Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

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tobleroni

Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von tobleroni » 14:12:2019 18:19

Hallo!

Meine Tochter ist nun 9 Monate alt.
Mein Sertralin ist nun auf 150mg hochdosiert und als Bedarfsmedikament habe ich Tavor. Auch wenn die schlimmen Tage immer seltener werden, sie sind weiterhin da. Und wenn, dann werde ich leider nicht nur traurig, sondern auch aggressiv. Ich schlage meine Tochter nicht aber ich bin sehr grob zu ihr und schreie sie an.
Meine Therapeutin möchte nun, dass ich eine Mutter Kind Kur mache.
Grundsätzlich finde ich die Idee gut. Es gibt nur ein Problem:
Ich komme mit Schlafmangel absolut nicht zurecht und seit dem zweiten lebenstag füttert mein Mann unsere Tochter nachts. Wenn ich keine 7 Stunden am Stück schlafen kann, werde ich depressiv. Der Schlaf ist meine krafttankstelle. Ohne geht es nicht.
Leider kommt meine Tochter immer noch mindestens 3x pro Nacht.
Daher käme nur eine Einrichtung in Frage, wo nachts eine Schwester meine Tochter füttern würde.
Bei der Caritas habe ich angefragt und die sagten mir sowas gäbe es nicht.
Ihr seid meine letzte Hoffnung!
Kennt ihr solch eine Einrichtung? Ich kann ja nicht jede Klinik in Deutschland anrufen :(

Ich würde mich über Antworten sehr freuen!
LG

Kikke

Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von Kikke » 14:12:2019 19:52

Hey,

Da kenne ich mich leider nicht so aus.
Habt ihr schon versucht, die Milch nachts wegzulassen/auszschleichen/ was es da so gibt? Meine Hebamme sagte, ab dem 7. Monate brauchen die Kinder es nicht mehr. Wir haben es unsrem nach 8 Monaten angewöhnt. Ich habe die Hölle erwartet. Aber es war echt gut. Wir waren zwei Nächte bei ihm(anstrengend). Dann war es gut. Da gibt es ja viele Herangehensweisen.
Dann könntest du die Kur eventuell in ein paar Monaten/Wochen machen.

tobleroni

Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von tobleroni » 15:12:2019 12:43

Hallo kikke,

Vielen Dank für deine Antwort!
Das hat meine Familienhebammen auch schon vorgeschlagen. Viele Stillberaterinnen schlagen dabei aber die Hände über den Kopf zusammen. Im ersten Lebensjahr soll Milch das Hauptnahrungsmittel sein. Tagsüber isst sie schon komplett Brei, vielleicht braucht sie daher die Milch nachts noch... Ich weiß es nicht. Ich bin unsicher. Und die Familienhebamme sagte, dass wir die Milch nachts nur weglassen sollen, wenn wir da voll dahinter stehen. Und das tue ich (noch?) nicht...
Ach, es ist zum verzweifeln... :(

Kikke

Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von Kikke » 15:12:2019 13:24

Das kann ich verstehen. Ich habe mich damit auch schwer getan. Aber wenn der Leidensdruck zu hoch ist, muss eine Lösung her.
Ich habe dann morgens und abends wieder Milch eingeführt. Mit 11 Monaten wollte er das auch nicht mehr. Mein Neffe hat mit 10 Monaten die Brust und Flasche komplett abgelehnt. Dann hätte man ihn ja zwingen müssen ...

