Sertralin

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Kikke
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Re: Sertralin

Beitrag von Kikke » 15:10:2019 21:22

Ich finde "Arsch" reicht da gar nicht aus.
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen

Aktuell: Der normale Mutterwahnsinn

Mel
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Re: Sertralin

Beitrag von Mel » 23:11:2019 16:25

Hallo ihr Lieben,
ich wollte mal fragen ob irgendjemand Erfahrung mit Derealisation hat. Ich habe das Gefühl, mein Medikament wirkt gut- ich habe endlich schon morgens Appetit, bin ruhiger, habe gleichzeitig mehr Antrieb, weine viel seltener, manchmal bin ich sogar fröhlich und vergesse mein Kranksein. Aber nach wie vor leide ich unter Derealisation, vor allem draußen und bei schönem Wetter. Diese begleitet mich seit zweieinhalb Jahren und es nervt. Denn sobald ich anfange zu prüfen, ob ich wieder „normal“ wahrnehme, beginne ich zu grübeln, und das begleitet mich dann oft einige Stunden. Ich weiß, gegen alle Symptome hilft es am meisten sie anzunehmen und nicht weiter darüber nach zu denken.... aber es ist einfach so unangenehm, sich so „entrückt“ zu fühlen. Meine Ärztin hat mir vorgeschlagen (da ich ihr sagte, dass ich zeitweise dem Grübelzwang unterliege) Sertralin nochmal zu erhöhen... 175 oder 200mg. Und dann wäre ich bei der Höchstdosis angekommen! Da hab ich echt Angst vor, denn dann kann ich ja nicht mehr erhöhen, wenn es mir mal schlechter geht oder ich wieder das Gefühl habe, alles stagniert. Versteht ihr was ich meine?

Ganz liebe Grüße
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Setralin
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen

Stella
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Re: Sertralin

Beitrag von Stella » 25:11:2019 19:43

Hallo Mel,

ja Déréalisation kenne ich gut, es wird auf jeden Fall nachlassen und verschwinden. Normalerweise gehen alle Nebenwirkungen mit der Zeit weg und wenn du über einen längeren Zeitpunkt stabil warst -mache es wirklich erst nach nem Jahr oder so kannst du bestimmt auch runterfahren...du benötigst ja meist in der Akutphase eine hohe Dosis über einen längeren Zeitraum und danach kann man wenn der Arzt das ok gibt irgendwann zur Erhaltungsdosis gehen oder eben eine Rückfallprophylaxe machen , die wahrscheinlich höher ist.

Du brauchst keine Angst haben zu Erhöhen... wie lange nimmst du es in der jetzigen Dosis?

lg Stella
2009 - 1. PPD , Krankenhaus 3 Monate. 150mg Trevilor, Trimipramin 100mg
2012 -Rückfall ohne Medis 14 Tage Krankenhaus 150mg Trevilor Trimipramin 100mg
2014 - 2. PPD, ambulant zu Hause 262mg Trevilor, 300mg Seroquel ( Quetiapin)
2019 ( Oktober) - Wiedererkrankung ( Rückfall) mit 37,5mg Trevilor- hochdosiert 225mg Trevilor, 250mg Quetiapin zur Zeit

Mel
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Re: Sertralin

Beitrag von Mel » 25:11:2019 22:49

Hallo Stella,
ja da hast du Recht.... ich nehme die 150 mg ungefähr seit 5 Wochen...
Wie geht es dir inzwischen?
Mel
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Stella
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Re: Sertralin

Beitrag von Stella » 26:11:2019 9:08

Hallo Mel 5 Wochen sind noch keine Zeit....gib dem Medikament noch ne Woche.... zwei....dann kannst du auch noch hochfahren.

Ich war damals nach meiner 2. PPD auch mit dem Trevilor bei 300mg ..und konnte 4 Jahre jetzt mit 37,5 sehr gut wie früher leben. Jetzt bin ich wieder am Sonntag hoch auf 150mg und ich merke schon Verbesserungen- man denkt nicht immer an die Krankheit und ich hatte heute meine 1. Traumsequenz seid 4 Wochen!!!!! Ich glaube das ist gut. Und das Quetiapin 50mg hilft noch dabei.

Das Einzige was mir im Moment schwerfällt ist das Selbstvertrauen in seinen eigenen Körper wiederzubekommen..aber ich denke das liegt noch daran, dass die Krankheit da ist und noch nicht richtig weg ist. Wenn man es 3,5 mal hatte dann ist man leider etwas in der Seele gezeichnet. Aber ich denke das wird man hoffentlich auch wieder verarbeiten wie jedes Mal und dann gestärkt da hinausgehen...und das Leben geniessen ..wie vor jeder und nach jeder Episode.

lg Stella
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Stella
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Re: Sertralin

Beitrag von Stella » 26:11:2019 9:18

Das hat mir übrigens heute eine Freundin geschrieben- die auch schon 2mal an der PPD erkrankt war und Rückfälle hatte:

Es kommt alles wieder und du wirst immer mehr diese kleinen Inseln von Normalität erleben, die dann sogar Glücksgefühle hervorrufen können. Das ist der schöne Anteil unserer Erkrankung. Man erlebt normale Gefühle als wunderschön und ist dankbar für schöne Momente. Außerdem ist die Prognose im Vergleich zu anderen Erkrankungen sehr gut !

Sie ist Ärztin ;-). hoffe es macht die genauso Mut wie mir....

lg Stella
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Mel
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Re: Sertralin

Beitrag von Mel » 27:11:2019 14:49

Hallo Stella,
deine Freundin hat das gut auf den Punkt gebracht! Ja, ich hoffe ich kann auch irgendwann sagen, dass sich so richtig Normalität einstellt. Ich hoffe, du hast dich wieder ein bisschen stabilisiert... dein Mann hat wahrscheinlich auch schon „Routine“im Umgang mit deinen Symptomen...
Fühl dich gedrückt!
Mel
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