Absetzen von Lorazepam ist ja der Horror

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Astrid77
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Absetzen von Lorazepam ist ja der Horror

Beitrag von Astrid77 » 15:03:2015 13:38

Hi Leute,
hier habt ihr mir ja geraten, absolut vorsichtig mit Lorazepam zu sein (Tavor, hier in Österreich heisst es Temesta). Ich hab jedenfalls mehrere Wochen 1 mg vorm Schlafengehen genommen, mich toll gefühlt und super geschlafen. Jetzt wollte ich damit aufhören und das ist ja der Horror!!!! Habe mich runterdosiert auf eine halbe Tablette vorm Schlafengehen, das ging ja noch, aber wenn ich probiere gar nichts zu nehmen, dann liege ich mit offenen Augen da, habe akustische Halluzinationen und ganz widerliche Albträume. Vorgestern hab ich dann um halb 7 morgens die Flinte ins Korn geworfen und doch eine halbe Tablette genommen, dann war wieder alles gut.
Hat jemand von euch mal einen Lorazepamentzug mitgemacht?
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Sanna
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Re: Absetzen von Lorazepam ist ja der Horror

Beitrag von Sanna » 15:03:2015 18:24

Hallo!

Ich habe in der Klinik wochenlang 1,5mg Tavor am Tag genommen und konnte dann langsam ohne jegliche Absetzsymptome ausschleichen. Ich habe wirklich GAR NICHTS gemerkt.

Hast du schon mal Bryophyllum probiert? Das ist ein homöopathisches Mittel zur Beruhigung. Ich habe das in der Klinik bekommen und habe es auch zuhause für Notfälle. Mir hilft es sehr gut. Gibt es als Pulver, das du ruhig dreimal täglich nehmen kannst.

Viel Glück dabei.

LG, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

Astrid77
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Re: Absetzen von Lorazepam ist ja der Horror

Beitrag von Astrid77 » 16:03:2015 14:32

Okay, na dann bin ich ja beruhigt. Ich hab das Medikament wohl unterschätzt und dachte ich müsste nicht ausschleichen. Jetzt nehm ich eben nur noch eine halbe, steige dann auf eine viertel tablette um und bald wars das dann hoffentlich. Ich hab zur Beruhigung Lasea Tropfen. Da ich Abends aber zusätzlich noch Schlaftabletten nehme, brauche ich die nicht wirklich.
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Emmi3101

Re: Absetzen von Lorazepam ist ja der Horror

Beitrag von Emmi3101 » 16:03:2015 17:51

Ich selbst habe dieses medi immer abgelehnt weil ich wusste das es abhängig machen kann. Also hab ich die einschleichphasen irgendwie im wahrsten Sinne des Wortes durchgestanden. Auch als ich mehr tot als lebendig war, habe ich mich nicht getraut das zu nehmen da in der allgemeinpsychiatrie die Leute teilweise gekrochen sind.
Dosier langsam ab, über mehrere Wochen dann sollte es klappen

Viele grüsse

Glu

Re: Absetzen von Lorazepam ist ja der Horror

Beitrag von Glu » 17:03:2015 0:08

Oje Astrid,

dann mach echt lieber ganz langsam. Was sagt dein Arzt dazu?
Meine Psychiaterin hat mir Tavor auch zum Einschleichen gegeben, weil es mir so schlecht ging. Ich habe es zum Glück nur kurz genommen. Habe es aber als Notfallmedi noch da.

Viel Kraft und halte durch mit dem Runterdosieren.

Lg Glu

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Marika
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Re: Absetzen von Lorazepam ist ja der Horror

Beitrag von Marika » 17:03:2015 8:58

Hallo,

ich habe damals ein ähnliches Medi (Xanor) nach mehrwöchiger Anwendung, auch über mehrere Wochen langsam reduziert. Das ging sehr gut und ohne Probleme.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Astrid77
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Re: Absetzen von Lorazepam ist ja der Horror

Beitrag von Astrid77 » 17:03:2015 16:40

ja danke für euren Zuspruch. Jetzt gehts auch schon besser - die eine Horrornacht hat sich nicht wiederholt. mein Allgemeinzustand ist zwar (aber nur körperlich) irgendwie schlecht, aber ganz furchtbar ist es nicht mehr. ich hab halt totale Gliederschmerzen und Kopfschmerzen. Aber es kann auch sein dass das von dem Cymbalta kommt - irgendwie vertrage ich das nicht so toll. Ich nehme es jetzt glaub ich schon 1 Monat und hab immernoch nebenwirkungen wie Übelkeit und eben diese Gelenkschmerzen. Leider ist das schon das 2., das ich ausprobiere (erstes war sertralin) und vor einem erneuten Wechsel fürchte ich mich auch, denn das Ausschleichen und Einschleichen ist ja eher unangenehm.
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Emmi3101

