Wird es besser?

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Kikke
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Re: Wird es besser?

Beitrag von Kikke » 04:07:2019 14:43

Es ist wie es ist. Du musst die Krankheit leider ertragen. Du wirst aber gestärkt daraus hervorgehen!
November 2017: Schwere depressive Episode nach Geburt meines Sohnes.
Januar 2018: Zweimonatiger Aufenthalt in Psychiatrie ohne meinen Sohn (Medikament: zu Beginn Tavor, AD 60 mg Cymbalta).
Im Anschluss Beginn einer Verhaltens- und Schematherapie.
August 2018: 30 mg Cymbalta
September 2018: Cymbalta abgesetzt
Februar 2019: Letzte Sitzung bei meiner Therapeutin.
Aktuell: Der normale Mutterwahnsinn.

November17
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Re: Wird es besser?

Beitrag von November17 » 08:07:2019 12:01

Wie geht es dir Sternschnuppe, wie verläuft der Aufenthalt in der Klinik?

Lg

sternschnuppe_
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Re: Wird es besser?

Beitrag von sternschnuppe_ » 08:07:2019 14:02

Na ja, es geht. Meistens ging es mir jetzt langsam etwas besser. Es schwankt halt manchmal noch sehr. Ein besserer Tag, dann ein schlechterer. Aber immerhin merke ich, dass die ZG etwas milder werden und mein Hirn nicht mehr aus allen welche zusammen spinnt. Das war die eine Zeit echt extrem. Da kam einer nach dem anderen. Dashat mich dann so ausgelaugt. Es tat mir jetzt gut auch am WE mal heim zu können.

Ansonsten direkt am Zwang in der Therapie arbeiten wir ab dieser Woche. Hab auch schon ein Arbeitsblatt bekommen, wo ich aufschreiben soll, wann die Gedanken kommen usw.

Hab mich jetzt auch besser hier "eingelebt". :wink:

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Marika
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Re: Wird es besser?

Beitrag von Marika » 09:07:2019 8:00

Na also - siehst du es wird. Finde ich toll, dass ihr jetzt beginnt am Zwang zu arbeiten!!!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

November17
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Re: Wird es besser?

Beitrag von November17 » 09:07:2019 10:08

Das hört sich doch super an!

Ich bin gespannt, was du lernst bzw wie ihr an den Zwang herangeht.

Ich habe jetzt schon länger keine Sitzung gehabt und merke, dass es schon fehlt. Immerhin kam die Genehmigung der KK für 35 weitere Sitzungen.

Ich merke, dass die Gedanken wieder mehr werden bzw meine Ängste und Stimmung sowie die Zweifel. Ich fühle mich auch seeehr müde in letzter Zeit. Ausgelaugt.

Was ich im Moment habe, dass ich mein Umfeld im Umgang mit dem Kleinen stark beobachte insbesondere meinen Vater. :shock: irgendwie stört es mich auch, wenn er neben mir steht und ich den Kleinen wickel.

In den Sitzungen wurde ganz oft gefragt, ob ich selber sex. Übergriffe erlebt habe. Und meine Antwort war jedes Mal nein.
An so etwas würde man sich doch erinnern oder nicht. Wie ihr merkt ist dies jetzt ein Punkt, der mich auch beschäftigt, warum das wiederholt gefragt wurde. War da etwas und ich erinnere mich nicht daran? Warum denke und beobachte ich meinen Vater, obwohl jedes Enkelkind und auch ich selber früher sehr Opa/Papa bezogen sind/waren.
Er heute noch viel zu überbehütet handelt und reagiert.

Heute Nacht habe ich auch schlechter geschlafen. Wurde oft wach, träumte so wirres Zeug bzw. über die Ehe zu meinem Mann und wie er ist und sich entwickelt hat. Er ist derzeit wieder auf Dienstreise und ich bei den Eltern.

@Marika: was hast du in deinem Leben geändert, dass die ZG verschwanden und dass es dir besser ging? Wie und wann hast du erkannt, was die Auslöser waren und was dir im Leben fehlt oder im Weg steht?

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Marika
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Re: Wird es besser?

Beitrag von Marika » 09:07:2019 13:28

Hallo November,

deine Fragen kann ich nicht pauschal beantworten, es war ein langer Prozess in dem ich wie ein Puzzel erkannte und lernte. Auf jeden Fall ging es am allerstärksten um das SELBSTVERTRAUEN, SELBSTLIEBE und SELBSTWERTGEFÜHL. Daran habe ich hart gearbeitet. Ich habe das in der Kindheit auch zu wenig mitbekommen, obwohl ich sehr liebevoll aufgewachsen bin. Ich wurde aber überbehütet.

Selbstvertrauen lernte ich dadurch, dass ich Dinge ALLEINE gemacht habe, die ich davor nicht konnte: alleine einkaufen gehen, alleine einen Kaffee trinken, alleine im Restaurant bestellen, alleine über einen großen Platz gehen ... so albern es klingt, aber das konnte ich nur schwer bis gar nicht.

