Schuldgefühle

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Lola1983
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Schuldgefühle

Beitrag von Lola1983 » 13:05:2018 16:49

Ich war bis vor kurzem für insgesamt vier Monate in einer Psychiatrie, um meine schwere PPD behandeln zu lassen. So lange, weil verschiedene Antidepressiva nicht anschlugen und dann letztendlich Elektrokrampftherapie gemacht wurde. Jetzt mache ich mir im Nachhinein große Vorwürfe, ob ich eine Mutter-Kind-Klinik hätte aufsuchen sollen und meine Erkrankung dann anders verlaufen wäre, und mein Kind weniger Schaden genommen hätte (weil ich so lang von ihm weg war). Ich hoffe ihr könnt mir irgendwie Zuspruch geben, dass es okay war wie ich gehandelt habe. Ich hatte halt am Anfang das Gefühl ich kann mich gar nicht um mein Baby kümmern, und außerdem hätte mein Mann es auch nicht zugelassen dass der Kleine mit in eine Psychiatrie geht, vor allem auch bei meinem Zustand.

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Marika
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Re: Schuldgefühle

Beitrag von Marika » 14:05:2018 7:34

Hallo,

du hast dir die Antwort eh schon selber gegeben: Dein Zustand hat es nicht zugelassen, dass dein Kind bei dir war. Somit war die Entscheidung absolut richtig, ohne dein Kleines stationär zu gehen.

Versuch deine Energie jetzt nicht mehr in die Vergangenheit zu stecken, in dem du grübelst, was wäre wenn.... gewesen.... Das bringt dich nicht weiter. Besser investiert ist deine Kraft jetzt in die Gegenwart, für dich, dein Kind, deine Familie.

Ich finde, du hast alles richtig gemacht!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Astrid
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Re: Schuldgefühle

Beitrag von Astrid » 16:05:2018 22:03

Hallo Du Liebe,

ich kann deine Gedanken soo nachfühlen. Auch ich habe immer noch Schuldgefühle, sobald mit meinem Sohn etwas mal nich so "rund" läuft. Auch wenn ich weiss, ich war krank und konnte nichts dafür, mache ich mir Vorwürfe und frage mich, ob es nicht hätte besser laufen können. Dafür bin ich nochmal in Therapie gegangen. Um zu erkennen, dass es nicht anders gegangen wäre. Ich war zu krank und zu hilflos. Und wie Marika sagt, die Vergangenheit anzunehmen und das hier und jetzt anzugehen und zu genießen. Ich bin jetzt noch oft traurig, über unseren schlechten Start. Aber es wird leichter und besser. Du hast nichts falsch gemacht. Das hätte , wäre , könnte ist vorbei, und du hast noch den Rest deines Lebens Zeit, dein Kind zu lieben und manchmal auch zu verfluchen :-) . Du wirst merken, dein Kind war nicht allein, auch wenn du nicht sofort völlig für es da warst. Ein Kind braucht mehr als nur einen Menschen, je mehr Menschen ein Kind lieben und es umsorgen, umso besser. Wenn dein Mann so die Chance hatte eine enge Bindung aufzubauen, ist das doch auch schön. Vier Monate scheinen lang, aber in einem ganzen Leben ist es doch nur eine kurze Spanne... . Ich will dich trösten, und dir sagen, dass mein Sohn sich troz meiner Krankheit völlig normal entwickelt hat, und ein ganz prima Junge ist. Meine Tochter, die ich ohne PPD bekommen habe, entwickelt sich nicht anders, und das tröstet mich enorm. Nicht alles hängt an unserer blöden Krankheit.

Ganz liebe Grüße Astrid
schwere PPD nach der Geburt des ersten Kindes 2006
2011 zweites Kind ohne PPD
heute gesund ohne Medis
beginnende Wechseljahresbeschwerden

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