Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

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Astrid77
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Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Astrid77 » 08:03:2016 12:06

Ich hab mal ein bisschen hier im Forum gesucht, aber jetzt wollte ich trotzdem nochmal fragen, ob jemand Erfahrung mit Lyrica hat. Ich habe es heute verschrieben
bekommen. Ich weiß ja, man sollte nicht so in die Nebenwirkungen-Liste schauen, aber natürlich habe ich es trotzdem gemacht und "Appetitsteigerung" gelesen....
Das hatte ich schon beim Mirtazapin, und es war nicht nur Appetit - es war Heißhunger, auf alles, absolut alles. Ich wollte euch auch fragen ob das Medikament eher müde macht oder neutral ist?
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Astrid77
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Astrid77 » 08:03:2016 17:01

Je mehr ich mich über diese Medikament informiere, desto schlimmer und negativer sehe ich es wieder... ich weiß nicht wie mir irgendetwas gegen diese Selbstmordgedanken helfen kann. Dieses Medikament macht angeblich bloß müde und schwindelig.... ich hab heute wieder Heulattacken und ich will einfach nicht mehr, ich hab den Eindruck mir hilft kein Medikament und mein ganzes Leben ist nur ein Albtraum der einfach immer nur so weiter geht.
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Sanna
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Sanna » 08:03:2016 20:24

NEIN, das stimmt nicht! Das gaukelt dir die Erkrankung vor, mehr nicht.

Ich kann dir was zu den Selbstmordgedanken sagen: Ich hatte Suizidgedanken tagsaus, tagein. Über ein Jahr. Nichts hat geholfen. Auch die Verhaltentherapie nicht und die unzähligen Übungen, die ich gemacht habe. Ich KONNTE nicht anders denken. Als ich dann in Herten in der MuKi-Klinik war, sagte mir die Ärztin, dass sie mir ein Neuroleptikum geben, damit ich endlich mal wieder Herrin über meine Gedanken würde. Wir haben zuerst Abilify ausprobiert, aber da waren die NW zu stark, obwohl ich eine Verbesserung bemerkt habe. Dann versuchten wir Ziprasidon. Volltreffer! Nach ca. 7-10 Tagen haben ich gemerkt, dass meine Gedanken wieder steuerbar waren. Plötzlich griffen all die Übungen und nach ca. einem halben Jahr waren die Gedanken dann ganz weg. Bis heute! In diesem halben Jahr sind diese Gedanken zwischendurch nochmal aufgeblitzt, mehr aber auch nicht. Das NL war eine risengroße Erleichterung.

Es gibt also Medikamente, die die Gedanken beeinflussen! Ich habe es selbst erlebt.

Ich habe auch gegoogelt. Über die Hälfte der Patienten spricht laut wikipedia in der ersten (!!) Woche auf die Therapie positiv an. Das ist doch einen Versuch wert, oder? Probier es aus, dann bist du schlauer.

Lyrica ist bekannt für Gewichtszunahme. Na und? Ich habe unter dem Mirtazapin ca. 15 Kilo zugenommen. Das war mir egal, ich wollte mich nur wieder seelisch gut fühlen. Jetzt, wo es mir wieder gut geht, mache ich Weight Watchers und es fällt mir total leicht, trotz Mirtazapin abzunehmen. Das geht, auch mit Medis.

Ich hab es dir schon tausendmal geschrieben, und ich werde es auch weiter tun: Es gibt einen Weg da raus! Du wirst deinen auch noch finden. Ich habe hunderte Male aufgeben wollen. Mein Leben war eine einzige Qual, jeden Tag. Aber ich habe mich durchgekämpft, und das wirst du gefälligst auch tun. Nach ca. einem Jahr habe ich mal einen Pfleger auf der Geschlossenen gefragt, wie lange ich denn noch so leben soll. Weißt du, was er gesagt hat? "Keine Ahnung, vielleicht drei, vier Jahre. Oder auch länger. Aber am Ende sind Sie gesund. Und was sind schon vier Jahre auf die Dauer Ihres Lebens?" Er hatte sooo Recht! Du wirst doch wohl die paar Jahre überstehen, wenn du am Ende wieder gut und glücklich leben kannst, oder?

