Mirtazapin zum Schlafen

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Astrid77
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Re: Mirtazapin zum Schlafen

Beitrag von Astrid77 » 02:02:2016 16:07

Jetzt lassen langsam diese "Fressattacken" nach. habe mir gestern ganz viel zu Essen gekauft, weil ich es mir schon so angewöhnt hatte, und jetzt ist davon immer noch was da. Auch war ich heute morgen froh, dass ich mal NICHT als erstes dachte, ich muss jetzt UNBEDINGT was essen (dabei habe ich mir vor dem Schlafengehen immer eh schon den Bauch vollgeschlagen). Mein Freund meinte gestern, ich wäre richtig freundlich gelaunt.... das Mirtazapin hatte bei mir ja Aggressionen ausgelöst, die scheinen also auch wieder besser zu sein.
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1. Kind 1/2013 keine PPD

2. Kind 12/2014 PPD 1 Monat später

Sertralin, Cymbalta, Venlafaxin, Mirtazapin, Lyrica durchprobiert und wieder abgesetzt.
Momentan ohne Medikament - mal mehr und mal weniger stabil.

kitty

Re: Mirtazapin zum Schlafen

Beitrag von kitty » 06:02:2016 15:43

Hallo Astrid,

habe den Beitrag erst jetzt gelesen. Aber du hättest deinen Termin bei der Psychologin nicht absagen müssen! Wenn du der Agentur für Arbeit mitteilst, dass du einen Arzttermin hast UND eine Bescheinigung hierüber vorlegst - dann liegt für die Terminabsage ein wichtiger Grund vor. Somit "können die dir nichts".
Klar, das man eventuell Ärger bekommt, wenn man einfach einen Termin absagt ohne Begründung.
Und wie - die haben dich einfach abgemeldet? Bekommst du da keine Leistungen?

LG
Sandra

Astrid77
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Re: Mirtazapin zum Schlafen

Beitrag von Astrid77 » 08:02:2016 15:25

Ich habe es nicht gewusst, dass man wegen eines Arzttermins beim Arbeitsamt entschuldigt ist. Das nächste mal würde ich anders handeln, aber ich war total überrumpelt - Donnerstag wurde mir vor Ort mitgeteilt "Montag ist der Kurs". Bei der Ambulanz in der meine Psychologin arbeitet, kann man immer nur zwischen 10 und 12 anrufen, also konnte ich erst Freitag den Termin verschieben, und erfuhr dann erst dass ich erst in 5 Wochen wieder die Gelegenheit habe, dorthin zu gehen. Das Arbeitsamt hat Freitags nur bis 13:00 geöffnet und bis ich dort gewesen wäre, wäre es zu spät gewesen. Und ich dazu noch unter Druck weil ich bei nichtteilnahme beim Kurs das letzte mal abgemeldet wurde. Also die Zahlung wurde eingestellt, wurde jetzt aber auch rückwirkend doch wieder gezahlt! Weil ich so brav bei diesem Kurs war? ich weiß es nicht, aber jedenfalls bin ich in Zukunft schlagfertiger. Ich habe auch überhaupt überlegt mich krankschreiben zu lassen. Das Dilemma ist aber dass ich ja eigentlich "weg" will von der Krankheit und irgendwie ein ungutes Gefühl habe, wenn ich mich jetzt erst recht einigele und darauf beharre ich wäre krank.
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Sanna
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Re: Mirtazapin zum Schlafen

Beitrag von Sanna » 08:02:2016 16:19

Hallo!

Fühlst du dich denn arbeitsfähig? Mir war lange Zeit klar, dass ich das nicht schaffen würde und dementsprechend war ich krankgeschrieben. Als es besser wurde hat mir mein Bauchgefühl gesagt, dass es Zeit wird wieder zu arbeiten und dann hat es auch gut geklappt. Was sagt denn dein Bauch dazu?

Du musst dich ja nicht einigeln. Ich habe z.B. in meiner akuten Phase ehrenamtlich gearbeitet. Das hat mir sehr gut getan ohne Druck zu machen. Oder bist du auf das Geld angewiesen?