Re: Absetzen von Lorazepam ist ja der Horror

Beitrag von Emmi3101 » 18:03:2015 7:54

Huhu

Wie lange hast du denn das sertralin genommen??
Bei meiner ersten ppd habe ich auch cymbalta genommen, 60mg ohne Erfolg. Andere auf station nahmen sogar noch 120mg.
Bei meiner jetzigen ppd dauerte es fast 5 Monate bis das passende medi gefunden war und noch Mal ca. 3 Monate bis die volle Wirkung da war.
sollte auch sertralin nehmen aber da die Oberärztin dann die klinik gewechselt hat, wurde es aus den Augen verloren
Nahm zuerst trevilor (venlafaxin) das ging gar nicht!! Dann nahm ich paroxetin! Noch schlimmer, Böe fieberschübe usw dann haben die mir mirtazapin in allen behandelnd Dosen gegeben , wieder kein etfolgt😭 Aber Als ich dann Cipralex in Kombination mit mirtazapin und Therapie ging ws schlagartig Berg auf


Lg

Astrid77
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Re: Absetzen von Lorazepam ist ja der Horror

Beitrag von Astrid77 » 18:03:2015 15:02

Sertralin habe ich glaub ich 6 Wochen lang genommen. Irgendwie war es so, dass ich morgens nach der Einnahme gut drauf war, und Mittags war schon wieder alles doof. Und da ich eh abgestillt hatte, hat die Ärztin mir Cymbalta verschrieben, da es einen ein bisschen mehr antreibt als Sertralin. Allerdings schon zu viel des Guten. Jetzt soll ich auf nur 15mg runterdosieren, und wenn das nichts bringt, dann könnte ich ein ganz neues Medikament ausprobieren, das heisst Brintellix.
ich komme mir bald vor wie eine wandelnde Apotheke! Ich hätte nicht gedacht, dass ADs so unterschiedlich wirken, bzw. dass sie so individuell abgestimmt werden müssen.
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Phoebe2016

Re: Absetzen von Lorazepam ist ja der Horror

Beitrag von Phoebe2016 » 26:11:2016 14:10

Hallo,
Ich hole das Thema mal hoch. Ich habe seit Anfang Oktober 0,5mg Lorazepam genommen. Erst abends und weil ich dann auch ohne müde war, hab ich es (viel zu schnell) abgesetzt und das ging gar nicht. Das war Ende Oktober und seitdem nahm ich 0,5mg morgens und das klappte auch sehr gut. Da ich jetzt seit fast 2 Wochen ziemlich gut drauf war, habe ich seit Montag nur noch eine Viertel Tablette, also 0,25mg genommen. Und seit Dienatag merke ich, wie die Unruhe wieder schlimmer wird und das Gedankenkarussel wieder anfängt, sich zu drehen. Dazu off Kopfschmerzen, Schwindel und Hitzewallungen. Kann das vom Runterdosieren kommen? Ich bin auch wieder total schnell aus der Puste.
Achso, dazu nehme ich 100mg Sertralin.

Phoebe2016

Re: Absetzen von Lorazepam ist ja der Horror

Beitrag von Phoebe2016 » 27:11:2016 10:35

Ich schubse noch mal. Seit gestern ist es wieder total schlimm mit der Unruhe. Und heute bin ich seit 6Uhr mehr oder weniger wach und total unruhig. Ich fühle mich echt mies. Bin drauf und dran wieder 0,5mg zu nehmen. Oder Zähne zusammen beißen und durch?

Astrid77
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Re: Absetzen von Lorazepam ist ja der Horror

Beitrag von Astrid77 » 27:11:2016 14:54

Hallo!
Also ich erinnere mich jetzt nicht mehr 100% wie lange der Entzug gedauert hat, aber ich glaub es waren nur ein paar Tage. Ich hatte auch nur Nachts Beschwerden. Die Unruhe tagsüber und das Gedankenkarussell - das hab ich bis heute, und hab nie wirklich was dagegen unternehmen können. Außer wenn ich abgelenkt bin, merke ich es nicht.
Wie gesagt, es waren ein paar Nächte die schlimm waren, und ich hatte zusätzlich noch Zoldem genommen und somit dann auch wenigstens geschlafen. ich weiß nur dass mir sehr kalt war, ich Angstzustände und Alpträume hatte. Da das für mich eine neue Erfahrung war, war es schlimm. Jetzt nachdem ich schon mehrere Medikamente wieder abgesetzt habe, ist es mit dem Lorazepam sogar vergleichsweise wenigstens schnell gegangen.
Mehr kann ich dazu leider nicht sagen, ich nehme es mittlerweile nur noch bei akuten Krisen oder zum schlafen wenn mein Mann nicht daheim ist. LG Astrid
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