Also, probier das Lyrica. Gib nicht auf. Und hör, bitte, auf zu googeln! Das bringt nix und macht dich nur unsicher.

Fühl dich gedrückt!

LG, Sanna
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Inga
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Inga » 08:03:2016 21:09

Liebe Astrid!

Lyrica wird so weit ich weiß sehr häufig bei Angsterkrankungen eingesetzt. Ich kenne einige aus meiner Klinikzeit die es verordnet bekommen haben...
Keiner von denen hat merklich zugenommen. Ich War damals an dem Punkt,da War es mir einfach egal, ob ich zunehme. Ich wollte einfach wieder gesund werden. Ich denke das sollte bei dir JETZT auch im Vordergrund stehen.
Astrid ich mache mir Sorgen, wenn ich lese wie es dir so geht.
Um aus diesem Loch heraus zu kommen geht es manchmal nicht ohne Medikamente.
Mir kam jetzt der Gedanke, ob es für dich irgendwie möglich wäre,das du dich im stationären Kontex auf ein Medikament einstellen lässt. Im Krankenhaus haben sie einfach viel bessere Möglichkeiten, für dich ein Medikament zu finden, bei dem du nicht so viele Nebenwirkungen hast.
Du musst das richtige Medikament finden bei dem du dich wohl fühlst....und das wird es auch geben.
Ich habe damals auch edliche Medikamente ausprobieren müssen...ich habe Fluoxetin, Risperidon, Trevilor, Seroquel, Dipiperon, Zeldox ausprobiert und dann zu guter Letzt Escitalopram.
Du siehst bei mir War es auch nicht so einfach.

Ich drücke ganz fest die Daumen, daß es bald aufwärts geht.
Diagnose:
10/2012 erstes Kind
schwere PPD mit massiven ZG
09/2017 zweites Kind
gesund und glücklich

Astrid77
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Astrid77 » 09:03:2016 11:36

Danke für eure Antworten! Heute hab ich das Medikament in der Apotheke bestellt und werde es gleich heute Mittag nehmen. Nachdem der gestrige Tag eine Katastrophe war, geht es mir heute ein kleines bisschen besser. Und ich glaube ich weiß jetzt was sehr dazu beiträgt, dass ich immer wieder ganz schlimme Phasen habe: ich nehme ab und zu immer noch Zoldem, und zuletzt wieder 1 Woche durch. Zoldem kann Suizidgedanken fördern und ich glaube das tut es bei mir extrem. Also, ab heute keines mehr. Ich habe ja so starke Schlafprobleme, und noch dazu weint meine kleine nachts oft, dabei ist sie schon 1 Jahr und 3 Monate. Dann tröste ich sie und gebe ihr etwas zu trinken, lege mich hin und denke mir "Gleich weint sie wieder. Lohnt sich gar nicht einzuschlafen", und so geht dann die Nacht im Dämmerzustand herum. Zoldem hilft da einfach besser als alles andere, aber wie gesagt, ich glaube das ist ein Grund für meine extreme Niedergeschlagenheit.
Inga, ein KH-aufenthalt kam für mich noch nie in Frage. Auch als es mir ganz schlecht ging. Es ist weil ich nicht bei meiner Familie in Deutschland bin, sondern ja in Österreich. Hier ist nicht gesichert, was mit den Kindern ist wenn ich weg bin, bzw. die Möglichkeiten die sich bieten würden alle schlecht. Es war es mir an keinem Punkt bisher wert, ins KH zu gehen und das so in Kauf zu nehmen. In Deutschland hätte ich meine Eltern wo die beiden dann sein könnten und meine Geschwister könnten meinen Eltern helfen. Und sie könnten mich dann auch im KH mal besuchen... hier in Österreich gibt es nur meinen Mann und seine Mutter, und bei dem Gedanken, die beiden würden sich 2-3 Woche alleine um die Kinder kümmern, sträubt sich einfach alles in mir. Ich habe hier keine Freunde (mehr) und wäre dann den ganzen Tag alleine im KH, das ist auch so ein Punkt wo ich mir denke, nein danke. Allein die tristen 5 Tage im Krankenhaus nach den beiden Geburten waren für mich ein Horror, bei dem ich ernsthaft die Stunden gezählt habe, wann ich weg kann.