LG, Sanna
schwere PPD 2012, heute komplett symptomfrei

Astrid77
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Re: Mirtazapin zum Schlafen

Beitrag von Astrid77 » 08:02:2016 16:48

Also wirklich fit fürs Arbeiten... ich bewerbe mich nur für Stellen mit 20 Stunden die Woche. Ja, wenn das Arbeitsamt die Zahlung nach ein paar Monaten reduziert, dann muss ich arbeiten gehen. Ich habe mich für nur 1 Jahr Elternzeit entschieden, was im Nachhinein ja schon sehr kurz ist. Mein Bauchgefühl sagt mir jedenfalls, ja ich kann arbeiten. Die blöde Grübelfalle macht mir natürlich oft einen Strich durch die Rechnung, dann kommen Sorgend wie dass ich doch Depressiv werden, wenn ich wieder im Hamsterrad bin (mir hat Arbeiten im Büro noch nie Spaß gemacht). Dass mich vielleicht Halbtagsjob und Kinder doch so auslaugen dass ich wieder in ein Loch falle. Oder dass ich dann einfach nie mehr was machen kann, was mir Spaß macht.
Der Gedanke daran, dass ich falls ich krank werde, sofort abbreche und mich krankschreiben lasse, ist dabei so ziemlich das einzig tröstliche.
Ich hab mehr und mehr über meine Krankheit nachgedacht und komme auch drauf, dass die PPD eine Akutphase war in einem immer schon recht negativem Leben. ich hab mich aber nie als krank angesehen. Dabei habe ich schon mit 18 Tabletten gehortet, damit ich mich umbringen kann - und sogar als kleines Kind wurde ich manchmal von Gefühlen der Verzweiflung überwältigt... dasselbe passiert mir heute auch noch. Die PPD war aber das einzige mal, wo ich so richtig richtig eingebrochen bin. Na jedenfalls hoffe ich, dass ich endlich mit einem Medikament vielleicht auf niedriger Dosis glücklich, oder wenigstens ein bisschen glücklich, werde.
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Graureiherin
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Re: Mirtazapin zum Schlafen

Beitrag von Graureiherin » 08:02:2016 20:49

Liebe Astrid,

woher kommt das den alles, ich meine das Tablettenhorten, die Verzweiflung, die ganze Negativität etc. in Deiner Kindheit/Jungend? Hast Du da schon für Dich Verschiedenes aufdecken können? (Sorry, evtl hast Du darüber schon einmal berichtet, ich habe nicht alle posts auf dem Schirm).

Bei mir war es in meiner Kindheit und Jugend ähnlich, deswegen interessiert es mich. Auch heute als Erwachsene bemerke ich immer noch wie mich negative Gedanken vereinnahmen wollen... aber ich bemerke es!! Ha!!, immerhin und kann (manchmal, nicht immer) Abstand nehmen

mit interessierten Grüßen
die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
langsame Reduzierung auf 5 mg Escitalopram seit Juli 2017
Verhaltenstherapie beendet seit September 2017

Astrid77
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Re: Mirtazapin zum Schlafen

Beitrag von Astrid77 » 09:02:2016 11:28

Also, ich weiß nicht wo es herkommt ehrlich gesagt. Diese Gefühlswellen kommen einfach so, in irgendeiner Situation. Meist aber beim Baden, Schwimmen, Duschen... irgendwas mit Wasser. Schon komisch - es ist auch für mich so unlösbar, dass ich mich eigentlich nicht mehr damit befasse sondern es einfach hinnehme. Die anderen schlechten Phasen in meinem Leben würde man wohl als Anpassungsstörung bezeichnen. Stress in der Schule, totaler Umbruch (2 mal sitzen geblieben, dann raus aus der Schule, alle meine Freunde noch drin), niemand zum reden. Da fehlte irgendwie die Unterstützung. Später gabs auch immer wieder Situationen, mit denen ich mich nicht abfinden wollte - auch als das erste Kind da war und ich irgendwann gemerkt habe, ich hocke ja nur auf dem Spielplatz rum (und das war gar nicht was ich im Leben wollte), fing es wieder an. Ich glaube der Schlüssel ist wirklich Akzeptanz. Wenn nämlich alles gut läuft für mich, dann geht es mir meistens auch gut.
Die PPD ist aber nochmal ein anderes Kaliber, dagegen war alles was ich vorher erlebt habe wirklich nur harmlos. Das Gute (wenn es überhaupt etwas gutes daran gibt) ist, dass ich jetzt nichtmehr Willenlos in Trauer versinken würde wie früher, sondern etwas unternehme dagegen. Das ist schon ein riesen Fortschritt, auch insgesamt, und da bin ich richtig froh drüber.
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