Mel
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Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von Mel » 15:12:2019 15:10

Liebe Tobleroni,
lass die Stillberaterinnen ruhig die Hände über dem Kopf zusammenschlagen :wink: Mein Sohn hat auch nachts keine Milch mehr gebraucht als er ca. 8. Monate alt war. Er fing mit ca. 7 Monaten an, mehr als 5 Stunden am Stück zu schlafen und da haben wir beschlossen, dass es wohl reicht, wenn er Milch zum Frühstück bekommt. Da gab es dann immer eine Milch morgens und eine abends und irgendwann so mit knapp anderthalb nur noch eine am Abend. Seit er ca. 2 Jahre alt ist, lassen wir die Milch ganz weg. Ich glaube wenn man es schrittweise versucht, kann es gut klappen. Und du kannst die Kur ja so beantragen, dass du noch ein bisschen Zeit hast (von der Beantragung bis zur Kur dauert es ja mindestens ein paar Wochen, oft aber Monate). Und in einem Vierteljahr z.B. passiert in diesem Alter ja ganz viel an Entwicklung. Kennst du das Buch „Oje, ich wachse“?. Dort werden die „schwierigen“ Phasen im der Entwicklung (wie ich finde, recht simpel) erläutert. Bei unserem Sohn hat das oft ziemlich gepasst. Es gab z.B. eine Phase mit ca. Elfeinhalb Monaten (eigentlich wäre er erst knapp 10 Monate alt gewesen), da hat er furchtbar unruhig geschlafen, war gefühlt jede Stunde wach oder hat ganz lebendig geträumt, so dass unser Schlaf auch ständig unterbrochen wurde. Ich bin mir aber sicher, dass nicht Hunger der Grund dafür war, sondern ein Entwicklungsschritt bei der Hirnreifung. Seit er anderthalb war, sind die Nächte deutlich besser geworden.... was ich sagen will: Es hängt nicht unbedingt mit der Milch zusammen, sondern es kann auch später immer wieder ätzende Nächte geben. Und natürlich haben die Stillberaterinnen Recht, wenn sie sagen, Muttermilch und Stillen nach Bedarf ist wichtig. Aber nicht um jeden Preis, finde ich. Und mittlerweile nimmt dein Kind ja schon ganz viele Nährstoffe durch andere Nahrungsmittel zu sich, da ist die Milch an sich ja in so großer Menge gar nicht mehr nötig.
Ganz lieben Gruß und viel Glück bei der Entscheidungsfindung.
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Setralin
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen

tobleroni

Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von tobleroni » 16:12:2019 14:27

Liebe Mel,
Herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort!
Auch an dich vielen Dank Kikke für deine Meinung.

Und ganz ehrlich!
Das tut SO gut zu lesen, wie ihr das als Betroffene seht! Das wohl des Kindes steht bei anderen immer an erster Stelle und die Eltern werden vergessen.
Das Buch oje ich wachse haben wir auch und finden wir auch hilfreich. Grob passten die Sprünge auch zu unserem Baby. Aber jetzt gerade ist eigentlich alles recht normal und sie kommt trotzdem alle 3 Stunden.
Mein Mann macht die Nächte seit der Geburt alleine. Er arbeitet vollzeit. Und er sagte letztens, er kann langsam nicht mehr. Als sie dann nachts diese Schreiattacken (wegen einem Schub glaube ich und der Schlafregression um den 8. Monat herum) hatte war er völlig verzweifelt. Da half nur die Brust.
Das hat mir dann auch wieder gezeigt, dass ich die Nächte alleine niemals schaffen würde.
Meine Therapeutin hat nun Sorge, dass mein Mann bald auch zusammen bricht und will daher, dass er mal ein paar Wochen durchatmen kann...

Er hat ab morgen einen Monat Urlaub und ich denke wir werden es mit dem Milchentzug nachts dann mal probieren. Ich versuche es im Kopf für mich jetzt klar zu bekommen, dass sie es nicht mehr braucht und wir es auch nicht mehr leisten können. Angst davor habe ich trotzdem mächtig :(

Und ich hoffe das bringt dann auch den gewünschten Effekt von längeren schlafphasen...

LG

Kikke

Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von Kikke » 16:12:2019 14:58

Sie braucht es nicht mehr. Und was sie aber braucht, sind Eltern, die sich um sie kümmern können und nicht am Rande des Zusammenbruchs sind.
Es gibt mehrere Herangehensweisen: Milch verdünnen, Wasser anbieten, radikal weglassen.