Selbstliebe und Selbstwert gewann ich dadurch, dass ich mir GUTES tat, es mir also WERT war. Eine Auszeit für mich, Nein sagen lernen, den Haushalt liegen lassen und stattdessen ausruhen... klingt auch albern, ist aber sooo wichtig.

Ich glaube, dass jede Frau ihren ganz eigenen Weg hat. Das war meiner. Ich darf aber auch nicht vergessen zu erwähnen, dass mir das Antidepressiva zu mind. 50 % geholfen hat diese Ziele zu erreichen und den Zwang zu besiegen!
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Wird es besser?

Beitrag von sternschnuppe_ » 09:07:2019 14:22

Liebe November,

wir können dir hier nur bedingt helfen und dir unsere Erfahrungen schreiben.
Mir fällt oft auf, dass du sehr viel in deiner Kindheit/Vergangenheit hängen bleibst. Das musst du jedoch genauer mit deiner Therapeutin bearbeiten. Man merkt auch sehr deine Unsicherheit. Das Beispiel mit deinem Vater zeigt das ganz gut.

Ich schätze für die Therapeuten ist das einfach eine "Standardfrage", einfach um abzuklären, ob du sowas erlebt hast.

Wie Marika schreibt: Jeder muss seinen eigenen Weg finden, was ihm gut tut und ja auch das AD kann besonders in den akuten Zeiten sehr gut unterstützen. Ich merk jetzt langsam eine Wirkung: Also es hilft, dass ich mich nicht mehr so hinein steigere und die Gedanken schneller abtun kann. Sie kommen zwar immer noch öfter aber überrollen mich nicht mehr gar so. Zum Teil ist es mir egal, dass sie da sind, weil ich mittlerweile sicherer bin, dass ich sie nicht ausführe. Zumindest größtenteils. Es ist eben trotzdem ein Prozess.

Hab auch für heute ein Arbeitsblatt bekommen: Situation extern und intern, Organismus, Reaktion: Gedanken, Gefühle, Körperlich, Verhalten und Konsequenzen kurzfristig+langfristig (dann mit Therapeutin zusammen)

Lg

November17
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Re: Wird es besser?

Beitrag von November17 » 09:07:2019 16:01

Liebe Sternschnuppe,

ja die Unsicherheit ist noch da, die Gedanken durchzuführen.
Die eigene Überzeugung fehlt noch. Vielleicht suche ich deswegen in der Vergangenheit auch nach dem ICH.

Hast du Lust näher auf das Arbeitsblatt einzugehen? Zum Beispiel frage ich mich, was mit dem Organismus gemeint ist.

@Marika: weißt du, warum du es alleine nicht konntest?
Also alleine ins Restaurant/Kaffee trinken gehen tue ich auch nicht, aber weil ich mich doof fühlen würde. Wenn ich jemand alleine sitzen sehe denke ich der/die Arme. Ist einsam. Und ich würde mich wohl auch einsam fühlen, als einsam abgestempelt ohne Freunde.
War das bei dir auch so oder woher kam es bei dir?

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Re: Wird es besser?

Beitrag von sternschnuppe_ » 09:07:2019 16:22

Ich glaube das ist auch so eine mentale "Zwangshandlung" :lol: Also dieses in der Vergangenheit suchen. Kenne ich auch von mir hin und wieder :-)

Organismus bedeutet, welche Eigenschaften du mitbringst, die das begünstigen. Situation extern ist wie die Situation von außen betrachtet ist. z.B Ich wickel meinen Sohn. Situation intern, was in dir vorgeht, z.B.: Da kommt mir der Gedanke, ich könnte ihn an seinem Geschlechtsteil berühren und das schön finden.

Dann wie du darauf reagierst. Wie denkst du darüber? Wahrscheinlich, "Was für ein furchtbarer Gedanke! Wie kann ich sowas nur denken! Sowas denkt doch kein normaler Mensch und erst recht keine Mutter von ihrem Kind."

Gefühle, was fühlst du dabei? Angst, Anspannung, Ekel, Scham,...

Wie reagierst du körperlich darauf? Übelkeit, schlechtes Bauchgefühl, Körper ist angespannt, du schwitzt,... usw.

Verhalten, wie verhälst du dich? Was machst du dann?

Und Konsequenzen muss ich nächstes Mal schreiben, haben wir heute nicht bearbeitet :lol:

Wir haben uns den Kreislauf angesehen.
aufdringlicher Gedanke (die haben alle Menschen, sie meinte auch gleich die kennt jeder Mensch), Bewertung, Gefühle und dann Neutralisation.

