Wieviel Medikament ist nötig um gesund zu werden?

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Rebekka

Wieviel Medikament ist nötig um gesund zu werden?

Beitrag von Rebekka » 02:04:2013 13:11

Hallo,
ich nehme seit ca. 10 Wochen 30 mg Mirtazapin und es geht mir damit relativ gut (wegen des Schlafens habe ich ja schon mal nachgefragt). Ich merke aber noch immer, dass mir viele Dinge Angst machen oder negative Gefühle auslösen, die mich vorher nicht aus der Ruhe gebracht haben. Es ist nicht so schlimm, dass es mich massiv einschränkt, aber es fühlt sich einfach nicht normal an. Ich frage mich, ob das von alleine besser wird oder ob ich die Dosis des Mirtazapins eröhen muss oder, ob ich doch noch ein zweites AD brauche. Reicht es aus Geduld zu haben oder wird es dann womöglich chronisch??
Habe Angst vor einer Dosiserhöhung, da es mir bei der Erhöhubg von 15 auf 30 mg so schlecht ging. Das war allerdings auch in den ersten zwei Wochen nach Beginn der Einnahme.
Wer kann mir einen Rat geben, danke!
Rebekka

manuela

Beitrag von manuela » 03:04:2013 8:41

Hallo,

zu Deinem Medikament kann ich Dir leider nichts sagen, da ich was anderes nehme. Aber generell sollte jetzt bei einer Erhöhung nicht mehr allzuviel NW eintreten, da der Wirkstoff ja schon länger in Deinem Körper ist.

Vllt brauchst Du aber tatsächlich noch ein anderes AD hinzu.

Das ist so leicht leider nicht zu beantworten. Was sagt der Arzt?

Rebekka

Dosiserhöhung oder weiteres AD

Beitrag von Rebekka » 03:04:2013 20:57

Danke für die Antwort,
der Arzt sagte ich solle Geduld haben, schließlich sei mir ja "der Boden unter den Füßen weggerissen worden" und es dauere eine Zeit bis der Körper wieder sein Vertrauern in sich selber gefunden hat. Ich hoffe, dass das stimmt.
Vielleicht habe ich viel zu hohe Ansprüche ...
Rebekka

manuela

Beitrag von manuela » 03:04:2013 21:03

Nein, Du hast nicht zu hohe Ansprüche! Man nimmt ja ein Medikament auch nicht umsonst. Wenn Du eine Schmerztablette nimmst dann sollten die Schmerzen doch dann auch weg oder zumindest gut erträglich werden!

Ok, alles braucht seine Zeit. Aber 10 Wochen ist schon ziemlich lang..

Ich an Deiner Stelle würde erhöhen oder ein anderes AD wählen. So schwer es Dir fällt, aber ich würde eine merkbare Wirkung haben wollen - wenn ich schon ein AD nehme :wink:

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Marika
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Beitrag von Marika » 05:04:2013 8:41

Hallo Rebekka,

ich habe auch mal kurz Mirtazapin genommen, zum schlafen. Daneben aber auch Cipralex - ein antriebssteigerndes AD. Mirtazapin ist ein eher älteres und gut erbprobtes AD. Es wirkt sedierend - macht also ruhig und oft müde. Dazu ist es apetittsteigernd und leicht angsthemmend. Man gibt es heute eher älteren Patienten und so wie mir wegen Schlafstörungen.

Ich habe es nach 6 Wochen abgesetzt, da ich ab da wieder schlafen konnte und mein Arzt es daher als nicht mehr geeignet ansah. Die Ängste, Depressionen und Zwangsgedanken waren bei mir sehr viel besser mit Cipralex zu behandeln. Mein Doc sieht es als zu wenig Angsthemmend und auch in der Wirkung der depressiven Symptome zu schwach. Daher ist es durchaus möglich, dass du zwar eine Besserung merkst, aber eben noch nicht mehr.

Genau so ist es möglich, dass du einfach noch Geuduld brauchst bzw. erhöhen mußt. Auch ein anderes AD kann man nicht ausschließen - es ist im Moment fast unmöglich zu beurteilen was richtig ist.

Darf ich fragen, was für Symptome du hast?
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Rebekka

Beschwerden...so gehts mir

Beitrag von Rebekka » 05:04:2013 21:05

Hallo Marika,
danke für deine ausführliche Antwort,
also ... neben den immer noch bestehenden gelegendlichen Schlafstörungen habe ich nach wir vor bei vielen Gedanken so diffuse Ängste. Wenn ich z.B. daran denke, wie ich wieder arbeiten soll, auch Erinnerungen aus der Zeit nach der Geburt meines Sohnes sind irgendwie mit so einem komischen Angstgefühl besetzt. Es ist nicht so schlimm, dass es mich total lähmt. Aber ich kenne so etwas nicht von mir. Es fühlt sich einfach nicht normal an. Ich wusste sonst, wo meine Grenzen sind und jetzt habe ich immer Angst, dass ich mir zu viel zumute und mein Körper wieder verrückt spielt. Ich hätte gerne wieder meine "Mitte " gefunden.
Also es überwiegen so leichte Angstgefühle. Depressive Phasen habe icht nicht.
Eine erholsame Nacht
Rebekka

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Marika
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Beitrag von Marika » 08:04:2013 10:37

So wie du schreibst, spricht wirklich viel für das Mirtazapin. Ich würde daher eher nochmal hochgehen, wenn dein Doc auch dieser Meinung ist, bevor du ein anderes AD nimmst.

