Unruhezustände in der Stillzeit

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Julia1984
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Unruhezustände in der Stillzeit

Beitrag von Julia1984 » 20:04:2019 4:42

Hallo!
Jetzt war in den letzten Wochen trotz anstrengendem Baby psychisch alles gut und jetzt hab ich mich selbst überfordert.
Mein Baby ist 7 Wochen alt und ich nehme wegen mittelgradiger Depression und Angststörung 20mg Paroxetin schon seit vor der Schwangerschaft.
Diese Woche hatte ich nun seit Sonntag täglich Besuch, meine Große Tochter hat Ferien, Mann keinen Urlaub... Baby stille ich voll.
Sonntag bis Dienstag ne Alleinerziehende Freundin mit ihren drei Kindern mit Übernachtung, Mittwoch Freunde mit zwei Kids nachmittags, Donnerstag halbtags meine Schwangere Schwägerin, Freitag Patenonkel vom Baby zwei Stunden. Schon seit Sonntag Abend hab ich abends Unruhe leicht die sich bis gestern steigerte. Gestern war es schon schlimm. Ich bin mit Besuch im Haushalt zu fast nix gekommen, trotzdem natürlich nix liegen lassen und stand so unter Strom weil ich es allen Recht machen will. Mittagsschlaf für mich ist natürlich trotz Stillen alle 2 Stunden nachts ausgefallen und ich war ständig so multitasking. Also quasselndem Besuch zuhören, Baby versorgen und der Großen Tochter noch gerecht werden (Natürlich mit permanent schlechtem Gewissen).
Ich weiß, alles selbst eingebrockt, ich neige dazu mich völlig zu überfordern. Jetzt wären wir heute Und morgen jeweils wo eingeladen, das hab ich abgesagt. Aber tja ich komm nicht mehr runter. Konnte ewig nicht einschlafen und bin grad mit Herzrasen aufgewacht. Werd jetzt langsam erst ruhiger...
Kennt ihr sowas? Meint ihr ich komme wieder runter? Hab so Sorge, dass ich einen Rückfall bekomme, obwohl ich doch schon ewig stabil bin. Ich möcht mich grad den ganzen Tag ins Bett legen und nur mit meiner Babymaus kuscheln und scherzen. Ich hab manchmal das Gefühl, dass ich durch das Paroxetin mehr Antrieb als Energie habe. Also ich bin aktiv, will gerne dies und jenes wuppen und geh über meine Leistungsfähigkeit.
Hatte vier Tage nach der Geburt eine fette Erkältung mit Fieber und ordentlich Eisenmangel und hab echt fast drei Wochen nur im Bett gelegen. Vielleicht hätte ich danach mein Wochenbett verlängern sollen?
Abends so ab 19 Uhr ist einfach mein Ofen aus. Aber die Große bleibt zur Zeit bis 22 Uhr wach und quasselt und mein Mann ist abends völlig ausgebrannt. Baby schläft vor 22 Uhr auch nicht. Gestern bzw heute erst um halb zwei nachts!!! War aber putzig und fährt mich gut runter. Sie hatte einen Entwicklungsschub und konnte vor lautet lachen und Zunge raus Strecken nicht einschlafen.
Meint ihr ich komme wieder runter durch Schonung? Und was könnte ich gegen die Unruhe tun?
Oh man, ich bin so doof! Helft mir bitte mal. Will dringend weiter stillen und kein Beruhigungsmittel oder Medierhöhung brauchen.

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Kikke
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Re: Unruhezustände in der Stillzeit

Beitrag von Kikke » 20:04:2019 7:13

Guten Morgen,

Wenn ich deinen Marathon so lese, werde ich auch unruhig, ohne Säugling.
Ich glaube, du hast das schon richtig erkannt. Du musst dich schonen und rausziehen, wenn es zu viel wird. Dein Kind ist 7 Wochen alt, das ist doch völlig verständlich.
Vlt ist es eine gute Idee, das Wochenbett nochmals zu verlängern und ernst zu nehmen. Hast du jemanden, der die Eintöpfe kochen kann? Dann hättest du das schon erledigt. Dein Mann kann vlt einkaufen und dann ist die Wohnung einfach Mal noch geputzt. Leg dich hin, wenn dir danach ist. Kuschel mit deinem Baby. Und wenn dir noch mehr danach ist, dann beende es wieder.

Deine innere Stimme scheint ja ziemlich klar zu sein. Du musst auf sie hören!

Alles Liebe
November 2017: Schwere depressive Episode nach Geburt meines Sohnes.
Januar 2018: Zweimonatiger Aufenthalt in Psychiatrie ohne meinen Sohn (Medikament: zu Beginn Tavor, AD 60 mg Cymbalta).
Im Anschluss Beginn einer Verhaltens- und Schematherapie.
August 2018: 30 mg Cymbalta
September 2018: Cymbalta abgesetzt
Februar 2019: Letzte Sitzung bei meiner Therapeutin.
Aktuell: Der normale Mutterwahnsinn.

Julia1984
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Re: Unruhezustände in der Stillzeit

Beitrag von Julia1984 » 20:04:2019 17:21

Guten Morgen Kikke,
Danke dir für deine Hilfe. Du hast Recht und ich hab schon angefangen. Bin immer noch mit Baby im Bett. Die Große spielt mit einer Freundin.
Mann macht Garten und kocht und räumt auf. Ich geh dann mit Tragetuch in den Wald.

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Kikke
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Re: Unruhezustände in der Stillzeit

Beitrag von Kikke » 20:04:2019 19:10

Das klingt nach einem guten Plan. Weiter so!
November 2017: Schwere depressive Episode nach Geburt meines Sohnes.
Januar 2018: Zweimonatiger Aufenthalt in Psychiatrie ohne meinen Sohn (Medikament: zu Beginn Tavor, AD 60 mg Cymbalta).
Im Anschluss Beginn einer Verhaltens- und Schematherapie.
August 2018: 30 mg Cymbalta
September 2018: Cymbalta abgesetzt
Februar 2019: Letzte Sitzung bei meiner Therapeutin.
Aktuell: Der normale Mutterwahnsinn.

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