Das Ziel ist Konfrontation, um die Angst erst auszuhalten und dann abflachen zu lassen. Als erstes schreibe ich die Gedanken so lange auf bis die Angst zurück geht. Danach soll ich sie laut aussprechen und später auf Band aufnehmen. Am Wochenende hat sie mir vorgeschlagen, mich z.B. mit dem Messer an den Tisch zu setzen und die Gedanken aufzuschreiben. Das wird echt hart :shock: aber es ist notwendig. Ich fühl mich bei ihr aber echt gut aufgehoben. Sie versteht das gut. Auch der Kreislauf ist für sie absolut nachvollziehbar. Fühle mich gut verstanden. Gerade bei Zwangsgedanken ist das so wichtig! Was denkt ihr wie ich den ersten Tag auf der Station wieder verunsichert war als mich eine Schwester fragte was ich habe. Ich ihr gesagt, dass ich aggressive Zwangsgedanken habe, z.B. Angst jemanden, den ich sehr liebe körperlich weh zu tun. Sie gleich: "Haben Sie sowas schon mal gemacht?" Bei mir natürlich alle Alarmglocken an :lol: :lol: Selbst bei der Oberärztin war es so hart, einen Gedanken auszuformulieren. :!: Danach war ich erstmal nervlich fertig. Zumal sie dann auch noch sagte "Katzen sind aber keine Menschen..." :roll: Dabei liiiebe ich meine Katzen und sie gehören nun mal auch zu meinen "Lieben", auch wenn es eben Tiere sind. Sie verstehen einen manchmal besser als Menschen :lol:

Besser wirklich "nur" mit Therapeuten drüber zu reden. Hab bisher auch keinen anderen Patienten gesagt, dass ich ZG habe. Viele kennen das nicht und das verunsichert einen noch mehr.

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Re: Wird es besser?

Beitrag von Marika » 09:07:2019 16:30

@ November: das kommt sicher alles vom Überbehütet sein... Weiter rein sind wir nicht gegangen.

@ Sternschnuppe: super machst du dass, ganz toll. Das ist der richtige Weg aus der Zwangsfalle...
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Wird es besser?

Beitrag von sternschnuppe_ » 09:07:2019 18:59

Ich kenne das auch mit dem Überbehütet sein :D

Danke liebe Marika :-)

November17
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Re: Wird es besser?

Beitrag von November17 » 10:07:2019 12:53

Das klingt sehr schwer und herausfordernd Sternschnuppe. Man beobachtet sich dabei irgendwie noch mehr und oft vermischen sich die Gefühle und Gedanken. Respekt, dass du den Weg gehen kannst.

Alleine das Aussprechen fällt mir schwer.. tue ich ehrlich gesagt nie. :shock: und wenn ich in der Therapiestunde von den Gedanken erzähle, fällt mir ein präziser Gedanke nicht mehr ein. Es geht immer so schnell und es ist bei mir auch ein Dauergrübeln.

Heute in der Spielgruppe kam auch das Thema sex. Übergriffe auf. Das solche Taten fast immer durchdacht sind und oft aus Familien und Freundeskreisen hervorgehen.
Natürlich war das wieder etwas, was mich runter gerissen hat. Vor allem, wenn alle dort mit "schrecklich! Wie kann man so etwas tun" reagieren und man selber kommentarlos dort sitzt.

Ich drücke dir die Daumen und bin froh, dass du dich gut aufgehoben fühlst. Ich wäre gerne zu der Therapeutin aus der Tagesklinik gegangen, wenn es ambulant möglich gewesen wäre.

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Re: Wird es besser?

Beitrag von Kikke » 10:07:2019 13:45

November, Versuche doch Mal,dir Gedanken schnell aufzuschreiben. Und wenn es ein Memo im Handy ist. Dann kannst du besser damit arbeiten.

Du bewertest die Umsetzung der Gedanken auch als schrecklich..und zwar so schrecklich, dass es sich zum Zwang entwickelt hat. Du würdest es nie umsetzen. Menschen , die ihr Kind missbrauchen wollen, tuen es. Du nicht.
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Re: Wird es besser?

Beitrag von November17 » 10:07:2019 14:00

Mein Neffe erzählte mir im Auto vorhin wie Jugendliche, sprich 14 bis 16 Jährige, ein 18 jähriges Mädchen vergewaltigt haben. War wohl auch in den Medien.

Im ersten Moment ging mir nur durch den Kopf...was bewegt 14 Jährige dies zu tun!

Das Thema im Allgemeinen war heute sehr präsent.

Tja Kikke, man vergleicht sich dann damit irgendwie und sucht nach "Parallelen" bzw. nach Unterschieden. Der Zwang sucht wohl nach Parallelen und Ich nach Unterschieden blöd gesagt. :roll:

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Re: Wird es besser?

Beitrag von Kikke » 10:07:2019 14:19

Ja ich denke auch. Ich bin kein Therapeut, deine Gedanken wirken aber auf mich noch "verknotet".
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