Bist du antriebslos, oder stehst du mehr "unter Strom", dass du nicht schlafen kannst?
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Rebekka

Beitrag von Rebekka » 09:04:2013 21:24

Hallo Marika,
tja, warum ich nicht schlafen kann, wüsste ich auch gerne. Ich empfinde kaum Müdigkeit und mein Kopf ist wie eine Computer, der nicht mehr runterfährt. Ich habe keine Gedanken, die mich nicht loslassen. Mein Körper hat einfach vergessen, wie man einschläft. Manchmal weiß ich auch gar nicht, ob ich schon geschlafen habe oder ob das noch Gedanken waren. Zum Glück klappt es mitlerweile meistens mit dem Schlafen, ca. einmal in der Woche muss ich noch eine Schlaftablette nehmen. Es wird nur irgendwie nicht richtig besser.
Gute Nacht!
Rebekka

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Marika
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Beitrag von Marika » 10:04:2013 9:06

Wir haben gerade einen Thread, wo es auch um das "nicht schlafen" geht:

http://www.schatten-und-licht.de/forum2 ... hp?t=11289

Da schreiben wir gerade von verschiedenen Enspannungsmethoden, die neben den Medikamten sehr, sehr helfen können eben wieder zu lernen "runter zu fahren".

Ich denke es ist sehr wichtig, neben der medikamentösen Unterstützung, auch solche Dinge in den Alltag ein zu bauen. Es gibt auch tolle CD´s, die geführte Meditationen usw. bieten.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

mici

Beitrag von mici » 10:04:2013 14:27

Hallo Rebekka,

ja, der Thread, den Marika da empfiehlt, betrifft mich mit meinen Schlafstörungen. Schlafstörungen können oft durch einen äußeren Auslöser entstehen und bleiben dann auch bestehen, obwohl der äußere Reiz nicht mehr da ist (z.B. wenn man Stress auf der Arbeit hat, kann einem das den Schlaf rauben und mancher schläft dann immer noch schlecht, wenn auf der Arbeit gar kein Stress mehr ist).
Bei Dir scheint es mehr so zu sein, dass die Schlafstörungen als Symptom der Depression auftreten, insofern ist es natürlich total wichtig, dass Du die Depression behandeltst, z.B. mit einer Therapie. Da ich gerade nicht im Bilde bin, bist Du in Behandlung?

Ich hab früher auch 30 mg Mirtazapin genommen und nehme es immer noch manchmal als schlafanstoßendes Medikament. Generell wegen der Depressionen bin ich aber umgestiegen auf Trevilor (Wirkstoff Venlafaxin). Das hat mir bei negativen Gedanken und Ängsten besser geholfen, als das Mirta. Hast Du mal ein Check-Up Deiner Schilddrüse machen lassen? Die kann bei Schlafstörungen auch oft die Ursache sein!

Gute Besserung,

MICI

Rebekka

Antwort für mici

Beitrag von Rebekka » 11:04:2013 22:03

Hallo mici,
habe die betreffenden Seiten von dir auch gelesen. Glaube aber auch, dass meine Schlafstörung auch eher mit der Depression oder/und vielleicht mit einem Hormonmangel. Meine Schilddrüse ist es leider dieses Mal nicht, bin auch 2009 am Basedow erkrankt mit ziemlich heftigen Symptomen. Seit 2010 ruht die Krankheit, brauche keine Tabletten mehr. Ich muss aber jetzt wieder zur Kontrolle, da ja nach der Geburt im November wieder alles ausbrechen kann. Bin im Moment nicht in psychologischer Behandlung, da der Psychater keinen Bedarf sah. Vielleicht fange ich aber doch mal an. Ich hoffe einfach, dass es irgendeine Möglichkeit gibt, diesen momentanen Zustand zu heilen/überwinden und wieder normal zu sein, sonst weiß ich nicht, wie ich jemals wieder arbeiten soll.
Hast du schon mal von Valdoxan etwas gehört?
Bringen vielleicht 45 mg Mirtazapin mehr?
Ich wünsche dir eine erholsame Nacht!
Rebekka

Sanna
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Beitrag von Sanna » 14:04:2013 16:46

Hallo!

Ich bin von den Ärzten auch auf Mirtazapin eingestellt worden. Ich hatte viele Ängste, stand ständig unter Strom und kam nicht zur Ruhe. Dazu kam dieses traurig-depressive Gefühl, das mich total in der Zange hatte. Ich habe ca. 8 Wochen 30mg genommen, aber die Veränderungen waren nur gering. Dann wurde auf 45mg erhöht. Seitdem geht es mir wesentlich besser. Ich bin allerdings noch immer nicht beschwerdefrei, aber da ich mittlerweile mit sehr vielen Ärzten und Therapeuten gesprochen habe, denke ich, dass das auch mit Medikament noch auf und ab gehen darf. Allerdings sind die Spitzen nach unten viel, viel weniger geworden.

Ich würde die höhere Dosis ausprobieren. Ich hatte bei der Erhöhung von 30 auf 45mg keinerlei Nebenwirkungen mehr. Viel Glück.

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