Mel
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Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von Mel » 16:12:2019 15:53

Hast du mal über eine Vater- Mutter-Kind-Kur nachgedacht? Ist mir gerade eingefallen..... Ihr schafft das mit der Milch! Ich habe eine Freundin, deren Tochter hat fast anderthalb Jahre lang die Brust eingefordert und irgendwann war meine Freundin so weit, ihr Kind erst seltener an die Brust zu lassen, dann irgendwann gar nicht mehr. Ihr ist halt aufgefallen, dass die Tochter so gut wie nichts getrunken hat (hat auch tagsüber gut gegessen) und die Brust eher zur Beruhigung brauchte. Da hat sie es durch Kuscheleinheiten ersetzt. Nach ein paar Wochen war es kein Problem mehr. Das Mädchen schläft bis heute schlecht - da hat das aufwachen gar nichts mit Hunger zu tun. Ich hoffe wir konnten dir Mut machen.
Mel
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mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen

Elisabeth
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Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von Elisabeth » 17:12:2019 3:51

Hallo, wie Kikke bereits geschrieben hat, gibt es mehrere Möglichkeiten nachts abzustillen. Evtl. kann dich eine Henmbamme dabei unterstützen was für euch passt-so lange du stillst, steht dir eine Hebamme zu. Wenn du einer guten Stillberaterin die Situation erklärst, müsste sie auch helfen können, evtl sogar besser. Nachts abstillen (z.b. nach Gordon) bedeutet ja nicht, dass ein Baby keine Milch mehr bekommt, sondern dass diese am Tag angeboten wird. Meine Tochter hatte Phasen, da hat sie von sich aus wenig nachts und mehr am Tag getrunken.
Es kann halt nur sein, dass deine Tochter trotz abstillen nachts aufwacht und Nähe will. Nimmt sie einen Schnuller, dann wäre das evtl ein gutes Angebot zur Beruhigung

Kikke

Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von Kikke » 17:12:2019 7:07

So wie ich das verstanden habe, geht es um die Flasche in der Nacht.

Elisabeth
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Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von Elisabeth » 17:12:2019 15:54

Sorry, war zwecks Stillberaterin wohl völlig auf dem falschen Dampfer. Bei mir ist aktuell viel los, bin etwas durch den Wind. Kenne etliche Kinder, die schon viel jünger nachts kein Fläschchen mehr bekommen haben.

Astrid
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Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von Astrid » 18:12:2019 15:54

Hallo Du,

ich habe auch sofort an eine Vater - Mutter Kind Kur gedacht. Da könnte dein Mann nachts weiterfüttern, sich tagsüber aber erholen. Ihr bekämt als Eltern beide die Möglichkeit Kraft zu tanken und über Ängst etc. zu sprechen. Es wird mit der Zeit alles einfacher. Die Selbständigleit des Kindes wird größer und die Freiheit kehrt zurück. Sich so unter Druck zu setzen, es alleine schaffen zu müssen, und das Kind hauruck abzustillen, finde ich zu stressig. Mir ging es mit dem Schlaf ganz genauso. Mein Mann hat unsere Tochter nachts komplett alleine versorgt. Ohne den regelmäßigen Schlaf hätte ich es beim zweiten Kind sicher nicht so gut geschafft, und ich bin meinem Mann extrem dankbar dafür. Auch er hat Vollzeit gearbeitet. Trotzdem war es die bessere Alternative, als das ich völlig in der Depression versinke. Eine Mutter Kind Kur habe ich erst gemacht, als meine Kinder schon im Kindergartenalter waren, bzw, in der Schule. Vielleicht gibt es auch noch etwas anderes? In eine Klinik zu gehen, zwecks Therapie, käme für dich nicht in Frage? Da ist eine Nachtbereuung vielleicht denkbar. Es gibt allerdings nicht viele Mutter Kind Stationen. Aus welcher Gegend kommst du denn?

