Wird es besser?

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Wird es besser?

Beitrag von sternschnuppe_ » 23:06:2019 11:25

Hallo ihr Lieben,

wie habt ihr die Akutphase überstanden?
Ich fühl mich momentan so hoffnungslos, habe nur noch trübe und schlimme Gedanken bezüglich der Zukunft.

Ich habe Angst, dass es nie mehr besser wird.
Momentan leb ich wirklich nur von Tag zu Tag und versuche ihn irgendwie zu überstehen.
Richtig gut aufgehoben fühl ich mich hier in der Klinik auch nicht.
Bisher ist es kein Unterschied zu zu Hause, wobei ich dort wenigstens nicht allein und in meinem gewohnten Umfeld bin.
Warum ist es ambulant so schwer zeitnah einen spezialisierten Psychologen zu finden?

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Kikke
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Re: Wird es besser?

Beitrag von Kikke » 23:06:2019 12:37

Es tut mir leid, dass es dir gerade so geht.
Akut hat es mir in der Klinik geholfen, mir mantra-artig Sätze zu sagen: du kämpfst für deine Familie. Du wirst lernen, mit dieser Narbe zu leben.
Und ich bin dort viel spazieren gegangen.

Es war die furchtbarste Erfahrung für mich und ich habe es als absolute Hölle empfunden, ein Neugeborenes zu haben und ob der Psychiatrie zu sitzen.
Heute, ein Jahr später, was es dir beste Entscheidung, die ich treffen konnte

Halte durch! Dir wird es auch so gehen.
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Anteilen

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November17
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Re: Wird es besser?

Beitrag von November17 » 23:06:2019 12:50

Liebe Sternschnuppe,

ich wusste gar nicht, dass du in der Klinik bist. Dachte du hast daheim mit dem AD angefangen.

Du hast so viele aufbauende und aufmunternde Worte für uns Mitglieder und überzeugst mit viel Fachwissen.

Versuche dich daran festzuhalten und es auch für dich zu erkennen.

Ich weiß, wie es ist von Tag zu Tag zu leben. Es fühlt sich derzeit schrecklich an. Aber eigentlich sollte man auch von Tag zu Tag leben und eben nicht an morgen und die weite Zukunft denken. Die Gegenwart zu genießen müssen wir wieder lernen.

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Re: Wird es besser?

Beitrag von sternschnuppe_ » 23:06:2019 14:06

Danke ihr beiden für eure lieben Worte :-)
Ich denke, es ist typisch für die akute Phase.

Gestern ging es auch schon etwas besser.
Es macht mir halt zu schaffen, dass hier auch nicht viel passiert.
Ich dachte bzw. hatte gehofft, es geht alles etwas schneller mit einem Therapieplan.
Deswegen denk ich mir momentan so, da könnte ich auch zu Hause auf der Couch liegen...
An den Medikamenten wurde bisher auch noch nichts geändert. Die 50mg Sertralin werden erstmal beibehalten.

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Kikke
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Re: Wird es besser?

Beitrag von Kikke » 23:06:2019 18:48

Ja das verlangsamt sich alles. Aber das ist genau das Richtige. Hast du denn schon einen Plan bekommen oder wie lange bist du da?
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Re: Wird es besser?

Beitrag von sternschnuppe_ » 23:06:2019 19:00

Ich hab leider noch keinen Plan bekommen. Wie lange ich da bin, weiß ich leider auch noch nicht.
Ich soll die nächsten Tage verlegt werden. Überlege aber ob ich lieber in die Tagesklinik gehe, wenn das möglich ist.

Hast du damals deine Zukunft auch so schwarz gesehen, Kikke?

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Re: Wird es besser?

Beitrag von Kikke » 23:06:2019 21:44

Wie lange bist du denn schon in der Klinik.
Ja das ist ja ein Symptom der Krankheit. Völlige Hoffnungslosigkeit.
Meine Therapeutin sagte Mal zu mir: wenn sie krebs haben, haben sie wenigstens noch Hoffnung.

Es ist ein schreckliches Gefühl. Aber heute erinnere ich mich nur noch daran, ich fühle es nicht mehr.
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Re: Wird es besser?

Beitrag von sternschnuppe_ » 24:06:2019 7:21

Ich bin erst seit Donnerstag in der Klinik.

Hoffentlich wird es bald wieder besser. Zusätzlich hab ich noch Heimweh.

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Re: Wird es besser?

Beitrag von November17 » 24:06:2019 13:06

Liebe Sternschnuppe,

es ist noch seeehr frisch, dass du in der Klinik bist. Warte noch ab, wie es sich entwickelt.

Wie sind denn die Mitpatienten?

