltest grundsätzlich in der Lage sein, dein Kind selbst zu versorgen, da die Pflege es nicht leisten kann, dir dein Kind häufig abzunehmen. Allerdings gibt es viele Möglichkeiten in Krisensituationen und es wird sich immer ein Weg finden lassen, wie es gehandhabt wird. Man hat einen ziemlich strukturierten Tag auf so einer Station mit diversen Therapien (Sport, Ergotherapie, Psychoedukation, Einzelgespräche...). Es wird damit auch geübt Kind und andere Aktivitäten unter einen Hut zu bringen. Zudem hat man Pflegekräfte, die jederzeit ansprechbar sind, aufbauende Worte finden, Erfahrung haben. Diese können auch Feedback über die Interaktion mit dem Kind geben und haben oft Tipps parat auch für den Umgang mit den Kleinen. Natürlich ist es kein Zuckerschlecken und teilweise auch echt anstrengend. Du musst dich ja sozusagen "alleine" um dein Kind kümmern, da Familie und Freunde nicht da sind. Ich glaube aber, dass man durch Videotelefonie und eventuell Besuche draußen auch ganz gut damit zurecht kommen kann. Hier in Wiesloch ist es noch so, dass den Müttern zweimal die Woche eine Auszeit zur Verfügung steht. Dann kümmert sich eine Erzieherin für zwei Stunden um die Kinder und die Mütter können etwas für sich tun.
Ich hoffe, du kannst dir jetzt ein bisschen was vorstellen. Falls du noch Fragen hast, meld dich einfach.
Liebe Grüße und alles Gute!!
Judith
12/2020 Geburt 1. Kind
Seitdem PPD mit Angst und Derealisation
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