Heute habe ich mir vorgenommen, mich zusammenzureißen, viel frisches Obst zu essen und irgendeinen lustigen Film zu schauen. Bis morgen oder übermorgen sollte dann auch die Nebenwirkung vom Zoldem weg sein, dann geht es wieder "normal" weiter.
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Astrid77
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Astrid77 » 10:03:2016 12:08

Heute ist der 2. Tag mit dem Medikament und bis jetzt ist alles völlig in Ordnung. ich bin so erleichtert! Ich war zwar gestern ein kleines bisschen benommen Nachmittags, und das Abholen der Kinder von der Kindergruppe war dann schwer zu koordinieren (zwei Kinder einfangen, anziehen, in den Kinderwagen rein, dann losgehen und Hund auch noch dabei... ) aber es hat gepasst, also ich war nicht unfähig, den Alltag zu bewältigen und davor habe ich mich auch gefürchtet. Jetzt habe ich auch noch viel Gutes über Lyrica gelesen, vor allem im amerikanischen Raum. Angstpatienten berichten, dass das Medikament ein wahrer Lebensretter ist, und dass sie sich nach 30 Jahren Depression zum ersten mal "normal" fühlen. Die Dosis die ich nehme ist aber sehr gering zu Beginn, 25mg m Tag, nach 1 Woche dann 50. Andere Leute nehmen 600mg am Tag. mal sehen wie es weitergeht.
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Sanna
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Sanna » 10:03:2016 20:14

Super! Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

LG, Sanna
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Charlotte
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Charlotte » 14:03:2016 12:36

Liebe Astrid,

Ich war ewig nicht mehr richtig im Forum unterwegs, aber mir stach grad deine Frage zu Lyrica ins Auge. Ich habe das Medikament auch vor 4 Wochen verschrieben bekommen und hatte ebenfalls Angst es zu nehmen. Aber ich bin dann mit 25 mg gestartet und hab die angstlösende Wirkung sofort gemerkt. Ein bisschen müde hat es auch gemacht, aber das ist ja noch immer besser als die Ängste. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass die Wirkung nach 5 Tagen nachgelassen hat. Daraufhin habe ich dann auch mal gegoogelt und gelesen, dass es ein gewisses Abhängigkeitspotential hat. Aber der Arzt meinte, ich solle es weiternehmen und auf 50 mg gehen. Da hatte ich dann auch die ganze Zeit wieder Angst vor und habe es mich erst gestern getraut. Jetzt ist es wieder so wie mit den anfänglichen 25 mg, Ängste deutlich reduziert, aber total müde und leicht schwindelig. Aber ich werde dem Medikament eine Chance geben, da bei mir die SSRIs nicht wirken. Alternativ kommt noch Lamictal in Betracht. Wie geht es Dir denn inzwischen damit, interessiert mich auch sehr, weil ich hier im Forum auch nicht so viel über Lyrica gelesen habe?