Liebe Grüße Astrid
schwere PPD nach der Geburt des ersten Kindes 2006
2011 zweites Kind ohne PPD
heute gesund ohne Medis
beginnende Wechseljahresbeschwerden

Kikke

Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von Kikke » 18:12:2019 16:17

Es geht nicht ums abstillen, sondern nachts die Flasche zu entwöhnen. Das ist ein Unterschied finde ich

tobleroni

Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von tobleroni » 18:12:2019 19:14

Hallo ihr Lieben!

Erst einmal vielen vielen Dank an alle für euren tollen Input! Ich bin sehr dankbar!
Ja genau, mein Mann gibt ihr nachts die Flasche, seit Anfang an. Sie war immer eine schlechte Schläferin. Mittlerweile schlaucht es ihn aber so sehr, weil es einfach schon so lange andauert und sie mittlerweile teilweise alle zwei Stunden kommt. In ganz schlimmen Nächten stündlich.
Mein Mann ist ab sofort 5 Wochen zu Hause und ich denke wir werden das Milch weg lassen demnächst starten.
Es hilft ja alles nix. Wenn wir beide nicht mehr funktionieren wird es für unsere Tochter noch schlimmer, als ein paar Tage traurig sein, dass es Nachts keine Milch mehr gibt.

Ich komme aus NRW und habe hier in der Liste von Schatten und Licht eine psychiatrische Klinik in der Nähe entdeckt, wo angegeben war, dass es eine Mutter Kind Einheit gibt.
Ich habe Montag dort angerufen und mit einer Sekretärin telefoniert. Die sagte, dass diese Einheit ab dem 2.1. angeboten wird. Nachmittags rief mich eine Ärztin oder Psychologin zurück und leider saß ich da gerade mit meiner Tochter in der Notaufnahme (ich habe einen furchtbaren Schrecken gehabt, aber es ist ihr nix passiert) und habe natürlich nur die Hälfte mitbekommen. Was ich noch weiß ist, dass man die ersten Tage ohne Kind aufgenommen wird und das Kind erst später dazu kommen kann, damit man erst mal runter kommt. Bezüglich nächtliches Füttern hatte sie keine Antwort.
Morgen früh habe ich dort ein Gespräch. Ich bin gespannt aber es macht mir auch richtig Angst. Ich kenne die Klinik, war als Jugendliche schon mal dort (bin seit meiner frühen Jugend an Depressionen erkrankt). Es wirkt für mich irgendwie so wie fast fest ausgemacht, dass ich dorthin gehe. Bin mir aber noch gar nicht sicher...

Heute hatte ich einen Termin bei meiner Therapeutin, das Gespräch hat mich furchtbar aufgewühlt und mir geht es heute sehr schlecht dadurch... Habe keine Kapazitäten mich mit meinem Kind zu beschäftigen und es bleibt alles an meinem Mann hängen. Er hat schon mal erwähnt, dass es für ihn besonders schlimm ist, wenn er die Nächte UND Tage machen muss... Das steigert natürlich meine Selbstvorwürfe für meine Situation.

So frustrierend, dass es immer wieder Rückschläge gibt...

Eine Vater Mutter Kind Kur werde ich mit ihm besprechen und mich informieren. Er ist privat versichert und damit kenne ich mich dann nicht so aus. Einiges wird von denen nicht bewilligt.

Kikke

Re: Mütter Kind Kur mit Versorgung nachts

Beitrag von Kikke » 18:12:2019 19:35

Ich finde die Entscheidung mit der Milch richtig.
Ich verstehe, dass du Angst vor der Verantwortung nachts hast und Respekt vor der Klinik. Aber vlt kannst du es als Chance sehen: dir wird geholfen. Du wirst gut eingestellt und therapiert. Du bist nicht allein und könntest die Herausforderung nachts annehmen.

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