Ich war direkt nach dem Ausbruch tagesklinisch in einer Mutter Kind Einrichtung. Leider hatte ich in den 2 Monaten nur 3 einzelne Therapiesitzungen zu den ZG. Die Tagesklinik hat mich mit Kind eher belastet, denn ich musste morgens immer früh raus und den kleinen wecken. Dann schlief er dort tagsüber nicht, da wir kein richtiges Zimmer hatten sondern einen hellhörigen "Aufenthaltsraum".

Gib der Klinik noch eine Chance und erkundige dich nach dem Ablauf. Erfrage, ob und wie viele Einzeltherapien du haben wirst.

Das wäre mir wichtig zu wissen.

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Re: Wird es besser?

Beitrag von Kikke » 24:06:2019 13:46

Ja das ist sehr frisch. Am Anfang passiert da nicht viel. Man soll erstmal ankommen und zur Ruhe kommen. Dann geht es mit dem Therapieplan und den Einzelgesprächen los.

Mein erster Gedanke in der Klinik war auch: wann kann ich wieder gehen. Ich verstehe dich sehr gut. Halte durch! Es lohnt sich wirklich.
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Re: Wird es besser?

Beitrag von sternschnuppe_ » 24:06:2019 16:42

Danke ihr beiden :-)

Ich werde morgen auf die Station für Psychotherapie verlegt und hoffe, da geht es dann zeitnah los mit Gesprächen.
Momentan bin ich noch auf der Akutstation. Daher hab ich da nicht so einen Draht zu den Mitpatienten.

Heute wurde besprochen, dass mein Sertralin auf 75mg erhöht wird. Ich denke, das ist wichtig und notwendig. Wird sicher auch noch höher gehen müssen, da es bei Zwängen ja meist erst im oberen Bereich wirkt.

Dann hatte ich heute noch MRT.

Muss ich bei der Erhöhung wieder mit NW rechnen oder hat sich mein Körper jetzt schon ein wenig dran gewöhnt? Ich nehme es jetzt fast 2 Wochen.

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Re: Wird es besser?

Beitrag von tortue » 24:06:2019 18:38

Ich habe vier Tage 50 mg Sertralin genommen und ab dem 5. Tag 100 mg. Ich habe bisher keine Nebenwirkungen festgestellt und nehme es Mittwoch auch erst zwei Wochen ;)
Euer Lachen ist meine Medizin

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Re: Wird es besser?

Beitrag von sternschnuppe_ » 24:06:2019 19:32

Das klingt gut :wink:
Bei mir haben sich anfangs die ZG echt verschlimmert, deswegen bin ich in die Klinik gegangen. Aber ist ja bei jedem anders.

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Re: Wird es besser?

Beitrag von sternschnuppe_ » 25:06:2019 8:55

Ich will am liebsten wieder nach Hause. Es ist so doof, dass es hier nur Mehrbettzimmer gibt. Das ist irgendwie nichts für mich :roll:

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Re: Wird es besser?

Beitrag von November17 » 25:06:2019 9:28

Meine Liebe,

ich weiß nicht, was ich dir raten oder sagen soll.

Als ich entbinden musste, wollte ich vorab unbedingt ein Familienzimmer. Ich wollte auf keinen Fall alleine sein und war am Ende froh, dass jemand mit mir im Zimmer war, auch wenn es eben kein Familienzimmer war.

In der Mutter Kind Einrichtung hatten die stationären Mamis alle Einzelzimmer mit ihren Kindern.

Ich kann aber nachvollziehen, dass du evtl. Heim willst, wenn die Zimmernachbarn nicht dein Fall sind. Es soll nicht falsch rüber kommen, aber mich zogen einige Frauen eher runter. Anfangs war ich besser drauf und gelaunt als im Laufe der Zeit. Und der Alltag in der Klinik entsprach so gar nicht meinem Alltag. Man war nur drin, die Mamis sind selten raus gegangen zum Spazieren. Irgendwie war man konfrontierter damit, dass mit einem etwas nicht stimmt :| es drehte sich dort alles um die Kinder und um die Krankheit.

Aber das ist natürlich meine persönliche Wahrnehmung. Anderen hat der Aufenthalt dort sehr geholfen und sind wieder gesund und insbesondere GLÜCKLICH geworden!

Viele Frauen hatten jedoch nicht unbedingt ZG und die dortige Arbeit drehte sich dann wirklich mehr um die Bindung zum Kind und das stemmen des Alltags, Erkennen der Bedürdnisse des Kindes.

Es gab dort eine gute Therapeutin zum Zwang, die jedoch auf einer anderen Station war. Mit ihr hatte ich leider nur 2 Sitzungen, da sie mich ambulant nicht mehr betreuen durfte sondern nur stationären tätig war.

Vielleicht wirst du dort einen guten Therapeuten finden und öfter Sitzungen haben. Evtl. sogar ambulant die Möglichkeit haben. Aber um dies herauszufinden musst du noch etwas Geduld haben.

Kommt dein Mann dich regelmäßig besuchen?

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