Liebe Grüsse und gute Besserung

Charlotte
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Astrid77
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Astrid77 » 14:03:2016 13:13

Ja, ich hatte auch den Verdacht, dass meine Ärztin Lyrica nicht als erste Wahl ansieht, sondern erst wenn die anderen nichts wirken (naja, gewirkt hatte ja das Venlafaxin, doch die Nebenwirkungen waren schlimm). Ich habe jetzt 5 Tage lang 25mg genommen, heute am 6. Tag dann auch 50mg. Ich spüre gar keine Angst lösende Wirkung, außer ein bisschen Schwindel und Koordinationsstörungen war nichts. Dieses Wochenende war wieder Horror zu Hause, habe mit meinem Mann gestritten dass die Fetzen geflogen sind, und ich war wie immer hoffnungslos und traurig. Ich hoffe das Mittel wirkt bei mir, ich hab auch vor eine hohe Dosis zu nehmen wenn es sein muss. Von der Abhängigkeit habe ich auch gelesen... und dass das Absetzen schlimmer als bei anderen ADs ist, aber das habe ich ja jetzt noch nicht vor.
Ich muss auch sagen, dass ich gar nicht mehr weiß, an was ich genau leide. Ich hab meiner Ärztin gesagt ich gehe Abends nicht mehr weg, ich will auf keine parties mehr gehen und bin immer nur zu Hause. Sie hat es wohl so verstanden dass ich mich unter Menschen unwohl fühle (also Angst, und daher das Lyrica), aber ich fühle mich einfach immer nur traurig und will "in Ruhe zu Hause heulen" - anders kann ich es nicht beschreiben. Dabei bin ich zu Hause auch immer allein und deswegen dann ebenso traurig. Naja, aber ich hab ja auch viel Gutes über Lyrica gelesen, und ich mache das jetzt einfach mal.
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Charlotte » 14:03:2016 14:32

Das hört sich für mich eher depressiv als ängstlich bei dir an. Ich hab grad nochmal wegen der Dosierung geschaut, ich bin mit 50 mg gestartet und gestern auf 100 mg hoch gegangen. Vielleicht ist bei dir einfach noch die Dosierung zu niedrig, damit du etwas spürst. Lamictal ist übrigens auch ein Antiepileptikum und soll eher stimmungsausgleichend sein. Vielleicht wäre das als Alternative auch etwas für dich. Die 100 mg Lyrica hauen schon ganz schön rein und ich bin mir nicht sicher, ob ich damit meinen Alltag bewältigen kann. Wenn du magst, berichte mal weiter, wie es dir damit geht.

Liebe Grüsse

Charlotte
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Astrid77
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Astrid77 » 15:03:2016 16:52

Nehme jetzt den 2. Tag 50mg, und spüre immer noch nichts positives. Nur das übliche - Müdigkeit, Verwirrtheit. Und ich hab heute Nacht wieder ganz intensiv und ungut geträumt, das stört mich am meisten. Nächste Woche erhöhe ich auf 75 oder 100, mal sehen wie es mir dann damit geht.
Manche Patienten berichten, dass es doch auch gegen Depression hilft, also auch stimmungsaufhellend ist. Aber das sind echt die Leute die 300mg morgens und 300 Abends nehmen. Ob ich jemals so hoch dosieren kann, weiß ich nicht, weil ich ja auch Alltag mit 2 Kindern schaffen muss und mich jetzt nicht ins Bett legen kann bis die Anfangssymptome verschwinden. ich arbeite mich halt langsam nach oben, bis jetzt funktioniert es ja ganz gut! Bei allen anderen medikamenten hab ich nur die Minimale Dosis nehmen können, alles andere wäre zu viel gewesen.
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Astrid77 » 21:03:2016 10:47

Nehme jetzt 75mg Lyrica und spüre immer noch nichts. Das Wochenende war wieder das Tief der Woche mit dem krönenden Abschluss "Selbstmordphantasien" den ganzen Sonntag Abend. Dabei war das Wochenende eigentlich ok. Mein größeres Kind hat zwar gerade eine Trotz-, Schrei- und Brüllphase, aber das wäre ja eigentlich kein Grund sich irgendwo runterstürzen zu wollen.
Ich versuche, bis zum Termin mit der Ärztin nächste Woche auf 100mg zu kommen, damit ich ihr zumindest berichten kann, dass ich hochdosiert habe und sie überlegen kann ob ich es weiter nehmen soll.
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Astrid77 » 24:03:2016 14:50

Jetzt bin ich bei 100mg angelangt, ich hab gelesen, man sollte 150 nehmen, damit die Wirkung gegen Angst auch eintritt. Ich nehme das Medikament ja jetzt schon 2 Wochen, spüre immer noch nichts außer totale Verwirrtheit jedesmal nach dem Hochdosieren. Es fällt mir auch gerade schwer, zu tippen. Heute wollte ich viel erledigen, weil die nächsten 4 tage ja ohne Kindergarten sind, und erstmal ist das total schwer und zweitens musste ich meine Kleine jetzt vom Kindergarten abholen weil sie krank ist. Bin total niedergeschlagen, habe auch totale Panik vor dem langen Wochenende. Bin ich das jetzt oder sind das die Tabletten? Jedes mal beim Hochdosieren bekomme ich auch Heulanfälle, es geht mir gar nicht besser damit.
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Charlotte » 24:03:2016 17:03

Liebe Astrid,

Sorry, dass ich dir jetzt erst antworte. Mich hat jetzt auch eine Angina niedergestreckt. Bin aber genau wie du bei 100 mg und kann auch nicht sagen, ob die Ängste schon weniger geworden sind. Das ist aber auch immer noch im unteren Bereich, nur macht mehr Lyrica auch noch müder, ich werde davon ganz dusselig. Nach ein paar Tagen geht es dann auch mit den Nebenwirkungen besser, aber dann lässt wahrscheinlich auch die Wirkung nach? Ich weiss grad auch nicht, ob es das richtige Medikament ist, aber ein Medikament alleine kann es sicherlich auch nicht richten. Ich weiss, dass ich jetzt viel aktiver an meinen Ängsten arbeiten muss, mich ihnen stellen muss. Aber ich kann dich verstehen, dass die Osterfeiertage eine besondere Herausforderung sind. Weniger Tagesstruktur, die Kinder den ganzen Tag daheim, ihnen ein schönes Fest machen... Geht mir auch so und vielen anderem bestimmt auch. Aber auch die vier Tage gehen vorüber und nächste Woche gehst du doch zu deiner Ärztin, das ist doch ein Lichtblick.

Ganz liebe Grüsse

Charlotte
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Lyrica?

Beitrag von Astrid77 » 29:03:2016 15:38

Ich hab heute 125 genommen und kann nur sagen: das mache ich nie wieder. ich bin die ganze zeit wie in einem Film, in meinem Kopf sind tausend Gedanken durcheinander. Ich funktioniere halt immer noch wie ein Roboter, aber ich will eben nicht mit diesen Gedanken im Bett liegen. Schwindelig ist mir auch, aber das ist nicht das Problem gerade, es ist als ob man total neben sich steht. Ich weiß ja auch, dass es besser wird, aber jedes mal Hochdosieren ist schwieriger von mal zu mal. Ich habe viele negative Gedanken, so z.B. dass ich vor meinen Kindern eine ganz normale Person war, doch jetzt mit Kindern bin ich wie in einer Randgruppe (Mütter) auf der jeder rumhackt und zu dem sich jeder erlaubt, Kommentare abzugeben. Das deprimiert mich dann. Heute morgen war ich gut drauf und hatte auch einen Termin bei der Ärztin, habe ihr gesagt dass das Medikament zwar noch nicht richtig wirkt aber alles passt. Danach nahm ich die 125 und der Rest vom Tag ist nur noch ein einziger Nebel. Beim Hochdosieren auf 100 war mir auch nicht gut, aber das war noch zu ertragen und ließ sich mit einem extra großen Kaffee von Starbucks (sowas habe ich noch nie zuvor in meinem Leben gekauft) verdrängen.
In einer Stunde muss ich meine Kinder von der Kindergruppe abholen und das ist eh schon immer heilloses Chaos, ich hoffe ich schaffe es einigermaßen.
Ich hab mir vorgenommen als Ziel 100mg morgens und 100mg Abends, ich hoffe das geht gut. Ab morgen versuche ich abends immer wieder 25 dazu zu nehmen.
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